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Nimm den Tod persönlich: Praktische Anregungen für einen individuellen Abschied Gebundene Ausgabe – 14. September 2009

4.0 von 5 Sternen 1 Kundenrezension

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Gebundene Ausgabe, 14. September 2009
 

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Fritz Roth, 1949-2012, war Bestatter, Trauerbegleiter und Gründer der Privaten Trauerakademie Fritz Roth. Er galt vielen Kollegen als Enfant Terrible der Bestattungsbranche. Ausgebildet von dem anerkannten Trauertherapeuten Jorgos Canacakis, hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen die Angst vor dem Tod und dem Alleinsein in der Trauer zu nehmen. Dreh- und Angelpunkt seiner Arbeit war sein »Haus der menschlichen Begleitung« in Bergisch Gladbach und die "Gärten der Bestattung, der erste private Urnenfriedhof Deutschlands.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Wahres Glück", stand jüngst im Leitartikel des SPIEGEL zu lesen, "hat den Tod im Boot". Vielleicht sehen Sie das ja ähnlich - immerhin halten Sie gerade ein Buch in Händen, das zu offenem, konstruktivem Umgang mit dem Tod einlädt: Nimm den Tod persönlich.
Ich bin Bestatter von Beruf; Bestatter und Trauerbegleiter. Ich liebe meine Arbeit und bin dankbar für die Begegnungen und die Erfahrungen mit den Menschen, die mein Tun in Anspruch nehmen.
Es ist hilfreich und wichtig, dass Hinterbliebene sich konkret mit der Realität des Todes auseinandersetzen. Auch und besonders durch eigenes Tun im Zusammenhang mit der Beerdigung und ihrer Vorbereitung.
Irgendwann einmal hat der erste Bestatter mit dem Angebot geworben, den Hinterbliebenen >alle Formalitäten< abzunehmen - und hat damit eine schwerwiegende Fehlentwicklung in Gang gesetzt. Betrachte ich die heute verbreitete Praxis, gewinne ich den Eindruck: Wir lassen uns unsere Toten stehlen. Nur Stunden nach dem letzten Atemzug - meist in Klinik oder Altenheim - wird der Verstorbene abgeholt. Oft sehen wir ihn nie wieder: Eine gut geölte Dienstleistungsmaschinerie sorgt dafür, dass wir nicht mehr mit dem Verstorbenen in Berührung kommen. Wir sollen den Toten so in Erinnerung behalten, wie er im Leben aussah.
Und wie, frage ich, sollen wir dann Abschied nehmen? Wie bringen wir es übers Herz, den Sarg mit Erde zu bedecken, wenn für uns darin noch immer der Mensch liegt, nicht seine sterblichen Überreste? Ich rate allen Hinterbliebenen, sich Zeit zu nehmen. Niemand kann Sie zwingen, angesichts des Todes in Hektik zu verfallen. Dies ist Ihre letzte Gelegenheit, Ungesagtes auszusprechen, Belastendes mit in den Sarg zu legen.
Trauer ist Liebe. Wenn Sie die Möglichkeit haben, gestalten Sie liebevoll die letzten Augenblicke mit dem Verstorbenen. Die Kinder können Grabbeigaben basteln, gemeinsam mit Ihnen den Sarg bemalen. In diesem Buch finden Sie eine ganze Reihe von Anregungen, Ermunterungen und Ideen dazu. So schaffen Sie einen Schatz von Erinnerungen, von dem Sie und Ihre Familie, Ihre Freunde ein Leben lang zehren können.
Sie allein entscheiden, was richtig für Sie ist, über was der Tote sich wohl gefreut hätte. Trauer vermag große Kräfte freizusetzen. Und viel Kreativität. Viele ihrer beeindruckenden Werke schufen Künstler in Momenten größten Leids.
In diesem Buch werden viele Möglichkeiten der aktiven und individuellen Gestaltung vertieft. Die Leser werden eingeladen, sich zu überlegen, was sie persönlich tun möchten, wenn ein vertrauter Mensch stirbt. Dabei sollten Sie sich von Gedanken leiten lassen, dass Trauer Liebe ist. Die gefühlten Wünsche und Vorstellungen sollten schriftlich festgehalten werden, um sie im Bedarfsfall dann auch nutzen zu können.
Nach der Beerdigung, der Trauerfeier beginnt der zweite, längere Teil des Trauerweges. An dessen Ende steht das Versprechen neuen Glücks - je bewusster und aktiver Sie Ihre Trauerarbeit gestalten können, je weniger Sie verdrängen müssen, statt zu verarbeiten, desto größer ist die Chance, gewachsen und glücklicher aus der Zeit der Trauer hervorgehen: Das wahre Glück hat den Tod mit im Boot.


Fritz Roth
GEORG SCHWIKART


Abschied nehmen ernst genommen


Wenn ein Mensch gestorben ist


Im Bereich Sterben, Tod und Trauer hat jede Kultur ihre eigenen Rituale und Sitten ausgebildet. Ob der Tote nun verbrannt oder begraben wird, ob man schweigend oder schluchzend trauert - die Tradition regelt, was zu tun oder zu lassen ist. Dieses Reglement kann Halt verschaffen, aber auch einengen. Brauchtum ist etwas Organisches, es wuchert, breitet sich aus, manches verholzt und wird starr, stirbt ab, Neues entsteht, vermischt sich mit anderen Einflüssen.


1966 starb mein Vater an Leukämie. Es geschah an einem herbstlichen Septembertag in einem Krankenhaus der Stadt Düsseldorf. Als dem Pflegepersonal auffiel, dass es mit dem Mann zu Ende gehen würde, da - schob man ihn ins fensterlose Badezimmer. Das mag uns heute geradezu barbarisch vorkommen. Damals meinte man es vielleicht noch gut: Der Sterbende sollte seine Ruhe haben, und die anderen Kranken sollten geschont werden.
Gottlob haben wir in den vergangenen Jahrzehnten dazugelernt. Wir wissen, wie wichtig für die Abschiednehmenden - einerseits den Sterbenden, andererseits die Angehörigen -eine beruhigende Umgebung ist, eine Atmosphäre ohne Furcht und Druck. Dazu gehören die medizinischen Möglichkeiten
(wie etwa Schmerzfreiheit oder Atmungssicherung), aber auch die kleinen Details: Das Zimmer eines sterbenden Menschen kann mit Blumen und Kerzen, die in der Sterbestunde angezündet werden, schön gestaltet werden, abgerundet durch das leise Abspielen sanfter Musik.
Das Wichtigste ist, den Sterbenden nicht einsam zu lassen. Ich wähle bewusst das Wort "einsam" und nicht "allein". Wer hat nicht schon die Erfahrung gemacht, dass Angehörige oder Hospizmitarbeiter bei einem Sterbenden schon lange Stunden gewacht haben - und gerade wenn man sich mal ein paar Minuten lang im Park oder auf dem Flur erholt, kurz nach Hause fährt, um zu duschen oder auch nur eine Tasse Kaffee im Schwesternzimmer trinkt - gerade dann, in genau diesen wenigen Augenblicken tritt der Tod ein. Vielleicht wünschen sich manche, in jenem Augenblick, wo die Schwelle zu überschreiten ist, über die wir niemanden begleiten können, wirklich für sich zu sein, also allein. Aber ich bin überzeugt: Keiner wünscht sich, dabei einsam zu sein.
Für den Sterbenden ist es wichtig zu wissen und zu spüren: "Ich bin nicht vergessen, man kümmert sich um mich" oder auch, wenn Hospizmitarbeiter zugegen sind. "Wie gut, meine Liebsten werden in dieser Stunde nicht allein gelassen". Sterbende werden oft nach ihrem letzten Wunsch gefragt, und der lautet meistens: zu Hause sterben. Das ist leider nicht immer machbar, aber wenn es irgendwie möglich ist, dann sollte diesem Wunsch entsprochen werden.
Ob nun zu Hause, im Krankenhaus, Altenheim oder Hospiz gestorben wird, wichtig sind die Riten der Ablösung. "Abschied" kommt von "scheiden", bedeutet also trennen, loslassen, aus der Hand geben. Früher war es fast selbstverständlich, bei einem Sterbenden auszuhalten. Die Familie löste sich am
Sterbebett ab, betete vielleicht; der Pfarrer kam und brachte die Krankensalbung ("Letzte Ölung") oder das Krankenabendmahl. Beide großen Konfessionen kennen den Reisesegen für den Weg ins Paradies.


Vom Umgang mit einem schwierigen Thema
Von der ehemaligen Selbstverständlichkeit, mit dem Tod umzugehen, ist viel verloren gegangen, da in unserer postmodernen Gesellschaft die Themen Krankheit, Alter, Sterben, Tod und Trauer zunehmend tabuisiert werden.


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TOP 1000 REZENSENTam 3. Februar 2013
Format: Gebundene Ausgabe
9 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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