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Kundenrezensionen

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Zuerst muss ich gestehen, dass „Owen Meany" der erste Roman von John Irving ist, den ich gelesen habe. Ich kann demnach nicht beurteilen, inwieweit dieser Roman Irving-typisch ist, ich kann ihn nicht einordnen in das Werk Irvings. Mein Fazit möchte ich an dieser Stelle der Besprechung vorwegstellen: Owen Meany ist einer der bemerkenswertesten Romane, die ich je gelesen habe. Peter Arens vom ZDF wird auf der Rückseite zitiert: „... Owen Meany ist eines der sympathischsten, anrührendsten Bücher, das ich kenne. Aufgrund seiner emotional-menschlichen Qualitäten ein ideales Lieblingsbuch." Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen.
Eine Inhaltsangabe zu hinterlassen, erscheint mir angesichts der Vielzahl der bereits geschriebenen Rezensionen als nicht notwendig.
Wichtig festzuhalten erscheinen mir jedoch die Komponenten, die die Faszination des Romans ausmachen. Zum einen gelingt John Irving mit der Darstellung des kleinen Owen Meanys eines der faszinierenden Psychogramme der Literaturgeschichte. (Selbstverständlich kamen mir schon auf den ersten Seiten die Parallelen zu Günter Grass' Oskar Matzerath in den Sinn. Man vergleiche nur die Initialen. Gestört hat das aber nie.) Zum anderen verwebt Irving Klerikales mit Säkularem auf intelligenteste Weise, so dass man nicht religiös sein muss, um Owens Gedanken und die Christwerdung (siehe den ersten Satz im Buch) des Erzählers nachvollziehen zu können.
Weiterhin verarbeitet Irving drei Jahrzehnte US-amerikanischer Geschichte in äußerst kritischer Weise. Im Mittelpunkt dieser politischen Abrechnung stehen die kriegerischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten, vor allem in Vietnam. Kein Präsident von 1950 bis 1989 bleibt ohne Schaden, jeder bekommt von Irving sein Fett weg.
Und schließlich ist das Buch eines der am intelligentesten konstruierten Romane, die ich kenne. Details bleiben über Hunderte von Seiten Details, bis sie zu einem elementar wichtigen Bestandteil der Geschichte werden. Ich dachte manches Mal, wie interessant es wäre, einmal mit Irving über die Vorgehensweise beim Schreiben des Buches zu sprechen. Dieser konstruierte Aufbau schadet der Lesefreude aber keineswegs, ganz im Gegenteil.
Ein köstliches Detail möchte ich noch erwähnen: Die Tatsache, dass in einem religiös inspirierten Roman der Ich-Erzähler als Parallele zu Maria jungfräulich ist, und alle zaghaften Versuche im jugendlichen und Erwachsenenalter, das zu ändern, erfolglos bleiben, ist nur ein Beispiel, wie viel schriftstellerische Kreativität in diesem Werk steckt.
Ich habe schon lange nicht mehr SO überzeugt fünf Sterne vergeben. Es bleibt die Furcht, dass Irvings weitere Werke den Maßstab von „Owen Meany" nicht halten können. Aber vielleicht ist diese ja unbegründet.
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am 1. März 2015
Ich bin ein nahezu fanatischer Feind fast aller Religiosität. Ohne Religionen, davon bin ich fest überzeugt, wäre die Welt besser.
Dabei halte ich es für möglich, dass es einen Gott gibt und ich gönne jedem einzelnen Menschen seinen Glauben. Aber organisierte Religiosität ist meiner Meinung nach vom Übel. Sie führt unter anderem dazu, dass es dem Menschen leichter fällt, seinem Nächsten das Lebenslicht auszublasen, wenn dieser in einer anderen Kirche betet.
Owen Meany ist ein sehr frommes Buch,aber es ist eine Frömmigkeit, die mich nicht stört. Dabei hilft mir, dass einige Szenen, die bei kirchlichen Veranstaltungen spielen, in ihrer Komik durchaus in die Sparte“ Slapstick“.
Gleichzeitig ist der Roman eine bissige Abrechnung mit dem Vietnamkrieg und mit Präsident Ronald Reagan. Der Erzähler, „John“, wandert sogar nach Kanada aus, obwohl er gar nicht in den aktiven Kriegsdienst übernommen werden würde. Seltsamerweise meldet sich der kleinwüchsige Owen Meany zum Militär, obwohl auch er dem Vietnamkrieg kritisch gegenübersteht.
Das Buch ist voller Rätsel, welche im letzten Kapitel auf erschütternde Weise gelöst werden.
Der kleinwüchsige Held des Romans erinnert an Oskar Matzerath aus der Blechtrommel, ein Buch, welches John Irving zutiefst bewundert. Er ist mit Günter Grass befreundet. Auch den großartigen Film von Volker Schlöndorff scheint John Irving gesehen zu haben, denn die eigentümliche Stimme von Oskar taucht in diesem Buch wieder auf. Obwohl ich die Blechtrommel für einen der besten deutschen Romane halte, glaube ich, dass es John Irving tatsächlich gelungen ist, mit Owen Meany eine Figur zu erschaffen, welche Oskar Matzerath ein wenig in den Schatten stellt.
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am 4. Oktober 2002
...ich dachte erst: Na, schon wieder ein kleiner Mann als großer Held!
Doch mein Vorurteil wurde schnell beseitigt. Owen Meany ist ein unvergesslich prägnantes Werk, starke 853 Seiten außergewöhnliche Spannung.
Es ist die Geschichte eines tragischen Todes und einer "echten" Freundschaft, sie erzählt aber auch von heimlicher Verehrung und den "Verirrungen" und Klischees der Kirche, Gesellschaft und speziell des Militärs.
Owen Meany ist der perfekt ausgesuchte "Typus", um ein Opfer und trotzdem der starke Held zu sein, der seinem Freund John tatkräftig zur Seite steht. Der Kleinwuchs fordert und fördert Owens Sensibilität und Fantasie, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten.
So wird er regelmäßig von seinem Freund John "gehoben", um Owens Kleinwuchs bei allen möglichen Tätigkeiten zu kompensieren und ihn "teilhaben" zu lassen.
Das "Werfen" , das "Heben"- typisch Irving, diesen sportlichen Betätigungen eine außergewöhnliche Bedeutung beizumessen.
Die Geschichte ist derart gut durchdacht, dass der Autor den Leser bis zur letzten Seite mit Überraschungen nur so "bombardiert".
Von Irving ist mir immer sofort "Owen Meany" im Gedächtnis geblieben.
Heftiges Werk, regt an, regt auf, super Roman!
Super Unterhaltung!
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am 5. Februar 2002
Owen Meany ist ohne Zweifel John Irvings bester Roman. Auch wenn er mit anderen Werken, wie dem "Hotel New Hampshire","Garp" und auch der "Witwe für ein Jahr" die Erwartungen jedes John Irving Fans vollkommen erfüllt, so schuf er doch in Owen Meany eines der liebenswertesten Geschöpfe der Weltliteratur und mit ihm einen Roman, der keinen mehr los lässt, der erstmal damit angefangen hat. Umso erstaunlicher ist das durch die Tatsache, dass Irving seinen Owen Meany als Anlehnung an den Protagonisten der von ihm sehr geschätzten "Blechtrommel" von Günther Grass, Oskar Matzerath, geschrieben hat. Die Parallelen der beiden Hauptpersonen sind nicht zu übersehen. Die eigentliche Meisterleistung John Irvings beruht jedoch darauf, dass er es geschafft hat, den angsteinflößenden und unsympathischen Oskar Matzerath in den liebens- und bewundernswerten Helden Owen Meany zu verwandeln."Owen Meany" war mein erstes John Irving Buch und Owens beeindruckender Persönlichkeit habe ich es zu verdanken, dass mich das John Irving Fieber gepackt und nie wieder losgelassen hat. Mr. Irving: danke für dieses buch.
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am 23. Juni 2007
Es gibt zwei Bücher, die ich immer wieder lesen könnte. Eines davon ist "Owen Meany". Mir fehlen jedes Mal wieder die Worte, ich lese wie besessen, verschlinge die Worte und Sätze und wünschte, es würde nie enden. Dieses Buch macht alles nichtig und klein, was ich jemals gelesen oder auch geschrieben habe. Es ist vernichtend GUT!!! Jeder Satz ist gehaltvoll, jede Phrase kreativ und in sich stimmig.

Irving beschreibt das ganz banale Leben eines Jungen aus New Hampshire in den 50 er Jahren, wie er heranwächst in einer Kleinstadt in New England. Sein bester Freund ist Owen Meany und das ist der Grund dafür, dass sein Leben und der Roman alles andere als banal ist. Owen Meany ist Irvings Auseinandersetzung mit dem Leben an der Ostküste, einem halben Jahrhundert amerikanischer Geschichte und der Religion. Ich könnte noch endlose Lobeshymnen verfassen, doch nichts davon würde den Kern dieses vollkommenen Werkes treffen. Man sollte es gelesen haben! Es ist die zweite Bibel, die man immer wieder aufschlagen und einzelne Phrasen lesen kann, in der man schwelgen und worüber man nachdenken kann. "Owen Meany" ist unglaublich stimulierend.
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Um es direkt zu sagen: Owen Meany ist ein starker, unterhaltsamer und berührender Roman und neben Gottes Werk und Teufels Beitrag und Das Hotel New Hampshire (meinetwegen auch noch Garp) sicherlich eines der besten Bücher aus der Feder des großen John Irving. Spätestens mit diesem Buch hat er es unabdinglich gemacht, dass man mindestens einen seinen seiner Romane einmal gelesen haben muss, wenn einem kein wesentlicher Bestandteil vom Bücherkosmos unserer Zeit fehlen soll. Und der Kern dieser Rezension sei somit schon vorweggenommen: Man lese John Irvings Werke - es wird einen auf eine unnachahmlich Weise bereichern.

In diesem Roman, in dem es um solch brisante Themen wie Religion, Schicksal und Vietnamkrieg geht, ist Irving nicht nur auf der Höhe seiner Fabulierkunst, im gelingt auch eine geradezu unwiderstehliche Verschmelzung von Komik, Alltag und schmalgehaltener Tragik, die insgesamt in der Figur Owen Meanys gipfelt. Es ist eine groteske, eigenwillige, aber doch überlebensgroße Figur, wie es sie kein zweites Mal gibt - die Erfindung eines Menschen, in dem sich auf so feinsinnige Art unprofane Intelligenz, verwirrende Physis, bedingte Willensstärke und innere Einkehr zusammenfinden, ist ein Kunststück, dass sehr leicht zur Parodie hätte werden können, wäre es nicht auf so wunderbare Weise in eine 800 Seiten lange Erzählung von Schicksal, Leben und Geschichte eingebettet, in deren Verlauf sich der unnahbare Charakter im Blick des Lesers wandelt, bis man ihn am Ende fast vollständig als eine Erscheinung, die über Literatur hinausragt, empfindet - ein unverlgleichliches Erlebnis.

"Owen Meany, der selten viele Worte um etwas machte, sondern ganz im Gegenteil die gesprächslähmende Angewohnheit hatte, Bemerkungen fallen zu lassen wie Münzen in einen tiefen Wasserteich... - Bemerkungen, die, wie die Wahrheit, auf den Grund des Teiches niedersanken und dort liegenblieben, dem Zugriff entzogen..."

Voll szenischer Komik, aber auch mit der ewigen und leicht unerbittlichen Lebendigkeit des Daseins (zu der das Vergehen von Zeit und der Tod gehören, was Irving als einer der wenigen großen Romanciers vollendet darzustellen weiß) gefüllt, ist es manchmal schwer, den Roman als etwas zu sehen, dass auf etwas hinauswill (und weißt auf diese Art eine erstaunlich authentische Nähe zum Wesen des Lebens selbst auf) oder der wirklich vorankommt. Man muss, wenn man sich an einen Irving-Roman macht, begreifen, dass es Irving in seinen Büchern zentral immer um Lebensläufe geht und um das Motiv dieser Lebensläufe. Er ist kein sehr psychologischer Erzähler, wenn er auch für die jeweilige Materie, die seine (Haupt-)Figuren beschäftigt, immer sehr viel Zeit aufwendet, da sie ja das Leben mit all seinen Widrigkeiten elementar ausmachen - weil sie das sind, was in den Widrigkeiten als Bedingung, Halt oder Ursache gilt. Ein Leben, das auch immer Erinnern & Denken ist und im Kern stets von der Unausweichlichkeit mancher Dinge begleite wird, so kann bei John Irving lernen, ist stets mehr als eine Geschichte, es ist ein Kosmos der Begebenheiten, Wünsche, Ängste, Begriffe, die genauso dazu gehören wie Taten und Ereignisse, die in den Rillen zwischen den Platten der Tage und Stunden genauso eine entscheidende Rolle spielen, wie der Moment, zu dem man immer wieder in Gedanken zurückkehrt, der nicht loslässt, der dazugehört, zu dem, was einen als Lebenden mit der Welt verbindet und vom Tod trennt.

"Das Gedächtnis ist etwas Schreckliches; der Mensch vergisst - es vergisst nie. Es sortiert die Dinge und legt sie ab. Es bewahrt sie für einen auf, oder es verdeckt sie vor einem - und ruft sie einem wieder in Erinnerung, ganz wie es ihm passt. Man denkt, man besitzt ein Gedächtnis, doch das Gedächtnis besitzt den Menschen."

Nach jedem neuen Irving fühle ich mich gleichsam angefüllt und doch geleert. Die Erkenntnis von Sterblichkeit ist eine wiederkehrende Erfahrung beim Lesen - ich bin sicher, er zielt darauf nicht ab, aber es gehört bei den umfassenden Geschichten die er schreibt nun einmal elementar dazu - und in gewissem Sinne trösten diese Bücher einen zur gleichen Zeit, in dem sie einem diese Ahnungen nahebringen. Trost, auch das bleibt am Ende eines Irvings meistens mit großen Buchstaben auf der Innenseite der Hand zurück, mit der man das Buch zuklappt. Dünn auf die Hand geschrieben, so zart, fast schon am Verwischen. Und doch erinnert man sich gerade deswegen an das Gefühl eines Irving Buches noch sehr gut, das summa summarum, das zusammengezogene Bild, das bleibt. Und nur für dieses Bild, dass man an der Wand seines Lebens hängen hat, lohnt sich schon das Lesen jeder Seite.
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am 3. September 2002
Auf dem Buchrücken von 'Owen Meany' steht folgendes Zitat der Wiener Wochenpresse: "Sofort Urlaub nehmen und lesen, lesen, lesen." Diese Aussage kann auch ich jeder Leserin und jedem Leser ans Herz legen, denn wer dieses Buch in die Hand nimmt, wird verzaubert werden!
Die Figur des Owen Meany ist so aussergewöhnlich, die Welt, in der er lebt so einzigartig, dass man die über achthundert Seiten am liebsten in einem Zug lesen möchte. Was ist so packend an den alltäglichen Gegebenheiten, die sich im Leben eines Jungen in einer Kleinstadt in New Hampshire zutragen?
Einerseits sind es die Menschen, welche uns Irving in seinem unverkennbar nüchternen Stil so plastisch vor Augen führt, dass wir an ihren Leben Anteil nehmen, als wären es unsere eigenen. Ohne zu psychologisieren zeigt uns Irving zudem, welche Schwierigkeiten und Chancen sich einem Menschen auftun, der anders ist als die anderen. Denn Owen Meany ist anders. Er denkt anders, glaubt anders und handelt anders als es die meisten von uns tun. Dass sich Owen Meany dabei von seiner (persönlichen) Religion leiten lässt, mag nicht jedermanns Sache sein. Owens Herzenswärme und Klugheit wird sich aber keine noch so atheistische Leserin und kein religionskritischer Leser entziehen können. Sie alle werden lachen und weinen und nachdenklich werden ob diesem Buch.
Zuerst erscheint einem vieles zufällig, was in diesem Roman geschildert wird. Was man anfangs überlesen mag, erscheint im Verlaufe der Geschichte aber auf einmal in einem grösseren Kontext und wird wichtig. So bekommt alles eine Bedeutung und einen konkreten Zusammenhang zur Gesamtheit des Romans. Genau das ist es auch, was mich an diesem Buch so begeistert: es handelt sich bei ‚Owen Meany' um einen in sich geschlossenen und durchwegs durchdachten Roman, bei dem am Schluss alles seine Richtigkeit zu haben scheint - ein grosser Kreis, welcher sich Schritt für Schritt zusammenfügt! Man liest das Buch zu Ende und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nie hätte ich gedacht, dass mich eine Geschichte so packen, mitreissen und bewegen könnte.
Irvings unverkennbaren Stil kommt meines Erachtens in ‚Owen Meany' am deutlichsten zum Ausdruck. Die Unbeschwertheit, mit der der Autor die Geschichte zu erzählen vermag, hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Fazit: ein Buch wie ein Wirbelsturm, das nichts unverändert hinterlässt und mit Sicherheit bei der Leserin, beim Leser einen bleibenden Eindruck hinterlässt! Mit Garantie ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art!
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am 13. Februar 2015
Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich das umfangreiche Buch gelesen habe. Deshalb möchte ich auch keine Rezension darüber verfassen, sondern mir geht es eigentlich darum , dem Werk und Autor Reverenz zu erweisen. Ich habe selten ein so anrührendes, unter die Haut gehendes, literarisch bedeutsames Werk gelesen. Wer Irving kennenlernen will, muss dieses Buch gelesen haben. Dies gilt auch, wenn man sich den breiten Raum einnehmenden Glaubensdiskussionen über Wunder und Schicksalsträchtigkeit des menschlichen Daseins nicht folgen mag. . Einiges erinnert an Dostojewskis Brüder Karamasov, einem der bedeutendsten Werke der Weltliteratur. Ich meine, Owen Meany kann einen Vergleich damit aushalten. Irving hat ja selbst gar nicht so hoch gegriffen, sondern seinen Hauptprotagonisten in Anlehnung an Oskar Matzereit aus Grass'Blecktrommel gestaltet. Der hat im übrigen auch den Tod seiner Mutter zu verantworten!

Noch ein kleiner in Rezensionen bisher nicht genannter Hinweis : die enge Bezieung des (Quasi-) Icherzählers zu Owen Meany hat evtl nicht nur damit zu tun, dass dessen Wesen beinahe gottähnlich aufgefasst wird, sondern dass es sich bei den Beziehungen zwischen beiden um eine nicht "praktizierte Homosexualität " handelt. Interessant.

Die fünf Punkte für Owen Meany sind selbstredend, mehr gibt es ja nicht.
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am 3. Juli 1999
Ich habe Owen Meany lange nicht mehr zur Hand genommen. Sollte ich aber mal wieder, schließlich habe ich das Buch regelmäßig jedes Jahr gelesen.
Es gibt Bücher, die legt man nach dem Lesen mehr oder weniger befriedigt weg. Owen Meany ist kein solches Buch. Wenn der Verlag für die neusten Werke von John Irving mit den Worten wirbt, daß man noch während des Lesens sich wünscht, das Buch würde nicht zu Ende gehen, so ist Owen Meany das Werk Irvings, das der für diese Worte verantwortliche Werbetexter gelesen haben muß. Owen Meany ist DAS Buch, welches man nach dem Lesen unbefriedigt weglegt, traurig ist, daß es zu Ende ist, gleichzeitig aber unglaublich bewegt von seinem Ende, so daß man sich gleich vornimmt, beim nächsten Mal mit mehr Ruhe zu lesen - was mir bisher noch nie gelungen ist, ich habe selten mehr als 7 Tage für die 853 Seiten meiner mittlerweile vollkommen abgegriffenen Taschenbuchausgabe gebraucht.
Einen kurzen Abriß der Geschichte zu geben, würde den Rahmen einer solchen Rezension sprengen, zu viel-schichtig ist die Geschichte, abstrus die in ihr agierenden Charaktere, und das alles in der unglaublich dichten Sprache John Irvings.
Nur soviel sei gesagt: Owen Meany ist John Irvings bestes Buch. Es spiegelt seine bisherigen Werke wider, so findet sich ein Stück von Garp in der Ich-Form des Erzählers, und obwohl keine Bären im verschlafenen New Hampshire auftauchen, so erreicht Irvings Geschick für Geschichten wie die des Hotel New Hampshires in Owen Meany seinen Höhepunkt.
Ich werde mir diesen Sommer wohl mal wieder einen Versuch gönnen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 15. August 2009
..ist der englischsprachige Titel dieses Ausnahmebuchs, das der Hauptperson "Owen Meany" bereits im Titel Ehre erweist. In der Tat sind die mehr als 850 Seiten ein Loblied auf eine der liebevollsten Gestalten der modernen Literatur - geschrieben von Owen Meanys Freund John, dessen Leben zwischen 1952-1968 untrennbar mit seinem Schicksal verbunden ist, gewidmet einem weniger als 1.50 großen Zwerg, der mit einer Stimme "wie ein Schrei" zum Inbegriff von Loyaltät, Mut, Glauben und Menschlichkeit wird

Oberflächlich betrachtet ist der Roman die Geschichte einer innigen Freundschaft und ein Familienroman. Im Rahmen der Handlung schafft es Irving aber soviele Themen zu behandeln, dass die mehr als 850 Seiten letztlich fast kurz anmuten. So erteilt uns Irving einen Geschichtsnachhilfekurs im Bereich amerikanischer Außenpolitik (vor allem die Ära des Vietnamkrieges und der Iran-Kontra-Affäre unter Präsident Reagan), gibt Einblick in das gelebte Christentum in den US sowie dessen Scheinheiligkeit, behandelt Themen wie Zivilcourage und Machtstreben, reliösen Glauben, Bigotterie und die Schwierigkeit überhaupt zu glauben. Weiters behandelt Irving bereits in Owen Meany seine Suche nach dem verloren Vater, die er mit "Bis ich Dich finde" etwa 15 Jahre später wieder aufnehmen wird

Moralisierend ist Irving aber nur in seinen geschickt eingeschobenen Rückblenden. Ansonsten lässt er die Geschichte für sich sprechen und schafft es dabei den Leser immer mehr in seinen Bann zu ziehen. Zugebenermaßen fragt man sich während den ersten 150 Seiten manchmal warum er manchen Beschreibungen und Szenen soviel Raum schenkt. Am Ende erkennt man aber, dass fast alle Erzählstränge einem späteren Zweck dienen und scheinbar überflüssige Szenen doch dafür da sind den vielen Nebenfiguren Persönlichkeit zu verleihen.
Am Ende des Romans fühlt man sich fast wie ein Mitbewohner von Gravesend und ist traurig wenn einige Charaktere sterben und fragt sich, was wohl aus den anderen geworden ist.

Genial finde ich an Owen Meany auch Irvings Erzählstruktur, die den Leser mit Suspense bei der Stange hält und doch unaufhaltsam auf einen dramatischen Höhepunkt hinsteuert.

In diesem Sinne: mehr Handlung kann man in 853 Seiten kaum mehr packen, ohne dass die handelnden Personen an Tiefe verlören. Ich habe Owen Meany nun nach 7 Jahren ein zweites Mal gelesen und empfehle ihn als Irvings besten Roman uneingeschränkt.

PS: Ach ja, diejenigen die in Irvings Büchern stets nach Bären, Wien, dem Ringen und Prostituierten suchen werden hier nicht fündig werden. Owen Meany ist Irvings politischter Roman

PPS: Ich freue mich bereits auf Irvings neuen Roman "One Night in Twisted River" der im Oktober auf Englisch erscheinen soll. In ihm soll Irving die letzten 50 jahre amerikanische (Außen)politik Revue passieren lassen und es würde mich wundern, wenn Präsident Bush da nicht mindestens so schlecht weg kommt wie Reagan in der 80ern....
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