Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote Bestseller 2016 Cloud Drive Photos Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle PrimeMusic longss17
Kunden diskutieren > Forum: The Breakfast Club

R.I.P. John Hughes


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.08.2009, 07:23:17 GMT+2
Als ich 15 Jahre alt war ging ich in eine Videothek, doch alle guten Filme waren ausgeliehen und von den Filmen die noch da waren interessierte mich kein einziger. Ich war ein bißchen verzweifelt, es war ein kalter, blöder Herbsttag im jahre 1986. Und ich wollte unbedingt einen Film kucken, den ich noch nicht kannte.

Ich entschied mich schließlich für einen mir völlig unbekannten Film. Ein Film ohne Stars. Ohne grosses Budget. Der im Kino scheinbar kein Erfolg war. Und der auch noch eine blöde Teeniekomödie war.

Der Film hieß "Der Frühstücksclub" (The Breakfast Club). Und auch wenn es maßlos übertrieben klingt, der Film war für mich eine art "Erweckungserlebnis". Nie zuvor hat mich ein Film so sehr begeistert, so stark meinen Nerv getroffen, vom ersten Moment so sehr in seinen Bann gezogen.

Ich habe den Film natürlich sofort kopiert, diverse Freunde eingeladen, und den Film immer wieder gekuckt. Dadurch wurde "The Breakfast Club" in meiner gesamten Schule zum Megahit. Und noch heute reden wir, wenn sich einige von uns mal wieder treffen über diesen Film.

Der Mann der diesen Film als Autor, Produzent und Regisseur geschaffen hat war John Hughes, das hatte ich natürlich schnell herausgefunden. Und von da an suchte ich in der Videothek immer nach Filmen von John Hughes.

Und ich wurde fündig: Sixteen Candles (Das darf man nur als Erwachsene), Weird Science (LISA der helle Wahnsinn), Pretty in Pink, Ferris Bueller´s Day off (Ferris macht Blau), Some kind of Wonderful (Ist sie nicht Wunderbar?) waren weitere Teenie Hits. Und auch wenn mich kein Film so sehr begeistert hat wie "The Breakfast Club", so haben mir doch alle diese Filme tolle Stunden beschert, an die ich mich bis heute gerne erinnere.

John Hughes schuf auch andere Filme. Etwa die drei "National Lampoon´s Vacation..." Titel mit Chevy Chase. Und Vor allem "Plains, Trains and Automobiles" (Ein Ticket für zwei) mit Steve Martin und John Candy.

Rückblickend hatte tatsächlich kaum ein anderer Filmemacher in den 80er Jahren so einen Einfluss auf die Popkultur der USA wie John Hughes.

Nicht nur das seine Filme in den USA echte Kinohits waren, sie erlangten auch schnell einen echten(!) Kultstatus. Schon Anfang der 90er Jahre wurden an Universitäten in den USA John Hughes Filmabende veranstaltet.

Spätestens ab 1998 als der Filmemacher Kevin Smith sich als John Hughes Fan outete und dies in seinem Film "Dogma" thematisierte, wurde der Name John Hughes endgültig berühmt. 1999 drehte Kevin Williamson eine Folge der Serie "Dawsons Creek" in der es nur um den Film "The Breakfast Club" ging. 2001 kam der Film "Nicht noch ein Teenie Film" in die US- Kinos, der nichts weiter ist als eine Parodie auf die Filme von John Hughes war. Die Schule im Film heißt "John Hughes Highschool".

In diversen Serien und Spielfilmen wurden die Filme von John Hughes zitiert, in den deutschen Fassungen geht das leider oft verloren...

Matthew Broderick, der 1986 die Rolle des Ferris Bueller spielte, wird in den USA bis heute oft auf diese Rolle reduziert, obwohl er inzwischen unzählige andere, erfolgreiche Filme gedreht hat. Oft wird Matthew bis heute auf der Strasse noch als Ferris angesprochen.

1990 landete John Hughes mit "Home Alone" (Kevin allein zuhause) seinen mit Abstand größte kommerziellen Erfolg. Welchen er 1992 mit der Fortsetzung noch mal wiederholen konnte.

Allerdings hatte sich John Hughes zu dieser Zeit bereits von der Teeniekomödie verabschiedet. Und gleichzeitig seinen Biss verloren. Die Familienfilme der 90er Jahre waren zwar größtenteils sehr erfolgreich, hatten qualitativ aber nicht viel zu bieten. Das ging soweit das Hughes sogar Drehbücher für richtig schlechte Filme wie "Ein Hund namens Beethoven" schrieb. Irgendwo hat John Hughes irgendwas verloren... ...

Nach 1991 hat er nie wieder Regie geführt. 2002 zog er sich endgültig ganz aus dem Filmgeschäft zurück.

Am 06.08.2009 starb John Hughes im Alter von 59 Jahren bei einem Spaziergang durch Manhattan an einem Herzinfarkt.

Für mich ist und bleibt John Hughes der Mann der meine Zeit als Teenager maßgeblich geprägt hat. Und einer der Filmemacher der mich so oft zum lachen gebracht hat wie kaum ein anderer.

Veröffentlicht am 17.08.2009, 02:59:20 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 17.08.2009, 18:05:33 GMT+2
Kodijak meint:
Lieber Martin!
Ich sitze gerade im Nachtdienst, und habe (auf der Suche nach Vervollständigung meiner Filmsammlung) gerade deine wirklich berührenden Worte gelesen!

Meine Geschichte mit John Hughes ist deiner sehr ähnlich, nur war der alles auslösende Film bei mir "L.I.S.A der helle Wahnsinn" (Weird Science). Der Film machte aber nicht nur Spaß (wie viele andere) Es war nämlich einer dieser Filme mit "Moral" (Trotz dieser Trash Handlung). Bleib dir selbst treu, Lass dich nicht von der "Masse" einschüchtern, versuche nicht jemand anderes zu sein, geh deinen Weg! Ähnliche Themen ziehen sich eigentlich durch so ziemlich alle "Hughes" Produktionen, alle haben diesen Subtext. Er war der erste Filmschaffende dessen Produkte ich mir gezielt ausgesucht habe. Der Neueste J.H. Film blieb immer Pflicht.

John Hughes kann mann getrost zum Sprachrohr einer ganzen Generation erklären.
Ein Journalist hat (auch sehr treffend und schön) gesagt, "John Hughes war für die Jugend 80er Jahre genauso wichtig, wie "Shakespeare" es für die Jugend seiner Zeit war", er verstand die Jugend, verspottete sie nicht, sprach ihr aus dem Herzen, kannte ihre Ängste, Wünsche und Träume.

Eine meiner schönsten Erinnerungen stammt aus "Ein Ticket für Zwei", wenn John Candy alleine auf dem Bahnhof sitzt und Steve Martin erklärt, daß seine Frau (von der er den ganzen Film über gesprochen hat und die er über alles liebt) schon längst verstorben ist. Ein wunderbarer Moment, klasse gespielt und inszeniert, ganz großes Kino!

Immer um die Weihnachtszeit schaue ich mir diesen Film zusammen mit "Christmas Vacation" (Schöne Bescherung) an.

Lieber Martin, dank dir kommen diese wunderbaren Momente meiner Kindheit wieder hoch, danke für deine Laudatio, du schreibst genauso feinfühlig, wie John Hughes seine Filme inszeniert hat. Er wäre dir sicherlich sehr dankbar für deine Worte. Wenn ein Künstler es schafft mit seiner Arbeit, Menschen zu so schönen Worten hinzureisen, dann hat er wahrlich ein erfülltes Leben gehabt.

Eigentlich schon eigenartig, ein Mensch schreibt über jemand anderen derart liebevoll, obwohl man sich eigentlich nie kennen gelernt hat. Manche Menschen hören diese Dinge nicht einmal von ihren Angehörigen zu Lebzeiten, geschweige denn, wenn sie gestorben sind!

An diesem Beispiel sieht man eigentlich wie mächtig Filme ihre Macher und ihre Geschichten eigentlich sind, wie dieses Medium uns (mit)zuprägen vermag, auf uns einwirkt, ja uns teilweise richtig formt.

P.S. wenn mein Dienst zu Ende ist werde ich nach Hause gehen und mir zum 1000000Mal L.I.S.A anschauen!!!!!!

R.I.P John Hughes, Ein Engel mehr im Himmel (der vermutlich einen BH am Kopf trägt)
‹ Zurück 1 Weiter ›
[Kommentar hinzufügen]
Schreiben Sie einen Beitrag zu dieser Diskussion
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Eingabe des Log-ins
 


 

Zur Diskussion

Teilnehmer:  2
Beiträge insgesamt:  2
Erster Beitrag:  07.08.2009
Jüngster Beitrag:  17.08.2009

Neu! Bei neuen Einträgen eine E-Mail erhalten.

Das Thema dieser Diskussion ist
The Breakfast Club
The Breakfast Club von Judd Nelson (DVD - 2005)
4.6 von 5 Sternen (227)