Facebook Twitter Pinterest
Gebraucht kaufen
EUR 1,78
+ EUR 3,00 Versandkosten
Gebraucht: Gut | Details
Zustand: Gebraucht: Gut
Kommentar: anderes Titelbild, Einband leicht berieben, Vermerk im Vorsatz, Reclam Verlag - Taschenbuch
Möchten Sie verkaufen?
Zur Rückseite klappen Zur Vorderseite klappen
Hörprobe Wird gespielt... Angehalten   Sie hören eine Hörprobe des Audible Hörbuch-Downloads.
Mehr erfahren
Dieses Bild anzeigen

Reclam-Bibliothek, Band 278: Victor Klemperer: LTI - Notizbuch eines Philologen Taschenbuch – 1998

4.6 von 5 Sternen 11 Kundenrezensionen

Alle Formate und Ausgaben anzeigen Andere Formate und Ausgaben ausblenden
Preis
Neu ab Gebraucht ab
Taschenbuch, 1998
"Bitte wiederholen"
EUR 12,95 EUR 1,77
4 neu ab EUR 12,95 12 gebraucht ab EUR 1,77

Buch-Tipps für den Herbst
Lassen Sie sich inspirieren: Romane, Krimis, Koch- und Bastelbücher. Jetzt entdecken
click to open popover

Hinweise und Aktionen

Es wird kein Kindle Gerät benötigt. Laden Sie eine der kostenlosen Kindle Apps herunter und beginnen Sie, Kindle-Bücher auf Ihrem Smartphone, Tablet und Computer zu lesen.

  • Apple
  • Android
  • Windows Phone

Geben Sie Ihre Mobiltelefonnummer ein, um die kostenfreie App zu beziehen.

Jeder kann Kindle Bücher lesen — selbst ohne ein Kindle-Gerät — mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.


Produktinformation

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

LTI. Notizbuch eines Philologen
OA 1947 Form philologische UntersuchungBereich Linguistik
Auf persönliche und dadurch sehr anschauliche Weise setzt sich Victor Klemperer in seinem Notizbuch eines Philologen mit der »Sprache des Dritten Reichs« (LTI = Lingua Tertii Imperii) auseinander und offenbart gesellschaftliche und politische Wurzeln sprachlicher Gebilde.
Entstehung: Klemperer suchte nach dem »Geistigen« im »Sprachkörper«, nach dem Ganzen im Einzelnen, wie er 1927 in der von ihm mitherausgegebenen Zeitschrift Idealistische Philologie erläuterte. LTI hat eben diese Suche zum Ausgangspunkt. Es geht zurück auf die Tage- buchaufzeichnungen, die Klemperer während der Zeit des Nationalsozialismus unter ständiger Lebensgefahr verfasst hatte. Seine »Geheimformel: LTI, LTI!« habe ihn stets gemahnt, aufzuschreiben und festzuhalten, was er las und hörte.
1945 als Professor an der Technischen Universität Dresden wiedereingesetzt, verband Klemperer den intellektuellen Neuanfang nach zwölf Jahren Unterdrückung mit einer genauen Analyse des Geschehenen über den Weg der Sprache. In zahlreichen Vorträgen machte er seine philologischen Untersuchungen publik und veröffentlichte sie 1947 unter dem Titel LTI. Notizbuch eines Philologen.
Inhalt: Die »Lingua Tertii Imperii« ist laut Klemperer eine Sprache des Glaubens. Denn sie gründet sich auf Fanatismus. Abkürzungen (HJ, BDM etc.) tragen verschwörerische Züge – der Name LTI ist als Parodie hierauf gedacht. Das »Geistige« im »Sprachkörper« des Nationalsozialismus hat für Klemperer seinen Ursprung in der deutschen Romantik: Hier finde sich bereits der Grundgedanke der Grenzen- oder Maßlosigkeit und die Absage an die Vernunft.
Inhaltlich und in ihrer Ausdrucksform ist die LTI eine arme Sprache. Sie kennt vor allem Superlative (alles ist »total«) und will Bewegung ausdrücken (es wird »entjudet« und »aufgenordet«). Die LTI zielt auf die Mechanisierung der Wörter (Aktionen werden groß »aufgezogen«, Organisationen »gleichgeschaltet«, Menschen »laufen zu vollen Touren auf« ) und entpersönlicht dadurch den Einzelnen. Der Mensch wird zum Automaten.
Klemperer hat Töne des Alltags aufgezeich-net – Gespräche auf der Straße, mit Freunden, im Judenhaus – und aus ihnen die Konturen der LTI herausgearbeitet. Gleichzeitig analysiert er auch zeitgenössische Veröffentlichungen, Zeitungsartikel und Reden der Nazigrößen. Dabei demaskiert Klemperer die LTI als eine Sprache, die letztlich das Denken durch das Fühlen und dieses wiederum durch die stumpfe Willenlosigkeit zu ersetzen und damit die »Gefolgschaft« der »Automaten« zu verstärken sucht.
Wirkung: LTI ist eine Arbeit der »ersten Sunde«, wie Klemperer es ausdrückte. Um der Untersuchung ein wissenschaftliches Fundament zu geben – so sah es der Autor voraus –, würde es mehr als ein Menschenleben bedürfen. In der Tat analysiert die Forschung bis heute, ausgehend von Klemperers Studie, die Sprache im Nationalsozialismus.
Die Wegbereitung der philologischen Forschung ist jedoch nur ein Grund für die durchweg positive Rezeption des Notizbuchs eines Philologen seit 1947. Zu einem Standardwerk der Literatur zum Nationalsozialismus macht es darüber hinaus sein Zeugnischarakter – die persönliche, lebensnahe Schilderung eigener Erfahrungen mit der LTI. B. Br.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Klemperer, Victor dt. Autor und Philologe *9.10.1881 Landsberg/Warthe †11.2.1960 Dresden Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945 LTI. Notizbuch eines Philologen, 1947 Victor Klemperer hat in seinem vorrangig autobiografischen Werk mit philologischem Scharfblick nicht nur die Stimme(n) der Menschen im Nationalsozialismus eingefangen, sondern auch die Stimmung(en). Klemperer, achter Sohn eines Rabbiners, studierte Philosophie und romanische und germanische Philologie, arbeitete als freier Journalist, promovierte sowie habilitierte sich 1914. 1920 wurde Klemperer Professor an der Technischen Hochschule Dresden. Er veröffentlichte Arbeiten zur französischen Literatur(geschichte) und schrieb noch während des Zweiten Weltkrieges an der Geschichte der französischen Literatur im 18. Jahrhundert (1954-66), obwohl er 1935 aufgrund seiner jüdischen Herkunft seine Professur verlor und ihm 1938 der Zugang zu Bibliotheken verboten wurde. Klemperer, der 1912 zum Protestantismus konvertiert war, und seine evangelische Frau Eva blieben trotz der nationalsozialistischen Gefahr in Leipzig. 1940 mussten sie ins "Judenhaus" ziehen. Beim Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 gelang ihnen kurz vor der drohenden Deportation die Flucht nach Bayern. Nach dem Krieg erhielt Klemperer Lehrstühle u.a. in Dresden und Halle. Er wurde Mitglied der KPD. 1947 erschien L. T. I. Notizbuch eines Philologen, das er mit seinen Tagebuchnotizen vorbereitet hatte. Nach Klemperers Tod kam 1989 seine Autobiografie Curriculum Vitae. Erinnerungen eines Philologen. 1881 bis 1918 heraus,1995 erschienen die Tagebücher Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945 und im Jahr darauf Und so ist alles schwankend. Tagebücher Juni bis Dezember 1945 und Leben sammeln, nicht fragen, wozu und warum. Tagebücher 1918-1932


Kundenrezensionen

4.6 von 5 Sternen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Top-Kundenrezensionen

Von Ein Kunde am 15. September 1999
Viktor Klemperer, jüdischer und deutscher Philologe und Alltagsbeobachter, hat dieses Buch 1946 veröffentlicht, zu einer Zeit, als seine Erinnerungen an die hinter ihm liegende Zeit noch sehr frisch waren. Die Zeit Hitlerdeutschlands hat er genutzt, um seine Wissenschaft um die spezifische Deutung der "Lingua Tertii Imperii", der "Sprache des dritten Reiches", zu bereichern. Er hat in brillanter und auch dem philologischen Laien verständlicher Art und Weise die Nutzung der Schriftsprache und Rhetorik im Dritten Reich aufgezeichnet und gedeutet in all ihrer Perversität und Hintergründigkeit. Als Jude nur durch die Ehe mit einer "arischen" Ehefrau dem Holocaust entronnen, hat er sich oft unter Lebensgefahr Material für diese Arbeit beschafft, denn für Juden war es offiziell weder erlaubt, Bücher aus Bibliotheken auszuleihen, noch z.B. Reden Adolf Hitlers zu hören. Trotzdem hat er das getan und ist so in der Lage, eindrücklich das Durchsetzen der nazistischen Floskeln und Gedanken in allen Volksschichten, intellektuellen wie Arbeiterkreisen, zu beschreiben. Für mich ein faszinierendes Buch, nicht zuletzt ein bewegendes und nachdenklich machendes Zeitdokument. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
1 Kommentar 63 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden
Ob Philologie im Alltag einen wirklichen Nutzen hat, ist oft bezweifelt worden. Ohne Zweifel haben Leute wie Erasmus zu großen politischen Veränderungen im Europa des 16. Jahrhunderts beigetragen, aber wie sieht es heute aus? Bekannt ist die Schilderung von Walter Jens geworden, den beeindruckte, wie ein Tübinger Lehrer das Horst-Wessel-Lied nach Philologenmanier regelrecht zerpflückte; bekannt wurden zur (Un)sprache des Nationalsozialismus Sternberger, Storz und Süskinds "Wörterbuch des Unmenschen"; neuerdings gibt es zahllose linguistische Untersuchungen, etwa von K. Ehlich zur "Sprache im Faschismus", aber wohl keines dieser Werke geht einem so nahe, spricht einen so sehr an wie Klemperers "LTI", das die eigentliche Essenz aus dessen Tagebüchern darstellt. Das Buch ist so klar gegliedert, so verständig geschrieben, so sehr im Alltag belegt und begründet, dass einem eigentlich auf jeder Seite ein Licht über den Nationalsozialismus aufgeht. Philologie kann möglicherweise doch etwas bewirken!
Kommentar 46 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden
Was man aus Viktor Klemperers hervorragendem Buch vor allem lernen kann, ist, dass sehr viele Begriffe der Nazibarbaren bis in unsere gegenwärtige Gesellschaft erhalten geblieben sind und sich viele Menschen nicht darüber im Klaren sind, woher das eigentlich stammt. Die zweite Lektion, die man lernen kann, ist, dass die gleichen Mechanismen heute immmer noch gebraucht werden, um gegen Menschen zu hetzen; die gegenwärtige Diskussion um "Arbeitsunwillige" und dergleichen mehr, lässt ahnen, wie tief verwurzelt die faschistoide Denkweise und der demagogische Sprachgebrauch in Deutschland sind.
Kommentar 36 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden
Verifizierter Kauf
Ich habe z.B. gelernt, daß die Grundidee des Nazi-Antisemitismus von Gobineau (19.Jhdt.) stammt. Klemperer schreibt S.176: <Aber nicht das war ja das Originelle an Gobineau, daß er die Menschheit in Rassen gliederte, sondern dies, daß er den Oberbegriff der Menschheit zugunsten der verselbständigten Rassen beiseite schob und daß er innerhalb der weißen auf phantastische Art eine germanische Herrenrasse einer semitischen Schädlingsrasse gegenüberstellte.> Ich sehe das so: von hier bis zu den Juden als eigentlich treibende Kraft für den 1. Weltkrieg ist nur noch ein kleiner Schritt - und die deutschen Kriegshetzer von 1914 waren 1918 entlastet und brauchten die Niederlage nicht als eigenes Problem anzuerkennen. Das, zusammen mit Gobineaus germanischer Herrenrassen-Vorstellung, ist meiner Ansicht nach (und Klemperers ebenfalls, siehe S.171) die Grundidee, das Zentrum, des Nationalsozialismus, die ihn vom sonstigen Faschismus strikt unterscheidet. Siehe dazu auch Klemperer S.170f.

Hitler konstruiert auch für den 2.Weltkrieg eine jüdische Weltverschwörung (schon 1934), was Klemperer aber meines Ermessens nicht richtig ernst nimmt, S.55: <ER [gemeint ist Hitler] predigt Frieden, ER wirbt für Frieden, ER will das Ja Deutschlands nicht aus persönlichem Ehrgeiz, sondern nur um den Frieden schützen zu können gegen den Anschlag einer wurzellos internationalen Clique von Geschäftemachern, die um ihres Profites willen skrupellos Millionenvölker aneinanderhetzen... [Pünktchen von Klemperer]. Das alles, und die gut einstudierten Zwischenrufe ("Die Juden") dazu, war mir natürlich längst bekannt.
Lesen Sie weiter... ›
Kommentar Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden
Verifizierter Kauf
inhaltlich wie alle klemperer schriften ausgezeichnet, trotz brille kann ich den text kaum entziffern, was sehr mühsam ist, die schrift ist einfach viel zu klein
mein schluß: nur mehr hardcover kaufen, und eine kleinigkeit mehr investieren
Kommentar War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden
Von Ein Kunde am 15. März 2005
LTI habe ich mitte der 80er Jahre zufällig entdeckt. Im Fach Literatur, während meiner Gymnasialzeit in Dresden, galt LTI jedenfalls nicht als erwähnenswert, dafür aber jede Menge Ideologie nach dem Motto "Die Partei hat immer recht!". Folgerichtig war es auch kein Wunder, daß ich in dem, was Victor Klemperer analysierte, unweigerlich mein Lebensgefühl in der DDR reflektierte - sowohl vom Sprachgebrauch in der DDR, den idiotischen "Spielregeln", bis zum Bewußtsein des Ausgeliefertseins unter der SED-Diktatur. Natürlich wußte ich, daß es quasi unmöglich war, doch hatte ich das Gefühl, LTI war in der DDR von der Zensur übersehen worden. Viele meiner Freunde beurteilten das ebenso.
R.B.Beyer
Kommentar 31 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden