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Revolutionen: Roman (KiWi) Taschenbuch – 13. Oktober 2008

3.3 von 5 Sternen 4 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»[Le Clézio] schafft [...] in seinen Büchern, was gute Literatur seit jeher ausmacht: die Welt aus fremder Augen zu sehen.« (Kersten Knipp, WDR 5)

» Revolutionen ist somit ein so wehmütiges wie aktuelles Logbuch der menschlichen Existenz – und eine elegische Hymne der Erinnerung.« (Deutschlandradio)

Der Verlag über das Buch

»Der anspruchsvollste, umfassendste und eindrucksvollste Roman Le Clézios.« Bernard Pivot -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Revolutionen können privater wie öffentlicher Natur sein, sie können ein ganzes Land verändern oder eine Diktatur heraufbeschwören. Zumeist wird alles Festgefahrene mit sich gerissen. Somit ist der Titel von Le Clézios Roman Programm. Jean Marros Familie lebt sogleich in der Gestalt des Jungen Jean in der Gegenwart wie in der Vergangenheit. Sie eint vor allem eins: die Sehnsucht. Von der Französischen Revolution bis zum Algerienkrieg zeigt Le Clezio die französische Gesellschaft in der Auseinandersetzung mit sich selbst, mitten drin als Kern eine Familie, die auswandert, wiederkehrt, erneut auf Mauritius das Glück sucht, das sie in ihrer Heimat nicht findet. Le Clezio ist ein Geschichtenerzähler, findet für seine Stationen poetische Orte. Manchmal verlaufen die Erzählstränge in diesem Roman allzu sehr nebeneinander her und werden nur davon zusammengehalten, dass der Leser weiß, dass Le Clézio eine über Jahrhunderte gespannte Familiensaga entwirft. In seinem Roman Ein fliehender Stern sind die unterschiedlichen Lebenswege zeitlich näher beieinander gelegen, was ihm größere Gestaltungsfreiheit gibt. In Revolutionen bürdet Le Clézio sich gleich mehrere Kontinente auf, die seinem eigenen Lebensweg entsprechen, so dass der Anspruch die Geschichte stellenweise belastet. Trotzdem bleibt es ein Roman von J.M.G. Le Clézio, der hier wie in vielen seiner Bücher eines versucht, den Leser mit seiner Sprache einzufangen.
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Format: Gebundene Ausgabe
"Revolutionen" ist laut Kiepenheuer & Witsch der persönlichste Roman Le Clézios und gleichsam mein erster. Vorne weg, der Roman ist zerstreut! So fügt Le Clézio unterschiedliche Geschichten, die zu verschiedenen Zeitpunkten in das Geschehen eingeführt werden zu einem dichten Strang als Verbindungsglied der Hauptakteur Jean Marro, ein zerrissener Jugendlicher aus Frankreich (Nizza), der sich gezwungen sieht, mit dem Zeitgeist zu kommunizieren und sich vor allem mit dem Algerienkrieg auseinander zu setzen. Zuflucht findet er bei seiner blinde Großtante Catherine (Tante seines Vaters), die ihm die Geschichte ihrer unterbrochenen Jugend auf Mauritius und die Chronik ihrer Familie bis zurück zu Jean Eudes Marro, dem Bretonen, der 1798 nach Mauritius ausgewandert war, um dort sein Glück zu finden, Stück für Stück, Kapitel für Kapitel erzählt - im Dunkeln.

Kein klassischer Generationenroman, wie ich ihn erwartet hätte, ist dieser Roman. Zwar werden lebende und überlebte Familienmitglieder vorgestellt, keiner aber näher betrachtet (was ihnen Privatsphäre schenkt und für mich Leser Geheimes birgt) - außer den beiden erwähnten Namensvettern: dem ersten und dem letzten Jean Marro. Gemeinsam haben beide die Konfrontation mit dem Krieg, sei es die Französische Revolution oder der Algerienkrieg, die innere Unruhe, die sie von Frankreich fortzieht - in fremde Länder, zu fremden Kulturen.

Der Wechsel von Perspektiven und Erzählformen gestaltet den Roman sehr lebendig. Zumal hinterlässt er den Hauch eines romantischen Entdecker- und Abenteurerromans, zumal ist er von bedrückender Melancholie gezeichnet.
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Format: Taschenbuch
Wenn man sich so Seite für Seite durchbeißt durch dieses Buch, erst neugierig auf den Nobelpreis-Autor und gern bereit, auf ihn einzugehen,, dann mehr und mehr verunsichert über sich selbst und seine ungeduldige Erwartungshaltung, bis hin dann zu echtem Verdruss auf den Schreiber und absolutes Kopfschütteln über die Jury, von deren Mitgliedern doch wohl anzunehmen ist, das Werk auch und etwa bis zum letzten Absatz gelesen zu haben, um ihm dann trotzdem das zuzuerkennen, was man weitgehend als den weltweit prestigeträchtigsten Literaturpreis erachtet, und wenn man trotz hoch kochenden Verdrusses und verwunderten Kopfschüttelns doch noch Seite für Seite zähneknirschend weiter und weiter liest, bis man auch die fünfhundertsechsundfünfigste geschafft hat, weil Le Clézio vom Klappentext doch "klare, poetische Sprache" zugeschrieben und dieses sein Hauptwerk, Revolutionen eben, zu einem "großen Leseerlebnis" hochgejubelt ist, dann kann und sollte man sich eigentlich nur noch wundern, wofür man doch bereit ist, seine an sich doch eigentlich kostbare Zeit zu verplempern.
Uff! Ich schreibe nicht immer so. Hier oben habe ich versucht, den Stil des preisgekrönten Autors nachzuempfinden. Etwas bemüht langatmig scheint mir das Ergebnis. Also gelungen. Wer es geschafft hat, den einen Satz hier oben zu lesen, der müsste eigentlich auch Genuss empfinden, sich durch das Wenige von Le Clézio über den einen Jean erzählte und sein monoton Ausgewalztes über den zweiten Jean durchzuackern.
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Format: Taschenbuch
Als Le Clezio 2008 den Literaturnobelpreis erhielt, war das für die nicht eingeweihte deutsche Lesergemeinde eine Überraschung, und flugs wurden Übersetzungen gedruckt, damit wir auch am reichen Oevre dieses französischen Schriftstellers Jahrgang 1940 teilhaben können. Der Leseteufel brauchte noch ein Jahr, bis ihm dieser Familienroman in die Hände fiel, der als sein 'anspruchsvollster, umfassendster und eindrucksvollster' (Buchrückseite) bezeichnet wird.
Le Clezio erzählt fast impressionistisch und sehr einfühlsam von der Kindheit seines Protagonisten Jean Marro, der sich von der unwirtlichen Realität in Nizza immer wieder zu seiner alten blinden Tante Catherine flüchtet, die ihm von früher erzählt, als ihre Familie noch auf Mauritius im Glück lebte, ehe sie, bankrott, nach Frankreich zurückkehren musste. Das Kapitel ist passend mit 'eine geträumte Kindheit' überschrieben und der junge Jean zieht den Leser in seinen Bann.
Aber so geradlinig will Le Clezio nicht erzählen. Also tritt ein bretonischer Vorfahre als Ich-Erzähler hinzu, der sich 1792 den revolutionären Freiwilligen anschließt, dann aber, von der Revolution enttäuscht, mit seiner jungen Frau nach Mauritius auswandert und dort das Handelsimperium der Familie begründet. Dann begleiten wir, schon weniger bereitwillig, wieder Jean auf dem Weg zum Erwachsenwerden, der ihm dadurch erschwert wird, dass er sich treiben lässt und als einzigen Halt seine Familiensaga empfindet. Dazwischen Berichte über den Algerienkrieg, die Geschichte einer ehemaligen Sklavin, Jeans eher schale Liebesabenteuer, einen Aufenthalt in Mexiko, um sich der Einberufung zum Algerienkrieg zu entziehen.
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