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am 8. Januar 2017
Der Anfang von 'Plenty' ist wahrlich dilettantisch gefilmt, wenn man den überstanden hat wird der Film - formal, nicht inhaltlich - erträglicher.
Dennoch:
'Plenty' möchte vieles - soll man sagen: alles? - zugleich sein, weshalb der Film schon dieser Hypertrophie wegen scheitert. Die Hauptfigur Susan Traherne ist konzipiert als eine Art englische Jeanne d'Arc, als Miss Britannia, eine Figur, die die verklemmte Sehnsucht des Autors nach alter Größe des Imperiums zum Ausdruck bringen soll. Und zugleich verkörpert sie die Einsicht, daß diese Größe unwiderruflich verloren geht. Damit ist sie selbstverständlich überfordert, sie muß eine politisch angelegte bipolare Störung entwickeln, mit der sie, stellvertretend für David Hare, seine Verzweiflung am Verschwinden des britischen Weltreichs nicht ertragen kann. Weshalb sie am Ende schlicht dekompensiert und schon als das kleine Mädchen scheitert, das in den Krieg zog, um in der französischen résistance die Freiheit und Größe der (ersten) Welt zu verteidigen. Der - selbstverständlich - männliche Helfer dabei fällt ihr buchstäblich am Fallschirm schwebend vor die Füße, ihr Kindertraum geht in Erfüllung, er wird nur eine Nacht bleiben, er muß an anderer Stelle für die Freiheit tätig sein, aber diese eine Nacht der Liebe wird ihr ewiger Jungmädchentraum bleiben, ihn wird sie ihr ganzes weiteres Leben als Monstranz vor sich sehen. Dieses weitere Leben ist von ihrer zunehmenden Bewußtseinsspaltung erfüllt, nach dem Krieg lebt sie zunächst unschuldig naiv in der londoner Bohème, arm und glücklich sich selbst verwirklichend, aber das materielle Gift der Neuzeit frißt an ihr. Sie lernt einen Angehörigen des auswärtigen Dienstes kennen, er wird ihr Wochenendgeliebter, im übrigen ist sie emanzipiert, hier ein Techtel, dort ein Mechtel, tatkräftig unterstützt von einer verrückten, aber sehr bodenständigen Freundin; irgendwann will sie sogar einen nahezu fremden Mann zum Vater ihres Kindes machen, es klappt nicht, sie wird nicht schwanger - für das alte Großbritannien wird es keinen Nachwuchs geben. Danach versammelt der Autor alle ihm wichtig erscheinenden Momente der Nachkriegsgeschichte - die Krönung von EIIR, den Suezkrieg - und verknüpft diese Ereignisse mit dem Werdegang seiner Protagonistin. Ihr psychischer Abstieg ist verbunden mit ihrem materiellen Aufstieg - Britannia verliert die Seele und wird dafür reich - schließlich ist sie gesellschaftlich oben angekommen, verheiratet mit dem Wochenendliebhaber. Dann, mehr als zwanzig Jahre nach dem Krieg, nach dem Verlust ihrer Unschuld, hält sie die Diskrepanz nicht mehr aus, sie will den ganzen materiellen Reichtum aus dem Haus werfen, sie möchte endlich wieder loslassen können, unvernünftig sein - und ihr Ehemann will sie in die Klapse stecken. Und nun geschieht das Wunder, ihre Jugendliebe, der Mann der einen Nacht in Frankreich, hat sie wiedergefunden, genau in dem Augenblick, in dem sie nach all dem Luxus in die Einfachheit zurückgekehrt ist, wieder ist er eine Nacht bei ihr und wieder verschwindet er - sie aber ist nun endgültig Gaga und halluziniert sich zurück in die Hügel der französischen Landschaft, in der sie als "Widerstandskämpferin" glücklich war.
Politisch ist das reaktionäre Scheiße, menschlich ist es purer Machismo, wie ihn Hare auch später offenbart hat, und psychologisch ist es vollendeter Schwachsinn, von Psychologie hat er noch weniger Ahnung als von Frauen.
Das einzige, was den Zuschauer diesen Film überstehen läßt, sind die Akteure, sie sind nahezu übermenschlich gut; Meryl Streep gibt die Verrückte mit allen Stilmitteln einer Ausnahmeschauspielerin; natürlich kann sie das verkorkste Skript, das nur aus Episoden besteht, nicht retten, ihre Gestalt bleibt episodisch, ein zusammenhängendes Charakterbild hat der Autor seiner Figur verwehrt - es würde ein Genie erfordern, dies zu erfinden und darzustellen; Tracey Ullman ist eine durchaus passende Ulknudel, aber die wesentlichen Darsteller sind Charles Dance als treuer und wahrlich fürsorgender Ehemann der Nervensäge sowie, in einer grandios gestalteten Rolle, John Gielgud als Sir Leonard Darwin, die Inkarnation eines Engländers der alten Schule, des alten Imperiums. Lediglich Sam Neill ist als Lazar, der angehimmelte Liebhaber der ersten und der letzten Stunde, so begrenzt in seinen Ausdrucksmitteln wie in vielen seiner Filme, man ist froh, ihn nicht lange ansehen zu müssen.
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am 23. Februar 2012
Wenn demanzipiert das Gegenteil von emanzipiert ist, bedeutet es hier, dass einer Frau die Emanzipation ausgetrieben wurde bzw. sie ist ihr vergangen. Diese deprimierende Schlussfolgerung kann man durchaus ziehen, obwohl der Originaltitel 'Plenty' ja so viel bedeutet wie etwas in Hülle und Fülle haben. Und das hat die zentrale Figur Susan (Meryl Streep) keineswegs - höchstens in bezug auf die Männer. Aber das ist nicht das Thema.
Eine Frau geht an der inneren Einstellung ihrer Landsleute (Charles Dance, Ian McKellan u.a.) zugrunde. Sie war ursprünglich lebenslustig und offen, knickt ein, wird tablettenmäßig stabilisiert, rastet in Selbsterkenntnis aus und kifft sich schier zu Tode. Dabei zeigte ihre äußere Lebenslinie doch steil nach oben: Widerstandskämpferin, Karrierefrau und Diplomatengattin. Aber die Unaufrichtigkeit, das Fehlen menschlicher Wärme und die Betonung von Takt und Haltung in der englischen Gesellschaft bringen sie um den Verstand. Vorübergehend provoziert sie und wird für geisteskrank gehalten, weil sie gegen die Ideale des englischen Gentlemans 'cool, calm and collected' aufbegehrt.
Meryl Streep in ihrer wohl diffizilsten Rolle. Sie ist die femme fatale, die Managerin, vorübergehend ein Heimchen dann aber wieder eine Furie.
Die komplexe Inszenierung verwirrt durch lokale Sprünge und Brüche in Susans Verhaltensweise. Hierher gehören auch die zeitlichen Bezüge wie die Krönungsfeierlichkeiten der Queen oder die Suezkrise. Das macht den Film nicht unbedingt zum Publikumsmagneten.
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am 28. Dezember 2005
Obwohl dieser Film wohl der unbekannteste von Meryl Streep sein mag, so muss ich unweigerlich zugeben, dass mir hier ihr schauspielerisches Talent sofort aufgefallen ist. Meryl Streep spielt unglaublich überzeugend eine junge Frau nach dem 2.Weltkrieg, die für ihre Ziele kämpft und sich niemandem unterordnet. Auch wenn das recht feministisch klingen mag, dieser Film ist für beiderlei Geschlecht geeignet.
Neben Meryl Streep stellt zudem Sam Neill als Lazar sein Können unter Beweis.
Zwar handelt es sich hierbei um eine Hollywood-Produktion, aber ab und zu kann das Resultat auch ein sehr anspruchsvoller und künstlerisch gestalteter Film sein.
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am 8. Mai 2011
Also ich muss als erstes einmal sagen, ich habe mir den Film gekauft, weil Meryl Streep mitspielt.
Aber dieser Film ist echt der Hammer. Und ich kann mich der schlechten Rezension hier überhaupt nicht anschließen.
Der Film hat eine super Story und für mich war hier alles klar.
Ich habe den Film zu meinem neuen Lieblingsfilm ernannt, weil er wirklich toll gemacht ist.
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am 16. Februar 2010
Dieser Film und seine Schauspieler haben mich begeistert. Meryl Streep spielt eine Engländerin, die während des Zweiten Weltkrieges in der Resistance aktiv ist. In dieser Zeit lernt sie Lazar(Sam Neill) kennen und lieben, obwohl sie in einer Zeit der Gefahr und Ungewissheit leben. Oder vielleicht gerade deshalb. Weil Gefahr und Ungewissheit ihr ein intensives Lebensgefühl geben.
Denn nach Ihrer Rückkehr nach England - als der Krieg beendet ist - findet sie schwer wieder in ein normales Leben zurück. In ein Leben ohne Gefahr, aber auch ohne Sinn. Sie heiratet einen Diplomaten ( hervorragend gespielt von Charles Dance), doch in dieser Ehe langweilt sie sich recht schnell. In Rückblenden sieht sie sich und ihr Leben in Frankreich und sehnt sich zurück, wohl wissend, dass es keine Möglichkeit zur Rückkehr gibt.
Es lohnt sich, diesen Film anzusehen und dann im Originalton, denn es ist eine Freude, Streeps Englisch zu hören.
Großartig war die Streep in der Schlussszene des Filmes, die mich sehr berührt hat.
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am 6. April 2010
... insbesondere davon, dass ich mich auf eine Rezension verlassen habe! Auch wenn Meryl Streep eine hervorragende Schauspielerin ist und das auch in diesem Streifen zeigen kann, ist der Film als Gesamtbild betrachtet einfach ... tja ... was ist das passende Wort für furchtbares Drehbuch, dumme und "mysteriöse" Story, absolut nicht nachvollziehbarer "Schlüssel" der Handlung. Das Verständnis fehlt für die Figur ... und Leute ... hallo!!! ... sie ist nicht erst durchgeknallt und egoistisch NACH dem Krieg geworden, sondern WAR es bereits zu dem Zeitpunkt als sie ihren Kurzzeitlover (ich denke es waren unter Umständen maximal 10 Min.) kennengelernt hat (eigentlich hat sie das gar nicht) ... der AKT wurde vollzogen, ohne dass sich irgendeiner von den beiden in irgendeiner Form entblößt hat ... mehr kann ich dazu gar nicht sagen! Sie war während des Krieges absolut planlos und danach ebenso. Bei diesen Rezensionen hier fragt man sich wirklich manchmal, ob man unbedingt krampfhaft etwas Gutes über einen Film schreiben muss, nur weil Meryl Streep darin agiert?! Oder werden die Rezensionen teilweise doch anhand irgendeiner vorgefertigten "Kritik" verfasst? Der Film ist nicht einmal annähernd sehenswert und schon gar nicht kaufenswert. Verschenken kann man ihn auch nicht, da er eine Beleidigung für unser Dasein darstellt (da die Zeit auf Erden meist zu kurz ist, als dass man sie mit einem Film wie diesem verschwendet). Leider gibt es hier nur sehr wenige, die wirklich das schreiben was man sieht oder hört, zumindest muss ich nach meinen Erfahrungen hier davon ausgehen. Der Punkt nur deshalb, weil man eine Bewertung abgeben muss!
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