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Warum tut er das? Hier könnten tatsächlich mehrere Gründe zu Buche stehen. Zum einen liegt diesen intelligenten schwarzen Vögeln eine in unseren Ohren wohlklingende Wiedergabe von Tönen doch ziemlich fern. Zum anderen haben sie offensichtlich bereits das neue Album des im britischen Hemel Hempstead Geborenen gehört. Hernach ist ihnen buchstäblich der letzte Krächzer im Schnabel stecken geblieben. Denn was Mastermind Steven Wilson in seinem jüngsten Werk vorlegt, darf man getrost als Superlative bezeichnen. Seine in Noten umgesetzten Geistergeschichten kommen einfach nur fantastisch daher.

Vom Bass vorangetrieben (Ähnliches ist man bereits von den großartigen polnischen Progrockern um Riverside gewohnt) startet der fulminante Opener "Luminol" flott, ja beinahe jazzig. Jedes Instrument erhält seinen eigenen Part, um sich in Szene zu setzen und fügt sich dennoch harmonisch in den Gesamtkontext des Songs ein. Nach ca. 4:30 bricht das dynamische Pushen jedoch abrupt ab und Steven kommt das erste Mal zu Wort. Doch nur kurz ist sein von Querflöte und Chorus begleiteter Gesang, bevor er einem wunderbaren Pianosolo Platz lässt. Allem Anschein nach soll jedem seiner fantastischen Musiker, die ihn bereits auf seiner letzten "Grace For Drowning"-Tour begleiteten, die Möglichkeit gegeben werden, sein Können vorzuführen, bevor sie sich letztendlich in das nun folgende Gesamtkunstwerk einordnen. Denn als solches kann man "The Raven That Refused To Sing" ganz ohne Zweifel bezeichnen. Was Wilson hier vorgelegt, krönt seinen Werdegang ohne "Porcupine Tree" um ein weiteres Mal. "Grace for Drowning" deutete bereits an, dass der Selfmademann aus Großbritannien zu den ganz Großen im Progressiv Rock gehört. Mit diesem Werk hat er sich nun selbst übertroffen. Wie kann man diesen Mann eigentlich noch stoppen?

Stoppen? Um Himmels Willen, Nein! Das liegt dem begeisterten Hörer absolut fern. Denn mit "Drive Home" erklingt als zweiter Titel die erste Ballade, welche deutliche Anleihen zu seinem Projekt "Blackfield" zeigt, das er zuweilen mit dem israelischen Superstar Aviv Geffen auf die Beine stellt. Gitarren, Streicherelemente, Melotron und vor allem der sich harmonisch einfügende Gesang von Wilson und seinem Chorus unterstreichen diesen gefühlvollen, melancholisch-elegischen Song. Kraftvoll rockig, mit düster-diabolischen Anleihen passt der heilige Trinker von Nr. 3 ("The Holy Drinker")dann schon eher in die Insurgentes-Zeit. Nach dem ebenfalls kernigen, druckvollen und nach vorn weisenden "The Pin Drop" mit seinem monumental wirkenden Chorus und seinem klirrenden Klarinettensolo folgen mit dem gleichzeitig äußerst komplexen und eingängigen, sich Schicht um Schicht aufbauenden "The Watchmaker" und schlussendlich dem titelgebenden, emotional packenden Song "The Raven That Refused to Sing" unbestritten die Höhepunkte des Albums. Wilsons "Uhrmacher" und sein "die Arbeit verweigernder Rabe" zeugen einmal mehr von der hohen Kunst der perfekten Kombination aus progressiven und ambienten Tönen, die der Brite einfach perfekt in Szene zu setzen versteht.

Fazit: Großartig arrangiert und homogen abgemischt ist Wilson durch eine perfekte Kombination aus klassischem Progressiv-Rock der 70er Jahre und modernen Einflüssen sowie einem klaren Sound ein ganz großer Wurf auf schaurig hohem Niveau gelungen. Ein Werk, das eindeutig das Zeug zum Album des Jahres hat und mich zunächst einfach nur sprachlos in den Sessel gedrückt hat. "Von dort her sendete sie nur ohnmächtige Schauer heißeren Krächzens", um es mit den Worten unseren Dichterfürsten Goethe ein wenig dilettantisch auszudrücken, wie dieses Album auf mich wirkt. Ich jedenfalls reihe mich in die Kette der "Gesangsverweigerer" ein. Dafür haben meine Boxen jetzt Hochkonjunktur.
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am 1. März 2013
… und diese wurden übertroffen.
Seit beinahe einem Jahr wusste ich darum, dass Steven Wilson ein neues Werk schreibt. Ein Album, das komplett auf sein Live-Line-Up zugeschrieben ist. Im Mai letzten Jahres war ich auf dem Konzert, wo er ‚Luminol‘ zum ersten Mal präsentierte. Zugegebenermaßen, ich hatte beim ersten Hören noch nicht allzu viel davon gehört, wie der Song klingen könnte, aber allein die Idee, der Groove, die Power, die in diesem Song steckt, hatte mich von Anfang an gefesselt. Ich besuchte eine Woche später ein weiteres Konzert und hörte den Song zum zweiten Mal. Spätestens hier war ich komplett begeistert und hatte quasi unerfüllbare Erwartungen, was dieses Album angeht.
Nun ist der Rabe angekommen – und ihn umgibt eine Aura, die mich auch nach dem zehnten Hören aufs Neue fasziniert, mich komplett einnimmt und nicht mehr loslässt. Es ist, für meinen Geschmack, schlicht und ergreifend das beste Album, das ich besitze.
Um das Album komplett zu beleuchten, gehe ich die Songs durch. Eine Punktebewertung oder sonstiges spare ich mir an der Stelle, da ich keinen Song mit einem Punktabzug versehen würde.

‚Luminol‘

Den Song kennt jeder SW-Fan seit gut neun Monaten, spätestens aber seit September letzten Jahres, wo der Song auf der phänomenalen BluRay ‚Get All You Deserve‘ in Erscheinung tritt. Der Song legt direkt zu Beginn des Albums ein Wahnsinnstempo hin. Ohne Umschweife werden wir ins musikalische Geschehen geworfen, die Drums und der Bass drücken gnadenlos, alles umgeben von einer Atmosphäre, wie ich sie nur von wenigen Künstlern kenne. „Here we all are, born into a struggle, to come so far but end up returning to dust.“ Mit diesem Satz leitet SW uns in die Thematik des Albums ein – Geister, Tod und Übernatürliches. Der Song hält das Tempo etwas mehr als vier Minuten, bevor ein langsamer, leicht melancholischer Part einsetzt. Der Teil steht im starken Kontrast zum Anfang und Ende, wodurch der Song über die zwölf Minuten äußerst abwechslungsreich bleibt.
Nach weiteren vier Minuten setzt ein sehr starker Melotron-Part ein, der harmonisch zwar äußerst komplex gestaltet ist, dabei aber nicht gewollt, sondern sehr flüssig klingt. Es setzt die Reprise bzw. das Outro ein, das den Song perfekt abrundet. Ein überragendes Stück Musik, dass vor Spielfreude nur so strotzt. An dieser Stelle sei schon gesagt, dass mit diesem Album auch soundtechnisch eine Perle kreiert wurde. Größtenteils live im Studio eingespielt klingt das Ganze so druckvoll und sauber, wie man es sich öfter wünschen würde.

‚Drive Home‘

Der zweite Track kommt um einiges ruhiger daher, als sein Vorgänger. Hier sind großartige Melodien und eine wunderschöne Atmosphäre an der Tagesordnung. Nach ‚Luminol‘ ist dieser Song vergleichsweise einfach strukturiert, es wird einer übersichtlichen Verse-Chorus-Struktur gefolgt. Der Höhepunkt des Songs zeigt sich in den letzten zweieinhalb Minuten, komplett versehen mit einem Gitarrensolo, das vor Genialität nur so strotzt. Laut Wilson ist das Solo komplett improvisiert, es sei einer der ersten Takes gewesen, den wir hier zu hören bekommen. Und das wirkt sich absolut positiv auf das Gefühl aus, dass man beim Hören bekommt. Es ist kein hoch-technisiertes Solo, dass von tausend Noten lebt, nein, es ist ein Solo, dass alles an Emotion beinhaltet, was man sich wünschen kann. ‚Drive Home‘ ist eine großartige Ballade mit großen Melodien und sehr viel Gefühl.

‚The Holy Drinker‘

Nach dem ruhigen Track stehen wir vor dem nächsten zehn Minuten Track. Direkt der Beginn kommt dissonant daher und bevor das Schlagzeug einsetzt weiß man nicht sofort, mit welchem Takt man es hier zu tun hat. Der Song baut sich langsam auf, um mit den Strophen dann in bester 70s-Rock Gestalt zu brillieren. Der Song ist sehr stimmig aufgebaut, man hat nicht das Gefühl, der Song bestehe aus mehreren Teilen, die sich zusammenfinden. Die Atmosphäre dieses Songs passt perfekt in das thematische Bild des Albums – düster, man könnte fast schon den Ausdruck ‚gespenstig‘ gebrauchen. Dieses Gefühl bestätigt sich spätestens durch den ruhigen Teil um die sieben Minuten Marke – wunderschön schwebend, düster, ja, eben gespenstig. Doch mein persönliches Highlight folgt zum Ende, eingeleitet durch eine Orgel, die durch einen Verzerrer geleitet wurde. Ein, im Vergleich zum bisher gehörten, heftiger, man könnte sagen böser Part, der sich langsam steigert. Das Ganze wird mit einem musikalischen Thema belegt, dass man relativ früh im Song schon gehört hatte. Ein großartiger Abschluss für einen genialen Song, der jedes Mal wieder Spaß macht.

‚The Pin Drop‘

Wir sind beim kürzesten Track des Albums angekommen, etwas mehr als fünf Minuten umfasst der Song. Der Aufbau ist wieder etwas übersichtlicher gehalten, als einfach kann man ihn aber allein wegen dem harmonischen Aufbau nicht bezeichnen. SW benutzt hier eine Gesangstechnik, die er zum ersten Mal ausprobieren konnte, weil er sich bei dem Album nicht so sehr auf die Instrumente konzentrieren muss, laut eigener Aussage. Das wirkt anfangs etwas befremdlich, weil seine Stimme tatsächlich sehr ungewohnt klingt, aber je länger der Song spielt, desto mehr gewöhnt man sich daran und – ich spreche für mich – merkt, wie passend es im Song klingt. Der Chorus ist einer meiner Lieblingsmomente des gesamten Albums, der in allen Punkten einfach nur großartig ist und mich bei jedem Hören erneut mitreißt. Zudem glänzt in dem Song ein überragendes Gitarrensolo, nicht zu vergessen natürlich die Soli des „Bläsers“ Theo Travis (auf das ganze Album bezogen). Der Song ist in seiner Kürze richtig stimmig und legt durchgehend ein starkes, drückendes Tempo an den Tag. Gefiel mir beim ersten Hören und gefällt mir auch beim zehnten Hören – phänomenal.

‚The Watchmaker‘

Nach dem drückenden ‚Pin Drop‘ folgt ‚The Watchmaker‘ – ein Titel, der das Tempo erst mal stark drosselt – im positiven Sinne. Die Melodieführung hier sagt mir – wie gewohnt – sehr zu, die ganze Atmosphäre stimmt einfach. Bei dem Song schließe ich jedes Mal die Augen und lasse die Musik auf mich wirken – es hat eine sehr beruhigende Wirkung, zumindest auf mich.
Mit fortschreitender Zeit entfaltet sich der Song langsam, ab ca. Minute Vier setzt die Band allmählich ein. Der Song wird sorgfältig aufgebaut, musikalisch wird dabei eine Variation des ersten Teils dargeboten. Man hört abwechselnd Soli der Querflöte und Gitarre, die zum Höhepunkt dieses Abschnittes gemeinsam solieren – genial. Nachdem dieser Teil erklungen ist, folgt ein vom Piano eingeleitet Part, der mit zu meinen Lieblingsmomenten des Albums gehört. Hier stimmt einfach, was Aufbau, Musik und Atmosphäre betrifft. Der Song baut sich nach und nach wieder auf, verliert dabei aber nichts an seiner in diesem Moment vorherrschenden Leichtigkeit. Je weiter der Song aufgebaut wird, desto verspielter wirkt er auf mich, wodurch ich bei diesem Part jedes Mal ins Schwärmen darüber gerate, mit welcher Liebe SW seine Musik aufbaut und mit welcher Spielfreude die Band diese umsetzt. Durch den Bass wird das Finale eingeleitet, dass schlagartig die komplette Atmosphäre umdreht – düster, böse, hart. Dieses Finale kommt unheimlich episch daher, die Drums prügeln, die Instrumente zerren – es herrscht allgemeiner Bombast. Der Song ist damit der abwechslungsreichste des Albums, anfangs sehr ruhig und leicht melancholisch, zunehmend gewinnend an Leichtigkeit und Verspieltheit – und gipfelnd in einem Bombastfinale. Ich würde ihn als einen meiner Lieblingstracks bezeichnen, wenn ich nicht spätestens hier bemerken würde, dass sich diese Bezeichnung auf alle Songs beziehen lässt.

‚The Raven That Refused To Sing‘

Wir sind beim letzten Track angekommen. Und dieser Song ist – selbst nach dem bisher gehörten – das Beste, was ich bisher an Musik erleben durfte. Anfang Februar wurde das Video dazu veröffentlicht. Ich habe dieses bis heute gefühlt hundert Mal gesehen und jedes Mal wieder bekomme ich Gänsehaut am ganzen Körper. Was dieser Song an Emotionalität rüberbringt, wie er sich praktisch unbemerkt vor einem aufbaut und dann in einem fulminanten Finale vor einem steht… ich habe bis jetzt noch nichts Vergleichbares gehört.
Über die acht Minuten passiert im Grunde nicht besonders viel, was Abwechslung angeht. Und gerade dieser Punkt macht den Song für mich so genial, weil SW sich für die einzelnen Teile sehr viel Zeit lässt, sie sehr liebevoll aufbaut und miteinander verbindet. Der Aufbau des Songs erinnert dadurch entfernt an ‚Collapse the Light Into the Earth‘ (Porcupine Tree).
Spätestens das Einsetzen des Hauptparts (später der Chorus) brachte mich beim ersten Hören den Tränen nahe. Und sobald die Band einsetzt, der Chorus zum zweiten Mal erklingt, dann eine Gitarre die Melodie spielt und schließlich der Chorus zum dritten Mal einsetzt, habe ich Tränen in den Augen. Was hier passiert zeigt die schönste Seite, die man musikalisch darstellen kann. Zudem ist der Text gleichermaßen traurig, wie einfach nur schön, was die Emotionalität perfekt macht.
Wenn ihr das Video noch nicht gesehen habt, schaut es euch an. In Verbindung mit diesem Song wird einem hier – meiner Meinung nach – das großartigste musikalische Erlebnis geboten, dass man sich vorstellen kann.
Es könnte keinen anderen Song geben, der dieses überragende Album besser abschließt. Unübertroffen.

Was bleibt nun noch zu sagen? Das Album schreibt musikalische Geschichte. Das Album bietet besten Prog im Stile der 70er, vermischt mit neuen musikalischen Elementen. Der Sound des Albums bietet Referenz, es ist ein einziger Genuss für die Ohren. Das Album berührt mich, es fasziniert mich, lässt mich Träumen und führt mich gleichermaßen in wunderschöne, wie düstere Atmosphären.

Fazit:
Wilson sichert sich mit diesem Werk einen Platz in der Reihe der besten Komponisten, was Progressive Rock angeht. Für Fans von Steven Wilson ist das Album logischerweise ein Pflichtkauf. Ansonsten ist das Album für jeden empfehlenswert, der etwas mit progressiver Musik anfangen kann und für jeden, der Musik schätzt, die hörbar liebevoll aufgezogen ist.
Für mich ist es das bisher beste Album, nicht nur von Steven Wilson, sondern was Musik allgemein betrifft. Damit gibt es für ‚The Raven That Refused To Sing (And Other Stories)‘ eine uneingeschränkte Kaufempfehlung und sollte in keiner Musiksammlung fehlen.
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am 8. März 2013
Für Steven Wilson stellt das Rock-Album immer noch eine Kunstform dar. In akustischer, sowie physischer Hinsicht. Daher gibt er sich bei all seinen Alben die größtmögliche Mühe, jedes musikalische Detail und jede Stimmung auf den Punkt zu bringen und mit der verkörperten Form des Albums, durch das Artwork und das Material des Booklets, tatsächlich dem Kunstbegriff möglichst nahe zu kommen.

Während und nach seinem zweiten Album Grace For Drowning widmete sich Wilson in mehreren Reissue-Projekten den klassischen Alben von King Crimson, so wie einiger anderer klassischen Progrock-Alben von Prog-Größen wie ELP und Jethro Tull die er klangtechnisch aufpolierte und in 5.1 Suround abmischte.

Im Rahmen seiner Arbeit an deren Masterbändern stellte Wilson fest, dass der besondere Charme dieser Aufnahmen darin lag, dass die Bands ihre Stücke meist live einspielten und bei den Aufnahmen miteinander kommunizierten. Zudem besitzen diese größtenteils nicht großartig nachgebesserten Aufnahmen eine künstlerische Ehrlichkeit, die viele der heutigen Aufnahmen nicht mehr besitzen. Diese Erkenntnis und die intensive Beschäftigung mit dem musikalischen Werk dieser Bands, sollten dann auch die Inspiration für sein nächstes Werk The Raven That Refused To Sing darstellen. Eine Hommage an den musikalischen Geist der 70iger Jahre.

Das Album enthält sechs Songs, die Wilson speziell für seine Tourband im Hinblick auf deren musikalische Fähigkeiten komponierte. Mit dabei sind Nick Beggs (ja der von Kajagoogoo) am Bass, Marco Minnemann an den Drums, Theo Travis (Saxofon, Flöte etc.) und Adam Holzman an den Tasten. Neu ist lediglich Gitarrist Guthrie Govan, der das Sextett seitentechnisch virtuos vervollständigt und alle Soli spielt. Wilson beschränkt sich auf den Gesang, Rhythmusgitarre und zusätzlichen Keyboards. Zusätzlich verpflichtete er Alan Parsons (DER Alan Parsons) als Engineer und Co-Produzenten für The Raven und spielte mit seiner Band, die mit ihm die Grace For Drowning Tour bestritt, die Songs in wenigen Tagen live in Los Angeles ein.

Wilson setzt hier sechs von ihm verfasste und zum Teil sehr düstere Gruselgeschichten musikalisch in Szene.

Drei Songs (LUMINOL, THE HOLY DRINKER und THE WATCHMAKER) stellen hierbei musikalisch eine Verbeugung vor den Progrock-Größen der 70iger Jahre dar. Hier greift Wilson bewährte Stilelemente des Progrock von Bands wie King Crimson, Yes, Genesis, ELP oder Jethro Tull auf und vermischt diese zu seiner eigenen Progrock-Melange, der zum einen der Geist dieser Bands innewohnt, aber zugleich auch eine neue Interpretation dieses Musikgenres darstellt. Und die klingt zumeist wesentlich frischer und aufregender als die Altmeister zu ihrer Zeit. Dies liegt zum einem an den gänzlich anderen technischen Möglichkeiten der Studiotechnik und zum anderen musizieren hier wahrlich virtuose Musiker, die zum Teil seit Jahrzehnten sich ihre musikalischen Sporen verdient haben und wesentlich abgeklärter aufspielen können, als die damals noch sehr jungen Musiker der ersten Progrock-Bewegung. Daher ist dieser Vergleich vielleicht nicht ganz fair aber dennoch zutreffend. Zudem bietet Wilson hier keine großen Frickel-Epen an, sondern lässt seine Mitstreiter songdienlich ihr Können vorführen.

Die übrigen Songs (DRIVE HOME, PINDROP und THE RAVEN THAT REFUSED TO SING) bewegen sich dann eher in dem vertrauten Wilson-Klangkosmos, fügen sich aber nahtlos in das Gesamtbild des Albums mit ein. Mit dem Titelsong hat Wilson zudem ein großartiges Album-Finale geschaffen. Vom schwermütig düsteren Anfang bis zum erhebend schönen Finale, stellt er wieder einmal seine Fähigkeit unter Beweis, aus einer eigentlich einfachen Idee etwas zeitlos Schönes zu schaffen.

Wilson ist hier ein sehr homogenes Album gelungen, auf dem sich Text und Musik kongenial ergänzen, atmosphärisch dicht, virtuos eingespielt und durchweg sehr unterhaltsam. Die druckvolle aber dennoch warme Produktion des Albums ist sicherlich der Erfahrung Alan Parsons geschuldet, der hier mal wieder hervorragende Arbeit geleistet hat. Man glaubt fast mit den Musikern zusammen in einem Raum zu stehen. Das dies tatsächlich live eingespielt wurde mag man kaum glauben.
Ich denke es ist mehr als verfrüht hier von einem Klassiker zu sprechen. Dies wird die Zeit erst zeigen. Aber das Album wächst mit jedem Hören und hat meine hochgesteckten Erwartungen mehr als erfüllt. Großartig !
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am 12. März 2013
Was für ein herrliches Album! Wilson schwelgt geradezu in opulenten Klängen, reichhaltigen Songstrukturen und technisch brillanter Umsetzung. Er verzichtet überdies auf musikalische Egotrips: Jeder einzelne "seiner" herausragend guten Musiker erhält seinen Raum, sodass sie diesem Meisterwerk gemeinsam eine epische Breite verleihen können, wie es nur in seltenen Glücksfällen einmal vorkommt.

Bereits der Vorgänger "Grace for Drowning" war rundum überzeugend; einzig die mitunter etwas dürftige Leadgitarre hatte mich etwas enttäuscht. Doch auch diesen Schwachpunkt hat Wilson nun ausgemerzt: Mit Guthrie Govan hat er einen der wohl besten lebenden E-Gitarristen an Bord geholt, und was hier teilweise (etwa bei "Drive Home" oder "Watchmaker") zu hören ist, ist einfach nur zum Niederknien. Interessant, dass auch Govan sich dem klanglichen Konzept des Albums vollständig unterordnet; üblicherweise (und ich empfehle aufs Dringlichste, ihn mal bei youtube zu bewundern) pflegt er einen direkteren, "bluesigeren" Sound, der hier völlig fehl am Platze gewesen wäre.

"The Raven That Refused To Sing" ist eines der besten Rockalben der letzten Jahre. Es ist komplexer, anspruchsvoller und zugleich trotzdem "hörbarer" als seine Vorgänger und sollte in keiner Sammlung fehlen!
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am 3. März 2013
Steven Wilson hat sich unglaublich weiterentwickelt, und so ungern ich das auch sage, seine Solowerke stehen mittlerweile qualitativ weit über seinen Outputs mit Porcupine Tree. "The Raven That Refused To Sing" ist nach dem experimentellen "Insurgentes" und dem expressiven wie verträumten "Grace For Drowning" sein drittes Soloalbum. Wilson hat sich in den letzten Jahren einen guten Ruf mit neuen (5.1-) Abmischungen klassischer Prog-Alben verschafft, und so erscheint seine Herangehensweise an sein neues Album geradezu logisch: Mit einer Band aus Weltklassemusikern [Nick Beggs (bass), Guthrie Govan (git), Adam Holzman (keys), Marco Minnemann (drums), Theo Travis (winds)] hat er die sechs Titel innerhalb einer knappen Woche live eingespielt, der legendäre Alan Parsons saß an den Reglern.

Das Ergebnis ist die logische Weiterentwicklung der ersten beiden Soloalben, geschrieben vom sich immer weiter steigernden Steven Wilson, vorgetragen von einer großartigen Band. Der Mix ist wie bei Wilson üblich sehr ästhetisch, Mastering hat er zugunsten größerer Dynamik einfach mal sein lassen – warum auch nicht? Das komplette Album ist sound- wie songwritingmäßig aus einem Guss – in dieser Kohärenz dürfte eine seiner großen Stärken liegen. "The Raven That Refused To Sing" ist ein Konzeptalbum: Jeder der sechs Songs greift eine "Ghost Story" auf.

1. Luminol war schon auf der "Get All You Deserve" DVD von 2012 zu hören und ist ein großartiger Opener, der Stevens Berührung mit King Crimson nicht verleugnen kann. In zwölf Minuten ist Zeit für einen energetischen Uptempo-Teil mit fetzigem Bassriff, clusterartigen A-Capella-Gesang, einen lyrisch-balladesken Part, Mellotron-Breitwände (übrigens vom originalen King Crimson-Mellotron das u.A. auf "In The Court Of The Crimson King" zu hören ist), und wieder eine Reprise des Uptempos.

2. Drive Home klingt, vor allem im Refrain, als hätte Steven Wilson es für Blackfield geschrieben. Eine schöne langsame Nummer, wunderbares Intro, schwebendes Tenorsaxophon, aber insgesamt im Vergleich zu den anderen Nummern etwas seicht.

3. The Holy Drinker vereint dann wieder alle guten Tugenden Wilsonscher Musik: Ein etwas zurückhaltender Zehnminüter, der aber auch schonmal zeigt, wo der Hammer hängt. Einheitlicher und zusammenhängender als Luminol, mit großartigen Motiven und einer großartig rockenden Klimax.

4. The Pin Drop ist dann schon gleich der nächste Höhepunkt – und definitiv zu laut um die Stecknadel fallen zu hören. Das kürzeste Stück des Albums schiebt im Mid-Tempo-Bereich kräftig nach vorne und konzentriert auf engerem Raum genauso viele gute Einfälle und Melodien wie seine Albumnachbarn.

5. The Watchmaker ist mir nach den bisherigen ca. 8 Durchläufen noch am wenigsten im Ohr geblieben, was aber kein Argument gegen seine Qualität sein soll. Der Elfminüter reiht sich problemlos ins Album ein und weiß auf ganzer Linie zu überzeugen.

6. The Raven That Refused To Sing ist eine sehr stimmungsvolle Ballade. Bereits vor ein paar Wochen war das großartige Video im Internet zu sehen. Der Titeltrack weist weniger monumentale Einprägsamkeit wie die Balladen des Vorgängeralbums auf, bringt aber stattdessen wunderschöne Melodien und einen groß angelegten Spannungsbogen mit sich.

Die beiliegende DVD beinhaltet einen 5.1-Mix des Albums (den ich bisher noch nicht gehört habe), Bildergalerien mit Artworks von Hajo Müller (zum Teil sehr schön) und Fotos aus dem Studio von Lasse Hoile (in gewohnter Ästhetik). Außerdem gibt es eine Studio-Documentary, ebenfalls von Lasse, die definitiv nett anzusehen ist, das sollte für die meisten Fans schon als Kaufgrund der Limited Edition gegenüber der Standardversion genügen...

Fazit: Ein weiterer Meilenstein in Steven Wilsons Werk. Neben "The Raven That Refused To Sing" kann so manche ältere Wilson-Platte schonmal alt aussehen – wer waren nochmal Porcupine Tree?
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am 20. März 2013
.......wie sich die "Musik-Polizei" um den Genuss eines tollen Albums bringt!!! Die Leute, die seit 40 Jahren erzählen "Also Pink Floyd und Barkley James Harvest und Genesis und King Crimson und bla bla bla....., die haben das ja alles schon gemacht! Und Steven Wilson hat das Rad nicht neu erfunden!"
Mensch Leute! In der Musik hat seit Beethoven keiner mehr das Rad neu erfunden. Macht Euch das mal klar!!! Ihr seid wahrscheinlich die Konzertbesucher, die mit verschränkten Armen im Saal stehen und auf einen Spielfehler der Musiker warten, nur damit Ihr dann sagen könnt: "Siehste, die sind gar nicht so toll. Also, als ich 1973 bei Gruppe XY war, DIE haben das aber besser gemacht!"

Mit Verlaub,.......das ist zum kotzen!

Hier ist ein Musiker am Start, der sich traut DAS zu tun, was Ihr da hört. Mit all dem Aufwand, dem Herzblut und der Ungewissheit, ob sich heute überhaupt noch Menschen sowas anhören. In einer Zeit, in der auf jedem Radiosender selbst das kleinste Gitarrensolo rausgeschnitten wird und sich die Songlänge auf 3 Minuten und 40 Sekunden eingepegelt hat.
Ihr "grooooßen Musikkenner"! Nennt mir auch nur EINE aktuelle Band, die NICHT von anderen geklaut, kopiert oder abgekupfert hat! Nur E I N E !
Ich habe in meinem bisherigen Leben ca. 400-500 Konzerte gesehen. Und darunter waren eine Menge, die ich bis an mein Lebensende nie vergessen werde. Letzten Donnertag habe ich Steven Wilson in Hamburg gesehen. Und dieses Konzert hat ALLES in den Schatten gestellt, was ich bisher gesehen habe. Was für ein Sound! Was für Musiker!! Was für ein Feeling!!!
Wischt Ihr mal weiterhin den Staub von den LPs und rühmt Euch, was für grandiose Musikkenner Ihr seit!
Steven Wilson ist ein Genie der Neuzeit. Willkommen im HEUTE!
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am 1. März 2013
von einer Band, die seine ebenso ohrwurmigen wie sperrigen Songideen 1:1 umsetzen kann, scheint wirklich in Erfüllung gegangen zu sein. Nur sechs Tage Aufnahmezeit für ein Album wie The Raven That Refused To Sing sprechen dafür. Ebenso, dass sich Wilson selbst unsicher ist, ob er hier noch von einem Soloalbum sprechen kann.

Wie auch immer - das Geistergeschichten-Album überzeugt, nein begeistert. Sechs Tracks zwischen 5 und 12 Minuten, die einem am Ende das Gefühl geben mindestens 12 songs gehört zu haben. Sechs Tracks, die vor Ideen nur so strotzen und mal extrem schön und eingängig, ein anderes mal sperrig daherkommen. Sechs Tracks, die aus zahlreichen Einzelabschnitten bestehen, aber nie zusammengebastelt, sondern wie aus einem Guss wirken. Sechs Tracks, die einfach stimmig sind. Spannend und fordernd, aber ebenso aufregend schön.

Ich war begeistert vom Vorgängeralbum Grace For Drowning und hatte mich nach anfänglichen Schwierigkeiten auch an die Jazzfusionelemente gewöhnt oder besser sie lieben gelernt. The Raven weicht davon nicht ab und so hören wir auch diesmal wieder viele Töne vom Flöten- und Klarinettenvirtuosen Theo Travis. Tatsächlich fühlt man sich in vielen Momenten an alte Jethro Tull oder King Crimson Werke erinnert. Dennoch ist The Raven brandneu und das hört und spürt man auch. Die Kompositionen sind ebenso modern wie der über jeden Zweifel erhabene Sound. Das ganze Album klingt einfach frisch und neu, vermittelt aber dieses aufregende Gefühl aus den 1970ern, als Alben noch spannend und überraschend waren.

The Raven ist Rockmusik, die einen ebenso headbangen, wie auch nach bester Pink Floyd Art nur in den Himmel schauen lassen kann (womit geklärt wäre, dass einige Parts des Albums weniger zum Autofahren geeignet sind).

Wilson hat für The Raven einige seiner besten Balladen seit Arriving Somewhere But Not Here (aus Porcupine Tree's Album Deadwing) geschrieben. Damit meine ich natürlich den grossartigen, 8-minütigen Titeltrack. Ebenso das fast ebenso lange Drive Home mit seinem langen, zum Ende hin intensiver werdenden Gitarrensolo. Und auch den langen Mittelteil des Openers Luminol, einem spannenden Track, der virtuos und temporeich anfängt, fast jedem Bandmitglied ein Solo einräumt und dann in epische, balladeske Ruhe mit fantastischen, mehrstimmigen Vocals übergeht. Auch in den anderen Songs finden sich mal verträumte, mal düstere, ruhige Abschnitte. Nie langweilig, nie flach, sondern durchweg atmosphärisch, spannend und anspruchsvoll.

Die temporeiche, rockige Seite von The Raven finden wir in The Holy Drinker, The Watchmaker, Luminol und The Pin Drop. Beinhart wird's nie, aber es rockt gehörig und - ich muss es nochmal schreiben - ist unglaublich spannend. Jeder, der auch nur ansatzweise guter Rockmusik etwas abgewinnen kann, 1970er Art- oder Progrockalben schätzte, vielleicht Pink Floyd mochte oder oder oder... sollte hier unbedingt reinhören. So etwas wie The Raven erscheint nicht oft.

Ich müsste jetzt noch über die Arbeit der Bandmitglieder schwärmen. Selten habe ich einen Bass so instrumentenhaft wahrgenommen wie von Nick Beggs. Selten waren Drums so virtuos und verschachtelt und dennoch straight und kraftvoll wie von Marco Minnemann. Selten waren Klavier, Hammondorgel und andere Tasten so hörenswert wie von Adam Holzman. Selten war eine Leadgitarre so technisch sauber wie auch emotional, als die von Guthrie Govan.

Mehr kann man nicht schreiben. Ach doch, Vocals gibt es ja auch noch. Und was für welche - von Solo bis mehrstimmig einfach fantastisch. Enginered wurde das Album von Alan Parsons, der seinerzeit maßgeblich für den Sound von Pink Floyd's The Dark Side Of The Moon verantwortlich war. Und die Streicher wurden von Dave Stewart arrangiert. Viele Topleute mit einem Album, das allerdings noch besser ist, als die Summe seiner Beteiligten. Aber Wilson sagte ja in einem Interview 'Die Chemie hat gestimmt'. Und das hört man.
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am 5. März 2013
Steven Wilson ist einer meiner absoluten Lieblingsmusiker. Ich kenne ihn von Porcupine Tree, zunächst kennengelernt durch das Album "The Incident", welches auch ein absolutes Meisterwerk ist. Nach diesem Album hörte ich mir mehr Alben von Porcupine Tree an und war immer begeisterter von der Band. Sie hatte etwas an ihrem Sound, dass ich nie vorher hörte und das mich sehr faszinierte (Es werden ja oft Vergleiche zu Pink Floyd gezogen, jedoch finde ich nicht, dass man die beiden Bands gut vergleichen kann, was den Sound der Bands angeht. Das ist aber nur eine subjektive Meinung. Aber nicht falsch verstehen. Auch Pink Floyd finde ich absolut genial). Als Wilsons erstes Soloalbum "Insurgentes" rauskam hatte ich zunächst gemischte Gefühle. Mir gefiel "Harmony Korine" sehr gut, konnte aber mit dem Rest des Albums wenig anfangen. Es war mir etwas zu experimentell. Sein zweites Soloalbum "Grace for Drowning" ging mir, aus irgendeinem Grund, besser ins Ohr, obwohl es nicht weniger experimentell ist. Daraufhin hörte ich mir auch "Insurgentes" nochmal genauer an und es gefiel mir sehr.

Nun besitze ich endlich das lang erwartete Album "The Raven That Refused To Sing (And other stories)" seit 5 Tagen in der Limited Edition mit Buch, Blu-Ray, DVD sowie einer CD mit Demo Aufnahmen. Seit ich "Luminol" zum ersten Mal von der Band Live auf einem Konzert hörte war ich hin und weg und konnte das Album kaum erwarten. Alleine die Tatsache, dass einer meiner Lieblingsdrummer, Marco Minnemann, mitwirkt lies mich ungeduldig werden. Ich schaute mir immer wieder die Videos in Youtube and, welche die Arbeit an den Songs zeigte. Nun endlich rotiert die CD in meinem Player und das täglich mindestens ein Mal. Das Album ist einfach von vorne bis hinten genial und es gibt keinen einzigen Ausfall. Die Musiker sind allesamt absolut genial und setzen die Songs perfekt in Szene. Auch schön an dem Album ist die Tatsache, dass es größtenteils Live eingespielt wurde.

Luminol
Ich kenne den Song seit ca. einem Jahr und höre ihn, seit dem Erscheinen der Blu-Ray "Get All You Deserve", auf welchem er vertreten ist. Und trotzdem habe ich noch nicht genug von dem Song. Es ist Progrock vom allerfeinsten. Der Song gliedert sich in 3 Teilen. Eine 4-minütige Einleitung, ein ruhiger Teil und eine Wiederholung der Themen aus der Einleitung. Er ist wirklich sehr facettenreich und bietet viel Abwechslung, sodass die 12 Minuten verdammt schnell vergehen. Ihn an die erste Stelle zu setzen war eine perfekte Entscheidung. Man hat nach dem Song sehr viel Lust, mehr zu hören.

Drive Home
Dies ist der eingängigste Song des Albums, jedoch ist das keineswegs negativ. Im Gegenteil: Der Song fällt durch eine geniale Atmosphäre, eine schöne Gesangslinie und ein absolut geniales Gitarrensolo am Ende auf. Dieses Solo möchte ich besonders hervorheben, weil es eines der gefühlvollsten Soli ist, die ich je gehört habe. Es ist vielleicht technisch nicht das anspruchsvollste, aber das ist auch gar nicht nötig. Ein Solo muss nicht immer mit möglichst vielen schnellen Läufen bestückt sein. Es ist viel wichtiger, dass viel Gefühl darin steckt, und das ist hier definitiv der Fall.

The Holy Drinker
Das ist ein Song ganz nach meinem Geschmack. Progressiv, düster, rockig und atmosphärisch. Eingeleitet wird der Song mit einer Rock-Orgel. Nach und nach kommen die weiteren Instrumente hinzu. Hier ensteht eindeutig ein Jamfeeling, was mir sehr gut gefällt. Es erinnert mich leicht an "No Twilight Within The Courts Of The Sun" aus "Insurgentes". Das Ende ist besonders genial, hier bauen sich alle Instrumente, eines nach dem anderen nacheinander zu einem großen Finale auf.

The Pin Drop
Eher fröhlicher gehalten bietet dieser Song erneut Abwechslung zu den Vorangegangenen. Ich finde den Gesang in diesem Song perfekt eingesetzt, es ist mal etwas anderes, als das, was man üblicherweise hört und ich empfinde es als sehr erfrischend.

The Watchmaker
Selten habe ich einen so genialen Song gehört, es stimmt einfach alles. Die Atmosphäre in diesem Song ist meiner Meinung nach unschlagbar. Die Stimmung wechselt von traurig/melancholisch über Hoffnungsvoll zu düster und bedrückend. Man merkt jedoch den Übergang zwischen diesen Stimmungen so gut wie gar nicht. Es wird so geschickt umspielt und plötzlich steht am Ende eine düstere Atmosphäre vor einem. Ich hatte nach dem Song Gänsehaut und kriegte mich vor Begeisterung kaum ein. Worte können meiner Meinung nach die Genialität dieses Songs gar nicht beschreiben, man muss ihn einfach gehört haben.

The Raven That Refused To Sing
Wir sind schon am letzten Song angekommen? Die Zeit verging so schnell während des Hörens. Dieser Song ist jedenfalls nochmal ein Meisterwerk in sich. Er ist traurig und gleichzeitig aber wunderschön. Er baut sich über die 7 Minuten sehr genial auf, angefangen mit einem Piano. Die Gefühle die hier vermittelt werden sind unbeschreiblich schön und ich habe jedes mal wieder eine Gänsehaut wenn ich den Song höre.

Auch wenn ich das Album inzwischen schon bestimmt 20 mal hörte, bekomme ich immer noch nicht genug davon. Es ist einfach DAS perfekte Album. Ich gebe von daher natürlich eine absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung. Man bekommt hier wirklich ein genial komponiertes, eingespieltes und produziertes Werk.

Letztendlich bleibt mir eigentlich nur noch ein Wort zu wiederholen:
Genial!

Vielen Dank fürs Lesen!
RP
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Obwohl die Lobhudeleien der Prog-Community auf dieses Album teils schon wahnhafte Züge annehmen,kann ich nicht anders,als mich da,hoffentlich noch in gesundem Rahmen,anzuschließen.
Es war ganz offen das Ziel von Steven Wilson,das Feeling der 70er und 80er dieser Musikrichtung in die Neuzeit zu bringen.
Schon deshalb geht vereinzelte Kritik,er habe sich allzu offensichtlich bei seinen musikalischen Vorbildern,wie Genesis,Yes,Pink Floyd,King Crimson und anderen stilistisch bedient,ins Leere.
Und tatsächlich fühlt man sich beim hören in selige alte Zeiten zurückversetzt,allerdings ohne das Gefühl,"alten Wein in neuen Schläuchen" serviert zu bekommen;schon wegen der wunderschönen neuen Melodien und der Jazz-Einflüsse verbietet sich der Plagiatsvorwurf eigentlich von allein.
"The Raven That Refused To Sing.." stellt thematisch die Vertonung von sechs Geistergeschichten dar.
Insofern ist eine Bewertung von "unheimlich gut" durchaus doppelt richtig.
Allzu gruselig kommt die Musik aber nun wirklich nicht daher,ich würde den Grundtenor eher als melancholisch bis traurig beschreiben,obwohl auch der Rock nicht zu kurz kommt.
Bei dem 2013 auf KScope veröffentlichten Album hat Steven Wilson es aber auch beim Drumherum gut krachen lassen.
Für die Produktion konnte er den legendären Alan Parsons mit ins Boot holen,der sogar auf einem Track etwas Gitarre spielt.
Seine Mannschaft an den Instrumenten ist von hoher Güte:
Mit Musikern,wie Chapman Stick und Nick Beggs an den Baßgitarren,Guthrie Govan an der E-Gitarre,Adam Holzman an Mini-Moog,Hammond Orgel und anderen Tasteninstrumenten,Theo Travis an Flöte,Klarinette und Saxophon,Marco Minnemann für Drums und Percussion,dem von keinem Geringeren als Dave Stewart arrangierten London Session Orchestra für die Streichereinsätze ließ Wilson qualitativ nichts anbrennen.
Er selbst komponierte das gesamte Material und sang,spielte E-und Baßgitarre,Keyboard und Mellotron.
Auch das Artwork der vielen unterschiedlichen Tonträger überzeugt.
Der geneigte Käufer hat große Auswahl.
Neben der sehr guten Vinyl-Edition gibt es die einfache CD,aber auch Limited Editions,mal mit beigelegter DVD-Video-und Audio,mal mit Blu-Ray.
Beide,DVD und Blu-Ray,enthalten eine Photo-Galerie,eine Kunst-Galerie und eine Studio-Dokumentation.
Dazu werden jeweils eine hochauflösende Stereo-Spur (24 Bit/96 KHz) geboten und für die Surround-Fans je zwei 5.1 Abmischungen (DVD 5.1 DTS+AC3 5.1 bzw BluRay 5.1 LPCM+HD DTS).
Dazu wird die Musik in einer Instrumental-Version in Stereo geboten,natürlich in hoher Auflösung.
Die BluRay enthält dazu noch die Lounge-Version von "Drive Home",ebenfalls in 24/96-Auflösung.
Auch die beigelegten Bücher mit Artwork unterscheiden sich im Umfang stark,sodaß es genau überlegt sein will,welche Edition die individuell passende ist.
Das Digi-Book wirkt auch wertig.
Und wenn Alan Parsons an der Produktion beteiligt ist,sollte,auch wenn andere Leute die Aufnahmen,die Mixings und Masterings durchführten,klar sein,daß der Klang großartig ist.Und das ist er.
Zwar wurde auf den digitalen Tonträgern hoch ausgesteuert,es gibt jedoch keine Verzerrungen und die Dynamikwerte sind im mittleren Bereich.
Doch auch unabhängig von diesen Werten klingen sämtliche Tonträger sehr gut.
Insbesondere die Vinyl-Ausgabe hat es mir angetan,sie klingt schön offen,luftig,transparent,ohne in übertriebene,sezierende Analytik zu verfallen.Wer Audio-DVD oder BluRay-Audio abspielen kann,ist mit den entsprechenden Editions sicher gut bedient,wer Surround will,kommt um diese ohnehin nicht herum.Aber selbst die CD klingt ansprechend,sodaß es nichts zu nörgeln gibt.
Es sei denn man will unbedingt eine SACD,die gibt es meines wissens noch nicht.
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am 2. März 2013
Steven Wilson hat schon einige Male unglaubliche Werke erspielt, ob mit Porcupuine Tree, Blackfield, anderen Side-Projects oder als Produzent, Sänger, Gitarrist in unzähligen anderen Produktionen. Was er hier eingespielt hat ist ein weiteres Beispiel für seine unglaubliche Genialität.
Die Musik selber zu beschreiben ist schwierig, es ist ein bunter Mischmasch zwischen Progrock, Jazzrock und Mainstream. Mal hört man Klänge, die an die alten Genesis erinnern (Der Anfang von "Watchmaker", die Gitarren erinnern stark an Wind an Wuthering), mal geht Wilson in Richtung Blackfield (Drive Home- mit einem abartigen Gitarrensolo), das schon aus seiner Live-DVD bekannte "Luminol" betört durch die starken Wechsel und das geniale Flötenspiel von Theo Travis. Besser kann man Prog einfach nicht machen, da leg ich mich fest. Der absolute Höhepunkt der Scheibe ist der melancholische Titeltrack, der traurig beginnt und fuilminant endet und eine Melodie hat, die man einfach nicht mehr vergisst. Dies ist für mich nach langern Jahren Fandasein des genialen Steven Wilson mit allen Höhen und Tiefen momentan einfach das Beste, was er jemals abgeliefert hat, was in einer normalen Amazon-Wertung eigentlich 8 Sterne geben müsste. Man kann sich nur verneigen.

Ein weiterer Beleg für seine Ausnahmestellung als Musiker ist übrigens die Tatsache, dass er den langsam in Vergessenheit geratenen Alan Parsons zum Produzenten berufen hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der gute alte Alan nicht übermäßig viel beigetragen hat zum Gelingen des Projekts. Aber die Geste ist einfach groß: eine Verneigung vor einem Ausnahmemusiker, den Wilson mit Riesenschritten schon lange überholt hat.
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