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TOP 1000 REZENSENTam 15. März 2018
Zur Vorbereitung eines Urlaubs in den Alpen, der in nächster Zeit ansteht, habe ich mein "Pareys Bergblumenbuch" wieder einmal hervorgeholt. Es ist schon etwas älter, dieses Buch. Ob es noch einmal eine Neuauflage geben wird, ist mir nicht bekannt. Aber es ist (immer noch) gut und ziemlich konkurrenzlos. Es gibt unterdessen einige Bestimmungsbücher zur Blumenwelt der europäischen Gebirge, speziell zu den Alpen. Die meisten davon arbeiten mit Fotos. Was nicht zwangsläufig ein Nachteil sein muss. Ich darf dazu auf das Buch "Ulmer Naturführer Alpenpflanzen" verweisen, welches m. E. ein sehr gutes Bestimmungsbuch ist, was man als Ergänzung zu dem hier vorliegenden sehr gut heranziehen kann. Wenngleich das vorliegende Buch sich nicht nur auf die Blumen der Alpen erstreckt, sondern auf die Blumen aller Gebirge Mittel- und Nordeuropas.

Dieses Bestimmungsbuch hat m. E. gegenüber manchen Konkurrenten mehrere Vorzüge. Die Pflanzen sind systematisch nach Familien geordnet. Das ist schon professioneller und hilft, Verwandtschaften gleich zu erkennen. Gegenstand des Buchs sind die oberhalb von 1.000 m wildwachsenden Blütenpflanzen der Gebirge Mittel- und Nordeuropas. Es hat also auch einen vergleichsweise sehr großen Gültigkeitsbereich.

Das Buch ist sehr umfangreich, was die Zahl der Arten angeht. 1.400 Arten Nord- und Mitteleuropas sind in Zeichnungen dargestellt, und mit der Beschreibung der Kennzeichen von weiteren ca. 1.100 Arten lassen sich insgesamt ca. 2.500 Arten bestimmen. Dabei sind nicht nur "Blumen", sondern auch Bäume und Sträucher erfasst. Gräser und Farngewächse wurden nicht mit aufgenommen.

Das Buch enthält Zeichnungen. Keine Fotos. Die Zeichnungen von Majorie BLAMEY sind mit das Beste, was man in der Bestimmungsliteratur finden kann. Hier sei insbesondere auch auf "Pareys Blumenbuch" und auf "Die Kosmos Enzyklopädie der Blütenpflanzen" mit den ebenfalls fantastischen Zeichnungen von M. BLAMEY verwiesen. Im vorliegenden Buch sind entweder die ganzen Pflanzen oder deren Details wie Blüten, Blätter und Früchte mit vielen Zeichnungen grafisch dargestellt. Es hat sich einfach bewährt, Zeichnungen an Stelle von Fotos abzudrucken, weil sich mit Zeichnungen die bestimmungsrelevanten Details besser herausarbeiten lassen. Gleichwohl kann ein mit Fotos ausgestattetes, parallel genutztes Bestimmungsbuch gute Dienste leisten, weil dann auch - im Idealfall - der Standort der jeweiligen Pflanze mit im Blick ist. Persönlich möchte ich hier das schon oben genannte Buch von ANGERER & MUER: Ulmer Naturführer Alpenpflanzen (Ulmer Verlag, 2004), empfehlen.

Neben den Zeichnungen sind auf der gegenüberliegenden Buchseite textliche Beschreibungen der Pflanzen abgedruckt. Diese Beschreibungen enthalten Angaben zu den wichtigsten Bestimmungsmerkmalen, zu Wuchsform und Wuchshöhe, zu Blüten, Blättern, Stängel, zum Standort, zur Gesamtverbreitung, zur Blütezeit, Heilwirkung und Giftigkeit, sowie zum Schutzstatus. Etwas schade finde ich, dass die Verbreitung nur mit der Nennung des jeweiligen Landes erfolgt, nicht aber der jeweiligen Gebirge, in denen die Pflanze vorkommt.

Am Ende des Artenteils sind mehrere Bestimmungsschlüssel abgedruckt, die entweder über die Blütenform eine Bestimmung ermöglichen oder aber über bestimmte Merkmale innerhalb der entsprechenden Familie zur jeweiligen Art führen. Die Bestimmungsmerkmale sind ebenfalls jeweils gut erläutert und illustriert.

Die Bestimmungsschlüssel sowie die textlichen Beschreibungen in Kombination mit den hervorragenden Zeichnungen dürften in den meisten Fällen eine ziemlich sichere Bestimmung zulassen.

Verschiedene einführende Kapitel informieren über die Pflanzensystematik und die Ökologie der Gebirgspflanzen, über die Höhenstufen, Standort- und Vegetationstypen im Gebirge, und nicht zuletzt wird über die Gefährdung und den notwendigen Schutz der Bergblumen informiert.

Ein illustriertes Verzeichnis von Fachausdrücken sowie ein Register der wissenschaftlichen und der deutschen Gattungs- und Artnamen runden das Buch ab.

Was man als Manko empfinden kann, ist der Umstand, dass die - außerordentlich guten! - Zeichnungen teilweise recht klein geraten und die Seiten recht "voll" sind. Da wird es manchmal etwas unübersichtlich.

Insgesamt ist dies ein sehr gutes, praktisches, durchdachtes und zudem geländetaugliches Buch, das mit bemerkenswert präzisen, detaillierten und schönen Zeichnungen ausgestattet ist. Sehr zu empfehlen, sowohl für Anfänger wie für Fortgeschrittene.
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am 31. Juli 2017
Für alle, die sich bei einem Ausflug in die Berge auch für die Pflanzen interessieren ein super Tip. Ich kenne kein besseres Buch für die heimische Flora in höheren Lagen und habe dieses Buch bei jedem Ausflug ins Gebirge dabei.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 23. Juni 2016
Die Kritik zum Farbdruck betreffend muss dem Vorrezensenten in allem recht gegeben werden. Zwar sind nun auch Schärfe und Kontrast auf das Maximum erhöht, doch insgesamt ist das gesamte Farbtonspektrum ins Bläulich-Grüne verschoben und auch noch verhaltener und schattiger bzw. dunkler geworden. Dies lässt die Pflanzen zwar realistischer wirken, vertuscht aber die wesentliche Absicht der Künstlerin, durch die dezent "übertriebene" Farbwiedergabe die "Seele" der Pflanzen sprechen zu lassen und sie dem Betrachter so vor Augen führen zu wollen, wie man sie unmittelbar erlebt. Denn selbst der objektiv subjektive Eindruck ist ein bedeutendes Bestimmungsmerkmal!

Die Erfassung von nunmehr rd. 2500 Arten ist für ein Bestimmungsbuch im Taschenformat beachtlich und wohl unübertroffen. Damit ist zumindest die gesamte blühende Bergflora Deutschlands abgedeckt - mit Ausnahme freilich der Gräser, der Subspezies und der eingeführten Gehölze. Dafür und für die besonders laienfreundliche Einführung in den für ein Taschen-Bestimmungsbuch reichhaltigen Wissensfundus mit den kinderleicht handhabbaren und trotzdem ausreichend sicheren Bestimmungsschlüsseln meine 4 Sternchen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 30. August 2001
Seit langem überfällig war die Neuauflage dieses wichtigen Bestimmungsbuches, dessen erste Auflage 21 Jahre zurück liegt. Der Einzugsbereich ist nun etwas erweitert worden, was sich aber nur im Textteil merkbar auswirkt. D.h. zusätzliche Arten sind üblicherweise nicht zusätzlich abgebildet worden, da die bisherigen Farbtafeln weitgehend unverändert übernommen wurden. Stark verbessert wurde aber die Abbildungsqualität. Die früher oft viel zu knalligen Farben sind jetzt weitgehend natürlich dargestellt. Allerdings sind dabei die wirklich leuchtenden blauen Enziane nun zu blass geworden, und die Gelbtöne wurden nun oft zu dunkel. Auch sind die Blätter nun z.T. etwas gar bläulich-grün geraten. Insgesamt aber ist dennoch eine stark verbesserte Abbildungsqualität zu attestieren. Auch sind früher fehlende Abbildungstexte jetzt vorhanden. Viele, aber leider nicht alle, der alten schwarz-weiss Tafeln wurden neu farbig gezeichnet und alle Tafeln richtig eingeordnet. Unglücklich ist die neue Angabe der Verbreitung. Wurden früher Gebirge genannt, sind es jetzt Länder, was oft weniger präzis ist. So war die frühere Angabe beim Gelben Hauhechel mit "Südalpen" etwa für die Schweiz bedeutend besser als die heutige Länderangabe "CH", kommt hier die Art doch nur im Wallis vor.
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