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am 14. November 2007
Glenn Ford und Edward G. Robinson in einem überdurchschnittlichen Western. Wie der brave Rancher den Spieß umdreht und zum unerbittlichen Jäger wird, ist mitreißend. Die englische Tonfassung ist sowohl in technischer, als auch in sprachlicher Hinsicht gegenüber der deutschen Synchronisation besser. Das Bild wird übrigens in voller Cinemascope-Breite von 2,55:1 präsentiert.
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am 7. November 2016
Im TV lief der Film selten, das letzte mal bei den Privaten mit den fürchterlichen Werbeunterbrechungen. Der Film hat für sein Alter eine gute
Bildqualität und der Ton ist auch sehr gut.
Schöne Ergänzung in meiner Sammlung.
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[Leichte Spoiler]

Fast ginge es uns wie der jungen Rancherstochter Judith (Dianne Foster), die sich nicht entscheiden kann, ob das vorsichtige und konfliktscheue Auftreten John Parrishs (Glenn Ford) gegenüber ihrem Vater ein Zeichen von Feigheit oder von Naivität ist – wenn wir nicht schon, anders als Judith, eine Menge Western gesehen hätten und somit mit dem Genre vertraut wären.

Das soll nicht heißen, daß Rudolph Matés Western „The Violent Men“ aus dem Jahre 1955 ein 08/15-Film wäre, der keinen dauerhaften Platz im Gedächtnis des Zuschauers behielte. Sicherlich haben wir hier einen B-Western, aber dies ist ja beileibe noch kein Qualitätsurteil, denn gerade in dieser Sparte gibt es doch jede Menge Perlen zu entdecken. „The Violent Men“ kommt zunächst einmal sehr klassisch daher, denn er erzählt von einem reichen Rancher namens Lew Wilkison (Edward G. Robinson in einer seiner wenigen Westernrollen), der es sich in den Kopf gesetzt hat, das gesamte Tal aufzukaufen, und dabei auch nicht vor bewaffneten Konflikten mit den ortsansässigen Farmern zurückschreckt. Nur noch wenige dieser Farmer wagen es, Wilkison die Stirn zu bieten, und sie setzen ihre Hoffnung auf den ehemaligen Offizier Parrish, der sich aus gesundheitlichen Gründen in diese Gegend zurückgezogen und mit der Viehzucht begonnen hat. Auf Drängen seiner Verlobten, die – das wird am Anfang schon klargemacht – in einem Ehemann eine Fahrkarte an die Ostküste sieht, ist er allerdings geneigt, sein Land an Wilkison zu verkaufen, auch unter Wert. Deshalb will er sich auch aus dem Konflikt zwischen Wilkison und den Farmern heraushalten. Als jedoch ein in Wilkisons Diensten stehender Revolverheld einen von Parrishs Cowboys tötet, erkennt Parrish, daß er einen Fehler machen würde, wenn er sein Land Wilkison überließe, und er schlägt das Angebot aus. Bald schon kommt es zu einem erbitterten Weidekrieg, in dem Parrish zeigt, daß man ihn besser nicht hätte herausfordern sollen, und der ein unerwartetes Ende findet.

Auch wenn „The Violent Men“ sicherlich nicht zu den großen Klassikern des Genres zählt, so hat er mir doch aus mehreren Gründen ausnehmend gut gefallen. Zum einen sind da die Schauspieler. Glenn Ford ist wie geschaffen für die Rolle des Mannes, an dem sich bewahrheiten soll, daß stille Wasser oftmals tief sein können, und auch Edward G. Robinson nimmt man die Rolle des alten Patriarchen ab, der, wie so viele andere Rancherpatriarchen – man denke nur an Lionel Barrymore in „Duel in the Sun“ (1946) –, seine Beine nicht mehr benutzen kann [1] und ein Sinnbild für auf tönernen Füßen stehende Macht bietet. Das Glanzlicht in der Besetzungsliste ist für mich allerdings Barbara Stanwyck – bei dieser großartigen Frau und Schauspielerin kann ich eigentlich nicht objektiv bleiben – in der Rolle der intriganten Martha Wilkison, die ihren gelähmten Ehemann mit dessen Bruder Cole (Brian Keith) betrügt und die die eigentliche Drahtzieherin hinter all den Expansionsbestrebungen ist. Hier fühlt man sich teilweise an Missys Darbietung der abgrundtief bösen Phyllis Dietrichson aus „Double Indemnity“ (1944) erinnert, auch wenn Martha natürlich ungleich weniger Raum gegeben wird. Insgesamt hätte man sich schon ein wenig mehr spektakuläre Szenen gewünscht für eine Schauspielerin, die in Filmen wie „Forty Guns“ (1957) zeigte, daß sie sich mehr zutraute als ihre eigene Stuntfrau.

Neben seinen Schauspielern besticht der Film auch durch die Handlung, die durchweg spannend ist und durch die unerwarteten Gegensätze im Hause Wilkison noch eine weitere Dimension erhält. Hier liegt allerdings auch ein kleiner Schwachpunkt des Filmes, denn der Umschwung zum Schluß kommt ein wenig zu abrupt, um glaubwürdig zu wirken, und auch Marthas Ende [2] erscheint ein wenig gezwungen.

Zudem merkt man dem Film deutlich an, daß Regisseur Rudolph Maté zu den besten Kameraleuten überhaupt zählte. Man achte einmal darauf, wie er durch Figurenkonstellationen die Machtverhältnisse im Hause Wilkison schon von Anfang an andeutet, und ein Glanzlicht der Inszenierung ist für mich auch der Moment, in dem dem Publikum zu erkennen gegeben wird, daß für Parrish das Maß des Hinnehmbaren voll ist und er sich zum Kämpfen mit harten Bandagen entschlossen hat.

Wie dieser Kampf dann letzten Endes geführt wird, ist für einen Western der 50er Jahre durchaus hart und macht dem Namen dieses Filmes durchaus alle Ehre. Hier tritt denn auch eine gewisse Doppelbödigkeit hinsichtlich der Gewalt zutage, ein Widerspruch, der sich am deutlichsten in der Figur Judiths offenbart. Hatte diese anfangs, angeekelt durch die Ränke ihrer Mutter, dem um Neutralität bemühten Parrish die kalte Schulter gezeigt, so hält sie gegen Ende des Filmes eine flammende Rede, in der sie die Rachsucht und Brutalität, die sie als etwas typisch Männliches brandmarkt – dabei vergißt sie wohl, daß ihre Mutter, deren Gier die Ursache für das Blutvergießen bildet, eine Frau ist – anprangert und von den Farmern verlangt, mit dem Kämpfen aufzuhören. Der Friede kann denn auch wiederhergestellt werden – allerdings nur dadurch, daß sich Parrish aufmacht, um einen ganz bestimmten Mann zu töten. Gewalt wird mithin – wir sind ja immerhin in einem Western – am wirkungsvollsten durch Gewalt beendet.

„The Violent Men“ ist, alles in allem, ein handwerklich vorzüglich gemachter, durchweg spannender Western mit interessanten Charakteren und tollen Schauspielern und lohnt deshalb zweifellos auch ein mehrmaliges Ansehen. Nicht nur für Fans der unvergleichlichen Missy!

[1] Bezeichnenderweise geschah dies durch eine Schußverletzung im Kampf gegen einen der kleineren Landbesitzer.

[2] Auch wenn ich oben „Duel in the Sun“ angeführt habe, so gilt doch, daß im Western oftmals ein weiblicher Schurke seine Nemesis eher in einer Frau finden wird; vgl. „Johnny Guitar“ (1954). Mehr über diese unglückliche Konstruktion möchte ich aber nicht verraten, um das Ende des Filmes für diejenigen, die ihn nicht kennen, nicht zu verderben.
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am 10. August 2016
Der Rancher John Parrish (Glenn Ford), ein ehemaliger Armeeoffizier der Südstaaten, will sein Land an die nahe gelegene Anchor Ranch verkaufen und mit seiner Verlobten Caroline Vail (May Wynn) nach Osten ziehen. Der Preis, den ihm der Besitzer der Anchor Ranch Lew Wilkison (Edward G. Robinson), für seinen Besitz zahlen will, befriedigt John nicht. Auch nicht das brutale Vorgehen von Wilkison gegenüber Parrishs Männern. Besonders unrühmlich tut sich hier Lew Wilkisons Bruder Cole (Brian Keith) hervor. Die Tochter des Hauses Judith (Dianne Foster) ist aus anderem Holz geschnitzt. Sie verabscheut Gewalt. Als der Sheriff erschossen wird, hat Parrish genug. Er nimmt den Kampf auf. Lew Wilkisons Frau Martha (Barbara Stanwyck) spielt nur die treuesorgende Ehefrau. In Wirklichkeit hat sie ein Verhältnis mit Cole. Der wiederum ist auch kein Kostverächter und hat eine junge Mexikanerin (Lita Milan) als Mätresse. Als die Geschehnisse dem Höhepunkt zutreiben und Feuer auf der Wilkison-Ranch ausbricht, lässt Martha ihren behinderten Ehemann allein und folgt Cole. Rudy Maté hat diesen spannenden Western 1955 nach einem Drehbuch von Harry Kleiner in Szene gesetzt. "Rauhe Gesellen" zählt zu Matés besten Filmen. Das Bild (Farbe) ist Widescreen 16:9, der Ton Dolby Digital - in Englisch 3-Kanal Stereo in Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch nur Mono. Extras gibt es keine.
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am 2. April 2016
"The Violent Men", US-Western von 1955, Regie: Rudolph Mate.

Naja, so viel ist hier schon zum Film geschrieben worden. Duerfte also jedem klar sein, das der Film sehenswert ist. Ein B-Western, ja, aber geadelt durch die tolle Besetzung (insbesondere Edward G. Robinson mal wieder vom feinsten!). Und wie so oft in den "kleineren" Western gibts eine wirklich gute, originelle Handlung. Gut, so originell ist sie nun auch wieder nicht - aber die Umsetzung, die schon. Auch hier gehts viel um den schmalen Grad zwischen Gut und Boese. Und das Gut und Boese oft die gleichen Mittel verwenden. Man koennte aber auch ganz boese sein und die Aussage so verstehen: Letztlich sind immer die Frauen an allem Schuld. Aber mal ganz abgesehen von allen Deutungen: Glenn Fords Rache - das macht schon Spass! Der Mann, der zum kaempfen gezwungen wird und nun wie in einem 80er Jahre Action-Film Amok laeuft, und dabei ziemlich cool bleibt. Gut, das seine geplante Heirat dadurch in die Brueche geht - darauf haette man vielleicht bisschen mehr eingehen koennen. Die Braut ist ziemlich schnell weg - und dem guten Glenn scheint das nicht viel auszumachen. Oder war vielleicht nicht die grosse Liebe.

Ich empfehle den Film, ein gut gemachter, durchweg unterhaltsamer Western ohne Laengen. Die deutsche DVD ist mittlerweile gestrichen, in England gibts sie noch, mit deutschem Ton, zu einem sehr kleinen Preis. Das Bild ist nicht das Gelbe vom Ei, aber, es gibt schlimmeres.
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am 4. April 2016
Es gibt so Filme , die sind mehr für die Ewigkeit geschaffen worden oder Filme die sind wie Eintagsfliegen . Einmal gesehen und es reicht einem . Diesen Film habe ich bestimmt schon 5 mal gesehen aber finde ihn immer noch sehr gut und interessant !
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. Februar 2009
Hier meine Eindrücke von "Raue Gesellen" (USA 1955, mit Barbara Stanwyck, Glenn Ford, E.G. Robinson):

1. CinemaScope in dessen Frühzeit (1955) bedeutete Format 1:2,55, nicht das später übliche 1:2,35, d.h. diesmal besonders dicke Balken, besonders kleine Gesichter, was ich etwas schade fand, aber es gibt einige interessante Bildaufteilungen des Regisseurs Rudolph Maté, der in erster Linie Kameramann war.
2. Barbara StanWIG in einem Farbfilm 1955, das heißt: Perücke, denn sie hatte damals schon graues Haar. Indes, unter dem Wasserstoffblond bringt die Mimin noch die original B.S. zum Glänzen, wenngleich etwas schwächer als in anderen Filmen, dazu im Folgenden.
3. B.S. ist insgesamt ein bißchen unterfordert. Sie ist die ganz und gar Böse, Gierige, das kann sie, und das ist auch alles gar nicht so schlecht konstruiert, aber das Problem ist eben, dass man das in einem ganzen Sack voller Stanwyckfilme dann eben doch noch ein bißchen besser gesehen hat. Eigentlich ein Aufguß, wenn auch recht unterhaltsam und mit einigen guten Ideen zwischendurch. Immerhin: B.S. macht sich nicht jünger, sowas schätze ich.
4. Barbara Stanwyck (!) in einem Western (!!), in dem sie kein einziges Mal reitet (!!!), also wenn es eine Action-/Westerndarstellerin gab, dann sie, da wurden Chancen nicht genutzt. Überhaupt war der Film etwas uneinheitlich, am interessantesten war noch die Familie der "Bösen", die beileibe nicht alle gleich böse waren, ihr Mann (ein wieder mal glänzender E.G. Robinson) war emotional und in echt verkrüppelt, ihr Schwager ein ihr höriger Schwächling, der auf ihren Druck hin mordet, interessante Konstellation und ab und an auch subtil ausgespielt, aber insgesamt mit reichlich viel Konventionellem vermixt, kein Film ganz aus einem Guß.
5. Glenn Ford ist OK, besser fand ich ihn in "Lust for Gold" und "Die vier apokalyptischen Reiter". Insgesamt sind das Timing und sein Charakter nicht so gut ausgefeilt. Bis kurz vor Halbzeit muss es dauern, dass er doch wieder zur Waffe greift, er wollte es vermeiden, aber es ist nach dem ersten, etwas holzschnittartigen Dialog mit dem Arzt klar, dass er dies nicht tun wird, da hätte man schneller zur Sache kommen können. Die Actionszenen im Mittelteil und die ganzen Szenen im Haus der "Bösen" sind recht gut. Die Verlobte, die Ford schließlich vor den Kopf stößt, weil sie ihn zum Duckmäusertum überreden wollte, ist eindimensional, auch sie hätte schneller in die Wüste geschickt werden sollen, der Film braucht etwas zu lange, um da in Fahrt zu kommen. Der Showdown am Ende kommt dann aber überraschend schnell, unspektakulär und abrupt. Dass die Stanwyck (ich denke, man kann es ruhig verraten, es ist ab einem gewissen Moment kaum noch überraschend) am Ende von einer Mexikanerin abgeknallt wird, deren Platz an der Seite des Schwagers B.S. eingenommen hatte (übrigens in einer schönen Szene auch bildlich), ist eher aufgesetzte Ethical Correctness, denn die Figur dieser Mexikanerin ist nicht ausgefeilt: Sie soll die "Gute" gegenüber der Stanwyck sein, die den Schwager WIRKLICH liebt, aber wie man so devot sein kann, eine solche Type zu lieben, wird auch nie so richtig klar. Mein Tipp: Mehr Szenen mit dieser Mexikanerin, um das zu erklären oder zumindest mit Emphase zu füllen (theoretisch ist eine Darstellung von Hingabe als Stärke statt Schwäche ja durchaus möglich), und dafür die ersten 40 Minuten auf 15 zusammenstreichen.
6. Max Steiner schafft es nicht, sich beim Soundtrack auch mal zurückzuhalten, fast alles mit Musik, das ist ein wenig zu forcierend und lenkend statt unterstützend.
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am 12. Oktober 2015
doch noch einer der besseren Western mit Glenn Ford - kann man nach längerer Zeit ohne weiteres wieder mal einlegen
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