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Quicksilver Taschenbuch – 18. April 2006

3.4 von 5 Sternen 53 Kundenrezensionen

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Nach den beiden Science-Fiction-Romanen Snow Crash und Diamond Age und dem Kultbuch Cryptonomicon überrascht Neal Stephenson seine Leser ein weiteres Mal: Quicksilver spielt im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert und unternimmt nichts weniger als eine Geschichte der aufstrebenden Naturwissenschaften aus der Froschperspektive.

Am vornehmen Trinity College hat es Daniel Waterhouse, ein Urahn der gleichnamigen Figur in Cryptonomicon, als Sohn eines armen Puritaners unter lauter Adelssprösslingen schwer. Trotzdem gelingt es ihm, mit dem jungen und genialen Isaac Newton Freundschaft zu schließen. Gemeinsam führen sie riskante -- und oft hahnebüchene -- Experimente durch und machen sich einen Namen als “Naturphilosophen”.

Unterdessen versucht der Londoner Herumtreiber Jack Shaftoe -- auch dieser Name ist uns aus Cryptonomicon bekannt -- in den Wirren der Türkenkriege am Leben zu bleiben. Während der Belagerung von Wien im Jahr 1683 gerät er an die Haremssklavin Eliza, die sich nicht nur als äußerst schön, sondern auch als über die Maßen intelligent erweist. Ihre herausragenden kaufmännischen Fähigkeiten ermöglichen ihr alsbald den Aufstieg in höhere Adelskreis, eine “Karriere”, die für eine Frau von einfacher Abstammung allerdings auch einige Gefahren in sich birgt ...

Es ist unmöglich, den zahlreichen Figuren und Handlungssträngen dieses Mammutwerkes in wenigen Zeilen gerecht zu werden. Neal Stephenson hat ein kluges, witziges und in jeder Beziehung atemberaubendes Buch geschrieben. Quicksilver ist Historienschmöker, Wissenschafts-Thriller und Schelmenroman -- und lässt sich doch in keiner Schublade unterbringen. Literatur auf diesem Niveau zeigt, wie gegenstandslos Diskussionen über Genrezuordnungen oder E- und U-Literatur eigentlich sind.

Auf Englisch sind die beiden Folgebände The Confusion und The System of the World bereits erschienen. Warum der deutsche Verlag beschlossen hat, den Buchtitel im Original zu belassen, ist nicht ganz nachvollziehbar. Trotzdem ist Quicksilver eine hundertprozentige Empfehlung, denn das TIME MAGAZINE hat Recht: “Sie werden sich wünschen, dass das Buch nie zu Ende geht!” --Hannes Riffel -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

„‚Quicksilver' ist Wissenschaftsthriller, Historienschmöker und Schelmenroman auf höchstem Niveau.“ (SZ Wissen)

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Bei diesem Buch gilt: "Der Weg ist das Ziel". Dies ist das erste Buch von Neal Stephenson, das ich gelesen habe (und es wird nicht das letzte sein!). Verschiedentlich wurde es mit den Werken von Umberto Eco verglichen, und dies ist durchaus zutreffend: beide Autoren haben einen aehnlich dichten Schreibstil, der sich inbesondere durch zahlreiche erzaehlerische Ausschweifungen auszeichnet. Und genau darin liegt der Wert des Buches: nicht in der Handlung, sondern in der abwechslungsreichen Schilderung der gesellschaftlichen Umstaende, philosophischer und religioeser Dispute, der teilweise voellig absurden Experimente der Naturphilosophen, der politischen Hintergruende (hier sollte man etwas Gelassenheit mitbringen, da diese ohne weiteres Hintergrundwissen tatsaechlich ziemlich verwirrend sind) usw. Wem dies alles zu langatmig ist, sollte sich lieber an Dan Brown halten. Wer allerdings Buecher liebt, die sich nicht direkt vom Start ins Ziel begeben, sondern gemaechlich maeandern und dabei intelligent unterhalten, sollte dieses Buch lesen.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Dieses Buch scheidet mal wieder die Geister. Die einen findens langweilig oder haben nicht gemerkt, dass es sich um einen 3-teiler handelt und mukieren sich über die vielen Handlungsstränge, welche nicht nur sehr unterschiedlich in ihrer Länge sind, sondern auch nie ein Ende zu finden scheinen oder nie zusammengeführt werden.
Die anderen loben es in den Himmel.

Dazu muss ich sagen, ich würds ja auch am liebsten hoch loben. Aber wie in allen meinen Rezesionen bin ich auch wieder etwas bemüht die negativen Seiten, die mich aber nicht sonderlich störten, ausfindig zu machen.
Tja, die negativen Seiten wären: Es ist zeitweise etwas langatmig, und die vielen Handlungsstränge scheinen weder zu enden, noch zusammengeführt zu werden.

Wobei zu der langatmigkeit des Buches zu sagen ist: es ist nunmal doch ein bischen ein Buch für Gimps, Nerds oder Technikfreaks. Der Autor kann seine beruflichen Wurzeln aus dem Bereich der Informatik nicht leugnen und verliert sich gern in technischen und naturwissenschaftlichen Fragen und Erklärungen.
Die Highlights in seinen Büchern sind die aberwitzig Schrägen Charaktäre und ihre etwas überzogen wirkenden Abenteuer. Wenn er es wieder einmal etwas mit der Theorie in den Waterhouse Geschichten übertrieben hat, folgt eine aberwitzige Erzählung über die Abenteuer von Shaftoe.

Kein Buch für Neal Stephenson - Einsteiger. Habt ihr gegen SciFi nichts einzuwenden versucht es mal mit Snow Crash. Mögt ihr Geschichtlich angehauchtes, dann nehmt Cryptonomicon zur Hand (Was generell hilft die Charaktere dieses Buches schneller zu verstehen).
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Format: Taschenbuch
Der Roman des Barock - und auch ein barocker Roman, jedenfalls vom Aufbau her. Im wesentlichen wechseln neben einer Einführungsgeschichte, die Anfang des 18. Jahrhunderts spielt, zwei bis drei Erzählstränge einander ab. In diesen wird zeitlich munter hin- und hergesprungen. Einen auch nur halbwegs einheitlichen Handlungsstrang gibt es nicht; der Leser muß sich damit zufriedengeben, daß vieles passiert und nichts geschieht. Denn es gibt kein erkennbares Ziel, keine Spannung im klassischen Sinne.

Wer daran Freude hat, immer neue Ideen und Gedankensprünge zu teilen, der wird in diesem Buch Erfüllung finden.

Es erübrigt sich, den Inhalt kurz zusammenzufassen, da der Roman letztlich keine Geschichte erzählt, sondern den Leser durch scheinbar willkürlich geöffnete und geschlossene Schaufenster dem Leben einiger Personen in ihrem geschichtlichen Zusammenhang zusehen läßt.

Dennoch ist der Roman fesselnd, denn man erwartet immer wieder besondere Ereignisse, die "Wende", in der die einzelnen Bilder zu einem Mosaik, das als ganzes ein Bild erkennen läßt, zusammengesetzt werden. Und wenn man über die einzelnen Abschnitte nachdenkt, erkennt man, daß genau das geschieht: Die verschiedenen Ereignisse lassen den Leser so in die Welt des ausgehenden 17. Jahrhunderts eintauchen, daß die blinden Stellen zwischen den einzelnen, angesprochenen Punkten vom eigenen Denken ausgefüllt werden.

Oder, um es mathematisch auszudrücken: Stephenson setzt in einer Ebene Punkte, die er dem Leser mitteilt. Die Verbindung zwischen den Punkten, die geometrische Formen und damit Kalküle ergibt, muß der Leser selbst ziehen.
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Format: Taschenbuch
Es ist unglaublich, genaugenommen ein literarischer Skandal, daß die Übersetzung der zwei Folgebände dieses Meisterwerks noch nicht erschienen ist!
Diesen Ausruf zuoberst, und damit dürfte klar sein, wie ich Stephensons jüngstes auf Deutsch erschienenes Buch bewerte. Es mußte vielleicht erst ein Amerikaner kommen, um ein derartig pralles Portrait des barocken Europas zu entwerfen. Ich hatte es mir von Eccos "Insel des vorigen Tages" erhofft und war enttäuscht worden, kannte das siebzehnte Jahrhundert also bislang eher aus Mantel- und Degenromanen wie Dumas "Die drei Mustetiere". Doch was damals so alles "abging" hierzulande, das weiß erst Stephenson zu schildern.

Anfangs ergeht es einem mit diesem Buch wie schon mit dem "Cryptonomicon" und "Diamond Age" - man ist etwas verwirrt von den verschiedensten Handlungsstängen, Zeitsprüngen, abrupten Themen- und Stilwechseln. Nach dem Motto: "Immer gerade dann, wenn's spannend wird!"
Normaler auktorialer Erzählstil wird abgelöst von eher personaler Sichtweise, von Sitzungsprotokollen der Royal Society (der Vereinigung der ersten britischen Naturwissenschaftler), Briefpassagen oder Theater-Texten. Mindestens drei Haupthelden, Jack Shaftoe, Daniel Waterhouse und Eliza werden eingeführt, dazu Dutzende anderer "Nebencharaktere" am Leben erhalten, von Newton bis Leibniz, vom Sonnenkönig bis zu Wilhelm von Oranjen, nicht zu vergessen den unsterblichen Henoch Root. Das Hofleben in Versailles kommt ebenso vor wie eine Walpurginsnacht im Harz, der Türkenansturm auf Wien, die Pest mit anschließendem Großbrand in London, die Vorläufer des Massachusetts Institut of Technologies oder das Leben im seltsamen Staate Qhwglm (oder so ähnlich).
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