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am 15. Dezember 2012
Nachdem mich die sehr schlechte deutsche Übersetzung bei Insel so geärgert hatte, bestellte ich das Original auf Französisch und habe es nicht bereut. Die preiswerte TB-Ausgabe von Gallimard aus der Reihe folio classique ist überragend, vor allem was die vorbildliche editorische Fleißarbeit von Bernard Pingaud betrifft. Nicht nur ist Maupassants Essay über den Roman, der für das Verständnis seines Werks, auch dieses spröden kleinen Romans hier, und der Position des Autors innerhalb der französischen Literaturdebatten seiner Zeit so wichtig ist, dem Romantext vorangestellt, geboten wird zudem ein quellenreicher Anhang. Die herausgeberische Leistung ist überragend, zumal, wenn man bedenkt, dass Bernard Pingaud kein Romanist, sondern Schriftsteller, Politiker und zeitweiliger Kulturattaché seines Landes in Ägypten ist bzw. war. Der Apparat an Anmerkungen und Varianten, die er bietet, ist durchweg lesenswert und hilfreich für das Lektüreverständnis dieses etwas zähflüssigen und sperrigen Romans sowie für eine Annäherung an die Person und den Schriftstellers Maupassant. Ich muss sagen, erst durch die Lektüre der Anmerkungen hat sich mir der Roman in Gänze erschlossen. So flicht Pingaud kenntnisreich die literarischen Verstrickungen Maupssants mit dem Werk Flauberts ein, was nachvollziehbar ist. Köstlich die sehr kluge Charakterisierung der Mutter der Titelfiguren, Madame Roland, als eine Art Mini-Bovary im Westentaschenformat ("Mme Bovary au petit pied"). Abgerundet wird der Anhang durch eine sehr ausführliche und ebenfalls klug kommentierte Chronologie zu Maupassant sowie Rezensionen zu "Pierre et Jean" u.a. von Anatole France und Henry James. Abgedruckt wird auch der Briefwechsel Maupassants mit Redakteuren und Verlegern im Umfeld der sogenannten Figaro-Affäre um die Publizierung des Roman-Essays. Der Essay, unmittelbar vor der Veröffentlichung von "Pierre et Jean" im Figaro publiziert, war den Redakteuren zu lang gewesen und daher aus Maupassants Sicht unbotmäßig gekürzt worden. Wie ernst und übergewissenhaft der Autor Maupassant sein Werk und seine literarische und publizistische Arbeit nahm, wird deutlich.

Wer den leichtfüßigen "Bel-Ami" von Maupassant liebt, wird sich mit "Pierre et Jean" mutmaßlich etwas schwer tun, die Lektüre ist aber einen Versuch wert. Der Roman spiegelt die andere, schwerblütige, rauhe normannische Seele in der Brust des Bonvivants, Flaneurs und urbanen Journalisten und Literaten Maupassant wider. Ein Küstennormanne in Paris, der nach eigenem Bekunden und dem seiner Freunde in der fremden großen und ein wenig oberflächlichen Stadt nur beim Rudern auf der Seine zu sich und zur Ruhe kam. Diese zwei Seelen, zwei Seiten einer gespaltenen und getriebenen Persönlichkeit, spiegeln nicht nur die ungleichen und gleichzeitig untrennbar aneinander geketteten Brüder Pierre und Jean wider, sondern im direkten Vergleich die beiden von Ton und Farbe her völlig verschiedenen Romane "Pierre et Jean" einerseits und "Bel-Ami" andererseits. Insofern trifft auch der Bildausschnitt von Gustave Caillebotte aus dessen Gemälde "Die Rudernden" den Kern des Romans exakt, besser in jedem Fall als das von Insel gewählte Bild der deutschen Ausgabe.

Fazit: Ein sperriger und auf den ersten Blick un-maupassantscher Roman, der sich mir erst durch die wertvollen und hochklugen Anmerkungen von Bernard Pingaud erschlossen hat. So richtig warm wurde ich während der Lektüre mit dem Roman nie, Männer werden ihn vermutlich anders lesen als Frauen und mutmaßlich besser damit klarkommen. Das Vater-Sohn-Verhältnis wird sehr distanziert geschildert. Ein Gigant der Naturschilderung war Maupassant nie und wird es für mich auch nie sein, das konnten andere besser. Aber das mag jeder bei der Lektüre für sich entscheiden. Unnachahmlich wie immer das kluge Auge des Autors für Frauen, seien es Huren oder brave und nicht ganz so brave Hausfrauen. Das delikate Problem Ehebruch geht der Roman sehr französisch diskret und so gar nicht frivol wie in "Bel-Ami" an. Die Männer bleiben dagegen seltsam blass und konturlos, zu Persönlichkeiten reifen weder der komplizierte Pierre noch der oberflächliche Jean, schon gar nicht der Spießer im Gewand des Amateur-Fischers, der alte Roland. Am Ende bleibt der Leser etwas ratlos zurück am normannischen Strand von Le Havre, das irgendwie auch nie so recht Kontur gewinnen will.

Maupassant schreibt ein sehr einfaches Französisch, Sprache und Bilder sind sehr schlicht gehalten, was die Lektüre auch mit nur wenigen Jahren Schulfranzösisch möglich macht. Pingaud schließt sich diesem einfachen Sprachstil dankenswerterweise an, was seine Anmerkungen nie professoral, sondern durchweg flüssig zu lesen und gleichzeitig lehrreich und unterhaltsam macht. Ich verneige mich tief vor diesem wahrhaft großen Literaten Pingaud.
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Maupassant erzählt die Geschichte des Arztes Pierre und des Juristen Jean. Die beiden jungen Männer leben zu Beginn der Romanhandlung noch bei ihren unbegüterten, glücklosen Eltern an einem Ort am Meer, in der Normandie. Von ihrem Wesen unterscheiden sich die einzelnen Familienmitglieder völlig, dennoch ist zunächst ein relativ harmonisches Zusammenleben möglich. Dies ändert sich mit dem Tag, als Jean , der jüngere der beiden Brüder - überraschend - das Gesamt-Vermögen eines reichen Freundes der Familie erbt.
Der analytisch veranlagte Pierre versucht sich darüber klar zu werden, weshalb er im Testament nicht bedacht worden ist. Seinen Unmut, ausgelöst durch diffuse Neidgefühle, unterdrückt er vorerst. Pierre denkt immer wieder nach, bis er schließlich eine Antwort findet auf diesen zunächst unverständlichen Akt der Einseitigkeit. Allerdings gerät der Arzt durch sein Denkergebnis aus dem inneren Gleichgewicht und beginnt in der Folge sich und seine Familie durch seine, durchaus nachvollziehbaren Gefühlsirritationen aufs Härteste zu attackieren..........
Der Autor dieses hervorragenden Romans versteht es, sehr subtil, auf der Klaviatur menschlicher Unzulänglichkeiten zu spielen. Zur Sprache kommen Neid, Misstrauen, moralisches Ereifern aus egoistischen Motiven , als auch Exkulpationsversuche gegenüber folgenschweren Lebenslügen und nicht zuletzt die aus Liebe resultierende Seelenqual. Dabei hebt Maupassant niemals moralisch den Zeigefinger, sondern geht vielmehr psychologisch geschickt seinem eigentlichen Anliegen nach, nämlich aufzuzeigen , wohin existentielle Konflikte führen können.
In die Handlung eingebettet sind wunderschöne Landschaftsschilderungen der normannischen Küste.
Empfehlenswert!
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am 14. Juli 1999
Pierre and Jean was one of Maupassant's better-known works, but it was not one of his best. Pierre and Jean demonstrates qualities of an interesting novel in that there is a love triangle and a brotherly rivalry. Both men display something of an Oedipus complex, but are both strong and active characters. The father was created to be a flat and uninteresting personality, but the reader becomes very interested in his actions insofar as Maupassant makes a great game of mocking him and painting him as the typical bourgeois fool. Maupassant's strength is his characterization. In this, he mirrors Dickens. I recommend this book.
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am 24. September 1998
With excellent attention to deatil, Maupassant tells the story of a family on the brink of total collapse. While the storyline and events that took place in the novel were undeniably believable, it was at times somewhat boring to read, as would be many of our everyday lives should they be put on paper. However, everyone that reads this book will be able to relate to it in some way, and will undoubtedly learn something about themselves at the same time.
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am 24. April 1999
In my A.P. French Literature class we have analyzed this book from cover to cover. When reading, pay close attention to the symbolism in which the ocean and the fog parallel the state of mind of the main character, Pierre. Also, note how the characters change and interact with each other as the climax is approached.
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