Fashion Sale Hier klicken b2s Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More sommer2016 Restposten Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
39
4,0 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 29. Januar 2010
Fritz Umgelter konnte Filme machen, die auch über 30 jahre später noch faszinieren. Das späte 18. Jahrhundert wird lebendig - nicht zuletzt ein Verdienst der ausnahmslos großartigen Darsteller. Politische, soziale und familiäre Konflikte bestimmen die ereignisreiche Handlung, die von Hessen nach Amerika führt.
Hier der Adel, dort Bauern und Landarbeiter, hier Soldaten, dort Offiziere: Die feudale Gesellschaft mit ihren Privilegien und unüberbrückbaren Gegensätzen wird nachvollziehbar. Dabei sind die Herrschenden nicht einfach und platt die Bösen und Unbarmherzigen, sondern Menschen, die - wie der Landgraf - politische Ziele verfolgen und dabei ständig Konflikte eingehen müssen. Gemessen an der historischen Genauigkei ist zu kritisieren, dass der Film einige Aspekte vernachlässigt bzw. falsch darstellt. So war Friedrich II ein aufgeklärter Fürst, der sehr viel für die soziale und kulturelle Fortentwicklung seines Herrschaftsgebietes getan hat.In Kassel gibt es viele Zeugnisse dieser Tätigkeit. Und er war Nordhesse und sprach keinen südhessichen Dialekt, was auch für alle anderen gilt!
Was den Soldatenverkauf angeht, so war dies nicht die Idee Friedrichs. Er führte lediglich aus, was seine Vorgänger in Subsidienverträgen mit England ausgearbeitet und vereinbart hatten.
Dennoch: Ein tolles Filmvergnügen, das unterhält und Interesse an vergangenen Zeiten weckt.
0Kommentar| 38 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juli 2009
Als erstes möchte ich klarstellen das der Film kein geschichtliches Dokument ist, aber das will er ja auch nicht sein. Wer mehr über die Söldner aus Hessen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wissen will, muss Gesichtsbücher lesen.
Ich habe mehre Bücher aus Deutschland und USA gelesen und finde das der Film eine mögliche Geschichte der Söldner aus Hessen widergibt.
Ich habe sehr lange auf die Veröfflichung dieser DVD gewartet und freue mich auf den Genuss dieses Klassikers.

Aber sind mehrere Fehler in der Geschichte:

- die Hessen wurden nicht verkauft sondern ausgeliehen

- die Hessen waren im Unabhängigkeitskrieg sehr gefürchtet, da sie sehr hart kämpften und nicht wie im Film dargestellt immer betrunken waren. Im Film war Oberst Rall in Trenton betrunken, dies ist laut Geschichtsbüchern aber falsch.

- der Titel bezieht sich auf den Winter in den USA der erst sehr spät einsetzte und den Delaware erst sehr spät zufrieren ließ.

Also das sind nur kleine Mängel die ein Filmerlebnis mit alten Stars des deutschen Fernsehens zu Erlebnis machen.

Der Film ist Unterhaltung und sollte als solche gesehen werden.
11 Kommentar| 45 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Februar 2010
Für eine Fernsehproduktion eine sehr gute Umsetzung eines Buches. Mich hat schon damals, als ich es im Fernsehen gesehen habe, die Geschichte um die hessischen Soldaten im Unabhängigkeitskrieg mehr interessiert als die Geschichte drumherum. Allerdings sollte man die Serie als das sehen, was sie ist, nämlich gute Fernsehunterhaltung. Auch entsprechende Hollywoodfilme bieten nicht mehr, eher weniger geschichtliche Genauigkeit.

Insgesamt hält sich der Film sehr eng an die geschichtlichen Hintergründe, von kleineren Ungenauigkeiten abgesehen, aber das darf man einer Fernsehproduktion sicher nachsehen. Der Streit, ob die Hessen vermietet oder verkauft wurden, ist so alt wie das Geschäft mit den Soldaten. Wie man das sieht, hing und hängt vom eigenen Standpunkt ab und sollte nicht als Bewertungskriterium einfließen.

Ich finde es sogar sehr gut umgesetzt, wie kein eindimensionales Bild des damaligen hessischen Landgrafen Friedrich II. vermittelt wird, sondern alle Facetten, wenn auch nur in Andeutung gezeigt werden. Man muß natürlich genau hinsehen und hinhören. So wenn darüber gesprochen wird, mit welchen Plänen er seine Regierung angetreten hat und was daraus wurde.

Kenntnisse des geschichtlichen Hintergrundes erleichtert natürlich die Wahrnehmung, was ich aber nicht schlecht finde. Unbedingt gebraucht werden sie nicht, so daß auch der normale Zuschauer die Serie genießen kann. Daß Hessen im Siebenjährigen Krieg als Hauptschauplatz der Auseinandersetzungen im Westen verwüstet wurde und immer noch darunter leidet und das ein Hauptgrund dafür ist, die große Armee zu halten, kann man sich auch erschließen, wenn man es nicht weiß.

Allemal die ganzen alten Schauspieler sind, wenn man auch noch aus Hessen kommt, sehr sehenswert.

Technische Probleme, weder mit Bild noch Ton, hatte ich bei den DVDs nicht. Die "Extras" sind etwas mager, aber das ist für eine Serie aus dieser Zeit auch nicht anders zu erwarten. Immerhin bekommt man wenigstens etwas, nämlich eine Fernsehsendung von 2002, als die Serie im TV wiederholt wurde, mit etwas Hintergründen.
0Kommentar| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. November 2013
Ich habe den Dreiteiler "Der Winter der ein Sommer war" und dachte in dieser "Original-Langfassung" wären vielleicht noch Szenen enthalten, die im Dreiteiler rausgeschnitten wurden - zumal das Cover 6 Teile anpreist. Tatsache ist aber, dass hier einfach aus einem Dreiteiler ein Sechsteiler gemacht wurde.

Es ist keine Langfassung - es dauert nur länger den "Winter der einn Sommer war" zu schauen, da jede Folge einen Vorspann und einen Abspann hat.

Erstaunlicherweise sagt Sigmar Solbach im Interview (das im Bonusmaterial des Dreiteilers nicht enthalten ist), dass es auch ursprünglich ein Dreiteiler war.

Weiterer Kritikpunkt: Der Ton ist bei dieser Version nicht so gut wie beim Dreiteiler.

Zum Bonusmaterial:
Die 10 Minuten "Hollywood in Hessen" sind auch im Bonusmaterial des Dreiteilers enthalten.

Insgesamt: 1 Stern für die "Langfassung", die keine ist sowie für den schlechten Ton.
11 Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. September 2014
Als diese Mini Serie im Deutschen Fernsehen zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, war ich schon sehr interessiert, weil ich damals sehr oft in Philadelphia lebte und aus dieser Sicht nach passenden Details suchte, die ich ja nicht finden konnte, weil die Amerika Szenen in Österreich gedreht wurden. Dass es sich um eine Romanverfilmung handelte, fiel mir damals nicht auf.
Aus heutiger Sicht, aus deutscher Sicht und mit einem Fokus auf Kassel, das ich damals nicht kannte, gefällt mir diese Roman Verfilmung wirklich gut. Ich konnte nicht aufhören zu schauen bevor der letzte Ton des Abspanns verklungen war. Das hessische Gebabbel ist falsch aber charmant und auch schön die Familie Hesselbach wieder zu sehen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. September 2015
Diesem Mehrteiler liegt ein Roman zu Grunde, der die Geschichte der Hessen zur Zeit der Landgrafen widerspiegelt.
In dieser Zeit hatten die Bauern wenig zu sagen und waren fast Leibeigene.
In dieser Romanverfilmung kommt deutlich die unterschiedlichen Gegensätze der einzelnen Bevölkerungsschichten zu tage.
Adel, Landbevölkerung sowie die Soldaten und Offiziere, die letztendlich im Unabhängigkeitskampf der Amerikaner eine wichtige Rolle spielten.
Die hessischen Söldner wurden nach Amerika verkauft um dort den Kampf der Engländer gegen die Amerikaner zu unterstützen.
Im Film wird deutlich, wie gefürchtet die kämpferische Ausdauer der Hessen war. Auch wenn hier und da einige Fehler in der Erzählung zu finden sind und auch vielen nicht gerade den Tatsachen entspricht, ist dieser Mehrteiler trotzdem sehenswert.
Übrigens: Der Titel basiert auf der Tatsache, dass der Winter in Amerika und besonders an der Ostküste (Delaware) sehr spät einsetzt. Oft friert der Delaware erst im Januar zu!
In diesem Mehrteiler geht es in erster Linie um die verkauften (was aber falsch ist!) Hessen. Darunter befinden sich auch zwei Brüder – der eine Offizier, der andere einfacher Soldat. Christian Quadflieg und Sigmar Solbach verkörpern diese beiden Brüder, die sich bis auf Blut bekämpfen. Als Stiefbrüder (gleiche Mutter, unterschiedliche Väter) sind sie sich spinnefeind. Sigmar Solbach, der mildere von beiden gleicht in Charakter und Sanftmut seiner Mutter und seinem – bis dahin noch unbekannten und tot geglaubten Vater, der aber in Amerika lebt.
Der Film ist spannend erzählt und wird von historischen Ereignissen (hin und wieder auch nicht ganz so historisch!) begleitet.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juli 2009
Also ich freue mich sehr auf die DVD. Natürlich wird in solchen Unterhaltungsfilmen eine gewisse "Geschichtsklitterung" betrieben, aber nach (oder auch schon vor) dem Genuss des Films sollte man sicherlich zu Geschichtsbüchern greifen und "tiefer einsteigen". Genau da ist ja neben der reinen Unterhaltung der Sinn solcher schon sehr gut gemachter Produktionen mit wirklich tollen Schauspielern.
Ich jedenfalls werde in Erinnerungen schwelgen an die Zeit als meine Eltern noch lebten und wir solche Filme ansahen und eingehend besprachen.
0Kommentar| 28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
"Der Winter, der ein Sommer war" in der Veröffentlichung der "Fernsehjuwelen"

Ohne nun jetzt hier an dieser Stelle in das "Früher war alles besser" verfallen zu wollen, muss diesem beeindruckend produzierten Mehrteiler aus dem Jahr 1976 schon zugestanden werden, dass er wirklich ganz großes Fernsehen war und noch immer ist. Die literarische Vorlage, für die unter Federführung des Hessischen Rundfunks zusammen mit der ARD entstandenen filmischen Umsetzung, lieferte die mit ihren Werken mit geschichtlichem Hintergrund bekannt gewordene Schriftstellerin Sandra Paretti (1935-1994), mit deren 1972 unter gleichem Titel wie der Film erschienenen Roman.

Der Mehrteiler, welcher sich ohne jegliche Übertreibung als opulent umgesetzt und mit großen Namen produziert, schmücken darf, erlebte ab dem 19. bis hin zum 26. Dezember 1976 als Dreiteiler gezeigt, seine deutsche Erstausstrahlung.

Die nun hier vorliegende DVD-Box bringt den Film in einer durch das Label der "Fernsehjuwelen" als "Original-Langfassung" beworbenen Veröffentlichung als Sechsteiler an den Start. Zudem wurden der gelungen umgesetzten und präsentierten Neuveröffentlichung einige recht interessante und zum Teil speziell für sie produzierte Extras zugedacht.

Bis heute gilt der Mehrteiler, der unter der Regie des für seine Perfektion und Akribie bei filmischen Umsetzung großer Literaturvorlagen bekannt gewordenen Fritz Umgelter (1922-1981), als eine der teuersten und aufwendigsten Produktionen des Hessischen Rundfunks. Wie schon in vielen seiner anderen mehrteiligen Produktionen, so legendären wie "So weit die Füße tragen" (1959) oder auch "Wer einmal aus dem Blechnapf frisst" (1962), gelang es Umgelter, auch bei "Der Winter, der ein Sommer war", eine detailgetreue, wie im poetischen Sinne schon geradezu verliebt gefühlvoll zu benennende Verfilmung abzuliefern. Faszinierend finde ich dabei, wie Fritz Umgelter die auf Fakten und historisch belegbaren Unterlagen beruhenden Geschehnisse mit den dramaturgischen Stilmitteln des Mediums Film in der Geschichte des Films eint.

In dem Mehrteiler, der anlässlich des zweihundertsten Jubiläums der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 entstand, wirkten zahlreiche schon damals oder dann später noch werdende große Stars mit. Nur stellvertretend für die vielen Namen bei dieser Produktion, sein an dieser Stelle die von Günter Strack, Anneliese Uhlig, Sigmar Solbach, Horst Frank, Christian Quadflieg, Pinkas Braun, Sky du Mont oder auch Heinz Weiss und Hans Caninenberg genannt. Deren aller Spiel, wie auch beeindruckenden Drehorte und mit zum Teil gewaltigen Scharen an Statisten auf Film gebannten Szenen lassen den Mehrteiler für den Zuschauer zu einem unvergesslichen und nachhaltigen Erlebnis werden.

Nimmt man es genau, werden in dem Sechsteiler eigentlich zwei parallel zeitgleich ablaufende Erzählstränge aufgezeigt. Zum einen wäre es die geschichtliche Abhandlung der "Verleih" von 12.000 Soldaten für ein Kopfgeld durch den Landgrafen von Hessen-Kassel (Günter Strack) an seinen Schwager, den englischen König Georg. Die zweite Ebene ist die Familiengeschichte der beiden rivalisierenden Stiefbrüder "Claus von Haynau" (Christian Quadflieg) und "Robert von Haynau" (Sigmar Solbach). Während "Claus" sich als Oberst in seinem Wirken ganz dem Militär verschrieben hat, ist "Robert" eher der Pazifist und Rebell.

Von dem Deserteur "Soerman" (Horst Frank), auf dem sein Halbbruder "Claus" verbissen Jagd macht, erfährt "Robert" eine derart große Neuigkeit, dass er sein Leben von einen auf den anderen Tag ändert, um dieser nachgehen zu können. Im Zuge dessen wird der Konflikt und die Widersprüchlichkeit der so verschiedenen Halbbrüder weiter, bis hin zu dessen dramatischen Aufbrechen und finalen Showdown forciert.

Die vier DVDs der Veröffentlichung lagern einzeln entnehmbar in zwei Slim-Case in Klarsichtoptik. Diese finden Platz in einem Pappschuber in Hochglanzoptik ohne störenden FSK-Hinweis. Während sich auf den drei ersten DVDs je zwei der hier sechsteiligen Literaturverfilmung finden, ist die vierte DVD allein den Extras bei dieser Veröffentlichung vorbehalten.

Die Gesamtlaufzeit aller sich laut Cover im Bildformat 4:3 Vollbild präsentierenden sechs Teile beträgt, inklusive der Extras, in etwa 458 Minuten. Dabei laufen die einzelnen Teile, bis auf den vierten mit ca. 70 und den dritten mit ca 64 Minuten, sonst um die 54 Minuten. Horst Thürling als Kameramann bei dieser Produktion nutzte sowohl die bis dahin herkömmliche analoge Aufzeichnungstechnik mit Film als auch die bis dahin größtenteils nur im Studio verwendete MAZ-Technik für die Filmaufnahmen. Der überwiegende Teil der Bilder wurde dabei aber zum Glück noch auf herkömmlichen Film aufgezeichnet.

So kann dann auch das von den DVDs zu erlebende Bild in deren Beurteilung als insgesamt recht gut benannt werden. Natürlich machen sich die inzwischen seit dem Dreh vergangenen weit mehr als drei Jahrzehnte schon hin und wieder mit einigen Schwächen im Bild bemerkbar. Diese fallen besonders in den mit MAZ-Technik aufgezeichneten Bildern auf. Dennoch bin ich im abschließenden Urteil mit dem Bild insgesamt recht zufrieden und ziehe kleinere Unzulänglichkeiten auf jeden Fall einem "verschlimmbesserten" und dadurch seiner Identität und Seele beraubten Bild vor.

Die mit Filmszenen und Musik gestalteten DVD-Menüs sind übersichtlich und gut bedienbar. Nach Anwahl des zur Wiedergabe gewünschten Teils öffnet sich ein Kapitelmenü, von wo aus die Folge gestartet werden kann. Aus dem Hauptmenü heraus können über "Alle Ansehen", die je zwei Folgen pro DVD sozusagen auch "am Stück" gezeigt werden.

Drei der DVDs bieten Trailer zu weiteren durch die "Film- und Fernsehjuwelen" veröffentlichte Titel an. Die vierte DVD hält dann die eigentlichen Extras dieser Veröffentlichung bereit.

In einem exklusiv im Auftrag der "Fernsehjuwelen" für diese Veröffentlichung von Friedemann Beyer geführten sechsundfünfzig Minuten dauernden Interview mit Sigmar Solbach, berichtet dieser über die Dreharbeiten zum Mehrteiler, wie Stationen seines weiteren beruflichen Wirkens. Der filmische Beitrag "Hollywood in Hessen" lässt einige an der damaligen Produktion Beteiligte in einer Art "Making of", über ca. 10 Minuten, zu Wort kommen. Ein aus dem Jahr 1989 stammender und gut neunundzwanzig Minuten laufender Bericht stellt unter dem Titel "Ganz Persönlich: Sandra Paretti" die Autorin der Romanvorlage vor. Etwas mehr als zwei Minuten dauert der vom "Länderjournal" anlässlich des Freitods von Sandra Paretti im März 1994, damals gezeigte Beitrag. Trailer zu dem hier vorliegenden Mehrteiler, wie "Der rote Vogel" sind die letzten Extras von der DVD.

Der Veröffentlichung liegt zudem noch ein vierundzwanzigseitiges bebildertes Booklet bei. Neben Informationen zur Produktion unter der Überschrift "Ein Roman wird verfilmt" und einen "Episodenführer", werden unter "Die Besetzung" ein Teil der zu sehenden Darsteller vorgestellt. Einige Hinweise auf einige bereits auf DVD veröffentlichte "Historienhighlights" aus dem Hause der "Film- und Fernsehjuwelen", schließen das von Oliver Bayan interessant gestaltete Booklet inhaltlich.

Tonbewertung:

Die DVD bietet einen deutschen Ton im Format Dolby digital 2.0 an. Er ist während aller sechs Teile sowohl vom Volumen wie in seinem Klang entsprechend den damaligen Möglichkeiten und technischen Gegebenheiten. Die Dialoge aller Darsteller sind zumeist, trotz der oft gebrauchten hessischen Mundart, recht gut verständlich. Für die Musik in dem Mehrteiler, die zum Teil durch das Rundfunkorchester des Hessischen Rundfunks eingespielt wurde, war Rolf Unkel verantwortlich. Untertitel für Hörgeschädigte oder auch Gehörlose gibt es leider nicht.

Gesamteindruck:

In einer, so finde ich, rundum gelungenen Neuveröffentlichung präsentiert hier das Label der "Fernsehjuwelen" ein wahres Schmuckstück vergangener Fernsehtage. Neben der von den DVDs hier als Sechsteiler gezeigten ungemein beeindruckenden wie opulent und aufwendig umgesetzten Literaturverfilmung bietet die Veröffentlichung noch einige sehr sehenswerte Extras. Die ansprechende Umsetzung und Präsentation lassen diese DVD-Box für die Freunde und Liebhaber sich mit geschichtlichen Stoffen befassender Literaturverfilmungen zu einer vorbehaltlosen Empfehlung avancieren.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. August 2009
Diese Romanverfilmung habe ich zuletzt als Kind gesehen und ich kann mich erinnern, damals war ich einfach nur gefesselt.
Inzwischen sind viele Jahre vergangen, ich habe vor einiger Zeit das Buch gelesen, war auch in Kassel vor Ort und habe die Originalschauplätze gesehen. Nun habe ich diese DVD gekauft und mit großen Erwartungen angesehen.

Man darf nicht den Fehler machen und Filme von vor ca. 30 Jahren mit den heutigen Standards und Möglichkeiten vergleichen. Das wäre genauso, als würde man ein Auto von damals mit einem heutigen messen.
Nach den damaligen Vorgaben ist dieser Film jedenfalls hervorragend gemacht, Details wurden in vielen Situationen vorlagengetreu umgesetzt und die Schauspieler haben mit Elan ihrer jeweiligen Rolle Leben gegeben.
Dass einige geschichtliche Details nicht oder nicht ganz stimmen, ist richtig, aber es handelt sich bei dem Film ja auch nicht um eine historische Dokumentation, sondern um eine Romanverfilmung. Diese ist ziemlich gut gelungen.

Auf der DVD ist als Extra eine interessante Sendung des HR aus dem Dezember 2002 enthalten, in der Schauspieler des Film ihre Erlebnisse bei den Dreharbeiten zum Hauptfilm erzählen.

Der Ton des Hauptfilms ist leider nicht wirklich gut, auf der DVD steht 2.0 Mono. naja, Mono ist Mono, da hilft auch kein 2.0, auch wenn er dann eben aus beiden Lautsprechern kommt.

Alles in allem eine ordentliche DVD, für Sammler und Liebhaber auf jeden Fall ein Genuss.
11 Kommentar| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 8. April 2015
Die Miniserie "Der Winter der ein Sommer war" stellt eine einfühlsame und mit großem Aufwand vom Hessischen Rundfunk 1976 vorgenommene Verfilmung des Romans von Sandra Paretti dar. Im Mittelpunkt steht die Geschichte zweier unterschiedlicher Brüder, deren Vater, Gottfried von Haynau, ein Handelsmann, gerade den Aufstieg aus einer ehemals unfreien Familie in den Adelsstand geschafft hat. Die Brüder, der eine Offizier in Diensten des Landgrafen von Hessen-Kassel und der andere im Dienste des familiären Handelshauses trennt eine unterschiedliche Auffassung von Freiheit, Entfaltung des Einzelnen und den Möglichkeiten, die einem die Klassengesellschaft des 18. Jahrunderts bieten kann. Der Lebemann Robert fühlt sich in Hessen eher eingeengt, der Offizier Claus versucht den "Makel" des Aufsteigers durch besondere Strenge und Treue zum Herrscherhaus zu kompensieren. Dabei stellt er seine Karriere als Offizier vor die Treue zur eigenen Familie und schreckt auch vor Verrat nicht zurück. Er versucht skrupellos seinen Weg zu gehen. An Hand des Schicksals dieser beiden Brüder und ihrer Familie wird die Geschichte der Verleihung der meist zwangsrekrutierten hessischen Soldaten an den König von England geschildert. Die Landgrafschaft Hessen-Kassel war nach dem siebenjährigen Krieg (1756-1763) ziemlich verarmt. Hessen-Kassel, das auf Seiten Preußens gekämpft hatte, wurde schwer verwüstet. Der Landesherr, Landgraf Friedrich II., versuchte in der Folge sein Land wieder aufzubauen. Aus Mangel an wirtschaftlichen Möglichkeiten verlieh er letzten Endes seine für das kleine Land viel zu große Armee an den König von England, der händeringend ausgebildete Truppen in Europa suchte, um sie gegen die amerikanischen Siedler, die 1776 nach Unabhängigkeit strebten, einzusetzen. Der Serie gelingt es zeitweise, das Elend der gepressten Soldaten eindringlich zu verdeutlichen. Schon die Anfangsszene, in der ein Offizier aus der hessischen Festung Ziegenhain flieht, erläutert den Zwangscharakter der Armeerekrutierung. Die Charktere der Miniserie werden durch hervorragende deutsche Schauspieler dargestellt. Günther Strack brilliert als Landgraf, Christian Quadflieg und Sigmar Solbach als zerstrittene Brüder Haynau, Horst Frank als der mysteriöse Freder Soermann. Daneben wirken u.a. noch Sky Dumont, Heinz Weiss, Anneliese Uhlig, Klaus Höhne, Pinkas Braun, Nicole Heesters und Heinz Baumann mit. Ein durchaus beeindruckendes Schauspielensemble, das durchweg gut aufgelegt ist. Der Stoff wird interessant präsentiert, aber es fehlt ein wenig an historischem Tiefgang, was aber eher den Mängeln der Romanvorlage geschuldet ist. Und ein Fehler der Verfilmung ist für mich als Nordhesse leider besonders augenscheinlich. Der gesprochene Dialekt ist kein nordhessisch. Günther Strack als Landgraf spricht eher mit südhessischem Slang. Ein großer Unterschied, denn der nordhessische Dialekt ist sprachlich nicht mit dem südhessischen oder mainfränkischen verwandt, sondern mit dem thüringischen. Für die meisten Seher, die nicht aus Nordhessen stammen, dürfte das aber ein eher zu vernachlässigendes Problem darstellen. Insgesamt ist die Verfilmung von "Der Winter, der ein Sommer war" eine gelungene historische Unterhaltungsserie, die auch nach fast 40 Jahren immer noch Charme versprüht und viele lieblose heutige Historienschinken bei weitem in den Schatten stellt. Ich kann diesen Dreiteiler nur empfehlen, ich habe das Sehen genossen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden