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Newtons Schatten Taschenbuch – 1. Juni 2004

3.5 von 5 Sternen 20 Kundenrezensionen

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Kindle Edition
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Taschenbuch, 1. Juni 2004
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"Ich habe geschworen, diese Geschichte keinem Menschen zu erzählen, solange Newton am Leben wäre." Ein womöglich weiser Entschluss. Hätte der große Sir Isaac Newton auch nur ansatzweise geahnt, dass, während er in friedvollem Schlaf die Äpfel gravitätisch plumpsen ließ, sein neuer Assistent im schummrigen Salon unter seinem Schlafgemach die zarten "Liebesäpfel" der leckeren Miss Barton, Newtons anvertrauter Nichte, knetete -- es hätte leicht zum Karriereknick für den jungen Assi führen können.

Nun jedoch schreiben wir das Jahr 1727, seit einer Woche weilt Newton unter den Toten, und endlich kann sein ehemaliger Adlatus Christopher Ellis über die ungeheuerlichen Vorgänge berichten, die sich im Londoner Tower vor mehr als 30 Jahren zutrugen. Eine Mordserie erschütterte damals das ehrwürdige Gemäuer, in dem der noch junge Newton die Aufsicht über die Königliche Münze führte. Unschwer erkennt man Holmes und Watson, die Philipp Kerr (Das Wittgensteinprogramm), als Vorbilder vorschwebten, als er dem brillanten, als strahlendem Helden aber eher untauglichen Wissenschaftler den fiktiven Haudegen Ellis zur Lösung des Falles an die Seite stellte.

Stehen anfänglich noch Münzfälscher unter dem Verdacht, durch die Morde eine anstehende Münzreform zu torpedieren, so tauchen bald weitere Tote auf, die verschlüsselte Botschaften bei sich führen. Nun endlich läuft das Großhirn Newton zu Höchstform auf. Der schrullige, aber "klar denkendste Mensch der Welt" enttarnt schließlich ein Komplott, das in allerhöchste Kreise -- und Britannien fast in den Ruin führt.

In historisierendem Ton (ein Einfall, der den Stoff unnötig schwerfällig transportiert), lässt Kerr den Erzähler Ellis und seinen Rätselmeister durch ein mysteriös koloriertes London gegen Ende des 17. Jahrhunderts streifen. Edelleute treffen auf Huren, Alchimisten köcheln, Pestilenz wütet, die Bordelle florieren -- Hinrichtungen zuhauf sorgen an jeder Ecke für Vergnügen. Kein solches allerdings widerfährt Ellis, der die schöne Miss Barton, nach gelöstem Fall als Belohnung gedacht, in unzweideutiger Pose in der nächtlichen Küche mit seinem Nachfolger erwischt. Dann also zurück zu Newtons Äpfeln. --Ravi Unger --This text refers to an alternate Taschenbuch edition.

Pressestimmen

Philip Kerr hat aus historischen Ereignissen und den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft einen aufregenden und dichten Plot gewoben, der zwar im 17. Jahrhundert spielt, aber durchaus Parallelen zu unserer Zeit aufweist. (NDR)

'Newtons Schatten' ist ein biographischer Roman mit vielen historischen Details - und ein packender Krimi. (Berliner Morgenpost)

Ein glänzender, erfindungsreicher Thriller-Autor. (Salman Rushdie)

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Das Buch ist zunächst einmal sehr vielschichtig. Neben der durchaus spannenden Mordaufklärung und einer beiläufigen Liebesgeschichte geht es einerseits noch um Religion im Einklang mit der Wissenschaft, andererseits um die durchaus blutige Schilderung der Zustände und Verhältnisse in Londons Tower der damaligen Zeit.
Kerr hat gerade im letzten Punkt sehr gut recherchiert, er macht einen richtig neugierig, noch mehr über den Tower zu erfahren, ich selber mußte auch mal ein bißchen 'rumgoogeln'.
Die Zeichnung der Charaktere war sicher aufgrund Kerrs Sprachgebrauch in diesem Buch schwierig. Er nimmt die 'ältere' Sprache als Mittel, den Leser auch wirklich in die damalige Zeit zu versetzen, was ihm (wie ich finde) eigentlich gut gelungen ist.
Was mir nicht so sehr gefallen hat, war die Tatsache, dass der Ich-erzähler öfters schon zuviel von der Handlung verrät, die erst noch geschieht. So geht an mancher Stelle einiges an Spannung verloren, wobei man aber sagen muß, daß dieses Buch im Gegensatz zu früheren Werken von Kerr kein wirkliches Thrill-Buch mit jeder Menge Situationsspannung ist.
Für mich alles in allem mal ein etwas anderes 'Kerr-Buch'. So wie man es sicher nicht erwartet hatte.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Meine Tochter hat das Buch im Physikunterricht in der 9. Klasse gelesen. So bin ich darauf aufmerksam geworden und habe es selbst mit wachsendem Interesse gelesen. Ein anspruchsvolles Buch, das unterhält. Gleichzeitig erfährt man einiges über das damalige Leben in London, im Tower, die politische Situation in Europa und die Entwicklung der Naturwissenschaft. In Gestalt des sympathischen Newtons, der nicht nur seinen genialen Forschergeist einsetzen, sondern auch gegen Kriminelle und Verbrecher kämpfen muss, wird die damaligZeit lebendig.
Fazit: Sehr gut recherchiert und gekonnt geschrieben!
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Format: Taschenbuch
"Esau", "Das Wittgenstein-Programm" und "Game over" - das sind große Werke Kerrs - "Newtons Schatten" kann sich leider nicht einreihen in diese Liga. Bevor wir uns missverstehen: Das Buch ist gut, was ihm allerdings fehlt, das ist das so typische Mehr, das sonst den Werken Kerrs eigen ist. Vielleicht liegt es daran, dass die Handlung streckenweise etwas schleicht. Es ist zuvorderst die kleine Liebesstory zwischen Newtons Nichte und dem Gehilfen Ellis, die bremst. Bzw. mich persönlich streckenweise nervte. Hinzu kam bei mir das diffuse Gefühl, mit "Newtons Schatten" ein recht mechanisch geschriebenes Buch vor mir zu haben. Teils fand ich die Handlung relativ vorhersehbar, teils fanden für mich zu wenig Veränderungen im Spannungslevel statt, sodass ich hoffte, Kerr möge nun zum Punkt kommen. Für die, die Philip Kerr noch nicht kennen, ist es ein gutes Buch zum Einstieg, richtige Fans werden aber - leider - enttäuscht werden.
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Format: Taschenbuch
Wer gerne naturwissenschaftliche Bücher liest und einen gut konstruierten, fesselnden Krimi zu schätzen weiß, wird dieses Buch lieben, das voller erstklassig recherchierter historischer und wissenschaftlicher Details steckt.
Kein bißchen nett oder niedlich geht es zu um 1696 im Tower, wo Sir Isaac Newton als Münzwardein für die Einführung neuer Geldstücke zu sorgen hat. Da diese Aufgabe sich als äußerst mühsam und gefährlich erweist - Newton muß um sein Leben fürchten - stellt er einen jungen wissensdurstigen Haudegen namens Ellis als "Bodyguard" und Assistenten ein, der ihm bei der Ermittlung einiger mysteriöser Mordfälle hilft.
Alles, was ein spannender Historienkrimi benötigt, kommt hier zusammen und wurde von Philip Kerr genial verknüpft zu einer Handlung, die mir eine schlaflose Lesenacht bereitete: Duelle, Morde, Falschmünzerei, Alchemie, Scharlatane, Seuchen, politische Intrigen, Verrat, Gattenmord mit Gift, Folter, Schatzsuche, Spionage, ein Geheimcode, Verfolgung Andersgläubiger, Bestechung, Drogen, viele authentische historische Figuren und natürlich auch eine Liebesgeschichte ergeben ein buntes und glaubwürdiges Bild Londons zur Zeit Isaac Newtons.
Besonders gut gefiel mir, daß die Figuren zwar in ihrer Zeit handeln, aber in dem Buch weder eine süßliche Historienverfremdung noch verklärender Personenkult um die einzelnen Figuren stattfinden. Ja, die Handlung ist geradezu modern und zeitlos. Bis zuletzt verläuft die Geschichte schlüssig und das Ende bleibt trotzdem schwer vorhersagbar. Das Wiedererkennen verbürgter historischer Figuren wie Daniel Defoe und Samuel Pepys sowie die Einbeziehung der Anfänge moderner wissenschaftlicher Methoden in der Zeit um 1670 machen das Buch für mich zu einem besonderen Lesevergnügen.
Ich werde mir jedenfalls noch mehr Krimis von Philip Kerr besorgen.
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Format: Gebundene Ausgabe
Eine spannende Mörderjagd im ausgehenden 17. Jahrhundert verlegt der Krimispezialist in den historischen Londoner Tower-Bezirk. Im Vergleich zu anderen seiner Romane beschreibt Philipp Kerr sehr beschaulich die langwierige und komplexe Analyse mysteriöser Mordfälle in der Münzanstalt durch den berühmten Gelehrten Isaac Newton.
Detailliert und glaubwürdig kann man die Vorgänge in den alten Gemäuern der staatlichen Münze nacherleben und ist aufgrund der aus der Sicht des Gehilfen Ellis mittendrin im Geschehen. Die sehr persönliche Erlebensbeschreibung bringt einem die Gedanken des kriminologisch und strategisch vorgehenden Wissenschaftler in seiner Funktion als Münzwardein - was so eine Art Organisationsmanager und Sicherheitschef gewesen war - einerseits und die des Gehilfen einerseits näher. Nicht die Morde an sich werden bis ins Kleinste beschrieben, vielmehr die Überlegungen, die die verschiedenen bruchstückhaften Erkenntnisse nach und nach in einen Sinnzusammenhang bringen, machen den Lesereiz aus.
Daneben gehören die emotionalen Wellen der Lebenserfahrung und der Liebelust der sich allerdings auch ergebende Liebesfrust des Newton'schen Partners hinsichtlich der hübschen und anziehenden Nichte seines Vorgesetzten ebenfalls zum Spannungsgehalt der Geschichte.
Alles könnte genau so gewesen sein und dieses Gefühl verstärkt sich noch, wenn man schließlich im Nachwort des Verfassers erfährt, dass der Protagonist geschichtlich belegt tatsächlich besagte Aufgabe erfüllte und es in der Tat einen vergleichbaren Mord zur damaligen Zeit gab.
Das Buch ist kein typischer Kerr-Knüller - es fehlt irgendwie der Thrill. Trotz einiger den Geschehnissen vorauseilenden Gedanken des Gehilfen bleibt es bis zum Schluss nur durchschnittlich spannend.
© Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
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