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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
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am 20. Mai 2017
Nachdem ich mir aufgrund eines Tipps die CD bei Prime Music anhörte, ging sie anschließend in den Einkaufswagen. Melodischer ProgRock, leicht angelehnt an die 70er Jahre. Die virtous gespielten Instrumente, der glasklare Gesang und die Melodien sind zu einem Werk verschmolzen worden, welches sich enorm abwechlslungsreich darbietet. In der Mitte wird die CD etwas ruhiger, um zum Ende hin wieder intensiver und schneller zu werden.

Bisher kannte ich als Hard Rock-, Prog- und Metal-Fan Opeth gar nicht und hörte mir daher die Pale Communion unvorbehaltlos den älteren Scheiben gegenüber an. Und ich bin begeistert von ihr. Ich kann manche Kommentatoren gut verstehen, die von Opeth ein weiteres Death-Metal-Album erwarteten und nun im Vergleich dazu mit derartiger Musik konfrontiert wurden. Anfang der 70er gab es die Heavy-Rock-Band Grand Funk Railroad, mit der ich groß wurde, die mit drei Mann für damalige Zeiten einen splitterharten Rock hingelegt hatten. Ab 1973 wurde ein Keyboarder fest in die Band aufgenommen und die Musik änderte sich grundlegend in überwiegend kommerziellen, für mich teilweise albern wirkenden Rock-Pop. Diese LPs / CDs habe ich nur vollständigerhalber, hören tue ich sie bis auf vereinzelte Stücke nicht.

Die älteren Opeth-CDs sind knallharte Power, reißt einem die Ohren weg, echt toll zu hören, nur mit der Art des damaligen Gesangs tue ich mich sehr schwer. Was die Pale Communion anbelangt: Wer gerne profihaften und detailreichen Progressive Rock hört, nicht zu hart, nicht zu weich, liegt hier richtig und sollte hier unbedingt reinhören.
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am 7. September 2014
Vieles vom Folgenden hätte ich wohl schon über "Heritage" schreiben können, allerdings breitete sich da noch nicht dieses absolute Einverständnisgefühl während des Hörens aus, wie es hier der Fall ist. "Heritage" war noch zu sehr gefällige Anlehnung. Ich fühlte mich zu oft "nur" erinnert. So wäre "Heritage" in den 70gern wahrscheinlich nur ein weiteres gutes Album unter vielen gewesen.
"Pale Communion" ist zwar immer noch stark an die 70ger angelehnt, wäre aber im Ergebnis wohl für diese Zeit so noch nicht denkbar. So kommen auch Zitate durchaus vor, aber diese sind sinnig, wohl dosiert und werden, verknüpft mit eigenen Ideen und Erfahrungen, ins Hier und Heute transportiert.
Für nicht wenige alteingesessene Fans ist "Pale Communion" sicher wieder nur ein weiterer Bruch der Hörgewohnheiten und möglicherweise schwer zu verkraften. Für mich allerdings bietet es alles, was ein hervorragendes Album ausmacht. Auch beim zehnten Durchlauf entdeckt man noch Neues. Die Kreativität der Riffs und der Melodien der Soli ist schlicht beeindruckend. Die Gesamte Komposition ist für mich absolut stimmig. Und zum Facettenreichtum allein des Gitarrenspiels findet sich wahrscheinlich nur wenig Vergleichbares.

Mikael Akerfeldt entwickelt die Musik und sich als Musiker weiter, wie das nur noch sehr wenige zu tun in der Lage sind oder sein wollen. Die Veränderung vollzieht sich wegen des künstlerischen Anspruchs und nicht aufgrund kommerzieller Erwägungen. Davor habe ich uneingeschränkte Hochachtung. Das Ergebnis zeigt auch, dass Dinge, die so entstehen, im Grunde wirklich zeitlos sein können.
Ein absolutes Meisterwerk und, Anfang September kann man da wohl schon mal anfangen zu resümieren, wahrscheinlich mein Album des Jahres.
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am 22. August 2014
Spätestens nach dem letzten Album, dem wunderbar verschrobenen "Heritage" hätte allen Opeth-Fans klar sein sollen, dass sich die Band um Mikael Åkerfeldt von ihren Death-Metal-Wurzeln gelöst hat: Vollgepackt mit instrumentellen Zwischenspielen, komplizierten Akkord-, Rhythmus- und Tonartwechseln, dem extensiven Einsatz von Keyboards (einschließlich Mellotron, Fender Rhodes und Hammondorgel) und Fusion-Jazz-Einflüssen kam das Album herrlich organisch im 70er-Jahre-Stil daher. Es wundert daher nicht, dass Opeth mit "Pale Comminion" genau diesen Weg hin zum Progressive Rock/Metal mit erneutem Klargesang fortgesetzt haben, auch dieses mal unterstützt vom musikalischen Wunderkind Steven Wilson, der das Album zusammen mit Åkerfeldt wieder abgemischt hat. Und so ist die Nähe zu Wilsons aktuellem Soloalbum "The Raven That Refused to Sing" größer als zu Opeths hartem Death-Metal-Klassiker "Deliverance" von 2002.

Eröffnet wird das Album durch das jazzige Art-Rock-Intro des Songs "Eternal Rains Will Come", welches direkt an die Musik des Vorgängeralbums anknüpft und im Verlauf neben Klavier- und Flötenklängen verspielte Melodien zu Åkerfeldts mehrstimmigen Klargesang liefert. Hier stand wiederum der 70er-Jahre-Prog-Rock in der Tradition von King Crimson Pate. Die anschließende erste Single-Auskopplung "Cusps of Eternity" ist mit seinen orientalisch angehauchten Klängen bedeutend poppiger und bietet das wahrscheinlich härteste Riffing des gesamten Albums, wohingegen "Moon Above, Sun Below" ein fast elfminütiger, vertrackter, progressiver, teils düsterer Geniestreich mit wiederum mehrstimmigen Gesangspassagen ist. Das perlende, von seiner Grundstimmung eher traurige "Elysian Woes" hätte auch auf das Album "Damnation" aus dem Jahr 2003 gepasst, welches das erste Opeth-Album mit ausschließlichen Clear Vocals war. Danach bündelt das groovende Instrumentalstück "Goblin" in frickeliger Progweise scheinbar alle beeindruckenden Riffs vergangener Alben, während das folgende "River" mit einem akkustisch getriebenem, fröhlichem Southern-Rock-Feeling startet, bevor sich der Song in der zweiten Hälfte zu eher Opeth-typischer nordischer Melancholie wandelt. Abgeschlossen wird das Album von den beiden epischen Liedern "Voice of Treason", welches orientalische Klänge bietet, und "Faith In Others", wobei letzteres symphonisch daher kommt.

Die klanglichen Qualitäten des Albums sind so einwandfrei, wie man es erwarten darf, wenn Steven Wilson seine genialen Hände am Mischpult im Spiel hatte. Die Musik hat einen enormen Dynamikumfang und klingt warm und organisch, frei von jeglicher Übersteuerung und dabei noch verspielter als der Vorgänger. Im Zusammenspiel mit der Musik muss man die Growls nicht wirklich vermissen, da sie hier nicht passen würden, und Åkerfeldts Klargesangsstimme ist einfach gut, er kann eben beides. Das mystisch anmutende Albumcover stammt einmal mehr von Travis Smith, der unter anderem auch schon das Cover von "Heritage" gestaltet hat, und rundet das Gesamtkunstwerk ab.

Mit dem Genregrenzen sprengenden "Pale Communion" haben Opeth ihrer ohnehin an Höhepunkten reichen Diskographie bisher die Krone aufgesetzt. Mit Death Metal hat dies zwar so gar nichts mehr zu tun, legt aber beeindruckendes Zeugnis ihrer Prog-Rock-Meisterschaft ab und ist eine gelungene Hommage an ihre musikalischen Vorväter, ohne dabei den Sinn für ihren ureigenen Stil zu verlieren. Die engstirnigen Metalheads unter ihren Fans werden wohl endgültig beleidigt das Weite suchen, da metallische Härte allenfalls hintergründig mitschwingt. Wer offener ist, den erwartet ein bewegendes Meisterwerk.
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am 28. August 2014
"Heritage" überraschte viele Fans der Band positiv, ungefähr 50% verteufelten das Teil und wollen nicht akzeptieren, dass Mikael momentan (?) einfach keinen Bock mehr auf Death in seinem Metal/Rock hat. Nun denn, "Pale Communion" läuft nun seinen zweiten Monat bei mir (Promostream) und würde gerne ein fazit abgeben.

"Heritage" war anders, definitiv. Diverse schon Einzug haltende Einflüsse (seit "Ghost Reveries") sind wieder erkennbar, Mikael sowieso. Dennoch war vieles neu und vor allem frei von jeglichen extremeren Einflüssen. (hier und da eine Double Bass oder ein Heavy Metal Riff, aber das war's)

"Pale Communion" geht grob gesagt diesen Weg weiter. Aber klingt deutlich mehr nach OPETH und hat deutlich bessere Langzeitwirkung. Tracks der Marke "Goblin" (rein instrumental jazzig bis rockiger Isntrumental Song) werden auch weiterhin den Zweiflern die Fußnägel aufrollen lassen, andere verlieren sich in dem rockigen Gefrickle. Alle anderen Tracks sind für mich typische OPETH Tracks, nur eben mit Verzicht auf die extremeren Elemente. Gerockt wird trotzdem, und das sehr amtlich.

Die Produktion ist eine echhte Wohltat für die Ohren, Mikael weiß eben, wie seine Songs klingen sollen und müssen. Steven Wilson hat die geniale Abmischung übernommen und liefert natürlich auch wieder eine Hand voll Background Vocals (bei weitem aber nicht so penetrant wie auf diversen anderen Veröffentlichungen).

"Heritage VOL II" ist "Pale Communion" maximal beim ersten Durchlauf. Wer sich weiter beschöftigt, den erwartet eines der besten OPETH Werke. Fortschritt ist eben nicht aufzuhalten, und ganz ehrlich: Wer will ein Blackwater Park II? OPETH hat geniale, für sich stehende Alben veröffentlicht, die viele viele feine Unterschiede aufweisen. Macht euch ein Bild davon, ich bin begeistert.
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am 23. Juni 2016
Früher als ich mich fast komplett dem Metal verschrieben hatte, war Opeth eine meiner Lieblingsbands! Auf grund der Vielfalt an Melodien, komplexen Songstrukturen und genialer Atmosphäre hatte es mir die Band immer schon angetan. Damals war ich sowohl besessen von den Growls aber auch der Cleanstimme
Da ich nun aber länger keinen (harten) Metal mehr höre, hatte ich nun leider auch Opeth aus den Augen verloren.
Vor kurzem hatte ich aber die Ghost reveries, ein meilenstein wieder ausgegraben. Danach bin ich auf die neuen Alben "heritage" und "pale communion" gestossen und hab mir die gleich zugelegt.

Von Pale Communion war ich mehr als begeistert. Tolles Songarrangement, toller sound, atosphäre. Viele ruhige passagen.
Mikaels tolle Clean stimme kommt beim neuen Material viel mehr zur geltung und bereitet freude.
Denke hier werden eventuell auch progressive rock fans bedient, die aber mit metal nichts anfangen können.
Wobei das album als Progressive rock abzustempeln würde ich auch nicht. Es ist immer noch Opeth, Opeth-Atmosphäre und melodien, akkustische passagen und gesang. Nur halt gibt es viel mehr ruhige passagen wodurch, wodurch die ruhigen drum passagen noch jazziger klingen und die clean gesänge noch wirkungsvoller sind :)
Auch Keyboardsounds kommen mehr zur geltung als bei alten alben und prägen sogar grosse teile von Songs

Alles in allem kann ich das album nur loben :)
Die eingefleischten hard metaller werden das album vll verdammen, dafür hat sich Opeth für andere Ohren zugänglicher gemacht.
grosser pluspunkt für Opeth - für diese Stiloffenheit und Mut für neues!
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am 28. August 2014
Toller moderner Prog-Rock, technisch perfektioniert, wie ich ihn liebe.

Die Harmonien und Riffs sind zwar in ihren Grundzügen nicht unbedingt neu, ähnlich zu vergangenen Alben und auch zu Steven Wilsons Soloproduktionen gibt es viele Parallelen (sicherlich gegenseitige Beeinflussung). In den Details lassen sich jedoch viele kleine Geniestreiche entdecken, die Spaß machen.

100% Kaufempfehlung, insbesondere auch für Prog-Rock-Einsteiger!
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am 24. August 2014
Ich trauere zwar auch den genialen Death-Metal-Alben nach mit den tollen Dynamikwechseln und der tollsten Growlstimme, die es je gab, aber Alben wie „Heritage“ und „Pale Communion“ würde ich dann auch sehr vermissen.

Mit den ersten Tönen von „Eternal rains will come“ war ich erst etwas erschrocken, weil ich finde, dass man es mit den 70er Anleihen und Jazz-Prog-Frickelmusik auch übertreiben kann. Aber dieser Eindruck verflog relativ schnell. Es gibt zwar vertrackte Schlagzeugparts und viel 70er-Orgel, aber später folgen auch zuckersüße Opeth-Melodien. 5/5 Sterne.

Bei „Cusp of eternity“ sind die abgedämpften Riffs im Hintergund bestimmend. Darüber entfalten sich schöne Vocals (bei Opeth ist selbst ein Aaaahahaaa… nicht peinlich) und im Mittelteil ein grandioses Solo. Leider zu kurz aber trotzdem grandios! 6/5 Sterne.

„Moon above, sun below“ ist mit seinen 10:52 natürlich sehr abwechslungsreich und wird getragen von superschönen Melodien, genialen Riffs und Solos und einem tollen Schluss-Refrain. 6/5 Sterne.

Der Titel „Elysian Woes“ (himmlisches Leid) spricht schon fast für sich selbst. Wunderschön! 5/5 Sterne.

„Goblin“ ist ein Instrumental und geht wieder in Richtung Frickel-Jazz-Prog. 3/5 Sterne.

„River“ erinnert mich anfangs irgendwie an die Eagles. Für Opeth zu glatt. Daher wundert mich nicht, dass ab etwa 3 Minuten Opeth anfängt, seinen eigenen Stempel aufzudrücken mit charakteristischen Gesangspassagen, dynamischem Prog und zwischendurch mit einem Riff, das fast identisch auf Heritage zu hören ist. 4/5 Punkte.

„Voice of treason“ wird getragen von einem Streicher-Riff und ist bleibt dadurch sofort im Ohr. Erinnert etwas an Kashmir von Led Zeppelin. 5/5 Sterne.

„Faith on others“ hat wieder sehr schöne Melodien, Streicher, Klavier… und eine Zunahme von Dramatik in der Mitte des Liedes. Die Stimme von Mikael Åkerfeldt wechselt zum Ende hin von verfremdet/komprimiert auf klar. Wie auch bei allen anderen längeren Liedern sehr kurzweilig. 5/5 Sterne.

Wenn jetzt rechnerisch immer noch keine 5 Sterne herauskommen, gibt es einen weiteren Punkt, der das locker rechtfertigt: der Sound! Grandios! Dank an Mikael Åkerfeldt und Steven Wilson! Es macht mir riesigen Spaß dieses Album anzuhören mit ELV-Röhrenverstärker und Klipsch RF62 - nicht zuletzt wegen der natürlichen Dynamik. Nichts ist totkomprimiert oder übersteuert. Eine Dynamic Range von durchschnittlich 11 gibt es heute leider nur noch selten.
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am 6. August 2015
Wer die alten Opeth kennt und liebt sollte hier erstmal ein Ohr riskieren bevor er Bild zugreift!

Mir persönlich gefällt dieser Silberling erstaunlich gut! Mitreißende Melodien treffen auf geschickt gesetzte Spannungsbögen untermalt mit Herrn Åkerfeldt's harmonischen Stimme!

Setzt euch hin, schaltet alles um euch herum aus genießt diese CD! Rock at its best!

Und zum Abschluss bietet die Platte mit "Faith in Others" einen absoluten Höhepunkt! Selten so ein geiles Lied gehört!
Diese Platte macht den (in meinen Augen) "Versuch" Heritage vergessen und beschränkt sich auf das wesentliche und das funktionier Spitze!
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am 31. Juli 2015
Opeth sind nicht berechenbar. Modifikationen und Erweiterungen des eigenen Stils waren immer schon Thema dieser Band.
"Pale Communion" ist ein Stück feiner "Prog-Rock" und fordert geduldige, nicht der Frühzeit dieser Band verfallene Hörer. Sie zeigt technische Kabinettstückchen, als auch tolle musikalische Ideen auf. Langsames Einhören ist Pflicht.
Urig, Urwüchsig, altbacken, aber auch richtungsweisend. Einhörpflichtig!!!
Wer weiss, vielleicht kommt die Band demnächst mit Growls und donnernden Gitarrenwänden zurück........ich vermute es. Pale Communion ist keine Bestätigung eines Stilwandels, sondern eine momentane Eingebung.
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Sänger Mikael Akerfeldt ist seit ihrer Gründung anno 1990 sozusagen der Chef der Band Opeth aus Stockholm/Schweden. Er schreibt die Songs und die Texte, und er gibt die jeweilige, stetig wechselnde musikalische Richtung vor. In den letzten drei Jahren, so gibt er derzeit den einschlägigen Medien bereitwillig zu Protokoll, litt er an einer schweren Depression, aus der er sich gerade zu befreien versucht. Wobei: Eigentlich war er schon immer ein trauriger, ja depressiver Mensch. Andererseits dachte er früher lediglich, Zitat: 'an Bier, Mädchen und Metal, sonst nichts'. Ah, ja, nun wissen wir also auch das.

Nach den Anfängen mit Death Metal inklusive sogenannten 'Growls' (eine Art teuflisches Grunzen oder Fauchen), späterer Hinwendung zu Progmetal und dann auch durchgängig melancholisch-melodischem Material wie auf dem wunderbaren DAMNATION von 2003, das immer wieder an frühe Genesis erinnerte, versuchte sich die Band vor drei Jahren mit HERITAGE an diversen 70er-Jahre-Einflüssen von Soft Machine über King Crimson bis hin zu Jethro Tull. Was bei jenem wilden Experiment allerdings zumeist fehlte, waren gescheite Kompositionen und, ja: Melodien.

PALE COMMUNION stellt nun eine Art Fortsetzung dieser Idee dar, allerdings mit ganz entscheidenden Unterschieden: Es gibt nämlich auf einmal tatsächlich Melodien, Gefühl, Struktur und eine Art von konzeptionellem Überbau.

Um sein seelisches Tief zu überwinden, hörte Akerfeldt bei langen Spaziergängen gerne das Stück "Time Was" von Wishbone Ash, den langen Opener ihres legendären Albums ARGUS von 1972, und so ist der musikalische Input jener wunderbaren Band dann auch immer wieder auf PALE COMMUNION zu hören - manchmal zwar nur für ein paar Sekunden, aber das genügt schon, um angenehmste Erinnerungen zu erzeugen.

Hinzu kommen mannigfaltige Einflüsse von frühem progressiven Hardrock (Deep Purple, Uriah Heep, Led Zeppelin) über melodischen Früh-Prog (Moody Blues) bis hin zu frickeligem Jazzrock und noch viel mehr. Es ist ein abwechslungsreicher Ritt durch die Geschichte der 'anspruchsvollen' Rockmusik.

Dabei entstehen dann immer wieder Passagen oder in Glücksfällen auch ganze Stücke ("Elysian Woes", "Faith in Others") reinen Glücks und purer, zum Beispiel durch akustische Gitarren und das göttliche Mellotron beförderter Emotion.

Festzuhalten bleibt aber auch der klare Fakt, dass Opeth, wenn es denn jemals eine gab, längst keine eigene Identität mehr haben. 'Mein Herz schlägt für die Siebziger', sagt Akerfeldt, und: 'Ich bin eben hoffnungslos altmodisch'. Andererseits spricht der Mann: 'Ich bin neugierig auf Neues. Ich bin neugierig, wohin PALE COMMUNION uns zukünftig führen wird'.

Ich auch. Fürs Erste bin ich aber mal dankbar dafür, dass Opeth hier viel fokussierter zu Werke gehen als beim verkopften Vorgänger, und dass sie die Erinnerung an eine Band wie Wishbone Ash im Wappen führen. Das tun andere zwar musikalisch auch, aber nicht so offensiv und öffentlich. Hier hat die Wünschelrute eben voll ausgeschlagen.

Insgesamt ein feines Album, das mit jedem Hören mehr zum Freund wird.
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