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Reise in das Land der Lager Gebundene Ausgabe – 11. November 2013

5.0 von 5 Sternen 8 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Julius Margolin, 1900 in Pinsk geboren, 1971 in Tel Aviv gestorben, wuchs in Russland auf, studierte Philosophie in Berlin und übersiedelte 1937 nach Palästina. 1941-1945 war er in einem Gulag am Weißmeerkanal inhaftiert. Sein 1947 verfasster Bericht erschien gekürzt: 1949 von Nina Berberova übersetzt in Paris, 1952 in New York auf Russisch, 1965 auf Deutsch.

Erst 2010 erschien die erste vollständige Fassung - in französischer Übersetzung.


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Format: Gebundene Ausgabe
Julius Margolin (1900 - 1971) wurde in Piñsk (Ostpolen) geboren und studierte in den 1920igern Philosophie in Berlin, seit 1936 lebte er im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina. Im September 1939, auf einer Urlaubsreise nach Lodz, wurde er von der deutschen Invasion überrascht und geriet in die klassische "Zur Falschen Zeit Am Falschen Ort" - Situation. Polen einfach wieder zu verlassen, war zunächst nicht möglich. Die Ankunft der Deutschen aus westlicher Richtung, die Kollaboration der Polen und Ukrainer, die Sowietisierung des östlichen Polen. Wer Jude war, hatte (damals wie heute) schlechte Karten, im Jahr 1939 bedeutete das nur eines: Renne um Dein Leben, solange Du es noch kannst, nur . . . wohin?

Margolin und viele andere Flüchtlinge, einige von Ihnen mit ausländischen Pässen, irrten in alle Himmelsrichtungen von Grenze zu Grenze, und versuchten verzweifelt, Polen zu verlassen, doch schnell wurde ihm bewußt, das
". . . man mich nicht ausreisen liess, war kein Missverständnis
und keine bloße Verschleppung der Angelegenheit - es war der
Anfang irgendeiner üblen Geschichte. Meine Situation war die
einer Fliege, die sich auf einen Klebestreifen mit der
Aufschrift 'Tod den Fliegen' gesetzt hat - sie kann zwar nicht
lesen und weiß nicht, was Klebstoff ist, und begreift überhaupt
nichts, aber all das braucht sie auch gar nicht, um im Bruchteil
einer Sekunde voll Todesangst und Hilflosigkeit zu erkennen,
dass sie nicht mehr loskommt, sie sitzt fest! . . . und das
etwas nicht Wiedergutzumachendes, Furchtbares passiert ist.
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Von J. Fromholzer TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 16. Dezember 2013
Format: Gebundene Ausgabe
" Du mußt einfach arbeiten ! " -- sagt man zu Julius Margolin im russischen Arbeitslager am Weißmeer-Ostsee-Kanal. Margolin, ein Bürger mit polnischem und britischem Pass, war im September 1939 bei Ausbruch des 2. Weltkriegs, zwischen die deutschen und russischen Besatzungen in Polen geraten. Eine Ausreise nach Palästina, wo die Familie mittlerweile lebte, war nicht mehr möglich. Die Russen akzeptierten seinen Pass nicht. Uns so war er, als jemand, der nicht dauerhaft in der Sowjetunion leben wollte, mit vielen anderen verhaftet und in ein Arbeitslager verschleppt worden. Andere Leidengenossen flohen vorher noch in die deutsche Zone, was ihr sicherer Tod war. Nun sollte Margolin bei den Russen Bäume fällen. Die Schickane im Lager war darauf angelegt, dass niemand, die an ihn gestellten Arbeitserwartungen erfüllen konnte, selbst die ganz Starken konnten das nur für sehr kurze Zeit, bis sie schwach und krank waren. Ständiger Hunger und harte Arbeit, die meist länger als 12 Stunden täglich dauert, in extremer Kälte mit schlechter Kleidung, das hält niemand aus. Das "einfach arbeiten" (Zitat) ist unmöglich.

Margolin hat überlebt, mit einem eisernen Willen, er wollte später darüber schreiben, was er getan hat, das hat ihn am Leben erhalten. Immer wieder sehnt er sich nach europäischer Kultur zurück, kann es nicht fassen, wo er gelandet ist, dort wo logische Argumente nichts gelten, er schreibt : " (...) es war, als wären wir in Zentralafrika von einem wilden Stamm gefangen genommen worden oder im 17. Jahrhundert in die Hände von Sklavenhändlern gefallen" (S. 314).
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Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
Ich habe selten einen so differenziert analytischen Text über die Realität menschlicher Leidensfähigkeit und organisierte Grausamkeit des Sowjetsystems nach 1940-1945 gelesen. Julius Margolin, ein polnischer Jude, nutzt keinen anklagenden Pathos, aber er benennt messerscharf die entmenschlichten Bedingungen von sowjetischen Arbeitslagern, unter denen er fast bis zu seiner menschlichen Auslöschung gelebt hatte. Das sollte uns auch heute noch eine Warnung sein, zu was Menschen als Handlager von politischen Systemen fähig waren und möglicherweise auch fähig sind.
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
das Buch habe ich noch nicht zu Ende gelesen. Allerdings schreibt der Autor, ähnlich wie Primo Levi, in sehr plastischer und lebendiger Art und vermittelt einen schockierenden Eindruck, obwohl für mich nicht neu, über die Zustände im sowjetischen Bereich Europas. "In den vorangegangenen neun Monaten hatte ich mich an die Fassade des sowjetischen Gebäudes gewöhnt, jetzt sah ich dahinter eine Räuberhöhle. Im ersten Moment war ich schockiert. Ich schämte mich. Ein quälendes , tiefes Gefühl der Scham wuchs in mir seit der ersten Minute, als ich die Schwelle jener Institution überschritten hatte, die für die ganze Sowjetunion zentral war. Diese brennende Scham quälte mich viele Tage lang, bis sie schliesslich ganz ausbrannte und erkaltete. An ihre Stelle trat ein ruhiger Hass auf die Betrüger, die die ganze Welt zum Narren hielten".Und: "Das Land, in das wir fahren, liegt weder in Europa noch in Asien. Wer die Russen für Europäer hält, irrt sich...". Und: "Sie haben von beiden Kulturen (Europa und Asien, persönl.Anmerkung!) das Negative übernommen..." Ein mehr als lesenswertes Buch insb. für jeden Romantiker des sowjetischen Systems...
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