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am 11. März 2014
Mann liest mal etwas über die Schwierigkeiten, regt sich darüber auf wie die USA mit ihren Vietnamveteranen umgehen, aber wenn der Nachbar, der aus Afghanistan wieder da ist, zum Grillen vorbei kommt, will man keine Kriegsgeschichten hören.

Ich lese es jetzt zum 2.Mal und langsam fängt bei mir ein anderer Denkprozess ein, das ist wohl das was gute Bücher ausmacht.

Vielen Dank an die mutigen Interwieten, die für sich und uns unbequeme Wahrheiten preis gegeben haben und an die Interwieerin, die sich dieser schwierigen Aufgabe gestellt hat.

Sicher auch gutes Material für die Schule in den höheren Kursen.
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In diesem Porträtbuch werden großformatig 70 Bundeswehrangehörige vorgestellt, die unter ihrem S/W Porträt in der Ich-Form aus ihrem Leben, von ihren Einsätzen und ihren Ansichten sprechen. Dazu wird immer ein Gegenstand mit abgebildet, der Ihnen im Kriegseinsatz wichtig war: dort in Rosenkranz, hier ein Granatsplitter, ein Familienfoto oder irgendein Glücksbringer. Die Autoren führte diese Befragung in Zusammenarbeit mit der Pressestelle der Bundeswehr durch.

Alle 70 Porträts haben sicherlich einen gemeinsamen Nenner, nämlich ein tief beeindruckendes, lebensverändertes Erlebnis in ihrem Herzen zu haben! Bei den meisten wird man sogar von einem traumatischen Erlebnis sprechen können, das die Seele und die Lebenseinstellung komplett verändert hat. Die Porträts zeigen oft gezeichnete Männer und Frauen, die an der Front dienten! Es ist ein neuer Krieg, ein neues Gefühl, das sie entdecken. In Deutschland gab es seit 3 Generationen keinen Konflikt mehr, die Streitkräfte Deutschlands wurden seit über einem halben Jahrhundert nicht mehr eingesetzt und die Bevölkerung nimmt allgemein die Bundeswehr nur noch als wirtschaftlich positives Element wahr, das vor allem dann zum Ausdruck kommt, wenn Standorte geschlossen werden und die Wirtschaftskraft der Standortumgebung gefährdet ist. Die Bundeswehr wird laufend reduziert, so gibt es fast keine Panzer mehr, Rüstungsaufträge sind vor allem durch Fehlkalkulationen und schlechte Qualität im Gespräch, die neuen Sturmgewehr schiessen daneben und die Truppe in Afghanistan beklagt sich wegen der mangelhaften Ausrüstung. Viele lebensnotwendige Dinge müssten von den Soldaten persönlich gekauft werden, wie schusssichere Westen oder gar Kugelschreiber.

Die Bundeswehr, ein Sauhaufen also?

Man sollte zwischen diesen "Einzelschicksalen", diesen Porträts, und der Wirklichkeit unterscheiden! Hier werden deutsche Bürger in einen Krieg fern der Heimat geschickt, zu dem eigentlich niemand in der Runde einen Bezug hat. Was ist eigentlich der Kampfauftrag der Bundeswehr und warum sollen sich dort deutsche Soldaten töten lassen? Es geht um irgendwelche indigenen Völker und komplexe politische Entscheidungen, zu denen Deutschland an sich keinen Bezug hat. Warum nicht auch in Mexiko gegen die Drogenbosse kämpfen oder in einen anderen der zur Zeit 166 laufenden Kriege dieser Welt eingreifen? Der Afghanistan Einsatz ist ein typischer Söldnereinsatz oder wäre ein Fall für die Fremdenlegion! Der deutsche Soldat benötigt dahingegen Motivation und ein Spielfeld für seinen Idealismus! Das kann dieser Krieg nicht bieten. Im Kosovo ging es, mitten in unserem Europa, um die "Sichtbarkeit" des deutschen Soldaten, heute, 20 Jahre später, eher um die Anerkennung dieser Tätigkeit innerhalb der deutschen Bevölkerung! Gut ausgebildete, mittelmässig bezahlte Soldaten ziehen befehlsgemäss in einen Krieg, der von der Mehrheit in Deutschland nicht wahrgenommen wird, sie werden für diesen Kampfeinsatz schlecht ausgerüstet, kämpfen für politische Ziele, die sehr vage sind, müssen im Kampfeinsatz hinter ihrem Zeigefinger einen Rechtsanwalt sitzen haben, der sie über die Konsequenzen einer evtl. Tötungsabsicht aufklärt (Beispiel damaliger Oberst Klein) und werden nach ihrem Einsatz wieder sang- und klanglos eingegliedert- wenn sie es überlebt haben! Von den posttraumatischen Belastungsstörungen sprechen nur wenige und nur 20% der Rückkehrer gehen in psychiatrische Behandlung, weil sie dadurch Nachteile für ihre Karriere befürchten. Zu recht übrigens. Das heisst, mehr als die Hälfte der Rückkehrer muss selbst mit diesen Traumata zurechtkommen. Viele versinken im Alkohol, finden sich in ihrer Familie nicht mehr zurecht, finden sich in ihrer Gesellschaft nicht wieder. Denn die Gesellschaft hat sich in den letzten 20 Jahren stark gewandelt, weg vom Nationalgefühl, hin zu einer diffusen "europäischen Nationalität" und zur Spass- und Spielgesellschaft! Da werden auch junge Rückkehrer aus Afghanistan schon zu Dinosauriern, die nicht mehr in unseren Zeitrahmen passen! "Bezahlte Killer, Mörder, Unterschicht, perverse Neonazis, Kriegsspieler", so werden sie gerne betitelt oder zumindest wahrgenommen. Ein "normaler Deutscher" geht in ein Büro und spielt abends Playstation, aber setzt sich nicht den Anstrengungen und Gefahren eines echten Krieges aus! Wozu auch?

Der Artikel 87a unseres Grundgesetzes beschränkt die Aufgaben der Bundeswehr auf die Verteidigung- womit sicher nicht die Verteidigung der Profite der afghanischen Warlords gemeint ist! Es geht immer wieder um die Motivierung von Soldaten in solchen Kriegen. Sie halten den Kopf nicht für ihr Vaterland, für ihren Stolz und noch weniger für ihr Heldentum hin, sondern werden mitten in ein Gemetzel und eine himmelschreiende Ungerechtigkeit eines nationalen Problems geschickt, das sie persönlich nicht motiviert, aber umso mehr berührt! Sie leben kurzfristig in einer anderen Welt, die grausamer kaum sein kann, um dann wieder in das Playstation- und Smartphonoparadies Deutschland zurückzukehren. Nur wenige sind so abgestumpft, um mit diesen Extremen seelisch fertig zu werden. Die meisten sehen keinen Sinn mehr in ihrem Leben, versuchen krampfhaft auf eine neue Schiene zu kommen, denn weder Afghanistan ist ihr wirkliches Leben, noch - nach dieser Erfahrung - das Elfenbeinturmleben in Deutschland!

Ganz anderer Natur sind Einsätze wie zum Beispiel in Mali, wo es heute eine 180 Mann starke Ausbildertruppe gibt, die den Mali-Soldaten etwas Kampfgeist beibringen sollen. Hier gibt es keinen Kriegseinsatz, sondern es geht mehr um psychologische Betreuung einer Operettenarmee.

Ich selbst war 4 Jahre lang als deutscher Offizier in Zentralafrika eingesetzt. Zusammen mit der Bundeswehrberatertruppe in Burkina Faso bauten wir an internen Strukturen und Kooperationen zwischen den verschiedenen Staaten. Mit vielen meiner damaligen afrikanischen Kollegen pflege ich auch heute noch ein herzliches Verhältnis. Trotzdem war auch ein derartig friedlicher Einsatz psychisch sehr belastend. Man lernt deutsche Minister auf der Durchreise kennen, geht mit afrikanischen Ministern essen, ist bei allen Botschaftsempfängen rundum eingeladen, lernt den Staatspräsidenten persönlich kennen, unterschreibt selbst Aufträge in hoher DM-Höhe, wird von russischen und amerikanischen Botschaftsangehörigen umworben, lebt wochenlang im Dschungel mit Eingeborenen, erlebt hautnah die politischen Veränderungen in der Region - um dann plötzlich wieder in einem kleinen Büro in Deutschland zu sitzen, Bleistifte zu spitzen und sich total abgeschoben vorzukommen. "Der war 4 Jahre in Zentralafrika", heisst es dann, na ja, der ist zu nichts mehr zu gebrauchen. Man hat den unbedingten Eindruck, etwas Tolles für sein Land gemacht zu haben und wird dann mehr oder weniger unter den Tisch gekehrt, denn es (und man) passt nicht zur bundesdeutschen Normalität!

Das sind die größten Belastungen und deshalb sollte die Bundeswehr endlich ein passendes Rückkehrerprogramm einführen, um diesen Soldaten wieder ein positives Lebensgefühl zu geben!

Das Buch ist wichtig für alle Soldaten und ihre Familien. Vieles klingt allerdings etwas beschönigend und spielt die Musik der Bundeswehr Presseabteilung, aber das Buch spiegelt unbedingt eine Realität der Bundeswehr wieder, nämlich die menschliche Komponente!
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am 11. Oktober 2014
Diese Bewertung habe ich gewählt, weil ich auch andere davon überzeugen möchte, wie wichtig es ist sich zu informieren.
Vielleicht kann man die Sichtweise so einiger Menschen dadurch verändern.
Gefallen hat mir an dem Buch, es handelte von realen Menschen und ihrem Leben.
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am 7. August 2014
Ich ärgere mich maßlos über zwei hier bei Amazon veröffentlichte Kundenrezensionen, die diesem Werk Kriegspropaganda oder Zensur unterstellen. Jeder unverblendete Leser wird erkennen, dass sich die Soldaten hier in ungewöhnlicher Freimütigkeit äußern, als Menschen, meinetwegen als "Bürger in Uniform".

Nichts wird diesem Buch weniger gerecht als die Unterstellung, dass es Kriegseinsätzen das Wort rede. Die Kriegseinsätze gibt es nun einmal - das Buch beschäftigt sich damit, wie die Soldaten diese Einsätze bzw. ihre Rückkehr daraus erleben. Ich finde die Beiträge höchst lesenswert, sie haben mein Bild der Bundeswehr bereichert.

Ich kann zweierlei nicht verstehen: a) warum Rezensenten hier nicht von Ihrer politischen Überzeugung absehen können, wenn sie die Qualität eines Buches beurteilen, b) warum Amazon das duldet. Selbst als glühender Pazifist und Verschwörungstheoretiker muss man diesem verdienstvollen Buch nicht nur einen Stern geben. Das zeugt von Verbohrtheit.
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am 23. Juli 2015
Ein starkes Buch, daß einem unter die Haut geht und deutlich macht, wieviel (Auf)-Klärungsbedarf besteht.
Soldaten sind Menschen.
Das wird nur allzu gerne vergessen und verdrängt.
Auch wird hier nichts beschönigt. Hier zeigen sich die einzelnen Schicksale.
Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Mein Dank an alle Mitwirkenden für ihren Mut.
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am 18. Februar 2016
Ein gutes Buch, kann ich nur empfehlen. Ich habe es an 2 Tagen gelesen, fängt man an, will man mehr lesen
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am 10. März 2014
Wer kann schon sagen durch wieviele Zensuren dieses Buch gehen musste bis es erscheinen durfte... Habe das Gefühl, das die Erzähler viel zu berichten hätten, wenn sie denn dürften, jedenfalls nicht in diesem Buch.
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am 25. März 2014
Zur Ursprungslegende des Buches gehört die Beschäftigung der Fotografin Sabine Würich mit Fotos von Gesichtsverletzten aus dem Zweiten Weltkrieg. Das erinnert zunächst an den Klassiker "Krieg dem Kriege" des deutschen Pazifisten Ernst Friedrich, der mit Fotografien Kriegsverletzter des Ersten Weltkrieges den Schrecken des Krieges und den Krieg als Verbrechen unmittelbar anschaulich machen wollte. Die Problemstellung der Hauptautorinnen ist indes eine andere. Sie beklagen, dass die Soldaten im Auslandseinsatz und die Zivilisten an der Heimatfront heute keine "Schicksalsgemeinschaft" mehr bilden, (O-Ton in einem Radiointerview) das Leiden der Soldaten den Menschen in der Heimat also nicht mehr vor Augen steht (es fehlt halt auch die Erfahrung der Flächenbombardements durch afghanisch-talibanische Kampfverbände). Dass sich das Leid deutscher Soldatinnen und Soldaten der öffentlichen Wahrnehmung entzieht, hängt allerdings auch damit zusammen, dass sich das äußerlich wahrnehmbare Leid deutscher Soldaten numerisch in Grenzen hält. 50 gefallene deutsche Soldaten in Afghanistan sind zwar 50 tote Menschen zuviel, aber für 12 Jahre Krieg eben zugleich relativ wenig, besonders, wenn man bedenkt, dass an nur einem Tag in Afghanistan auf Befehl eines deutschen Oberst (heute General) dreimal mehr afghanische Zivilisten zu Tode gekommen sind. Wer Kriegsversehrte in großer Zahl sehen möchte, sollte direkt nach Afghanistan reisen. Sie sind dort allgegenwärtig. Das Buch wurde u.a. unterstützt vom Bundeswehrverband, dem Reservistenverband, der ev. und kath. Militärseelsorge. Es enthält ziemlich genau das, was man daraufhin erwarten kann. Grundsätzlich sollte aber für jeden denkenden Menschen die Differenzierung möglich sein, den Menschen hinter dem Soldaten als Menschen anzunehmen und seine Berufswahl und -ausübung in Frage zu stellen.
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