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Kundenrezensionen

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am 19. Oktober 2006
Ich wende mich mich dieser Rezension nicht an die vielen Fans der Serie "The Prisoner", sondern an die Menschen, denen diese Serie gar kein Begriff ist. Denn hierzulande hat sie leider nie den Kultstatus erlangt wie im Rest der Welt. Was natürlich hauptsächlich an den Fernsehsendern liegt. In den letzten ca. 25 Jahren wurde sie nur noch einmal gezeigt, 1997, auf dem Pay TV Sender DF 1, den zu diesem Zeitpunkt nur sehr wenige Menschen sehen konnten.

Aber für mich war das meine erste Begegnung mit "Nummer 6". Ich war schon Fan von "Mit Schirm, Charme und Melone", und interessierte mich deshalb für englische Serien der 60er Jahre. Ich ging an die Serie ran, ohne irgendetwas über die Handlung zu wissen. Und so sah ich die erste Folge "The Arrival". Im Vorspann sehen wir MacGoohan, den Hauptdarsteller, der seinen Job kündigt und daraufhin in seiner Wohnung betäubt wird. Er erwacht in einem Dorf, in dem scheinbar größte Harmonie herrscht. Glückliche Menschen, die von jemanden regiert werden, der sich Nummer 2 nennt (so eine Art Bürgermeister). MacGoohan, dessen wirklichen Namen wir nie erfahren, bekommt die Nummer 6. Jeder Einwohner hat eine Nummer, Namen werden nicht verwendet.

Schnell erkennt Nummer 6, das das Dorf ein Gefängnis ist. Es gibt keinen Ausweg. Wer fliehen will, wird von einer futuristischen weißen Kugel gefangen und zurückgebracht. Nummer 6 wurde hergebracht, weil man erfahren will, warum er gekündigt hat. All das ist derart ungewöhnlich und abstrakt umgesetzt, das es einem den Atem verschlägt.

Beim ersten Sehen dachte ich: Oh, interessant, diese Folge spielt also in diesem Dorf. Doch das war ein Irrtum. Alle 17 Episoden spielen in diesem Dorf, in jeder Folge gibt es eine neue Nummer 2, und immer versuchen sie herauszufinden, warum Nummer 6 gekündigt hat und wollen ihn zwingen, sich der Gesellschaft im Dorf anzupassen. Und versuchen es mit immer anderen Mitteln. Doch das einzige Ziel von Nummer 6 bleibt die Flucht, er wird sich nicht anpassen. Wie er bereits im Vorspann sagt: "I am not a number, i'm a free man!" Wer das Dorf leitet, wovon Nummer 6 gekündigt hat...all das efährt man nicht. Es bleibt der Fantasie des Zuschauers überlassen.

Und dann wäre da noch die Frage, wer die Nummer 1 im Dorf ist. In der letzten Folge wird man es erfahren...

Wer wie ich glaubte, "Mit Schirm, Charme und Melone" sei die ungewöhnlichste und beste Serie, die je gemacht wurde, wird das nach dem Genuß von "Nummer 6" anders sehen. Womöglich wird er die ganze Welt anders sehen. Auch auf die Gefahr, das ich mich wiederhole: So etwas surreales und intelligentes hat es und wird es sonst im Fernsehen nicht geben. Es war ein Produkt der 60er und von Hauptdarsteller Patrick Mac Goohan (der unter Pseudonym auch mehrere der Drehbücher schrieb und teilweise Regie führte). 17 Folgen, die eine perfekte Einheit ergeben und sich stetig bis zu den psychedelischen letzten zwei Folgen steigern.

Hier, auf dieser DVD Box, kann man auch die 6 Episoden bewundern, die vom deutschen Fernsehen einst nicht synchronisiert wurden (womöglich waren die dem ZDF dann doch zu abstrakt und bizarr).

Also, Fans von Kultserien, den Beatles, den 60ern, von Franz Kafka, Science Ficion....GREIFT ZU!!!! Ihr könnt euch die Episoden ansehen, darüber nachdenken, interpretieren oder einfach nur fasziniert darin versinken. Sooft ihr wollt. Ich hab sie jetzt 6 mal komplett gesehen, und entdecke immer noch neues. Und noch ein Tipp: Schaut sie mit englischem Ton!
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am 26. Oktober 2006
NUMMER 6 (The Prisoner) von 1966/67 ist eine Serie der besonderen Art. Progressiv, surreal, intelligent, spannend, politisch, raffiniert, geheimnisvoll, kultig, anders, grotesk, innovativ, tiefgründig oder intensiv sind nur einige Eigenschaften, die der Serie immer wieder zugeschrieben werden. Man kann es auch in einem Wort zusammenfassen: klasse !

Worum geht es ? Ein Agent des britischen Geheimdienstes quittiert seinen Dienst, wird daraufhin betäubt und an einen unbekannten Ort, das Village, entführt. Dort soll der Gefangene, nun Nummer 6 genannt, sich den anderen Bewohnern anpassen und Informationen preisgeben, insbesondere den Grund seines Rücktritts. Da Nummer 6 sich weigert, wird der Nummer 2 des Village die Aufgabe zuteil, Nummer 6 zu knacken. Damit dies über die 17 Episoden nicht langweilig wird, darf sich in jeder Folge eine neue Nummer 2 an Nummer 6 versuchen. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Nummer 2 durch ihre Charaktereigenschaften, die von kalt und brutal über nervös, arrogant, listig, selbstsicher, wichtigtuerisch, verführerisch, kontrollierend, aalglatt, manipulierend bis zu paranoid reichen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass jede Nummer 2 seine ganz eigene Methode hat, um Nummer 6 zu brechen, sei es zB durch Gehirnwäsche, Drogen oder Täuschung. Nummer 6 seinerseits verfolgt das Ziel, die Ordnung des Village zu zerstören, zu fliehen und die Identität der Nummer 1 herauszufinden.

Die hübsche Box präsentiert die 17 Episoden, von denen vier bisher nicht in Deutschland zu sehen waren, in ausgezeichneter Bildqualität. Neben der deutschen Tonspur liegt auch der englische Originalton vor. Verteilt sind die Episoden auf sechs DVDs mit liebevoll gestalteten Menüs, auf einer siebten DVD befindet sich das Bonusmaterial. Dieses umfasst Trailer zu allen Episoden, eine umfangreiche Fotogalerie, Alternativ-Versionen der ersten beiden Episoden, ein ausführliches Interview mit Production Manager Bernard Williams und einige Kleinigkeiten mehr. In der Featurette 'For the Love of: Fans of the Prisoner' geht es um den gewaltigen Kult, der vor allem in Grossbritannien um die Serie entstanden ist. Bis heute pilgern jährlich etwa 250.000 Menschen nach Port Meirion, dem in Wales gelegenen Drehort der Serie. Erwähnenswert ist auch das ausgezeichnete 36-seitige Booklet, das mit detaillierten Informationen zur Serie aufwartet und zudem einen Episodenführer bietet.

Hauptdarsteller Patrick McGoohan, in Deutschland vor allem durch seine vier Auftritte als Gegenspieler von Peter Falk in COLUMBO und seine Rollen in den Kinofilmen EISSTATION ZEBRA (1967), FLUCHT VON ALCATRAZ (1979) und BRAVEHEART (1995) bekannt, hat sich selten zur Serie geäußert. Er betrachtet die Serie als ein allegorisches Rätsel, das jeder Zuschauer für sich selbst interpretieren sollte.

NUMMER 6 ist also eine Serie, die vom Zuschauer Aufmerksamkeit, Aufgeschlossenheit und Interpretationsfreudigkeit erwartet. Sie wirft eine Vielzahl inhaltlicher Fragen auf, die zT von ihr selbst beantwortet werden (zB wer die geheimnisvolle Nr. 1 ist). Andere Fragen lassen sich nur durch eigene Interpretation, durch die Diskussion mit anderen Fans oder die Lektüre der reichhaltigen (englischsprachigen) Literatur zur Serie beantworten. Manche Fragen werden aber auch ungeklärt bleiben. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird schnell merken, dass NUMMER 6 heute aktueller denn je ist - und wird vielleicht schon bald selbst dem Kult um die Serie beiwohnen und nach Port Meirion pilgern, um das dort noch vorhandene Village zu bestaunen...

P.S.: Gespannt sein darf man übrigens auch auf die noch für 2006 auf DVD angekündigte Vorgängerserie GEHEIMAUFTRAG FÜR JOHN DRAKE (Danger Man), natürlich auch mit Patrick McGoohan. Nach Meinung vieler Fans handelt es sich bei Nummer 6 um niemand anderen als John Drake. Fakt ist, dass der Name John Drake ursprünglich für die Person des Nummer 6 vorgesehen war und nur aus Copyright-Gründen nicht benutzt werden durfte. Von Patrick McGoohan selbst wurde die These John Drake = Nummer 6 allerdings stets bestritten.
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am 10. Oktober 2011
Nummer 6 - The Prisoner [7 DVDs] ist mittlerweile Kult und das zu Recht. Die grobe Handlung ist ja sicher schon bekannt, darum verzichte ich hier darauf, sie zu wiederholen.
Beim Ansehen mag einem manches zuerst ein wenig antiquiert und angestaubt vorkommen - aber es handelt sich auch um eine Serie aus den 1960er Jahren. Die Spezialeffekte bei alten James Bond Filmen waren auch nicht besser.
Als zentrale Idee ist sicherlich die Wahrung der Individualität und Entscheidungsfreiheit zu sehen. Zum Beispiel trägt Nr. 6 die Plakette mit seiner Nummer nicht (zumindest in späteren Folgen), in einer Folge schenkt er dem Postboten, der ihm eine eingeschrieben Briefsendung mit den Worten "Sign your number here, Number 6" übergibt, nur ein mitleidigen Lächeln.
Das zweite große Rätsel, nämlich wer Nr. 1 ist, wird zwar in der letzen Folge aufgelöst, die Lösung ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich relevant.
Die Serie ist durchgängig in Farbe produziert, was sicherlich 1967 noch nicht Standard war. Die vorliegende Fassung ist hervorragend restauriert, die Farben wirken erstaunlich frisch.
Tonspuren sind erfreulicherweise in Deutsch und Englisch vorhanden, leider hat man auf Englische Untertitel verzichtet, diese gibt's nur in Deutsch.
Die sieben DVDs im Kartonschuber beinhalten alle Folgen der Serie, eine DVD enthält Bonusmaterial. Dazu kommt noch ein umfangreichens Booklet mit Infos zur Serie und ihrem Hauptdarsteller sowie Kurzinfos zu den einzelnen Folgen.
Wer einen gewissen Hang zu leicht schräger Fernsehunterhaltung, die sich nur schwer kategorisieren läßt, hat ist mit "The Prisoner" bestens bedient. Für mich gehört die Serie zum Feinsten was englisches Fernsehen zu bieten hat(te). Be seeing you!
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am 6. Dezember 2006
Das Cover der Box hätte man etwas schöner gestalten können, ansonsten ist es eine sehr gute Box. Die Bildqualität ist gut, die Episoden kann man sich auch am Beamer sehr gut ansehen. Die Tonqualität ist ebenfalls sehr gut - nur halt zeitbedingt in Mono - sowohl die Originalfassung als auch die Synchro. Sehr erfreulich: Es gibt ein hervorragendes und erfreulich umfangreiches Booklet mit einem eigens für den deutschen Markt geschriebenen und ausführlichen Episodenguide. Die Extras sind nicht übel, und die vier nicht synchronisierten Folgen kann man zum Glück deutsch untertitelt verfolgen. Über die Serie muss man nicht viele Worte verlieren, zumal das andere Rezensenten schon getan haben: Sie ist spannend, abwechslungsreich, optisch ansprechend, verblüffend temporeich und ihrer Zeit weit voraus. Selbst aktuelle Serien wie "Lost" sind von "The Prisoner" beeinflusst worden. Für echte Serienfans ein absolutes Muss!
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am 13. November 2010
Was ist Freiheit? Gibt es Freiheit überhaupt? Sehen Sie die Serie und Sie werden schlauer sein. Oder Sie werden sich fragen, ob...?

Die Box kommt als wunderschönes Digipak daher, es ist kein Standard Plastik Case wie es das Amazon.de-Bild zeigt, der FSK-Sticker ist rückstandsfrei von der Digipak-Front ablösbar.

Zur Qualität: Es ist erstaunlich, wie gut die FullHD-Abtastung aussieht,das Bild wurde sauber restauriert, die Schärfe ist größtenteils sehr gut. Nie sah #6 so gut aus. Viele Details lassen sich erst jetzt richtig (überhaupt!) gut erkennen. Gut auch, dass erstmals (mit der Arte-Austrahlung 2010) alle Folgen komplett deutsch syncronisiert in dieser BD- (und auch DVD-) Edition vorliegen.

Für die Mutter aller Mystery-Serien gibt es nur eins: eine klare Kaufempfehlung.
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am 6. November 2006
1969 war das Jahr von Nummer 6 aber auch das Jahr unseres Hausumbaus. Unser erster Farbfernseher war gerade mal ein Jahr alt, er stand auf dem nicht isolierten Dachboden unseres 2-Familienhauses und unter dem waren zumindest auf dieser Seite keine Außenwände mehr im Haus. Zu dieser Zeit lief dann gegen Mitternacht Nummer 6 im Fernsehen, sicher nicht im dritten Programm, wie jemand hier schrieb sondern vermutlich in der ARD, denn da lief zuvor auch Mit Schirm, Charme und Melone. Ich hatte damals Stress mit meinen Eltern, weil sie nicht wollten, dass ich so spät noch so gruselige Filme ansah, aber ich habe es trotzdem jedesmal geschafft im Gartenklappstuhl mit einer Wolldecke gegen die Kälte geschützt diese tolle Serie zu verfolgen.

Ich habe damals einen Austin Mini Moke im Seriendesign kaufen können (natürlich nur in 1:43 von Corgi Toys), den habe ich heute noch im Bücherregal stehen. Mit 16 Jahren war man damals noch nicht so abgebrüht, wie es die Jugendlichen heute sind. Wir hatten nicht diese gewalthaltige Datenflut in den Medien und 3D-Shooter für Computer konnte man mangels dem Wissen was denn überhaupt ein Computer genau sei, sich schon gar nicht vorstellen zumal es diese Art Spiele erst Jahrzehnte später gab.

Ich hatte schon vorher meist heimlich die Avangers (seit 1966) gesehen, Nummer 6 war anders, aber ähnlich gruselig wie viele Folgen mit Emma Peel und John Steed, z.B. Roboter. Mit Schirm, Charm und Melone musste man nicht ernst nehmen, dafür war es nicht real genug. Bei Nummer 6 war alles noch viel weniger real und doch bekam man ein sehr beklemmendes Gefühl bei dieser Serie. Der Schluss hat mir persönlich damals überhaupt nicht gefallen, dafür war er mir einfach zu durchgeknallt. Ob dieses Urteil heute von anderen Zuschauern geteilt wird, weiß ich nicht - wir haben in den Jahrzehnten seit damals einfach zuviel absurdes real erlebt, um noch so leicht beeindruckt zu werden. Trotzdem bin ich sehr dankbar für diese Serie auf DVD.
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am 17. Januar 2012
Während die meisten der Rezensenten offenbar Fans der Serie sind, die sich verständlicherweise darüber freuen, dass "The Prisoner" jetzt komplett synchronisiert und in blitzsauberer Optik herauskommt, frage ich mich, ob man die Serie tatsächlich so vorbehaltlos empfehlen kann. Meine Wenigkeit, der ich die Serie nicht kannte (nur den Kult drumherum), war ein wenig enttäuscht.

Es geht rasant los, Bildregie, Musik - alles sehr hip, sehr frisch - einfach gut gemacht. Die Serie hat vielleicht den cleversten Vorspann der TV-Geschichte: In schnellen Schnitten erfahren wir ganz ohne Erklärertext, wie Nr.6 auf die Insel kam, wo von nun an fast alle Episoden spielen werden. Auch der Rest von Episode 1 ist filmisch hervorragend umgesetzt und spannend erzählt. Man ist nun gespannt, wie Nr.6 sich verhalten wird, wer seine Gegenspieler sind, was sie vorhaben, welche Menschen er im Dorf trifft, wie er die Insel erforscht und eine Fluchtmöglichkeit findet. Nach heutigen Mystery-Serien-Gepflogenheiten würde der Zuschauer nun mit mehr oder weniger logischen Antworten und immer neuen Fragen gefüttert werden. Je nach Qualität der Serie wäre das Futter Fast Food oder Festmahl.
"The Prisoner" tut das nicht. Eigentlich ist es auch gar keine Mystery-Serie. Es fängt nur so an. Danach dreht sich alles um den kafkaesken Kampf des Individuums Nr.6 gegen einen kollektivistischen und übermächtigen Unterdrückungsapparat, dessen ständig wechselnder General (Nr.2) meistens einem exzentrischen Bond-Schurken aus den alten Connery-Streifen ähnelt. Das ist manchmal clever, manchmal naiv gemacht - mit dem Genre Mystery hat es jedenfalls nix zu tun. Und die ständigen Varianten ein- und desselben Themas nutzen sich schnell ab. Wer Nr.1 ist, ist bald ziemlich egal, und als im furiosen Finale seine Identität enthüllt wird, ist man kein Stück überrascht: Es konnte niemand anderer sein.
Besonders schade ist, dass Nr.6 immer alleine bleibt. In einer Folge eingeführte Charaktere sieht man in den folgenden Episoden nie wieder. Das macht zwar Sinn, wenn man die Isolation des Helden darstellen will, ist aber leider ziemlich simpel und eindimensional. So gibt es keinen episondenübergreifenden Handlungsbögen, keine Entwicklung und keine zwischenmenschliche Dynamik. Alle Nebenfiguren sind Einwegartikel, sie bleiben blass, flach und marionettenhaft.

Schon klar, dass man von einer Serie aus den 60ern nicht die gleiche Komplexität erwarten kann wie in den besseren heutigen Serien. Zu seiner Zeit war "The Prisoner" zweifellos herausragend: inhaltlich innovativ, starker visueller Stil, tolles Setting. Heute hat das Ganze doch in erster Linie Retro-Charme. Davon zugegebenermaßen eine ganze Menge - psychedelische Riesen-Lavalampen und rollende Killerblasen! Inhaltlich gibt es heute einfach Besseres, da man in ganzen Teams Staffeln durchkonzipiert und ein ganzes Ensemble aus Haupt- und Nebenfiguren kreiert. Von daher bleibt vielleicht ein etwas schaler Geschmack beim Sehen dieser Serie. Mir fehlte der Schmacht nach der nächsten und der nächsten Folge - wie z.B. bei Twink Peaks, Fringe oder Carnivale.

Fazit: eine tolle Serie für die damalige Zeit. Kult-Stoff allemal. Aber 30 Euro sollte nur jemand für die Serie ausgeben, der auch Oldtimer mag.
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am 6. Juli 2016
Nummer 6 [Blu-ray]

So heute ist meine Nummer 6 auf Blu-ray angekommen und habe da gleich mal reingeschaut. Echt der Hammer ich habe mal grade nur 14,97 Euro bezahlt, Die Blu-ray-Box ist jetzt wo ich das hier einstelle auch noch für diesen Preis hier bei amazon verfügbar.

Das Bild ist echt wieder richtig gut, was ihr auch wieder auf meinen Bilder sehen könnt. Aber Achtung das Bild ist natürlich nur ein 4:3 Bild und nicht ein 16:9 Bild nur weil es in 1080p wiedergegeben wird. Und wer da meckert das man es nicht auf 16:9 zoomen kann, hallo habt ihr es bald sowas schaut man in dem Format an wie es produziert wurde, sonst stimmen ja dir Proportionen gar nicht mehr.

Ich hab wie immer das Bild mit der Kamera abfotografiert da ich kein Programm habe womit man gute Blu-ray-Bilder abgreifen kann. Bei zwei Bildern habe ich jeweils das gleiche noch Mal benutzt wo ihr dann nur einen Ausschnitt zu sehen bekommt, damit ihr bei den kleinen Bilder hier bei amazon sehen könnt wie gut das Bild ist. Die Störstreifen etc. in den Bildern sind nicht da, das kommt hier und da leider vor wenn man die vom TV abfotografiert.

Der Ton ist auch gut, aber natürlich nur in Mono (DTS-HD Master Audio 2.0)

Episoden auf vier Blu-ray's:
1. Die Ankunft (51:06 Minuten)
2. Die Glocken von Big Ben (50:25 Minuten)
3. A., B. und C. (50:28 Minuten)
4. Freie Wahl (50:27 Minuten)
5. Der Doppelgänger (50:29 Minuten)
6. Der General (50:25 Minuten)
7. Herzlichen Glückwunsch (50:27 Minuten)
8. Die Anklage (50:28 Minuten)
9. Schachmatt (50:20 Minuten)
10. Hammer oder Amboss (50:30 Minuten)
11. Das Amtssiegel (49:57 Minuten)
12. Sinneswandel (50:25 Minuten)
13. 2 : 2 = 2 (50:27 Minuten)
14. Harmony (51:01 Minuten)
15. 3 – 2 – 1 – 0 (50:46 Minuten)
16. Pas de deux (50:39 Minuten)
17. Demaskierung (51:08 Minuten)

Bonus auf eine Blu-ray:
- Alternative Version von "Die Ankunft" (50:43 Minuten) in Englisch u. nicht Restauriertem Bild
- Alternative Version von "Die Glocken von Big Ben" (50:40 Minuten) in Englisch u. nicht Restauriertem Bild
- Bernard Williams Interview (25:53 Minuten) in Englisch mit deutschem Untertitel
- For the Love of... (6:24 Minuten) in Englisch mit deutschem Untertitel
- Internationaler Aktenschrank (1:47 Minuten)
- Episoden-Trailer zur jeder Folge (Je Folge unterschiedliche im um die 1 Minute)
- Textless Intro & Outro (4:02 Minuten)
- Deutscher Vorspann (2:08 Minuten) nicht Restauriertem Bild
- Werbe-Bumpers (0:14 Minuten)
- Bildergalerie
- DVD Credits
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am 24. Oktober 2006
3 Tage ist es gerade mal her. In meinem Email-Account flatterte ein Newsletter von [...] .

Ein Verweis auf die Serie "Nummer 6 - The Prisoner" war näher erläutert als "Die Mutter und Inspiration für Mystery-Serien wie Twin Peaks und Lost"! Eine gewagte Behauptung! Als langjähriger Twin Peaks-Liebhaber und neugieriger Lost-Gucker konnte ich wohl kaum glauben, dass mir eine Serie entgangen sein soll, die als Inspiration beider Serien diente.

Folglich machte ich mich ein wenig über die Serie schlau. Ich dachte, ich lese nicht richtig, als ich erfuhr, dass "Nummer 6 - The Prisoner" eine Serie aus den 60ern sein sollte.

"Und das soll es wirklich mit Twin Peaks und Lost aufnehmen können?" fragte ich mich neugierig, da Filme und Serien aus den 60ern für mich mit einer sehr klischeehaften Note im Hinterkopf schwirrten. Und noch dazu aus Groß-Britannien?

Ich schaute die erste Folge bei youtube zum antesten und konnte es selbst dann immer noch nicht glauben! Nur soviel:

Meine schlimmsten Befürchtungen wurden allesamt verworfen! Die Existenz der Serie sah ich als ein Geschenk des Himmels! Es gibt zig Paralellen zu den bereits genannten Serien und noch dazu eine Komplexität, die ich für eine Serie aus den 60ern niemals für möglich gehalten hätte.

Eines war für mich nach dem Gucken der ersten Folge jedoch sofort klar:

"DIESE BOX MUSS ICH HABEN!"

Umgehend machte ich mich an die Recherche durch die unzähligen Seiten zur Serie; wütend und erstaunt darüber, dass ich bisher noch keine Notiz von der Serie bekommen habe. Und tatsächlich gab es bereits bei der Erstausstrahlung ähnliche Formen der Überforderung beim Otto-Normalzuschauer, wie es eben auch Twin Peaks hervorgerufen hat!

Nicht genug zu diesem Phänomen, besorgte ich mir gestern die Box und verschlang die ersten vier Folgen in der empfohlenen Produktions (nicht Sende-)-Folge. Als ich die Szene sah, wie mit einem Mann ein gigantisches Pawlow-Experiment gemacht wurde, fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Eine fast identische Szene wurde in Folge 1 der dritten Staffel von Lost eingebaut! Das kann kein Zufall sein!

Ich würde gerne 10 Sterne vergeben, wenns möglich wäre.

Der Geheimtipp schlechthin: Mystery-Fans sollten , unbedingt zugreifen!
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Zunächst einmal erscheint es interessant, dass "The Prisoner" zum einen als absolute Kultserie gilt, sie andererseits jedoch heutzutage - vor allem im deutschen Sprachraum - ziemlich unbekannt sein dürfte.
Immerhin konnte sich der Sender ARTE 2010 dazu durchringen, die gesamte Serie (ordentlich restauriert und synchronisiert) noch einmal auszustrahlen. Davor war lange, lange Zeit Sendepause (die vorhergehende Ausstrahlung in Deutschland bzw. Österreich geht meines Wissens bis in die 70er-Jahre zurück).

Jedenfalls haben wir es dieser sorgfältigen Restauration und Synchronisation zu verdanken, dass man auch beim Erwerb dieser Box mit qualitativ durchwegs gutem Filmmaterial konfrontiert wird. Hinzu kommt noch die tolle optische Aufmachung der Box sowie ein informatives Booklet zum Nachblättern (aber Achtung: Die Texte zu den Einzelepisoden bitte erst nach dem Schauen lesen!). Auch die Titelmenüs sind sehr passend und authentisch gestaltet worden und zudem übersichtlich - großes Lob dafür!
So viel einmal zu den technischen Belangen...

Wesentlich interessanter für mich aber sind jedoch die inhaltlichen Aspekte und die sind in Bezug auf "Nummer 6" wirklich gar nicht so einfach in wenige aufschlussreiche Worte zu fassen.
Fest steht, dass die Betitelung "beste Serie aller Zeiten" gar nicht so schlecht zur Konzeptidee und generell zur Aufmachung der Serie passt. Außerdem sind viele, der insgesamt 17 Episoden wirklich gut gelungen und verstehen es auch heute noch ihre Botschaft zu vermitteln bzw. einfach zu unterhalten. Natürlich wäre es fatal, vorliegende Serie mit modernen Produktionen zu vergleichen. Heute, nach "The Sopranos", "Breaking Bad" und Co., ist es schwer "The Prisoner" ins rechte Licht zu rücken. Versuchen möchte ich es dennoch, da ich glaube, dass "The Prisoner" auf seine Weise einzigartig ist und es zugleich sehr viele zeitlose Elemente enthält. Gleichzeitig sprüht die Serie nur so vor Charme und guten Einfällen - was manchmal voll aufgeht und manchmal (leider) einfach nur skurril bzw. etwas lächerlich erscheint...

Nun aber mal von vorne: Patrick McGoohan, seinerzeit der bestbezahlte Schauspieler Großbritanniens, war längst kein Unbekannter mehr, als das Konzept von "The Prisoner" entwickelt wurde. Der gute Mann hatte sogar zwei Mal die Rolle des berühmtesten Kino-Geheimagenten der Welt (James Bond) abgelehnt, weil ihm, als tiefgläubiger Katholik, die Figur zu unmoralisch war. Es gilt heute als heitere und mehrfach belegte Anekdote, dass Herr McGoohan eine Abscheu gegen Liebesszenen und Waffen hegte, weshalb nicht zuletzt auch in "The Prisoner" einige Szenen prompt abgeändert werden mussten. McGoohans Einfluss auf die Serie dürfte in jedem Fall gewaltig gewesen sein, was positive als auch negative Nebeneffekte mit sich bringt...

Jedenfalls startet die Serie perfekt. Im insgesamt knapp 3minütigen Vorspann (der im Vorfeld jeder Episode zu sehen ist, allerdings gibt es zweimal auch noch einen zusätzl. Prolog - also aufpassen beim Überspringen!) erfährt man mittels gekonnter Schnittfolge alles, was man als Zuseher wissen muss, um sofort in den spannenden Plot eintauchen zu können. McGoohan verkörpert, als einzige Dauerkonstante der Serie, einen britischen Geheimagenten, der seine Arbeit niedergelegt hat. Schließlich wird er in seiner Londoner Wohnung mit Gas betäubt und findet sich auf einer mysteriösen Insel wieder, die im Original einfach "Village" genannt wird (Originaldrehschauplatz war ein beschauliches Örtchen in Nord-Wales). Das Besondere an dieser Insel ist, dass all ihre Bewohner keine Namen, sondern Nummern tragen und diese sich in den Augen des Hauptprotagonisten höchst merkwürdig, manipuliert bzw. ferngesteuert verhalten. Unser Geheimagent in Frührente trägt die Nr. 6 (daher auch der deutsche Serienname) und fühlt sich so gar nicht behaglich an diesem merkwürdigen Ort. Immer wieder (also eigentlich in jeder Episode, bis auf eine) wird er mit einer - konstant wechselnden - Nr. 2 konfrontiert, die stets herausfinden möchte, warum er denn seinen Dienst quittiert hat. Letztendlich dreht sich alles um den Kampf des Individuums gegen eine gleichgeschaltete Gesellschaft, die am Ende gar nicht so künstlich wirkt, wenn man nüchtern darüber nachdenkt, welchen Alltagsverpflichtungen man als durchschnittliches Mitglied unserer modernen Gesellschaft nachkommen muss, um sich ein halbwegs sorgenfreies Leben leisten zu können. Von den medialen Gehirnwäschen, die ständig auf einen hereinprasseln, möchte ich jetzt gar nicht erst anfangen...

Jedenfalls beschäftigen sich viele der ersten Episoden mit dem Ausbruchsmotiv. Später passt sich die Hauptfigur mehrmals, zumindest dem Schein nach, an, um quasi von innen heraus gegen die verbrecherischen, manipulativen Methoden dieser Anonymitätsmaschinerie anzukämpfen. Zeitweise werden wenigstens Etappensiege errungen, nicht wenige Episoden enden aber auch sehr resignativ. Gen Ende gibt es zwei sehr spezielle Folgen ("Harmony" - eine Western-Hommage sowie "The Girl Who Was Death" - eine Art James-Bond-Veräppelung), die so gar nicht zum Grundkonzept der Serie passen wollen, ehe dann die beiden letzten Episoden die heißersehnte Auflösung bringen werden (was damals zu starken Kontroversen geführt hat, aus heutiger Sicht jedoch das mehr oder weniger einzige logische Ende darstellen kann...)

Es gilt darüber hinaus noch zu beachten, dass die Reihenfolge der Episoden bis heute als ziemlich umstritten gilt. Viele Fans sind der Meinung, dass man die Episoden in der Produktionsreihenfolge schauen müsse, um den bestmöglichen Flow genießen zu können. (Diese ist im beiligenden Booklet übrigens mitangegeben, falls man die Folgen in dieser Chronologie sehen will.) Die Macher vorliegender DVD-Box haben sich jedenfalls brav an die Ausstrahlungschronologie der Erstausstrahlung in GB gehalten. Meines Erachtens funktioniert das recht gut, zudem ist es nicht unbedingt so, dass der Faden der Serie dadurch völlig verloren ginge.
Eine Meinung, die ich aber schon teile, ist die, dass "The Prisoner" mit seinen ursprünglichen 13 Episoden wohl besser geworden wäre. McGoohan hat es einst sogar noch härter gesagt und gemeint, lediglich 6 bis 7 Folgen wären wirklich essenziell, alles andere nur Füllmaterial.

Die letztendliche Konzeption ist am Ende der Tatsache geschuldet, dass Storyautor George Markstein die vielen Einmischungen seitens McGoohans zu viel wurden und er deshalb ausstieg, aber auch andere Probleme machten sich während der Dreharbeiten bemerkbar. Man ging nach den ersten 13 Episoden ursprünglich von einer weiteren ganzen 2. Staffel aus, die dann aber - auch wegen Budgetproblemen - in dieser Form nicht mehr zustande kam.
Generell ist vieles an "The Prisoner" McGoohans Verdienst (im positiven wie im negativen Sinne). Er verkörperte nicht nur die Hauptfigur, sondern fungierte daneben auch noch als Storyautor und Regisseur. Oftmals hat er sogar die Hauptarbeit am Regiestuhl geleistet, obwohl er in den Credits dann nicht explizit erwähnt wird...

Jedenfalls hatte und hat die Serie ein Riesenpotenzial, das sich aber leider nicht immer vollends entfalten kann. Dafür sind die Qualitätsschwankungen zwischen einzelnen Folgen einfach zu groß. So großartig "The Prisoner" auch beginnt und so genial die Inszenierung und die eingefangene Atmosphäre samt Filmmusik (das sonderbare "Village" wirkt wirklich beklemmend-idyllisch, was das Motiv des in vorgegaukelter Freiheit Gefangenen noch zusätzlich untermauert) eigentlich durchgehend ist (bis auf die beiden, zuvor erwähnten, Ausreißerepisoden), so sehr enttäuschen manche Folgen - storytechnisch gesehen - auch. Leider ist der deutlich spürbare Grundelan nicht immer konsequent erhalten geblieben, sodass die eine oder andere Folge ganz einfach nur skurril und/oder befremdlich wirkt.
Ich für meinen bescheidenen Teil glaube jedenfalls, dass "Nummer 6" tatsächlich die beste Serie aller Zeiten sein könnte, wären da nicht die paar unstimmigen Einstreuungen, die insgesamt einen leicht fahlen Nachgeschmack hinterlassen. Schade drum!

Dennoch, es sei an dieser Stelle nochmals nachdrücklich gesagt, hätte sich diese Kultserie (denn das ist "The Prisoner" allemal) mehr Wiederholungen im TV verdient gehabt - vor allem eben im deutschen Sprachraum!

Nicht unerwähnt lassen möchte ich außerdem noch, dass Patrick McGoohan später auch noch in einer anderen ganz großartigen Kultserie des öfteren mitwirkte - nämlich in COLUMBO (wo er gleich vier Mal als Bösewicht und drei Mal als Regisseur in Erscheinung trat, angeblich waren er und Peter Falk gute Freunde).
Aber auch in weiteren Serien und Spielfilmen (u.a. "Braveheart") wirkte McGoohan mit.

Fazit: "Nummer 6" könnte tatsächlich die beste Serie aller Zeiten sein. Manche Episoden (allerdings nur wenige) leiden aber merklich am dünnen Drehbuch bzw. erdrosseln sie sich selbst an ihrer eigenen Vielsträngigkeit. Manche Folgen hinterlassen wirklich den Eindruck, als hätte man zu viel gewollt und es dann nur halbherzig zu Ende gebracht. Dem Kultfaktor, den "The Prisoner" aber bis heute ohne zweifel inne hat, tut dies freilich keinen Abbruch!
Unerreicht bleibt die merkwürdige, nahezu mystische Atmosphäre des abgeschotteten Ortes (die Betitelung als "Mystery-Serie" am Frontcover halte ich trotzdem für unpassend) sowie die gute Interaktion McGoohans mit seinen vielen wechselnden Nebendarstellern. Diesbezüglich möchte ich noch anmerken, dass es meines Erachtens überhaupt nicht stört, dass es neben McGoohan praktisch keine weiteren Konstanten gibt. Ich finde jedenfalls nicht, dass das die Serie in irgendeiner Form eindimensional oder dergleichen machen würde - im Gegenteil. Durch das Fehlen einer echten Vertrauensperson kommt das Einzelkämpferdasein der Hauptfigur sogar noch besser zu tragen, wie ich finde. Der Reiz der Serie geht ja meiner Meinung nach sowieso von McGoohans Auseinandersetzung mit der jeweiligen Nr. 2 aus.

"The Prisoner" ist - dem Thema der absoluten Isolation eigentlich widersprechend - ein sehr bunter, farbenfroher, schriller und psychedelischer Mix aus Symbolen, Parolen und politischen Statements, der gerade deshalb (wenigstens meistens) so gut funktioniert, weil er seine Zuseher mit seinen Gegensätzlichkeiten und inneren Widersprüchen provoziert. Dass dabei so zeitlose Themen wie Politik, Vereinsamung, Bildung, Individualität uvm. viel tiefer unter die Haut gehen, als bei mehr oder minder "herkömmlichen" Serien desselben Alters (aber auch hinter neueren Produktionen braucht man sich da nicht zu verstecken), mag auch daran liegen, dass Gegensätze wie Gut und Böse hier stets durcheinandergewirbelt werden (einmal wird im Zuge eines Dialogs der Hauptfigur mit einer (ebenfalls im "Village" festgehaltenen) Ost-Spionin klugerweis sogar die Frage gestellt, ob "The Village" eine Einrichtung des Westens oder des Ostens sei, wobei sich eben diese Frage letztendlich gar nicht mehr stellt, weil es einfach keine Rolle spielt). Das Individuum kämpft verzweifelt ums Überleben und schafft es letztlich nur, weil es sich damit anfreunden/abfinden muss, in Grauzonen zu leben. Wirklich frei sind am Ende ja doch nur die Gedanken - oder sind es nicht einmal die??
Ihrer Leserfreude zuliebe und auch deshalb, weil ich ja nicht zu viel verraten möchte (keine Sorge: KEIN Spoileralarm!), werde ich meinen Gedankenspinnereien hier ein Ende setzen...

Ich persönlich bin mir am Ende der letzten Episode jedenfalls ein Stück weit unfreier und "eingeengter" vorgekommen, als zuvor und glaube, dass "The Prisoner" letzten Endes auch gar nichts anderes vermitteln will, als dass Freiheit relativ und äußerst subjektiv ist.

Eigentlich würde ich an dieser Stelle nur zu gerne 5 Sterne für diese Kultserie vergeben, leider geht sich das in Summe betrachtet - und wenn man fair und objektiv bleiben möchte - aber nicht ganz aus!
Deshalb gibt's von meiner Warte aus sehr gute 4 Sterne für "Nummer 6".

P.S. Eine Aufarbeitung der Einzelepisoden wäre vielleicht noch interessant, allerdings würde man damit künftigen Interessenten den Spaß am Schauen verderben, da man im Vorfeld wirklich nicht zu viel wissen sollte. Deshalb belass ich's jetzt einmal dabei...

Eins noch: Ich glaube, dass man sich diese Serie durchaus auch öfter anschauen kann. Es gibt gewiss immer wieder etwas Neues zu entdecken und auch die Symbolik und die tolle optische Umsetzung bleiben zeitlos und interessant!

Serien-Junkies und Cineasten kommen meines Erachtens nicht an "The Prisoner" vorbei! Ein in vielerlei Hinsicht einmaliges Projekt mit viel Licht- und wenigen Schattenseiten...

Beim derzeitigen Kaufpreis kann man aber ohnehin nicht viel falsch machen! Mein Tipp: erste Episode via youtube anschneiden, dann entscheiden, dann ggf. kaufen!

Nicht unerwähnt lassen sollte man vielleicht auch noch, dass der Iron-Maiden-Song "The Prisoner" (vom hervorragenden Album "The Number Of The Beast") mit dieser Serie zu tun hat und Teile des Vorspanns (der berühmte Dialog zwischen Nr. 6 und Nr. 2) sogar in das Songintro miteingearbeitet wurden. So, genug jetzt... Viel Freude beim Schauen!!
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