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    Preußen und die Wurzeln des Erfolgs Gebundene Ausgabe – 23. September 2004

    4,6 von 5 Sternen 37 Sternebewertungen

    Nach Adam Smith (1728-1790), dem weltbekannten englischen Nationalökonomen, spiegelt sich der Erfolg einer Wirtschaft im Freiraum des einzelnen wider. 100 Jahre später erklärte der englische Philosoph Herbert Spencer (1820-1903) wiederum, daß in einem obrigkeitlichen und militanten Staat keine leistungsfähige Wirtschaft entstehen könne. Während der Kaiserzeit gehörte Preußen-Deutschland weltweit zu den erfolgreichsten Volkswirtschaften. Ebenso war es in Bildung und Wissenschaft die führende Nation. Bödecker geht der Frage nach, warum dem Deutschen Kaiserreich trotzdem in der gegenwärtigen historischen Literatur Eigenschaften unterstellt werden, die seinem wirtschaftlichen Erfolg geradezu entgegenstehen: Militarismus, obrigkeitsstaatliche und autoritäre Verformung des Volkes. Seine Analysen reichen bis zu den Wurzeln: Adel, Pietismus und Aufklärung. Der preußische Rechtsgelehrte Christian Thomasius (1655-1728) hielt in Halle seine berühmten Vorlesungen gegen die Vorurteile. Sie seien das Ergebnis ideologischer Mystik und blockierten die Urteilsfähigkeit. Mit seinen Texten kritisiert Bödecker die Vorurteile gegenüber der preußisch-deutschen Geschichte. Dazu nennt er Zahlen und Daten, die weder in Schulbüchern noch in den Medien oder historischen Büchern enthalten sind.

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    Produktinformation

    • Herausgeber ‏ : ‎ Olzog
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 23. September 2004
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 376 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3789281476
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3789281471
    • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.424.683 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
    • Kundenrezensionen:
      4,6 von 5 Sternen 37 Sternebewertungen

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    Ehrhardt Bödecker
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    Kundenrezensionen

    4,6 von 5 Sternen
    37 weltweite Bewertungen

    Spitzenrezensionen aus Deutschland

    • Bewertet in Deutschland am 13. März 2025
      Formatieren: Gebundenes BuchVerifizierter Kauf
      Wer unsere deutsche Geschichte liebt, der wird dieses Buch verschlingen. Manches ist wohl etwas anders abgelaufen, aber dazu müßten die Archive bei einigen noch erforscht oder freigegeben werden. Es gibt ja sehr viel, was heute so noch nicht erzählt werden darf.
    • Bewertet in Deutschland am 6. April 2020
      Formatieren: PaperbackVerifizierter Kauf
      Der Autor erzählt anhand Daten und Fakten wie das Deutsche Kaiserreich so erfolgreich werden konnte.
      Ich empfehle es jedem, der sich mit unserer Geschichte aus­ei­n­an­der­set­zen möchte.
      3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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    • Bewertet in Deutschland am 17. Dezember 2017
      Der Autor wirft einen detaillierten Blick auf den Aufstieg Preußens. Ein Muss für jeden geschichtsinteressierten Menschen, welcher dem in weiten Teilen grotesken Narrativ aus Leit- und Lizenspresse wenig abgewinnen kann.
      11 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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    • Bewertet in Deutschland am 20. September 2020
      Das Buch arbeitet heraus, wie Preußen bzw. schon seine ersten Könige generationenlang seine Beamten evangelisch erziehen ließ und damit auch das deutsche Kaiserreich prägte: Unbestechlichkeit, Korrektheit, Pflichtbewußtsein.
      Die religiösen Details werden aber kaum dargestellt. Im Grunde nur drei Institute, im heutigen Sachsen-Anhalt, bildeten die Grundlage für diese Erziehung und Ausbildung.
      2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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    • Bewertet in Deutschland am 24. Februar 2018
      Ausgezeichnetes Buch der Geschichte Preußens und mit reichlich Daten belegt. Räumt mit vielen Vorurteilen auf und läßt einen selbst die Geschichte und andere Dinge neu bewerten.
      9 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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    • Bewertet in Deutschland am 10. November 2020
      Tadellos
      Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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    • Bewertet in Deutschland am 31. Oktober 2019
      Dieses Buch bringt Klarheit zu einem wichtigen Teil deutscher Erfolgsgeschichte ohne, dass eine "ideologische Geschichtsumschreibung" von Alliíerten der Nachkriegszeit einen Einfluß hat.
      EIne sehr gute und detaillierte Darstellung des Preußen vom Jahr 1680 an bis heute mit allen seinen positiven Erfolgen Dank der gesellschaftlichen Erziehung und Tugendhaftigkeit in Familie, Bildung, Wirtschaft, Landwirtschaft und des - auf das Wohl jedes einzelnen, schaffenden Bürgers und des Gemeinwohls anstrebenden - Staatswesens.
      Es wird nicht nur auf die "preußischen" Tugenden: Bildung, Fleiß, Ordnung, Disziplin, Eigenständigkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit eingegangen, sondern auch über die positive, gesellschaftliche Moral die dem Pietismus entstammt - und deren "Gründerväter" Christian Wolff (Philosoph), Christian Thomasius (Rechtsgelehrter) und August Hermann Francke (Theologe)- geschrieben.
      Der Erfolg des von Bismarck geschaffenen "sozialen Marktwirtschafts-Systems" und auch die Gesundheits- und Altersversorgung werden behandelt, die technische "Weltführerschaft" in Elektrizität, Chemie, Optik und Spezialmaschinen mit überdurchschnittlich vielen Nobelpreisträgern sind genauso Thema. Nicht unerwähnt und ausführlich behandelt ist die "geistige Vernichtung" des erfolgreichen Preußen durch die Alliíerten: Frankreich, Großbritannien, USA und auch Russland.
      4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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    • Bewertet in Deutschland am 1. November 2019
      Ehrhardt Bödecker (1925-2016), der Autor dieser Essaysammlung, wurde in Sachsen geboren und wuchs in Berlin auf, war im II. Weltkrieg Soldat und wurde schwer verwundet, war nach dem Studium zunächst Anwalt und dann Privatbankier. Im (Un)Ruhestand gründete er nahe Berlin ein 'Brandenburg-Preußen-Museum'. Bödecker galt als profilierter Fachmann für preußische Geschichte.

      Das Buch enthält eine Sammlung von Essays, von daher hat ein Leser darüber hinwegzusehen, dass sich einige Punkte in den einzelnen Beiträgen wiederholen oder überschneiden - dies ist üblich bei Textsammlungen zum gleichen Thema und auch - so wie hier - oft vorteilhaft.

      Bödeckers Motivation springt in jedem der Essays in die Augen: Er wollte Preußens Ansehen und Ruf rehabilitieren; die preußische Geschichte wollte er durch harte, unwiderlegbare Fakten ins rechte Licht rücken. Bödecker stellte seine Sicht auf Preußen dem verzerrten Preußenbild entgegen, dass nach seinem Empfinden der Großteil der deutschen Historiker und Politikwissenschaftler beharrlich verkündet(e). Ein von Bödecker genanntes Beispiel ist der Politikprofessor Kurt Sontheimer, der 1981 forderte, dass die These der preußischen Schuld an der deutschen Katastrophe im Sinne der erfolgreichen Demokratisierung Deutschlands jetzt und zukünftig stetig gepflegt werden müsse, völlig egal, ob die Behauptung der Linie von 'Friedrich des Großen über Bismarck zu Hitler' richtig oder falsch ist. Ernst Friedländer, Emigrant der ersten Stunde und nach 1945 einer der ersten Zurückgekehrten, merkte schon in den ersten Nachkriegsjahren gegenüber dem Theologieprofessor Karl Barth kühl an, dass das Behaupten dieser Linie einfach nur falsch ist.

      Wenn Bödecker von 'Preußen' sprach, bezog er sich in der Regel auf Preußen im engeren Sinne. Schrieb er dagegen von 'Preußen-Deutschland', überschaute er zumeist nur das 1871 gegründete deutsche Kaiserreich, dessen Ausstrahlung durch die Dominanz des Bundesstaats 'Königreich Preußen' die eines 'Großpreußen' war. Folglich sprach Bödecker ganz richtig von 'Preußen-Deutschland' und vermerkte, dass dieser Staat in Europa unbeliebt war und misstrauisch beäugt wurde - schon die 1866 erfolgte Gründung des 'Norddeutschen Bundes' unter preußischer Führung war unerwünscht, der russische Zar versuchte vergeblich diese Gründung unter Verweis auf die Wiener Schlussakte von 1819 zu verhindern.

      Den Vorwurf, dass 'Preußen' oder 'Preußen-Deutschland' ein rückständiger Obrigkeitsstaat war, verwarf Bödecker als falsch. Die süddeutschen Staaten des Kaiserreichs, die dem 'Norddeutschen Bund' vormals wegen dessen liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik reserviert gegenüberstanden, konnten eher als rückständig gelten. Bödecker belegte anhand etlicher Fakten und vieler statistischer Daten: 'Preußen-Deutschland' war im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts der modernste und fortschrittlichste Industriestaat, hatte die geringste Analphabetenquote, das höchste Bildungs- und Wissenschaftsniveau, die geringste Pro-Kopf-Steuerbelastung in Europa und die Führerschaft im industriellen Bereich (Chemie, Optik, Elektrizität, Maschinenbau) inne. Wirtschaftliche Kennziffern bestätigen diese Sicht Bödeckers, dass die Wirtschaftsleistung 'Preußen-Deutschlands' am Vorabend des I. Weltkriegs in wichtigen Schlüsselbranchen höher war als die Leistung der Triple Entente zusammengenommen.

      Solche Erfolge fallen nicht vom Himmel, nach Bödecker waren diese auch dem Staat an sich zu verdanken, weil die preußische Verwaltung die weltweit effektivste war, mit kurzen Verwaltungswegen und einem weiten Ermessensspielraum. Etwas, was den Bürgern ebenfalls im privaten und gewerblichen Umfeld enorme Freiheiten und Handlungsspielräume brachte - kurz, durch wenig Gängelei der Behörden hatten Spontanität und Kreativität ein großes Spielfeld. So gab es z. B. die Unterrichtspflicht und keinen Schulzwang, so dass das Heranbilden des Nachwuchses ebenfalls kreativen Spielraum bot.

      Auch die ständig zu hörenden Einwürfe, dass 'Preußen-Deutschland' demokratisch rückständig war und den westlichen Staaten, insbesondere dem britischen Staat, hoffnungslos hinterherhinkte, ließ Bödecker nicht gelten. Er zeigte anhand der nackten Zahlen, dass in Preußen und Sachsen trotz des Dreiklassenwahlsystems mehr Bürger wahlberechtigt waren als auf den britischen Inseln. Weiter legte Bödecker vor, dass in 'Preußen-Deutschland' nach 1871 rund 22% der Bevölkerung wahlberechtigt waren; hingegen waren es im United Kingdom vor der Wahlrechtsreform von 1884 nur 9% und danach auch nur 14%. Das gleiche, geheime und direkte Wahlrecht führte schon der 'Norddeutsche Bund' ein und wurde vom Kaiserreich nur übernommen, während United Kingdom dieses Wahlrecht erst 1918 einführte. 'Preußen-Deutschland' hatte eine Verfassung, die den drei Staatsgewalten Grenzen zog, während die Allmacht des britischen Parlaments bis heute Realität ist. Auch in Sachen Rechtspflege fertigte Bödecker 'Preußen' und 'Preußen-Deutschland' ein gutes Zeugnis aus; die Aussaat der Gelehrten der Universität Halle (bspw. Christian Thomasius und Christian Wolff), ging auf und die eingefahrene Ernte war gut. Die preußische Rechtspflege sei systematisch und geordnet gewesen, die angelsächsische hingegen chaotisch.

      Ebenfalls nicht gelten ließ Bödecker den Vorwurf des kriegslüsternden und kriegstreibenden Militarismus. Die hohe Stellung und das hohe Ansehen der Militärs in 'Preußen' und 'Preußen-Deutschland' verleugnete Bödecker keineswegs, doch machte er darauf aufmerksam, dass 'Preußen' zeit seines Bestehens im Vergleich mit Großbritannien und Frankreich - diese beiden Staaten waren in diesen Zeiten in einer immensen Zahl von Kriegen involviert gewesen - an wenigen Kriegen beteiligt war und geradezu friedfertig ausschaut.

      Kritik:
      Dies klingt alles recht gut und ist auch richtig. Nichtsdestotrotz wirkt Bödecker parteiisch, bedingt durch seine - von ihm nicht verschwiegene Intention - sein Gemälde über 'Preußen-Deutschland' in leuchtenden Farben strahlen zu lassen. Diese unverhohlene Sympathie Bödekers führte eben auch zum einseitigen Werturteil zu Gunsten Preußens.

      Bei den Passagen, die Bildung und Wissenschaft thematisieren, rief Bödecker als Kronzeugen mehrmals Wilhelm Röpke auf, dessen Kritik an der Bildungsideologie der so genannten Reformer des 20. Jahrhunderts Bödecker auszugsweise zitierte: "Die Verflachung, Einebnung, Unselbständigkeit, Herdenhaftigkeit und banale Durchschnittlichkeit des Denkens, die wachsende Herrschaft der Halbbildung, die Zerstörung der Hierarchie, der geistigen Leistungen und Funktionen".
      Nur, der Niedersachse Röpke ist ein schlechter Kronzeuge für Bödeckers Preußenengagement; denn Röpke stand 'Preußen-Deutschland' sehr skeptisch und extrem kritisch gegenüber, Röpke wollte Deutschland "entpreußen". Für Röpke hatte gerade Bismarck wichtige Weichen falsch und nicht zielführend gestellt. Röpkes Ordnungsvorstellungen zum deutschen Gemeinwesen waren vergleichbar mit den Vorstellungen Niebuhrs (1776-1831), der Parallelen zwischen Deutschland und der griechischen Polis ausmachte, deren kulturelle Einmaligkeit durch die Konkurrenz vieler kleiner Staaten bedingt war. Und so ähnlich sollte nach Niebuhr der Weg des modernen Deutschland als Kulturnation sein. Zu einem großen Teil kann Niebuhr ohne Umstände zugestimmt werden, so wünschte sich jeder der Fürsten des Deutschen Bunds die besten Schulen, die beste Universität, die beste Infrastruktur und das beste Gewerbe für seinen Staat. Der Wettbewerb zwischen den Staaten des Deutschen Bunds beflügelte, so dass - wie Nipperdey (Deutsche Geschichte 1800-1918) zeigte - mindestens die Hälfte der bedeutenden naturwissenschaftlichen und für die Industrialisierung wichtigen Entdeckungen in den ersten sechs Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts durch Wissenschaftler der deutschen Staaten erfolgte. Folglich wurde die Saat der erfolgreichen Industrialisierung in den Jahrzehnten vor Bismarcks Reichsgründung gelegt, so dass 'Preußen-Deutschland', als es im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zur führenden Wirtschaftsnation wurde, im Grunde nur die Ernte einzufahren hatte.

      Bödecker wies zu recht den plakativ-populistischen Vorwurf eines "preußischen Kadavergehorsams" zurück; Kadavergehorsam war damals eher beim französischen Militär zu verorten. Bödecker wies nach, dass der durch die Gelehrten der Universität Halle - siehe oben - grundlegend entwickelte Verhaltenscodex für Soldaten und Beamte zwar der des Dienens war, jedoch durch die verbindliche Vorgabe, dass die Gebote Gottes Vorrang haben, bewirkte, dass Soldaten und Beamte einem Unrechtsbefehl den Gehorsam zu verweigern hatten.
      Dies ist richtig und es gibt reichliche Beispiele für erfolgreiche und noch dazu für Preußen nützliche Befehlsverweigerungen in der Geschichte. Nur, durch das ganze 19. Jahrhundert hindurch stand die christliche Religion von intellektueller Seite her sozusagen unter Dauerbeschuss. Etliche Bastionen der tradierten Werte des Christentums wurden geschliffen, so dass sich z. B. zu Anfang des 20. Jahrhunderts ein Monarch wunderte, dass er es doch tatsächlich mit einem wirklich gläubigen Mediziner zu tun hatte.
      Folglich ist, bei Einbeziehung jener Umstände, der Schluss wahrscheinlich, dass durch das Wegbrechen der religiösen Grundlagen die Skrupel zu Erteilung von Unrechtsbefehlen schwanden und auch die Hemmschwelle zur Befolgung solcher Befehle sank. Dies galt allgemein für ganz Europa, nicht nur speziell für 'Preußen-Deutschland' alleine. In diesem Rahmen hätte Bödecker etwas mehr differenzieren dürfen.

      Noch andere Punkte, die kritisch zu beleuchten wären, ließen sich anführen, wie z. B. Bismarcks Übergang zu Schutzzoll und Protektionismus ab 1877. Dies war ein Rückschritt für den internationalen Handel und gleichzeitig der erste Schritt der Hinwendung zum Merkantilismus des untergegangen geglaubten und in den 1880er Jahren durch Bismarck in Teilen wiederbelebten paternalistischen Staates des aufgeklärten Absolutismus; den Bödekers "Kronzeuge" Wilhelm Röpke in Bausch und Bogen verwarf.
      Auch das erfolgreiche Vabanquespiel und der Machiavellismus Friedrich II. wirkten auf lange Sicht gesehen für die deutschen Lande nicht vorbildlich und vorteilhaft; denn sobald schon nur mittelmäßige Geister an die Schaltstellen des Staates gelangten und das Wagnis eingingen derart wie Friedrich II. auf dem Schachbrett der Politik zu spielen, waren Misserfolg und Niedergang sozusagen vorprogrammiert.

      Fazit: Obwohl mir das Buch gut gefallen hat, gebe ich der Essaysammlung nur vier Sterne. Die sachliche und kühle Art, mit der Bödecker unverzagt gegen die falschen und verfälschenden Darstellungen 'Preußen-Deutschlands' bürstete, war richtiggehend wohltuend. Nichtsdestotrotz, Bödeckers persönliches Pro-Preußen-Engagement trübte ihm letztendlich auch mitunter - bei wichtigen Aspekten - den unvoreingenommenen Blick.
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