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Persönlichkeiten statt Tyrannen: Oder: Wie junge Menschen in Leben und Beruf ankommen Gebundene Ausgabe – 15. März 2010

4.4 von 5 Sternen 32 Kundenrezensionen

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Gerade erst hat uns der dänische Familientherapeut Jesper Juul zu mehr Laisser-faire im Umgang mit pubertierenden Jugendlichen aufgefordert und das Ende der Erziehung allerspätestens im Teenager-Alter ausgerufen, da wird fast zeitgleich in einem anderen Buch genau die entgegengesetzte Parole ausgegeben. Es stammt aus der Feder des in vermeintlichen Fortschrittskreisen nicht unumstrittenen Kinder- und Jugendpsychiaters Michael Winterhoff und markiert den vorläufigen Schlusspunkt seiner Tyrannen-Trilogie.

Hat sich der Therapeut die letzten beiden Male mit den faulen Früchten der postachtundsechziger Kinderbefreiung beschäftigt, so nimmt er diesmal ihre inzwischen ins berufsfähige Alter gekommenden Opfer unter die Lupe. Und was er zu erkennen vermeint, ist alles andere als erbaulich. Demnach täuscht der Eindruck vieler doch nicht: Die Jugend von heute zeichnet sich mehr denn je durch mangelnde Leistungsbereitschaft, schlechte Manieren und fehlende Werte aus. Die Schuld daran gibt Winterhoff dem falsch verstandenen Erziehungsliberalismus der Eltern, schlecht ausgebildeten Früherziehern und vom Virus antiautoritärer Reformpädagogik infizierten Lehrern. Alle zusammen hätten sich als Beweis ihrer Fortschrittlichkeit oder unter dem Eindruck der sozioökonomischen Desorientierung Erziehungsstilen verschrieben, die sich wahlweise von den Beziehungsstörungen der Partnerschaftlichkeit, der Projektion bzw. der Symbiose leiten ließen – mit desaströsen Folgen. Winterhoff sieht eine ganze Generation mit tief greifenden Persönlichkeitsstörungen heranwachsen: unreif, egozentrisch, asozial, unbeschulbar, ausbildungs- und berufsunfähig. Als Kronzeugin und zur moralischen Unterstützung seiner Befunde fungiert seine Co-Autorin Isabel Thielen. Als Personalleiterin eines großen Unternehmens kann die studierte Psychologin ganze Arien von den erschreckenden Defiziten der 1990-er-Jugend singen. Doch der Untergang des Abendlandes scheint noch nicht gänzlich besiegelt. Winterhoff weist einen Ausweg, indem er dringend die Erarbeitung entwicklungspsychologischer Konzepte anmahnt, die eine gesunde Nachreifung der Kinder außerhalb der Familien ermöglichen. Und er wartet bereits mit einer ganzen Palette bemerkenswerter Vorschläge auf.

Ein äußerst wichtiges Buch, allen ans Herz gelegt, die irgendwie mit jungen Menschen zu tun haben. Einziges Manko: etwas zu undifferenziert in Bezug auf die spezifische Situation in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. – Franz Klotz

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Dr. Michael Winterhoff, geboren 1955, Dr. med., ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychotherapie in Bonn. In seinen bisherigen sehr erfolgreichen Büchern analysiert er gesellschaftliche Entwicklungen mit Schwerpunkt auf den gravierenden Folgen veränderter Eltern-Kind-Beziehungen für die psychische Reifeentwicklung junger Menschen und bietet Wege aus diesen Beziehungsstörungen an. Winterhoff lebt und arbeitet in Bonn.

Dr. Isabel Thielen, geboren 1971, ist Personalleiterin in einem großen Medienunternehmen und arbeitet freiberuflich als Business Coach und Mediatorin in München.

Dr. Michael Winterhoff, geboren 1955, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er studierte Humanmedizin in Bonn. Seit 1988 praktiziert er als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in einer Gemeinschaftspraxis. Er ist Initiator eines Kinderheimes.

Carsten Tergast wurde 1973 in Leer/Ostfriesland geboren. Nach einer Lehre als Sortiments-Buchhändler absolvierte er ein Literatur- und Medienwissenschaftsstudium in Paderborn und arbeitete als freier Mitarbeiter des Westfalen-Blatts, sowie als Redakteur und Chef vom Dienst beim Branchenmagazin BuchMarkt. Seit Ende 2005 ist er freiberuflicher Journalist, Autor und Texter für verschiedene Print- und Online-Publikationen.

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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Vielen Dank für dieses Buch, dass meinen Alltag als Ausbildungsleiterin sehr treffend beschreibt. Alle paar Seiten musste ich nicken und feststellen: Ja, genau so ist es. Genau mit diesen Herausforderungen sind wir imm Alltag konfrontiert. Ich bin froh um die neu gewonnene Sichtweise, dass Maßregeln und an die Vernunft der jungen Leute zu appellieren alleine nicht helfen wird. Ich investiere nun mehr Zeit in Gespräche zur Konfliktklärung, Verstehen und Beraten der Auszubildenden und Beraten und Unterstützen meiner Ausbilderkollegen. Ich hoffe, dass ich die investierte Zeit in Zukunft dafür weniger in Kritikgespräche und Abnahnungen stecken muss.
Ein neues Phänomen, dass es in dieser Ausprägung bisher nicht gab, ist ganz klar bei uns im Ausbildungsalltag angekommen: Die kritisierende, wenig reflektierte Einmischung der Eltern.
Wie wir mit unsern Azubis besser klar kommen, ist für mich durch das Buch deutlich klarer geworden. Ich wünsche mir, dass die Autoren ihre Gedanken in künftigen Büchern weiter führen und Anregungen für eine wertschätzende und dennoch klare Abgrenzung gegenüber aufgebrachten Eltern geben (die z.B. der Meinung sind, jeder Bewerber - und insbesondere ihr Kind - hätte ein Anrecht(!) auf ein Vorstellungsgespräch).
Das Buch ist sehr lesenswert für alle, die mit jungen Leuten an der Einstiegsschwelle in den Beruf zu tun haben. Ich habe mich (endlich) sehr verstanden gefühlt und sehr nützliche Ideen gewonnen. Danke!
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Format: Gebundene Ausgabe
Wer selber Kinder hat, die auf der Schwelle zum Erwachsenenleben stehen, wird sich selbst, die (fast erwachsenen) Kinder und zahlreiche Alltagssituationen in dem Buch wiederfinden. Thielen und Winterhoff zeigen mit großer Kompetenz und Klarheit genau die Probleme auf, die nicht nur Familien sondern die ganze Gesellschaft betreffen. Man erfährt, dass man nicht alleine ist mit bestimmten Phänomenen, und dass es Wege gibt, mit der Gesamtproblematik umzugehen und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Ein starkes Buch, das Mut macht und Hilfe anbietet!
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Ich habe mir das Buch auf Empfehlung einer lieben Kollegin besorgt und kann nicht fassen, mit welcher Feinfühligkeit die Realität genau auf den Punkt getroffen wurde. Ich unterrichte an einer Berufsfachschule und arbeite außerdem mit jungen Realschulabgängern eng zusammen. Die Unselbstständigkeit und die Verantwortungslosigkeit deren Handeln machte mich schon seit geraumer Zeit sprachlos, manchmal sogar wütend. Dieses Buch hat mir auf eindrucksvolle Weise bestätigt, was ich schon lange vermutet habe. Es läuft was völlig falsch in unserer Gesellschaft!
Gerne hätte ich noch mehr Informationen gehabt, doch das Buch war leider viel zu schnell ausgelesen.... ;)
Wer mit Jugendlichen arbeitet, seine eigenen Kinder auf das Berufsleben vorbereiten will, sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen!
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Format: Gebundene Ausgabe
Ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt, den Blick schärft und im Hinblick auf die aktuelle bildungs- und arbeitspolitische Situation neue und wertvolle Denkanstöße geben kann.
Bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei Denkanstößen bleibt, sondern Wege in eine konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Thema eröffnet werden. Dann können in Zukunft entsprechende Konsequenzen daraus gezogen werden sowie Modelle und Projekte in der praktischen Umsetzung folgen. Auf jeden Fall lesenswert!
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Format: Gebundene Ausgabe
Kurz zu meiner Motivation, das Buch zu lesen: Ich arbeite u.a. als Trainer, Projektcoach und Lehrbeauftragter zum Thema Projektmanagement/Leadership mit Studierenden und jungen Führungskräften. Ich stelle zunehmend fest, dass z.B. ein sauberes Feedback als persönliche Beleidigung aufgefasst wird. Dass Bereitschaft zur mittel- und langfristigen Leistung fehlt. Eine befriedigende Note wird als Ergebnis eines Semesters mit einem einzigen Leistungshöhepunkt als vollkommen unangemessen interpretiert - eskaliert wird gleich auf höchster Ebene. Das zu meinen Beispielen, wo ich konkrete Unterstützung von dem Buch erwartet hatte.

Diese Erwartungen wurden voll erfüllt. Zunächst nehme ich mit, dass es um das Thema psychische Reife geht. Okay, mit den entsprechenden Ausführungen verstanden. Da kann ich als Coach nun anders damit umgehen. Mir ist bewusst, dass ich hier (bei manchen) anders damit umgehen muss. Meine Erwartungen korrigieren muss. Mit patzigen Rückmeldungen anders umgehen muss (was für mich auch heißt, das bei mir anders einzusortieren). Hier waren auch gerade die Fallbeispiele von Isabel Thielen aus der Sichtweise der Personalleiterin besonders hilfreich. Mein Job ist hier, eine "Nachreife" zu ermöglichen - damit komme ich klar. Was ich dann noch brauche, sind konkrete Handlungsansätze. Ich bin in meiner Rolle (und meinem Verständnis) als Projektcoach so unterwegs, dass ich z.B. den Studierenden eine lange Leine für ihr eigenes Projekt gebe. Was in letzter Zeit zunehmend auf Unverständnis und Konflikte stösst. Aus dem Buch nehme ich nun durchaus konkrete Handlungansätze für mich mit. Und das bedeutet, dass ich - einige - z.B. enger begleiten werde.
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