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Ostende: 1936, Sommer der Freundschaft Gebundene Ausgabe – 8. März 2014

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Auf knapp 160 Seiten ist so ein beeindruckendes Stück Zeit- und Kulturgeschichte entstanden.« (Christine Westermann Christine Westermann, vigo 2014-07-01)

»[Weidermann] zieht [...] kundig, beredt und mit der Kunst, Atmosphären zu erzeugen in die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts hinein.« (Katrin Schumacher Deutschlandradio Kultur 2014-05-06)

»Liebevoll und vorsichtig malt [Weidermann] sich und uns aus, wie es gewesen sein könnte in diesem Sommer des Abschiednehmens.« (Elke Heidenreich Elke Heidenreich, Stern 2014-04-13)

»Weidermanns genauer Blick und sein großer Kenntnisreichtum machen den Band höchst lesenswert – ein bewegendes, durchaus melancholisches Sonderkapitel unserer Literaturgeschichte.« (David Eisermann WDR 3 2014-03-26)

»[...] ein faszinierendes Buch [...], das die zwar sehr heitere, aber eben ganz und gar nicht sorglose Atmosphäre dieses Sommers nachzeichnet, dabei glänzend recherchiert ist und hochinformativ [...].« (Joseph Wälzholz Die Welt 2014-03-22)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Volker Weidermann, 1969 in Darmstadt geboren, studierte Politikwissenschaft und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Er ist im Kulturressort des Spiegel als Literaturredakteur tätig und lebt in Berlin. Von ihm erschienen bei Kiepenheuer & Witsch: »Max Frisch. Sein Leben, seine Bücher« (2010), »Das Buch der verbrannten Bücher« (2008) und »Lichtjahre« (2006). Sein im Jahr 2014 erschienenes Buch »Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft» erzählt von der Freundschaft zwischen Joseph Roth und Stefan Zweig im Exil und wurde in zehn Sprachen übersetzt. 2016 erscheint »Dichter treffen – Begegnungen mit Autoren von Arjouni bis Zaimoglu«.


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Das in Ostende herrliche Urlaubsflair von früher ist für den Schriftsteller Stefan Zweig nicht mehr. Die Freundschaft mit seinem besten belgischen Freund Èmile Verhaeren ist in Feindschaft geendet, der aufkommende Nationalsozialismus in Deutschland hat sie entzweit.

Stefan Zweig hat 1936 seinen in Amsterdam lebenden Freund und Pazifisten Joseph Roth zu sich nach Ostende in Belgien geholt. Roth ist gesundheitlich und finanziell am Ende. Seine Bücher werden wie viele seiner Kollegen nicht mehr in Deutschland verlegt und er ist auf seinen großzügigen Geldgeber Stefan Zweig angewiesen. Zehn Jahre besteht ihre Freundschaft und hat bislang manche Krise überstanden.

In Ostende finden sich mehrere deutschsprachige Dichter und Denker zusammen, zu denen nebst Stefan Zweig auch Arthur Koestler, Egon Erwin Kisch samt Ehefrau, Hermann Kesten, Ernst Toller und die junge, hübsche und lebenslustige Irmgard Keun als einzige Arierin gehört, in die sich Joseph Roth unsterblich verliebt. Sie alle halten Kontakt miteinander und sind verzweifelt, schreiben, diskutieren, sorgen sich und wollen über die fatale politische Entwicklung in Deutschland unterrichtet sein. Ihr jetziges Leben hat sich grundlegend verändert.

Sie sind eine Gemeinschaft von Fliehenden mit keiner Heimatzugehörigkeit mehr und versuchen dem Nationalsozialismus zu entkommen. Es sind Menschen jüdischen Glaubens im Exil und hier in Ostende, wo sie sich auch früher trafen, wollen sie mit simulierter Sorglosigkeit ein vorgetäuschtes Urlaubsflair wahrnehmen wollen. Optimismus ist Pflicht, den Strick haben sie im Koffer und erwähnen ihn nicht.
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Format: Gebundene Ausgabe
Sie sind schon ein seltsames Paar, die zwei Freunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, der erfolgsverwöhnte, kontrollierte Stefan Zweig und der stets am Rande des Bankrotts entlang lavierende Alkoholiker Joseph Roth, radikaler Pazifist der eine, "begnadeter Hasser" der andere. Zweig, dem Verpflichtungen gegenüber anderen Menschen eigentlich ein Greuel sind, ist die Aufgabe zugefallen, seinen Freund vor sich selbst zu schützen, was im Wesentlichen heißt, ihn von der Flasche fern- und zum Schreiben anzuhalten, ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, zumindest was das Trinken angeht (er wird einige Monate vor Kriegsbeginn daran zugrunde gehen).

Zweig hat Roth nach Ostende eingeladen, wo er den Sommer 1936 verbringt. Hier hat sich eine kleine Gruppe von deutschsprachigen Schriftstellern zusammengefunden, denen der Nationalsozialismus die Heimat geraubt hat; Egon Erwin Kisch, Arthur Koestler, Irmgard Keun, Hermann Kesten und Ernst Toller gehören dazu. Während Deutschland und die Welt unaufhaltsam auf die Katastrophe zusteuern, haben sie hier eine kleine Idylle gefunden, die meisten von ihnen zum letzten Mal, in der sie diskutieren, schreiben, hoffen und, allen voran die frischverliebten Roth und Keun, trinken können.

Liebevoll und mit großem Detailwissen beschreibt Volker Weidermann die komplizierte Freundschaft zwischen den Stefan Zweig und Joseph Roth. Mit einfachen, knappen Worten zeichnet er ein atmosphärisch dichtes Bild zweier Menschen, die sich trotz der immer deutlicher werdenden Aussichtslosigkeit ihrer Situation Charakterstärke, Motivation und Kreativität bewahren können, und ihres kleinen, aber feinen und bei all den Widrigkeiten erstaunlich lebensfrohen Freundeskreises.

- Kostenloses Rezensionsexemplar -
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Format: Gebundene Ausgabe
Ist es ein Buch über Stefan Zweig, ist es eins über Joseph Roth, vielleicht über deren Beziehung oder ist es eins über die Schriftsteller der Emigration nach 1933? Lesen wir hier Prosa oder einen Sachbuchtext? Weidemann will mit Ostende wohl alles zugleich, und das ist auch die Schwäche des Buches.

Das Buch entwirft sehr gelungen die Atmosphäre jener Jahre, die Lebenssituation vieler Emmigranten, deren Sorgen und Nöte, die Diskussionen und Hoffnungen auf Änderung in Deutschland. Dadurch, auch durch die vielen Rückblenden, erfährt der Leser einiges über die in Ostende versammelten Schriftsteller. Ostende 1936 ist nur der Knoten, die Lebensfäden der Emmigranten davor und danach werden in dem Buch soweit verfolgt, dass ein prägnantes Bild jedenfalls von Stefan Zweig und Joseph Roth entsteht. Und sicher verlockt das Buch auch wieder einmal ein Buch eines der emmigrierten Schriftsteller zu lesen.

Sicher steht der scheue, menschenfreundliche Stefan Zweig, der 1936 anerkannte und renommierte Schriftsteller, im Mittelpunkt. Zu Beginn des Buches wird im Rückblick sein Sommer 1914 erzählt, sein erster Sommer in Ostende. Stefan Zweig war damals mit seiner romantischen Vorstellung vom Krieg genauso kriegsbegeistert wie andere zunächst auch. Er liebte eine verheiratete Frau, Friderike. 1936 ist die Ehe mit ihr längst erstorben. Zweig ist mit seiner Sekretärin Lotte zusammen und auf dem Sprung nach Südamerika .

Dann der osteuropäische Jude Joseph Roth mit seinem Alkoholismus, seinen ewigen Geldproblemen, seinen Liebschaften, seiner rasenden Eifersucht, seiner klaren, radikalen aber auch bösen Sicht auf die Realität der Welt.
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