flip flip Hier klicken Jetzt informieren Spring Deal Cloud Drive Photos UHD TVs Mehr dazu HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle Alexa BundesligaLive

Oliver Pötzsch

Oliver Pötzsch


Sind Sie ein Autor?

Author Central
Helfen Sie uns Ihre Autorenseite zu verbessern. Sie können uns Daten zu Ihrer Bibliografie, Bilder von sich oder Ihre Biografie schicken.

Erfahren Sie mehr darüber


Bücher von Oliver Pötzsch

Suchergebnisse für Autor "Oliver Pötzsch" in Bücher anzeigen

Interview mit Oliver Pötzsch (Auszug)

Wer wären Sie gerne auf einer Burg gewesen, wenn Sie dort gelebt hätten?
Mir ist ganz wichtig zu unterscheiden: Die romantische Vorstellung von Burgen ist etwas anderes als die tatsächliche Welt derjenigen, die dort gelebt haben. Ehrlich gesagt: In dieser Welt hätte ich überhaupt nicht leben wollen. Das war ein sehr unwirtlicher Ort, es hat furchtbar gezogen, es war immer kalt, selbst im Sommer, die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal, und es war auch saulangweilig. Es ist nämlich ein Missverständnis, dass viele Menschen auf einer Burg gelebt und dass sie ständig gefeiert haben. Meistens gab es nur eine ganz kleine Besatzung von 4-5 Wachleuten, dem Vogt und ein wenig Gesinde.
In einer romantischen Burgenwelt hingegen, wie ich sie mir als Kind vorgestellt habe, wäre ich vielleicht der Sohn des Burgvogts gewesen, ein Knappe, der zum Ritter ausgebildet wird.

Wie viel historische Korrektheit ist nötig, wie viel literarische Freiheit möglich?
Für mich ist die erste Regel: Alles, was passiert, muss theoretisch möglich, also plausibel sein. Die zweite Regel: Die äußere Historie und die wichtigen großen Figuren müssen stimmen. Das heißt, wenn, wie hier, ein Götz von Berlichingen vorkommt, dann muss der auch ungefähr so sein, wie er in den Quellen belegt ist. Der darf zum Beispiel kein Holzbein haben. Da wären die Leser zu Recht beleidigt. Auch die Kulturgeschichte muss korrekt recherchiert sein. Im 16. Jahrhundert dürfen keine Kartoffeln vorkommen. Freiheit habe ich bei der Ausgestaltung dessen, was die einzelnen Figuren erleben.

Lassen Sie uns einen Blick in Ihre Werkstatt werfen: Wie legen Sie eine Figur an, damit sie trotz des historischen Abstandes glaubwürdig und interessant für die Leser wirkt?
Nehmen wir als Beispiel Agnes, die Tochter des Burgvogts, meine weibliche Hauptfigur. Mir war klar, dass ich eine starke Frau brauche. Wenn Sie historische Romane erzählen, kommen Sie um eine Frauenfigur nicht herum. Und diese Figur muss eine gewisse Brechung haben, muss anders sein als die gewöhnlichen Frauen zu ihrer Zeit, damit sie einen inneren Konflikt haben kann. Agnes zum Beispiel habe ich einen Falken an die Seite gestellt. Die Falknerei war damals eine absolute Männersache. Das macht sie als Figur schon mal ungewöhnlich. Hinzu kommt, dass die Falknerei eigentlich ins Hochmittelalter gehört – man denke an das berühmte Falkenbuch von Friedrich dem Staufer, in dem Agnes gerne liest. Das heißt, Agnes ist eine Figur, die aufgrund verschiedener Attribute nicht in ihre Zeit hineinpasst. Sie ist ganz vernarrt ins Lesen und in die alte Zeit der Ritter, die auch für die Zeit der Burgen steht. Wobei sie aber am Ende einsieht, dass es hat keinen Sinn hat, darin zu verharren.

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Ihre Ahnen Ihnen beim Schreiben zuschauen?
Die Fahnen des zweiten Henkerstocher-Romans habe ich im Haus meiner Großmutter korrigiert. Das ist schon länger im Besitz der Familie, und dort sind auch die Kuisl-Gräber in der Nähe. Es ist für mich ein mystischer Ort, und da hatte ich tatsächlich das Gefühl, mir würden die Ahnen über die Schulter schauen. Hier in meinem Münchner Reihen-Eckhaus geht es mir nicht so …

Klicken Sie hier, um das komplette Interview zu lesen