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Kundenrezensionen

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am 19. August 2017
Sprenger in Höchstform: klar, auf den Punkt, nicht ganz diskussionsfrei, aber radikal. Man erkennt sich oft selbst und eben so oft - leider - nicht.
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am 21. Dezember 2016
Ich selbst sitze seit mehreren Jahren erst im mittleren und nun auch im höheren Management.
Sprenger ist mir dabei schon sehr lange ein fest stehender Begriff. Gerade aber diese Werk gefällt mir besonder gut.

Was mir daran am besten Gefällt:
- Gute Lektüre für ALLE Führungskräfte und in allen Hierarchieebenen anwendbar
- Keine abgehobene Mgmt.-Lektüre sondern eben die Basis für klare Führung und Nachhaltigkeit
- Kurz und ohne große Umschweife geschrieben

Habe sowohl Hörbuch gehört als auch diese Edition gelesen.
Für mich klare Pflichtlektüre in der MA Führung
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am 23. Oktober 2012
Ich gebe zu, ich bin schon seit vielen Jahren ein "Fan" von Reinhard Sprenger. Dies primär deswegen, weil ich sein Menschen- und Führungsbild des eigenverantwortlichen Mitarbeiters zu 100% teile (und schon teilte, bevor ich ihn mit "Mythos Motivation" kennen lernte).

Und dennoch, ich musste an einigen Stellen seines neuen Buches tapfer sein. Er hat mein Bild von klarer Führung als absolute Notwendigkeit für erfolgreiche Unternehmen x Mal relativiert und mich dadurch intensiv zum Nachdenken angeregt. Ich frage mich, was kann man mehr von einem guten Managementbuch erwarten?

Für mich ist das Kapitel "Zukunftsfähigkeit sichern" zentral. Da geht Reinhard Sprenger deutlich über ein reines Führungsbuch hinaus und macht dem Manager unmissverständlich klar, dass der Blick in die Zukunft wesentlich wichtiger ist für das Überleben seines Unternehmens als das optimale Abarbeiten des Tagesgeschäfts. Mit Nachdruck weist er auf die radikalen Marktveränderungen und den Hyperwettbewerb in nahezu allen Märkten hin. Positionierung und Strategie lassen grüssen.

Sicher schreibt Reinhard Sprenger nichts bahnbrechend Neues, nichts, was nicht schon öfters gesagt und geschrieben wurde. Angesichts der weitverbreiteten Ignoranz aktiver Führung und der nach wie vor riesigen Anhängerschaft von schädlichen Rezeptlösungen wie Loben und Belohnen als Motivation usw. ist dies aber dringend notwendig. Denn, schon aus der Werbung wissen wir, dass Botschaften solange wiederholt werden müssen, bis man sie nicht mehr hören kann.
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TOP 500 REZENSENTam 31. Dezember 2012
In "Radikal führen" analysiert Reinhard Sprenger das Führungsverhalten der Manager. Es sind Parallelen erkennbar zu Aussagen in seinen früheren Werken. Dennoch handelt es sich nicht um Wiederholungen. Die Zielsetzung ist eine andere. Sprenger bringt in diesem Buch auf den Punkt, was an Führung essenziell ist. Er destilliert aus dem Führungsverhalten der Manager zeitlose Kernaufgaben der Führung heraus.

Der Zweck der Führung besteht darin, das Überleben des Unternehmens zu sichern. Sprenger unterscheidet nicht zwischen guter und schlechter, sondern zwischen erfolgreicher und nicht erfolgreicher Führung. Führung wird für Erfolg bezahlt. Zu den Kernaufgaben zählt Sprenger "Zusammenarbeit organisieren", "Transaktionskosten senken", "Konflikte entscheiden", "Zukunftsfähigkeit sichern" und "Mitarbeiter führen".

Die Besinnung auf gemeinsam zu lösende Probleme führt auf natürliche Weise zu Zusammenarbeit. Ein Unternehmen überlebt wirtschaftlich, wenn es Probleme der Kunden löst. Ein "Das ist nicht mein Problem!" darf es im Unternehmen nicht geben und sollte zur Abmahnung führen. Die Organisation des Unternehmens muss sich am Auftrag des Kunden orientieren. Pragmatiker sind gegenüber Perfektionisten und Idealisten vorzuziehen.

Auffallend sind in Sprengers Büchern die Betonung der Individualität ("Fair ist es, Menschen nach ihrer Art zu behandeln. Nicht nach Ihrer." [Aufstand des Individuums]), die Favorisierung einer Vertrauenskultur ("Indem Sie Vertrauen, gehen Sie als Chef davon aus, dass der Mitarbeiter ihr kooperatives Verhalten nicht ausbeutet." [Vertrauen führt]) und der Wunsch nach Abbau von staatlicher Bürokratie ("Der Staat beschäftigt sich zu 90 Prozent mit Problemen, die er selbst erzeugt hat." [Der dressierte Bürger]). Diese Leitgedanken finden sich in "Radikal führen" wieder.

Eine Führungskraft muss die Entscheidbarkeit von Ziel- und Wertkonflikten sichern. Sie muss stören, hinterfragen, infrage stellen. Selbstführung ist zu ermöglichen. Dennoch gibt es nach Sprenger keine Erfolgsrezepte, sondern nur Zutaten. Seine Bücher zählen seit Jahrzehnten zu den wichtigen Zutaten einer erfolgreichen Führung, wenngleich ich die Originalität von "Mythos Motivation" in diesem Buch ein wenig vermisse.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. November 2013
Sprengers Thema ist „Führung“, worunter er genauso die Führung von Personen versteht, wie auch die Modellierung der strukturellen Bedingungen im Unternehmen. Mitarbeiterführung also, die im Kontext der Unternehmensführung gedacht wird. Das ist kreativ und gibt selbst vermeintlichen Selbstverständlichkeiten neue Energie. Die Idee zum Beispiel, das ganze Unternehmen auf die „Probleme der Kunden“ auszurichten bettet er systemisch ein. Und Reinhard K. Sprenger zeigt, was passieren muss, damit „Kundenorientierung“ keine Worthülse bleibt. Denn Voraussetzung für Kundenorientierung ist eine Unternehmensumgebung, die es schafft, „ein Problem als gemeinsames Problem zu präsentieren“. Und wer ein gemeinsames Problem beackert, wird auch gemeinsam erfolgreich sein. Und um gemeinsamen Erfolg zu erleben, sind Entlohnungssysteme wichtig, die den gemeinsamen Anteil am Erfolg auch abbilden. Eine klare Absage gegen riesige Managergehälter, denn „kein Mensch kann mit Wirklichkeitssinn behaupten, dass ein Manager mehr Wert schöpft als 100, 200 oder 300 seiner Mitarbeiter“. Auch ein schönes Beispiel für Sprengers systemisches Denken: Kundenorientierung mit dem Gehaltsgefälle im Unternehmen kurzzuschließen.

Roter-Reiter.de – Fazit: Sprenger tritt in „Radikal führen“ an, dem Thema Führung auf den Grund zu gehen. Dazu kartografiert er das Gebiet in die fünf Kernbereiche Zusammenarbeit organisieren, Transaktionskosten senken, Konflikte entscheiden, Zukunftsfähigkeit sichern und Mitarbeiter führen. Das klingt nach Systematik und Wissenschaft – ist aber weder das eine noch das andere. Denn Sprengers Referenz ist seine Erfahrung als Berater. Vor allem aber der gesunde Menschenverstand. Und genau darin liegt auch Sprengers Bedeutung für das Management: Im ungenierten Hinterfragen und Bloßstellen von Methoden und Routinen. Im Insistieren auf das Gespräch, ohne daraus ein ritualisiertes Mitarbeitergespräch zu machen. Oder eben im Anmahnen des gesunden Menschenverstandes. Dafür nehmen wir billigend in Kauf, dass er sich in “Radikal führen” erst mal in Rage reden muss. Und dass er anstatt eines Grundlagenwerkes einen gut und spannend geschriebenen Essay voller Zuspitzungen und vor allem voller guter Ideen abgeliefert hat.
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am 18. Juni 2013
Radikal führen ist ein viel versprechender Titel.
Gleichzeitig schreibt Sprenger für ihn ungewöhnlich locker und gut verständlich. Das mag manchen zu dem Eindruck verleiten, es gäbe hier nicht viel Neues, schon gar nichts Radikales.

Irrtum. Wer sich durch den angenehmen Schreibstil nicht zum "schnell mal durchlesen" verführen lässt, wird die tatsächlich neuen Ansätze und manches Mal auch provokanten Gedanken im Sinne eines neuen Führungsverständnisses (Future Leadership) sehr wohl entdecken:

* personenzentrierter Ansatz versus systemischer Ansatz
* nicht in "oben und unten", nicht "mitarbeiterorientiert oder aufgabenorientiert" sondern "innen und außen" denken
* vertikale Hierarchie vs. horizontale Hierarchie (da ist in klassischen Unternehmen Sprengstoff drin, denn es geht nicht einfach um Lean Management zwecks Kostenminimierung)
* Veränderung/ Entwicklung nicht im System sondern am System (nur ein kleiner verbaler Unterschied, doch immens in der Auswirkung)
* neues Führungsverständnis im Sinne von "dienende Rolle der Führungskraft"
* Führung ist mehr als das Handeln von Individuen und beginnt jenseits der Routine
... und noch Einiges mehr.

Eine absolut lohnenswerte Lektüre, die hoffentlich vielfach zu praktischen Konsequenzen führt!
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am 31. Mai 2014
Wer in Deutschland an einer öffentlichen Hochschule studiert, der nimmt aus der Unternehmensführungs-Vorlesung in der Regel nicht viel mit. Man lernt eine Menge Definitionen auswendig (Ziele, Prozesse, Strukturen, etc.), weiß aber am Ende nicht, was Unternehmensführung jetzt konkret bedeutet und wie sie in der Praxis funktioniert.

Genau diese Lücke hat Sprenger mit seinem Buch „Radikal führen“ geschlossen. Endlich erzählt mal jemand mit intellektuellem Anspruch und Erfahrung, wie die Praxis aussieht und wie gute Führung gestaltet werden kann.

Der Titel führt zunächst etwas in die Irre – tatsächlich geht es Sprenger nicht darum, einen Ratgeber für radikale (im Sinne von rücksichtsloser) Führung zu schreiben. Es geht ihm darum, Führung von der Wurzel her zu erklären. Und indem er die anthropologischen Wurzeln des gemeinsamen Zusammenarbeitens - das gemeinsame Problem - freilegt, gelingt ihm dies auch sehr eindrucksvoll. Sofort wird klar, warum in großen Unternehmen Mitarbeiter häufig das Gefühl haben, auf viele ihrer Kollegen verzichten zu können: Innerhalb des bestehenden institutionellen Rahmens haben sie kein gemeinsames Problem. Sie brauchen einander nicht, warum sollten sie also mit ihrem Kollegen kooperieren?

Schon zu Beginn des Buches stellt sich Sprenger somit gegen das personenzentrische Denken, welches in der Literatur bislang so weit verbreitet ist. In vielen Fällen ist es eben der institutionelle Rahmen, der verzogen ist – und nicht der Mitarbeiter. Dieses Passungsproblem zwischen Individuum und Institution zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, welches sich an den fünf Kernaufgaben der Führung entlang hangelt:

- Zusammenarbeit organisieren
- Transaktionskosten senken
- Konflikte entscheiden
- Zukunftsfähigkeit sichern
- Mitarbeiter führen

Die Kapitel sind sehr schlüssig geschrieben, fast auf jeder Seite gibt es irgendein „Aha-Erlebnis“. Das macht großen Spaß, auch wenn Sprenger einige seiner Gedanken wiederholt, wenn er deren Bedeutung erneut unterstreichen will (sehr amerikanisch).

Insbesondere das Kapitel über die Transaktionskosten hat mich beeindruckt. Jeder, der mal in einem Konzern oder einer Behörde gearbeitet hat und anschließend dieses Kapitel liest, wird vor permanentem Nicken fast den Zeilenanschluss verlieren.

Unterm Strich ist es wirklich ein tolles Buch, das meiner Meinung nach die komplette Vorlesung zur Unternehmensführung ersetzen kann. Hier lernt man wesentlich mehr. Für den Beruf und das Leben.
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am 23. September 2012
Hat das alles noch einen Sinn für Unternehmen? Führungsqualität, Leitlinien, Prämien und Boni, Führungsgrundsätze, potente Vorstandsvorsitzende und andere Leithammel? Sprengers „Radikal Führen“ bestreitet das. Aber es gab mal eine Zeit, als gute Führung noch etwas galt, da wurden noch echte Führungskräfte hofiert, Männer mit Charisma, die ihre Mitarbeiter anfeuerten und zu Höchstleistungen mitrissen. Boni wurden bezahlt und Lobgesänge wurden angestimmt. Diese Zeiten sind vorüber, seit Sprenger mit seinem „Mythos Motivation“ die Mitarbeiterführung revolutionierte. In der Folge hat er es zum „einzigen deutschen Management-Guru geschafft, der diesen Titel wirklich verdient“. So schrieb jedenfalls die Financial Times Deutschland.
Und nun sein neues Buch „Radikal führen“. Das soll offensichtlich der Idee von guter Führung und individueller Führungsqualität als Garanten des Erfolgs ein Ende bereiten. Es soll bewusst machen, dass Leitlinien und Führungsgrundsätze in Unternehmen nur „säkularisierte Bibeln“ sind, dass Führungskräfte, die sich an diesen Bibeln orientieren, nur der Verführung von „Moral-Blähungen“ unterliegen. Radikal führen meint: Man darf keine Sonderstellung des Wertes „gute Führung“ reklamieren, denn damit fordert man auf, Möglichkeiten zum Geldverdienen zu ignorieren. Ausschließlich der Erfolg zählt, nicht jedoch der Weg dahin. Doch auch Sprenger weiß: Es gibt zahlreiche Unternehmen, die noch dem alten Glauben an „gute Führung“ anhängen und folglich vom Misserfolg bedroht sind. Woher sollen die wissen, was der richtige Weg ist?
Verzweifelt nicht, Ihr Unternehmer, Top-Manager und Führungskräfte, die ihr noch keinen Weg aus diesem Irrglauben erkennt: Guru Sprenger weiß auch Euch Rat. Man braucht sich nur nicht wörtlich an seine Predigt von der Verführung durch „Moral-Blähungen“ halten. Nein, Sprenger präsentiert uns mit „Radikal führen“ seine eigene „säkularisierte Bibel“ mit fünf Geboten, die den wahren Weg zum Führungserfolg zeigen. Er verlangt von einer Führungskraft, diese Gebote „grundsätzlich, immer und überall“ zu befolgen. Die fünf Gebote sind
1. „Du sollst die Zusammenarbeit organisieren“,
2. „Du sollst die Transaktionskosten senken“,
3. „Du sollst Konflikte entscheiden“,
4. „Du sollst die Zukunftsfähigkeit sichern“ und
5. „Du sollst die Mitarbeiter führen“.
Die Frage sei erlaubt: Stehen diese fünf Gebote nicht mehr oder weniger vollständig, zumindest sinngemäß, in den von Sprenger so heftig angegangenen „Moralblähungen“ oder Leitsätzen der meisten Unternehmen? Wieso mutieren sie bei Sprenger zu „grundsätzlich, immer und überall“ zu befolgenden Geboten?
Die Fokussierung von Führung auf genau diese fünf Grundsätze mag ja durchaus neu sein, aber dieses und ähnliches kann man überall lesen. Bleibt die Hoffnung: Vielleicht gibt Sprenger ja neue Ideen oder Handlungsanweisungen zum Besten, wie man seine Gebote umsetzen soll. Aber auch da wiederholt er nur alt Bekanntes.
Das Fazit: Bekannte Zutaten werden zu einem Cocktail mit neuem Namen gemixt. Da ist nichts wirklich neu, aber es ist vom Guru, und das ist es, was zählt. Das Buch „Radikal führen“ braucht man nicht wirklich. Wer es trotzdem kauft, investiert damit in den sicheren Erfolg - für Sprenger.
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am 26. Oktober 2013
Sprenger schreibt von Menschen für Menschen und die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungen im
Arbeitsleben, die man eben nicht auf Verhaltensregeln und Rituale reduzieren kann. Das Buch hat mich bewegt und zum Nachdenken gebracht. Er spricht Klartext und deutlich die Defizite von Führungskräften an und gibt klare Maßstäbe für Erwartungen die man an sie stellen muss, und die sie selber auch an sich selbst stellen sollten. Weniger Eitelkeit, mehr Bescheidenheit und Authentizität fordert er ein. Ein tolles Buch das fesselt und in das man immer wieder gern herein schaut.
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am 9. Dezember 2013
Insgesamt ist „radikal Führen“ inhaltlich ein ganz ordentliches Werk. Auf ganz wenigen Seiten fasst Sprenger zusammen, wie Führungskräfte heute so sein sollten. Er definiert ihre Haupt-Aufgabe: nämlich „Führen“ und schreibt auf, wie es am besten geht. Seine Ansichten sind weitestgehend modern. Schon deshalb werden sie manchem gestandenen Manger nicht schmecken. Aber angesichts dessen, wie der Mensch an sich so funktioniert, hat Herr Sprenger mit den meisten Ansichten meiner Meinung nach schon recht. So weit, so gut.
Doch 2 Punkte muss ich an diesem Wirtschaftsbestseller dann doch kritisieren. Erstens: Er lieferte eine gut gemeinte Beschreibung der idealen Führungskraft – doch gibt es solche Beschreibungen nicht schon viele, in vielen anderen klugen Büchern? Leider schafft es Sprenger dann nicht mehr, noch darauf einzugehen, wie man sich denn in schwierigen Führungssituationen verhalten soll. Kurz: Das ganze Buch ist eigentlich nur eine Anleitung für Schön-Wetter-Führung. Auch diese Schön-Wetter-Führung umzusetzen, ist für die meisten Menschen sicher schon schwer genug. Dabei fehlt mir hier aber bereits eine Anleitung, wie man es schaffen kann sich dahin zu entwickeln. Denn die meisten Führungskräfte haben ja schon einen Charakter und eine eigenen Stil. Sie würden sicher viel Hilfe brauchen, um im täglichen Business Sprengers hehren Ansprüchen gerecht zu werden. Und dann wird es spannend, wie geht es weiter? Was, wenn es mal so richtig schwierig wird? Mitarbeiter sind ja nicht alle gleich. Wertschätzung gegenüber jedem Mitarbeiter, ist ja eine tolle Sache. Aber wenn wirklich mal einer auf stur schaltet? Oder Einer einfach ein echt schwieriger Typ ist? Fehlanzeige in diesem Buch. Für die wirklich schwierigen Führungssituationen reichen 296 Seiten dann wohl doch nicht aus.
Zweitens: Manche Ratschläge sind vorsichtig ausgedrückt sehr ungewöhnlich, einige sogar ziemlich krass und nur schwer in der Praxis umsetzbar – ganz zu schweigen davon, dass für mich ein Erfolg einzelner Maßnahmen eher fraglich wäre. Sprenger spricht sich z.B. dafür aus, alle Kontrollmechanismen auszusetzen, Rechnungswesen, Controlling und Planung einfach wegzulassen. Viel Spaß dabei! Und Mitarbeitergespräche seien nur ein nutzloser Kostenfaktor. Das mag zwar insbesondere dann stimmen, wenn Führungskräfte den Sinn dahinter nicht verstehen, aber m.E. ist „Mitarbeitern gar keine Orientierung mehr geben“ sicher auch keine Lösung. Gut - wenn eine Führungskraft perfekt ist, dann ist sie permanent mit ihren Mitarbeitern im Gespräch über Erwartungen oder vertieft gerade die persönliche Beziehung. Aber für alle anderen muss man leider Mitarbeitergespräche vorschreiben. M.E. ist hier einmal im Jahr eher zu wenig als zu viel. Und mir wäre hier mehr Kompetenz bei den Managern lieber als diese einfach weg zu lassen.
Dann schlägt er z.B. vor, wenn die Teamperformance zu schwach ist, „einfach“ weinen Top-Performer ins Team zu setzen, dann würde die Teamperformance sofort steigen. Aus Sicht eines Team-Experten sprechen gleich reihenweise Punkte dagegen und es gäbe zahlreiche, leichter zu organisierende Maßnahmen (Mehr Argumente dazu diskutiere ich in einem Blogartikel von mir) um die Teamperformance zu heben. Denn meines Wissens sind Top-Performer ziemlich rar und nicht in jedem Unternehmen bei Bedarf einfach abrufbar. Und Ich bin mir sicher, in der Praxis könnte dieser Schuss schnell nach hinten losgehen.
Abschließend: Ich habe „Radikal Führen“ als Hörbuch von Audible. Der Sprecher ist zwar hochgradig professionell, das Sprechtempo perfekt, die Aussprache klar und deutlich. Trotzdem nervt mich der Sprecher durch einen extrem belehrenden, dozierenden Tonfall. Ich weiß nicht, ob man in der Schriftform diese „Besserwisserei“ zwischen Zeilen ebenso herausliest. Ich sehe darin auf jeden Fall die Gefahr, dass Leser genau deswegen zu den grundsätzlich richtigen Inhalten auf Abstand gehen.
Außerdem ist der Sprachstil eher schwierig gehalten. Das Vokabular ist elaboriert, also abgehoben, anstrengend beim Zuhören und sicher genauso anstrengend zu lesen. Schwierige, mit Fremdwörtern gespickte Sprache, wird nicht jeden Leser erreichen. Will man verstanden werden, muss man einfache Wörter benutzen. Will ein Leser gerne geschmeidig durch einen Text gleiten, wird er hier enttäuscht. Viele Sätze musste ich mehrmals hören, um sie vollends zu verstehen. Das wird beim Lesen nicht viel besser sein.
Fazit:
Wer lange keine Führungsliteratur in den Händen hatte, bekommt hier aktuelle Denkanstöße.
Ein Lesevergnügen ist es schon aufgrund der Sprache nicht.
Wer aber gerne provokante Thesen mag, der findet hier einige Sätze, über die man trefflich diskutieren kann.
Wer Hilfe für schwierige Situationen im Führungsalltag braucht, kommt hiermit nicht wirklich auf seine Kosten. Außer, man beginnt bei sich selbst die Ursache für die schwierige Situation zu suchen: dann mag man Sprengers Buch als Vorlage für die ideale Führung nehmen, macht ab sofort alles besser und hofft, dass dadurch die schwierigen Situationen zukünftig weniger werden. Ganz verkehrt wäre das sicher nicht.
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