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Kommentar: 18,0 x 11,6 x 2,4 cm, Taschenbuch btb Verlag, 02.11.2009. 304 Seiten Remittendenexemplar Gute Bücher für einen guten Zweck! Mit Rechnung und ausgewiesener Mwst.
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Pura Vida: Leben und Sterben des William Walker - Roman Taschenbuch – 2. November 2009


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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Ein faszinierendes Buch. Das ist so viel Stoff, dass kaum vorstellbar ist, wie man den auf gerade einmal 300 Seiten unterbringen will, aber Deville meistert diese Aufgabe leichtfüssig. ... Mehr als ein Roman, instruktiv und spannend zugleich, und sein Titel komplett ironisch. (Knut Cordsen, BR Kulturwelt)

"Packend und mit leisem Humor erzählt Deville von den Protagonisten der zahlreichen Revolutionen dieses Erdteils."

(Birgit Rèthy, 3sat)

"Deville auf Komprimierung, auf Verdichtung. Deshalb sollte man seinen Roman 'Pura Vida' betont langsam lesen. Es lohnt. Denn er erzählt von den Wegen unser aller Träume, von der Unmöglichkeit, ihnen auf Dauer gerecht zu werden, von den verschiedenen Ebenen des Verrats an ihnen." (Christoph Vormweg, Deutschlandfunk "Büchermarkt")

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wer ein wahrer Kenner des Boogie-Woogie aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ist, der hört diesen ein wenig absurden und mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmenden Satz aus einem Lied von Guy Lombardo und seinen Royal Canadians.
Nicaragua war damals von der nordamerikanischen Armee besetzt, und das Land stand vielleicht vor seiner musikalischen Integration. Managua Nicaragua, als wäre es Nashville Tennessee. Von der Guerilla des glorreichen Generals Sandino attackiert, stachen die Marines 1933 wieder in See. Und die Vereinigten Staaten überließen die Leitung ihrer Tanzbars und die Vertretung ihrer Interessen ebenso wie die damit verbundenen niederen Arbeiten der Fürsorge General Somozas.
Einige Monate später, im Februar 1934, ließ Somoza Sandino ermorden.

Managua Nicaragua is a beautiful town, und der rote Samtvorhang in der großen Music-Hall der Geschichte hebt sich über einem Conferencier in schäbigem Frack und Zylinder mit einem Spazierstock in der Hand, der dem Publikum die wunderbare und schreckliche und dennoch wahre Geschichte Nicaraguas ankündigt, während Guy Lombardo und seine Royal Canadians hinter ihm auf die Bühne kommen und ihre Instrumente stimmen ... Einige Akkorde dieses Liedes kann man in Carol Reeds Film Der dritte Mann hören, obwohl die Verfilmung des Romans von Graham Greene gar nichts mit Nicaragua zu tun hat. Im Nachkriegswien wird es allerdings von einem anderen Orchester angestimmt, und zwar vor einem Haufen nikotinsüchtiger und depressiver Spione in einer Bar der amerikanischen Zone.
Zu einem verteufelt schnellen Rhythmus beschreibt der Text, eine nostalgische Schnulze, das beschauliche Leben in den Tropen, eine kleine Ranch mit weißen Rindern unter Palmen. In der Mitte des verwüsteten Europas, im besetzten Wien Österreich, von den Siegermächten in vier internationale, mit Stacheldraht getrennte Zonen geteilt, erschien Managua Nicaragua wie ein fernes Paradies.
Ich hatte eine kleine Kuh, eine kleine Ranch und eine Verlobte ..."
Wenn Ende des 20. Jahrhunderts ein Flugzeug zur Landung auf dem Flughafen Augusto Cesar Sandino bei Managua ansetzt, neigt es sich bisweilen, je nach Windrichtung, sehr tief zum grünblauen Wasser des Lago Xolotlän, wie der Managuasee in Nicaragua heißt, am Fuß des Vulkans Momotombo hinunter und überfliegt den zerzausten Palmenwald, zu dem ein Teil Managuas nach dem Erdbeben von 1972 wieder geworden ist.
Wenn heute ein etwas dicklich gewordener alter Boogie-Woogie-Fan, einer von jenen Männern, die in ihrer Jugend bei den Besatzungstruppen in Mitteleuropa dienten, mit einem Panamahut, einem Anzug in abgetöntem Weiß und einer roten Krawatte, in der Hand einen Flasche Whisky, an einem der kleinen runden Flugzeugfenster sitzt, könnte er meinen, er kehre in die kleine Hauptstadt der Bananenrepublik zurück, die Managua vor der Diktatur der Somozas war.

Lange zuvor, in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, herrschen den Historikern nach unsichere und wilde Zeiten mit weißen Flecken auf den Landkarten und Männern, die im Taumel eines geplatzten Traums auf gut Glück durch einen dunklen Dschungel laufen. Zweige peitschen in ihre Gesichter und gegen ihre Hände, mit denen sie Waffen umklammern. Seit sechs Wochen sind sie auf der Flucht, mit jedem Schritt werden ihre Stiefel schwerer, hält der Schlamm sie stärker fest. An den schmierigen Wurzeln verstauchen sie sich die Knöchel. Manchmal fällt einer von ihnen hin und fleht, doch man lässt ihn zurück. Mit weit aufgerissenen, blutunterlaufenen Augen schlagen sich die Besiegten in die Büsche, lassen sich von einer Armee und ihren Schüssen in eine Gegend des Waldes jagen, die sie nicht kennen, ein Haufen ausgehungerter und gehetzter Söldner, die eines Abends entdecken müssen, dass man sie auf diese Weise ans Ufer eines Flusses treibt, den sie nirgendwo überqueren können.
Als sie keuchend, schlämm- und blutverschmiert aus dem Wald kommen, laufen die Kräftigsten noch auf etwas zu, das aussieht wie ein altes kleines Fort oder eine Ansammlung von Hütten, die sich unter die dunkle Vegetation ducken. Ringsum verschlungenes Geäst, das in gelbes und morastiges Gewässer taucht, und in dem aufgeschreckte Papageien kreischen, darüber lange orangefarbene Striemen, die den aschgrauen Himmel aufreißen.
Im Schutz der Palisaden aus wurmstichigen und von Lianen zerfressenen Rundstämmen können die Überlebenden zum ersten Mal seit sechs Wochen gezählt werden: Von den fünfundsechzig Mann, die Trujillo verließen, sind noch einunddreißig übrig. Sie verbinden ihre Wunden mit dreckigen Lappen, reihen die Waffen und die nasse Munition auf ihren Soldatenmänteln aneinander. Der kleine, am Bein verletzte junge Mann, der sie anführt, inspiziert diese Kämpfer, die er größtenteils nicht kennt. Nur fünf oder sechs sind Veteranen seiner Feldzüge in Nicaragua. Er überlässt seinem Stabschef die unmögliche Aufgabe, sie auf eine Belagerung vorzubereiten. Wachsam beobachten die Soldaten in der Nacht die großen, goldgelben Augen, die ebenso wilden Tiere wie honduranischen Soldaten gehören könnten. Bald, in wenigen Stunden, wenn in der Morgendämmerung die Luftspiegelungen entstehen, wird die Armee zum Angriff blasen.
Der kleine, hinkende junge Mann verkriecht sich mit den Trümmern seines Ruhmes und seines Hochmuts in einer der Baracken, seinem letzten Palast, aus dem er vielleicht, so zumindest stelle ich es mir gern vor in dem Moment, da ich ihn seinem zehnfach verdienten Schicksal überlasse, einen Tapir oder einen Ameisenbären verjagt, der dort vor den tropischen Regenfällen Zuflucht gesucht hat. William Walker lädt seine Pistole durch. Es ist der 2. September 1860. Nach all den Niederlagen weiß er jetzt, nachdem von den sieben Jahren des Kampfes nur die Entschuldigung und zweifellos das Heldentum bleiben, sein Möglichstes getan zu haben, in welcher Gegend Mittelamerikas seine Flucht ein Ende finden wird. Er weiß, dass sein Leichnam hier verwesen wird, irgendwo in der Region Gracias a Dios im Nordwesten von Honduras, einem der fünf Länder, die er verwüstet hat und die gemeinsam nicht größer sind als Frankreich. Aber sein Wissen ist unvollständig. Den Namen dieses dunklen und schlammigen Wasserlaufs mitten im Dschungel kennt er nicht. Es ist der Rio Tinto.
Ihm bleiben noch zehn Tage zuleben.



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