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Kundenrezensionen

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am 24. April 2013
L.A. - Rampart District, Ende der Neunziger: Dave Brown ist ein typischer Streifenbulle alter Schule. Im Namen der Familienehre verrichtet er seinen Job so wie es schon sein Vater getan hat. Nach dessen Tod als Zögling vom ehemaligen Partner des Alten die Polizeitradition fortsetzend, gelten für ihn die selben Regeln die schon immer galten. Immer auf der Jagd nach Junkies, Hehlern, Dealern, Nutten, Chicanos, Gangmembers und jeglichem kriminellen Gesocks was man sich vorstellen kann. Er hasst sie alle gleichermaßen. Gelernt ist gelernt. Sogar einen Spitznamen hat er sich verdient als er einen ehemaligen Geschäftspartner umgelegt hatte, weil dieser gerne Frauen verprügelte und vergewaltigte. Vergewaltiger-Dave. Das hört er nicht gerne, ist er doch damals aus Mangel an Beweisen mit einem blauen Auge davongekommen. Seitdem hat er oft zur Waffe gegriffen und niemals auch nur eine Sekunde gezögert sie zu benutzen. Dabei fällt natürlich meistens was ab. Hier mal ein Bündel Dollars, dort mal ein paar Gramm Amphetamine, gern auch Drogen jeglicher Art. Es gibt nichts gutes außer man tut es. Privat sieht es eher bescheiden aus. Zwei Ex-Ehefrauen, tatsächlich Schwestern, zwei halbwüchsige Töchter, von jeder eine, Cousinen ersten Grades oder Halb-Schwestern, je nach dem, kein Inzest jedenfalls und alle hausen quasi unter demselben Dach. Da kann schonmal mächtig Dampf in der Bude sein. Doch Dave liebt sie alle. Außerdem vögelt er gerne, schleppt Nacht für Nacht eine andere ab. Macht keinen guten Eindruck, geht aber nicht anders. Im rechtfertigen war er schon immer gut. Wenn es mal nicht so gut läuft, reagiert er sich halt an Verdächtigen ab. Das wird ihm jetzt zum Verhängnis. Dummerweise ist die ganze Stadt mit Überwachungskameras bepflastert und eine davon hat ihn überdeutlich drauf, wie er gerade einen Unfallfahrer mit dem Schlagstock vermöbelt. Dumme Sache das. Heute Abend läuft auf allen Kanälen dasselbe Programm; Prügel-Cop außer Kontrolle. Etwas, das die Rampart Division im Moment überhaupt nicht brauchen kann. Und dabei bleibt es nicht. Jetzt muss sich Dave neben allem anderen mit Journalisten, Anwälten, Internen Bullen und Psychologen herumschlagen und seine ganz private schwarze Kasse mächtig bluten lassen. Da will für Nachschub gesorgt sein, sonst gehts bergab. Dave hängt sich voll rein, ohne Rücksicht auf Verluste. Gelernt ist gelernt.

Da haben wohl einige etwas missverstanden. Die vielen negativen Rezensionen werden dem Film nicht gerecht. Für falsche Erwartungshaltungen sollte er nicht abgestraft werden. Mag sein das es mal wieder an den Vermarktungstrategien liegt, irgendwie muss man ja sein Produkt verkaufen. Eines der Werbemerkmale spricht allerdings eine sehr deutliche Sprache. Es lautet: Nach einem Drehbuch von JAMES ELLROY. Nun denken die meisten zu allererst an den famosen, aber auch sehr publikumswirksamen L.A. CONFIDENTIAL (Curtis Hanson, 1997), basierend auf dem gleichnamigen Roman des Ausnahme-Schriftstellers. Was nicht verkehrt ist. Aber irgendwie auch doch. Denn den Namen Ellroy auf diesen einen Titel zu reduzieren wäre ganz falsch. Ja, es finden sich auch hier die klassischen Merkmale eines Werkes des Blut-Poeten. Der dreckige Bulle, die düsteren Obsessionen, der ungeschminkte Blick auf die dunkle Seite der Realität. Es ist alles da. Aber es ist eben kein Thriller, kein Action-Krimi und auch kein krasses Cop-Movie. Nein, es ist genau das, was auch die Romane von James Ellroy auszeichnet. In erster Linie ist RAMPART ein Psychogramm. Ein Psychogramm eines Besessenen. Ohne Kompromisse, ohne aufgesetzten Krimi-Plot und ohne Identifizierungsmöglichkeiten. Und damit ist RAMPART eben ganz typisch Ellroy. Wer also einen spannenden Thriller sehen will, sollte sich woanders umschauen. Wer bereit ist, in die Abgründe einer verlorenen Seele zu schauen, der ist hier genau richtig. Mit Woody Harrelson wurde der perfekte Darsteller für eine solche Rolle gefunden, es ist ganz allein seine Show. Die vielen Stars bis in die kleinsten Nebenrollen würzen seine Performance mit starken Kabinettstücken, ganz im Dienst der Sache, ohne vom Zentrum des Filmes abzulenken. Und dieses Zentrum ist Harrelson. Seinem Tour-de-Force-Ritt zuzuschauen macht die Spannung des Filmes aus. Der Blick in das Leben Dave Browns ist die Handlung. Mit Regisseur Oren Moverman hat James Ellroy einen wahren Bruder im Geiste gefunden, der in der Lage war den Visionen des Autors ein Bild zu geben. Mehr braucht es nicht, mehr ist nicht nötig. Zu vergleichen ist der Film daher eher mit Werken wie LIGHT SLEEPER von Paul Schrader oder BAD LIEUTENANT von Abel Ferrara. Auch nicht gerade Filme für die breite Masse. Wer sich sich also auf derartiges einlassen kann und will, wird mit einem Psycho-Drama der besonderen Art belohnt fernab vom Mainstream. Mancher wird es zu schätzen wissen.
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am 21. August 2012
sorgten bei dem Film wohl für die bislang miese Bewertung.
Einen Actionfilm bekommt man bei "Rampart" sicher nicht und auch eine "Cop-Thriller" ist er eher weniger.
Wobei nach meiner Ansicht eigentlich der Trailer schon zeigte, dass man ersteres auf keinen Fall und zweiteres nur marginal erwarten kann.
Was "Rampart" aber nach meiner Ansicht ist: Ein sehr gut gespieltes Drama und eine dunkle Charakterstudie.

Ich habe mir den Film gekauft, weil Oren Moverman Regie geführt hat und seinen "The Messenger" fand ich halt großartig. Auch dort spielt Woody Harrelson sehr gut.
In "Rampart" steigert sich Woody Harrelson sogar noch. Er trägt den Film mit seiner schauspielerischen Leistung fast allein, auch wenn alle Schauspieler auf sehr hohem Niveau agieren.
Insgeamt sehr ruhig, teils bedrückend inszeniert, gute Kamera, gute Einstellungen, dichte und teils auch leicht verstörende Atmosphäre.
Manche Elemente der Charkterzeichnung mag man für leicht klischeehaft halten - mich hat es nicht gestört. Ganz klar wird aber deutlich, dass Oren Moverman sein Handwerk versteht.

Sicher kein Film um sich leicht unterhalten zu lassen. Aber wer gute gemachte und düstere Dramen mag und auf einen "echten" Symphatieträger verzichten kann sollte dem Film eine Chance geben.
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am 8. November 2013
Es scheint so als wäre einigen nicht klar das ein Film nicht immer ein Ende und einen Anfang haben muss und einen absolut klar strukturierten Handlungsstrang mit Logik, Sinn und allem piapapo.

Ein Film kann auch ein Ausschnitt aus einem Leben einer kautten Figur sein. So im Falle von Rampart. Auf deutsch gesagt s****** er auf alles und fährt sein Ding. Die Hintergründe hierfür und sein Handeln sollten auch den nicht so schlauen Kuckern offensichtlich klar sein. Der Typ is einfach fertig und schaut mal wie weit er gehen kann. Woody Harrelson ist ein grandioser Schauspieler und für diesen Film absolut Top besetzt. Man ist oft schockiert über die Coolness bzw Kälte mit der er das Arschloch raushängen lässt, frei nach cdem Motto wie weit kann ich gehen bis endgültig schluss ist. Man hat das Gefühl er will regelrecht bis an den Rand polarisieren.

Ich hatte von dem Film auch etwas anderes erwartet, aber wurde mit etwas anderem überrascht, was für mich vielmehr positiv ist als negativ da ich bei 90% der neu releaseden Filmen heutzutage beinahe 1:1 die Handlung vorhersehen kann, was mach völlig langweilt.

Rampart ist kein Film der im Kino laufen würde, Rampart ist ein Film den man sich zum abreagieren anschaut, und das funktioniert wunderbar. Er befriedigt das innere Bedürfnis es ihm gleich tun zu wollen.

Von mir 4 von 5 Sternen als bestmöglichste Wertung für diese Art von Film, in diesem Genre. Ein Genre das die meisten hier anscheinend nicht verstehen.

Bestellt für die Heimsammlung!
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am 22. Januar 2013
wer einen Jason Statham Action-Film sucht, liegt hier verkehrt. Woody Harrelson, Seagoury Weaver, Robin Wright und alle anderen spielen hervorragend, aber der Film ist zäh, brutal, anstrengend, tut manchmal richtig weh, aber die Story um den aussichtslosen Weg eines Cops auf Abwegen ist gut erzählt, wenn man sich darauf einläßt. Am Ende sitzt man etwas verwirrt da, aber nicht weil der Film schlecht gewesen wäre, halt nur anders.
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am 5. Dezember 2012
Rampart habe ich mir nur angeguckt, weil Woody Harrelson überschwänglich für seine schauspielerische Leistung gelobt wird. Und hier muss ich sagen, dass ich mich von dem Hype um seine Performance sehr habe blenden lassen.

Dave Brown ist ein skrupelloser Cop, der vor nichts zurückgeschreckt. Er misshandelt Leute einfach auf der Straße und wird endlich dabei gefilmt und soll verurteilt werden. Dave macht sich aber nichts daraus und spielt sein Spiel weiter. Er fängt langsam an, zu erkennen, was er getan hat und wie sehr er seine Familie belastet.

Ich bin jemand, der sich schnell von Lobeshymnen mitreißen lässt und sich deshalb irgendwelche Filme kauft, die zwar gute Darsteller haben, aber keinen guten Inhalt. Manchmal finde ich die Performance der Darsteller so gut, dass der Film gerade noch so 3 Sterne bekommt und als gut durchgeht. Manchmal reicht die Leistung aber nicht und ich langweilige mich zu Tode. Und Rampart gehört leider zu Letzterem.
Der Film macht von Anfang an klar, um wem es hier geht und warum. Woody Harrelson (Natural Born Killers) ist in diesem Film von Anfang an ein Schwein, das man einfach nicht mögen kann. Er spielt hier so fantastisch, dass man ihn die Rolle zu hundert Prozent abnimmt. Er ist hier nicht nur ein brutaler Cop, der rücksichtslos und hemmungslos sein Leben lebt und dabei viele andere Leben, wie das seiner Familie, zerstört. Harrelson's Film-Tochter Brie Larson fasst in einer Szene perfekt und direkt zusammen, was für Charakterzüge Harrelson hier verkörpert: „Du bist ein Macho, Vergewaltiger Dave. Ein mega Rassist, ein Heuchler, ein Sexist, ein Frauenheld, ein Chauvinist, ein Misanthrop, ein Schwulen und Lesbenhasser.“ Diese Szene macht nochmal deutlich, was Woody Harrelson hier alles ist. Er hat hier jede Charaktereingenschaft, die einen Menschen so unsympathisch wie möglich machen. Und selbst, wenn er der Nette ist, ist er ein Mensch den man aufgrund der Körperhaltung nur abgeneigt sein kann.
So, Woody Harrelson's grandiose Darstellung ist eine Sache, der inhaltliche Umfang eine andere. Regisseur Oren Moverman (The Messenger) hat diese grandiose Leistung seines Hauptdarstellers, die ihm einige Preise einräumen wird, und weiß diese auch in schönen und bedrückenden Bildern zu inszenieren. Optisch kann man dem Film auf keinem Fall etwas vorwerfen. Allerdings ist der Storyverlauf so zäh und höhepunktlos, dass es mir sehr schwer fiel, bis zum Ende dran zu bleiben. Man weiß, wie man den Hauptcharakter interessant hält, allerdings sieht man hier wieder sehr schön, dass die Entwicklung der Charaktereingenschaften keinen ganzen Film tragen. Der Charakter muss Dinge durchleben, die für den Zuschauer auf irgend eine Art interessant sind und fesseln. Was um Harrelson herum passiert ist so langweilig und uninteressant. Hier bin ich wirklich wegen Harrelson drangeblieben, und nicht wegen der Geschichte. Ich wollte nur sehen, was diesem verachtenswerten Menschen am Ende passiert.

Fazit:
Rampart ist ein Cop-Thriller, der einen grandiosen Hauptdarsteller inszeniert, aber keine fesselnde und interessante Geschichte zustande bringt. Wer nach einer Oscar-würdigen Performance sucht, wird fündig. Wer aber nach einer Oscar-würdigen Performance in einem guten Film sucht, wird hier enttäuscht.
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am 14. Januar 2015
Die Charaktere sind wirklich gut dargestellt, insbesondere durch Woddy Harrelson.
Für mich geht es in die Richtung Drama und die Menschen und Situationen wirken realistisch und nicht aufgesetzt oder ähnliches.
Die Handlung spitzt sich auch sehr schön zu doch das Ende ist dann echt lahm.

Wer schauspielerische Fähigkeiten schätzt ist hier denn noch gut aufgehoben.
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am 12. August 2016
Das was mit dem Cover und dem Einleitungstext vermittelt wird hat mit dem Film selber nicht viel zu tun. Action habe ich praktisch keine gesehen, spannend ist da auch nichts und die Story als solche ist mehr oder weniger sinnlos. Über den Schluss des Films gibt es ebenso wenig zu sagen, ich will hier aber auch nicht zu viel verraten. In die Kategorien Thriller und Krimi kann ich den Film irgendwie auch nicht einsortieren, man wartet hier den ganzen Film auf den Knackpunkt aber da passiert einfach nichts nennenswertes.

Eher nicht Sehenswert, zumindest für meinen Geschmack.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. September 2014
Mit diesen Worten versucht sich der brutale und verbitterte Polizist David Brown (Woody Harrelson) bei seinen Töchtern für sein Verhalten zu rechtfertigen – als eigentlich schon alles zu spät ist –, und die älteste der beiden, Helen (Brie Larsen), wird ihn traurig-lakonisch zurückfragen: „What about us?“ Diese Szene, in der der gescheiterte Vater und Ehemann – und Mensch – seine zwei Töchter in einem anonymen Hotelzimmer trifft und merkt, daß selbst seine jüngste Tochter dabei ist, sich von ihm abzuwenden, ist eine der gelungensten des Cop-Dramas „Rampart“, das Oren Moverman im Jahre 2011 drehte, denn hier sind deutlich die Verzweiflung und der Wunsch nach Nähe zu spüren, die Brown dazu bringen, auf linkische und verzagte Weise das Gespräch mit seinen Töchtern zu suchen – ein Versuch, der letztlich an den vergangenen Ereignissen sowie an der grenzenlosen Wut, die sich in dem Vietnamveteranen, der zwei kaputte Ehen hinter sich hat, ansammelte, scheitern muß.

Brown hält sich für einen ausgezeichneten Polizisten, der nicht viel Federlesens macht und der Neulinge mit Vorliebe seine Macht spüren läßt. Hispanics und Schwarze sind für den rassistischen Bullen untrennbar mit Drogen und Verbrechen verbunden, und von den neuen Entwicklungen in seinem Beruf will er nichts wissen. Eines Tages jedoch läßt er sich dazu hinreißen, einen Unfallflüchtigen, der seinen Polizeiwagen gerammt hat, schonungslos zusammenzuprügeln – vor einer laufenden Videokamera. Der nächste Skandal um die ohnehin in L.A. schon in Verruf geratene Polizei ist geboren, und Brown sieht sich gezwungen, um seine Existenz zu kämpfen, da er auf das Angebot der Staatsanwältin Confrey (Sigourney Weaver), ihn in den vorzeitigen Ruhestand zu versetzen, auf keinen Fall eingehen will. Während sich der interne Ermittler Timkins (Ice Cube) an seine Fersen heftet – da ist ja auch das Gerücht, daß Brown vor Jahren einen mutmaßlichen Vergewaltiger vorsätzlich getötet habe –, sucht Brown Rat und Hilfe bei dem zwielichtigen Hartshorn (Ned Beatty), einem ehemaligen Cop und Freund seines Vaters, der – wie sollte es anders sein – auch bei der Polizei diente. Hartshorn, der immer noch Verbindungen in die höchsten Chargen hat, suggeriert Brown, er sei Opfer einer gezielten Verschwörung, und schickt ihn seinerseits los, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eine illegale Runde von Glücksspielern auszuheben, um sich auf diese Weise Geld für seine Anwälte zu beschaffen. Doch dieser Coup verstrickt Brown nur noch tiefer in Korruption und Illegalität. Auch sein Privatleben, das ohnehin durch dysfunktionale Beziehungen zu seinen Ex-Frauen und seinen Töchtern und emotionslose sexuelle Begegnungen in Bars gekennzeichnet ist, gerät mehr und mehr aus den Fugen.

Ich hatte „Rampart“ eigentlich in der Erwartung geschaut, einen 08/15-Action-Film zu sehen, doch bekam ich viel, viel mehr, als ich vorausgeahnt hatte: „Rampart“ ist ein kleines filmisches Meisterwerk, das mit seiner Atmosphäre des Fatalismus und der Hoffnungslosigkeit fast schon dem Neo-Noir zuzuordnen ist, ohne sich allerdings deutliche Stilmittel des Noir zu eigen zu machen. Es ist, wie gesagt, eher die Atmosphäre, die mich an die Epigonen der Schwarzen Serie denken läßt. Moverman erzählt seine Geschichte bedächtig und in meist leisen Tönen, indem er fast gänzlich auf die explizite Darstellung von Gewalt und auf Action verzichtet. Er tappt dabei nicht in die Falle vermeintlich sozialkritischer Filme, die für sich beanspruchen, gesellschaftliche Mißstände anzuprangern, während sie doch recht eigentlich eher die primitiven Gelüste eines sensationsgierigen Publikums befriedigen, das sich sein Vergnügen durch den Verweis auf eine angebliche Botschaft des Filmes schönredet. Vor allem durch das intensive Spiel Woody Harrelsons, der hier Großes leistet, sind die schwelende Wut, der blinde Haß, die existentielle Leere im Innern des Cops so deutlich spürbar, daß den Zuschauer ein Gefühl der Beklemmung anwandelt, das durch den ruhigen Ton der Erzählung und den Verzicht auf die narrative Komplettierung noch intensiviert wird. „Rampart“ verurteilt Gewalt, ohne sie explizit zu zeigen, und bietet gleichzeitig mit all seinen Andeutungen und Querverweisen ein differenziertes Psychogramm eines an seiner Seele erkrankten Mannes. Der Film läßt erahnen, warum Brown zu dem geworden ist, der er ist, er zeigt uns an einigen Stellen auch die vergebliche Sehnsucht des Antihelden, den Kontakt zu denen, die ihm etwas bedeuten, zu erhalten – und gleichzeitig vermeidet er es, diesen Mann zu entschuldigen.

Kameramann Bobby Bukowski erzeugt auf subtile Weise eine Atmosphäre der kalten Orientierungslosigkeit und der Beklemmung, indem er immer wieder einzelne Einstellungen in kalten, monochromen Farbtönen dreht oder aber – so in einer Szene, die eine Anhörung Browns durch die Staatsanwältin und den Bürgermeister (Steve Buscemi) wiedergibt – eine Taumel erzeugende Kamera einsetzt. Jedoch drängen sich diese stilistischen Mittel niemals nach vorne, so daß jeder Manierismus vermieden wird und die Bilder niemals durch ein Zuviel an Ästhetisierung in ihrer Unmittelbarkeit entkräftet werden.

Einen spannenden, mitreißenden Thriller habe ich mit „Rampart“ ganz sicher nicht gesehen, sondern etwas ungleich Besseres – nämlich einen Film mit Wiedersehwert. Und vielleicht sogar ein modernes kleines Meisterwerk, das den Zuschauer erschlagen und nachdenklich zurückläßt.
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am 25. Februar 2015
Dank Amazon Prime gesehen.
Spolierfreie Rezension!

Dieser Film ist kein Actionfilm.
Das ist auch überhaupt nicht gewollt.
Man sollte sich überlegen was man sehen will, bevor man ihn sich ansieht.
Er ist einfach zum Nachdenken.
Eine klare Charakterstudie und kein Actiongeballere.

Er zeigt hart die Fazetten des Lebens unterschiedlicher Menschen mit diversen Problemen auf.
Er ist was dies betrifft richtig brutal und extrem!
Woody spielt perfekt einen Polizisten der so seine Probleme mit gut/böse hat.
Das macht er wirklich hervorragend.
Auch die anderen Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und erfüllen ihre Rolle perfekt.
Die Filmmusik ist einfach nur perfekt passend.
Auch die Einlagen mit den Umgebungsgeräuschen die so um einen kreisen, wenn man unterwegs ist.
Alles zusammen sehr stimmig und ein kleines Meisterwerk für sich!
Er regt zum nachdenken an und ich habe mich ertappt, dass ich teilweise mit offenen Mund da gesessen bin und voll mit dabei war.
Das und zwar genau das ist es was einen Film richtig richtig gut macht!

Man sollte allerdings vorher schon wissen was man sich hier ansieht und sich dann durch vorheriges Denken die unnötigen Rezensionen ersparen, wenn man nicht gecheckt hat um was es hier geht.
Nicht jedem wird der Film hier gefallen, aber ihn schlecht zu bewerten ist einfach falsch.
Ihn nicht zu verstehen ist ok, aber dann sollte man auch die Rezension lassen.

Für FANS von Filmen die Charakterliche Aspekte herausarbeiten und psychologische Kernaspekte beinhalten ist das fast Pflicht.
Ich empfehle ihn voll weiter und gebe ihm vier Sterne, da ich schon einige wenige Filme der Art gesehen habe, welche in dem Sektor noch um ein Stück besser waren.
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am 2. November 2012
Keine Action-geladenen Verfolgungsszenen. Keine Explosionen. Keine coolen Sprüche. Kein fetzig cooler Soundtrack. Keine one-man Armee. Kein cooler Antiheld, der immer genau weiß, was richtig und falsch ist.
Kein Wunder, dass dieser Film Hollywood-Anbetern nicht so richtig gefällt.

Auch ich verweise auf das Wort Charakterstudie. In diesem Film wird ein Mann gezeigt, der Anfangs auf mich als Zuschauer ungemein selbstsicher und etwas überdrüssig seines Jobs wirkt. Durch seine Reaktionen auf Geschehnisse in seiner Umwelt bekommt man im Laufe des Filmes einen kleinen Einblick in seine Psyche. Es wird dem Zuschauer nichts erklärt. So einiges bleibt ungeklärt. Wie es im zwischenmenschlichen Verhalten üblich ist.
Die schauspielerische Leistung von Woody Harrelson in dieser Rolle steht außer Frage.

Unbedingt anschauen und das Hirn bitte anlassen!
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