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In Plüschgewittern Taschenbuch – 1. März 2012

3.9 von 5 Sternen 61 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Überaus unterhaltsam … ein lesenswertes Kunstwerk. (Süddeutsche Zeitung)

Die lakonisch erzählte Geschichte eines Dreißigjährigen, der statt Arbeit ein feines Gespür hat für die Peinlichkeiten, die das Leben in Form von Kindheitserinnerungen, Diskobekanntschaften und Familienbesuchen für jeden halbwegs sensiblen Menschen bereithält. (Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

Ein Roman aus der Mitte Berlins und dem Zentrum einer verlorenen Generation. (Die ZEIT)

Mir persönlich jedenfalls ist in deutscher Sprache kein Buch bekannt, das dem «Fänger im Roggen» näherkäme. (Die Welt)

Und einer wie, sagen wir, Nick Hornby kann sich schon jetzt mal eine saftige Scheibe von ihm abschneiden. (konkret)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren und 2013 in Berlin gestorben, hat ursprünglich Malerei studiert. 2002 erschien sein Debütroman «In Plüschgewittern», 2007 «Diesseits des Van-Allen-Gürtels», 2010 und 2011 folgten die Romane «Tschick» und «Sand», 2013 das posthum herausgegebene Tagebuch «Arbeit und Struktur» und 2014 der Fragment gebliebene Roman «Bilder deiner großen Liebe». An diesem Buch, dessen Heldin Isa ihren ersten großen Auftritt in «Tschick» hat, arbeitete Herrndorf noch in den letzten Lebenswochen, er hat ihn selbst zur Veröffentlichung bestimmt.


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von Zweifler am 8. Januar 2014
Format: Taschenbuch
Spitze! Das erste Buch Herrndorfs ist für mich zugleich auch sein bestes Werk.
Jeder Satz passt wie die Faust aufs Auge. So düster und trostlos habe ich das Berliner Leben als Zeitgenosse Herrndorfs ebenfalls erlebt. Vieles von dem, was der Autor seinen Protagonisten im Roman empfinden oder anklingen lässt, konnte ich gut nachfühlen.
Die bis ins letzte ausgefeilte und auf Effekt bedachte Sprache, der sarkastische Ton, der hintergründige Humor - für mich ein Vergnügen, dieses Werk zu lesen. Musste bei der Lektüre dieses Buches unwillkürlich mehrmals laut lachen, was bei mir außerhalb des Kellers nicht oft vorkommt.
Die Änderung der Erzählperspektive auf den letzten Seiten - einfach meisterhaft! Stilistisch trifft er jedenfalls genau meinen Geschmack.
Der Klappentext führt übrigens wie so oft völlig in die Irre. Zum Glück habe ich das Buch trotzdem gekauft.
Mir schien auch, dass viele autobiografische Elemente enthalten sind. Einige Gedanken und Erlebnisse tauchen später in "Arbeit & Struktur" wieder auf.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Wolfgang Herrndorf, der 2012 für "Sand" den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt, debütierte 2002 mit "In Plüschgewittern", einem Mix aus Nostalgie und Gesellschaftskritik.
Der Roman beginnt mit den Erinnerungen des 30 jährigen Protagonisten an eine uns allen aus eigenen Erfahrungen oder zumindest aus den Erzählungen "Generation Golf" sehr bekannten geborgenen, unaufgeregten und langsamen Jugend der 80er Jahre, als das Internet mit Wikipedia, Twitter und Whatsapp noch völlig phantastische Orwell-Fantasie war und man selber mit Bollerwagen und Diercke-Weltatlas auf Abenteuer-Reise im Schleswig-holstenischen Deekelsen ging. Wunderbar nostalgisches Gedankengut beschwört Herrendorf mit diesem ersten Teil, der Beschreibung des unattraktiven, unauffälligen Jungen und seinen Teenagerproblemen, herauf.
Dann springen wir 15 Jahre weiter. Die Mauer zwischen Ost und West ist gefallen. Berlin wird auch für den letzten Westdeutschen erreichbar und kultureller wie auch antikultureller Mittelpunkt. Der Protagonist wird zum 30 jährigen Antihelden ohne Arbeit, ohne Einstellung ohne ein Ziel im Leben und das alles im noch recht baufälligen Friedrichshain. Der Alkohol fließt reichlich, kleine Tabletten wechseln den Besitzer, Tag und Nacht verschwimmen. Es wirkt wie die größte, nicht-endende Studentenparty, nur dass die Teilnehmer nicht mehr im studentischen Alter sind. Als Kontrast zu diesem Haufen perspektivloser, schillernder Paradiesvögel steht der Bruder des Protagonisten, der das weiße Schaf der Familie, der Gesellschaft verkörpert, zur Ruhe gekommen, mit seiner schwangeren Frau im Haus seiner Kindheit wohnend, sich um Familie, Garten und Karriere kümmernd.
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Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
Zugegeben,ich lese diesen Autor rückwärts - also von seinem letzten Roman "Bilder deiner großen Liebe" über "Tschik" zu "Plüschgewittern". Diese Literatur hat eine Sogkraft sonderlicher Art. Es ist echte Dichtung, trotzdem die Sprache und lineare Erzählweise Herrndorfs auf den ersten Blick unkompliziert und darum fast zu "normal" scheinen, um als große Literatur gelten zu können. Aber gerade in diesem dahinschwebenden Erzählton liegt ein Geheimnis. Salinger übte mit dem "Fänger im Roggen"-Roman auf Autorengenerationen großen Einfluss aus, angeblich auch auf Herrndorf. Wie das? Ich habe als junger Mensch den Roman Salingers gelesen. Schon den Titel habe ich nicht verstanden. Aber diese melancholische Stimmung! Dieses gefühlte Befremden der Welt und dem Leben gegenüber - das spürt man ebenso irritierend bei Herrndorf. Alle Protagonisten in Herrndorfs Romanen - auch der Icherzähler in den "Plüschgewittern" - ist Fremder in einer ihm letztlich unverständlichen Welt. Es geht deshalb gar nicht (primär) um Berlin und eine bestimmte Zeit, die der Roman thematisieret - es geht um ein Adoleszenzproblem, wie der Welt, dem Leben näher kommen? Aber nicht nur für junge Menschen interessant , empfehlenswert für alle Leser!
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Von cbm TOP 500 REZENSENT am 23. September 2016
Format: Taschenbuch
Man hätte sich noch viele Bücher von Wolfgang Herrndorf gewünscht. Das Schicksal bestimmte es anders.
Mit diesem Debüt zeigt Herrndorf zwei verschiedene Lebensentwürfe auf. Sein Antiheld, der Erzähler treibt gelangweilt distanziert durch die Niederungen studentischer Feierunkultur, in der sich die Beteiligten gegenseitig immer wieder andere Ikonen präsentieren, die zu dieser Art von Boheme dazugehören, nur nicht so weit abgerutscht , in dieser Generation noch nicht ganz verloren sind. Dagegen lebt sein Bruder in intakter Familie ein spießbürgerliches, wie es wohl scheint, zufriedeneres Leben.

Verglichen wurde Herrndorfs negativer Held mit dem "Fänger im Roggen". So weit, bis nach Amerika muss man gar nicht gehen. Sven Regners "Herr Lehmann" oder Botho Strauß Schroubeck in "Die Widmung" sind eben solche Antihelden und finden sich in derselben vitalen und zugleich morbiden Stadt Berlin, sind gleichermaßen Gescheiterte. Dies unterscheidet auch Herrndorfs Figur von Hubbert aus "Der Fänger im Roggen", der nur auf der Schwelle zum Erwachsenwerden beschrieben wird. Herrndorf schreibt seine Geschichte weiter.
Sein Roman zeichnet sich dabei aus durch die lustvolle Fülle in der Beschreibung der Rolle seines Haupthelden als Sonderling in der Schule, seinepubertären Gedanken und Phantasien bis zu Partys, der Gedanken und von Pleiten, Pech und Pannen im Leben eines dreißigjährigen Mannes ohne Lebensziel und -plan..
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