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am 26. Juli 2015
Es handelt sich hierbei nicht etwa um ein Hörbuch, wie viele vielleicht vermuten, sondern um ein Hörspiel, wie man es aus dem deutschen Radio leider gar nicht kennt. (Radio 4 der BBC hat auch noch einiges anderes zu bieten, z.B. auch ein Hörspiel zu "Good Omens" von Neil Gaiman und Terry Pratchett).

Die Inszenierung des Buches ist sehr gut gelungen und die Sprecher sehr gut gewählt (z.B. James McAvoy als Richard, Benedict Cumberbatch als Angel Islington, Anthony Head als Mister Croup ...) - sogar Neil Gaiman selbst hat einen kleinen Gastauftritt als Portier des Bürohauses, in dem Richard arbeitet.

Die Akustik der Aufnahmen selbst ist sehr gut, die CDs in übersichtliche Tracks eingeteilt, wenn man die CD in den Windows-Media-Player läd.
Sprachlich ist das Hörspiel sicher auch für beispielsweise Schüler im Englischunterricht geeignet oder um sein Gehör für die Sprache zu verbessen - das Vokabular ist nicht unnötig kompliziert und die Sprecher sind auch für einen Nicht-Muttersprachler gut zu verstehen.

Das Hörspiel war längere Zeit vergriffen, sowohl bei Amazon als auch im eigenen Shop der BBC, daher bin ich umso glücklicher, die CD-Box endlich in meinen Händen halten zu dürfen. Leider hat die Befestigung der CDs in der Box auf dem Transportweg Schaden genommen und ist zerbrochen, aber das tut der Freude keinen Abbruch.
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am 1. März 2016
This audiobook is definitely something. If you know the book, you really can't help but notice how much work has been put into this. I think, for a book that has hardly any dialogue, this audiobook is the best possible adaption. I had read most of the book already when I listened to this first (and when I couldn't listen, continued to read feverishly to catch up), together with someone who had not read the book. Apparently, you understand 98% of the story even if you don't know the book, a plus that not every audiobook can claim! And holy moly, I am so glad that I got to the biggest plot twist through the audiobook instead of the real book, because it is sooo much better in that adaption! I nearly freaked out in my car, honestly.
If you see the cast list, you know exactly what is waiting for you: many of those are known as great actors, and they don't do things by halves. James McAvoy and Natalie Dormer are absolutely spectacular as the main characters, I loved the personality they gave to the characters (I found them a little difficult to bond with in the book, but you just HAVE to love them here). Sir Christopher Lee is just wonderful as The Earl, funny, but awe-inspiring (sometimes I had to rewind because I was so mesmerized by his voice that I forgot to actually process what he was saying). And Benedict Cumberbatch is just his usual brilliant self as the angel Islington, otherworldly, hypnotising, and honestly, the range of things he does with his voice in this audiobook is incredible. It makes you shudder, really, in a good way. David Harewood as the marquis de Carabas makes the character a lot more likeable and that enriches the story a lot, he's really fun to listen to. Sophie Okonedo as Hunter does a good job as well, although her character doesn't leave much space for anything but her serious side. And Anthony Head and David Schofield as Mr Croup and Mr Vandemar make you like those bastards a lot more than you should, their performance is absolutely to the point, entertaining, and simply perfect.
The sound effects are great, timing and everything, and you know exactly what is going on, even though you can't see. Your imagination will do everything for you, and you can see it all in your head. In its own way, it is better than a film.

All in all, I have to say, the book alone would probably not have been one of my favourites, and the audiobook alone would not have offered me as an avid reader enough depth. But the two combined are a marvellous, wonderful, gripping experience, a perfect symbiosis. This audiobook brings the story to life, there is nothing more to want.
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VINE-PRODUKTTESTERam 6. August 2014
"Richard Mayhew is a plain man with a good heart - and an ordinary life that is changed forever on a day he stops to help a girl he finds bleeding on a London sidewalk. From that moment forward he is propelled into a world he never dreamed existed - a dark subculture flourish in abandoned subway stations and sewer tunnels below the city -- a world far stranger and more dangerous than the only one he has ever known..."

So weit der sehr treffende Klappentext. In diesem Meisterwerk der Urban Fantasy entführt Gaiman seine Leser in das bizarre und düstere "London Below", die "Stadt" unter London, die im Wesentlichen die Abwasserkanäle und (verlassenen) U-Bahn-Schächte umfasst und von allerhand merkwürdigen Charakteren bewohnt wird. In diese Welt gerät der ganz normale Richard. Für die Bewohner des regulären London plötzlich so gut wie unsichtbar begleitet er die frisch verwaiste Door durch ein Abenteuer an dessen Ende, so seine Hoffnung, die Rückkehr in sein altes Leben stehen könnte.

Eine der Grundideen des Buches ist, dass die Namen aller U-Bahnstationen eine Bedeutung haben, die sich im London Below wiederfinden. Also nehmt euch in Acht vor den Schäfern von Sheperd's Bush!

Das Buch ist eines meiner absolutenLieblingsbücher und eines der wenigen Bücher, die ich mehrmals gelesen habe. Wer Phantastik mag und gerne in fremde und doch vertraute Welten abtaucht, kann hier meiner Meinung nach nichts falsch machen!
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am 8. Dezember 2013
„Neverwhere“ ist vergleichbar mit der Harry Potter-Serie. Neben dem London, das wir kennen, gibt es noch ein zweites London, das bei Rowling von Zauberern und bei Gaiman von Ausgestoßenen und Aussteigern bevölkert wird. Gaimans Erklärung dafür, weshalb wir von diesem London Below nichts mitbekommen, ist ebenso simpel wie einleuchtend: Wir haben uns angewöhnt, wegzuschauen. Kommt man dann zufällig doch mit London Below in Berührung, wie es im Roman Richard Mayhew passiert, wird man Teil dieser Parallelwelt und für London Above unsichtbar. Nun ja, nicht ganz unsichtbar, Richards Bekannte nehmen ihn noch am Rande ihres Bewusstseins wahr, aber eben nicht mehr als sie die anderen Außenseiter der Gesellschaft wahrnehmen, seien es Obdachlose oder „Verrückte“.

Wie Rowling gelingt es auch Gaiman in „Neverwhere“, Fantasy und Wirklichkeit glaubhaft und stimmig miteinander zu vermischen. Die fabelhaften Abenteuer, die Richard Mayhew in London Below erlebt, stehen nicht für sich, sondern sind Teil eines Reifeprozesses, an dessen Ende Richard sich zwischen einem gefährlichen Leben als Außenseiter und einer Rückkehr in die Normalität entscheiden muss.

„Neverwhere“ wimmelt nur so von skurrilen Figuren und außergewöhnlichen Schauplätzen, etwa dem Hof eines Grafen in einem U-Bahn-Wagen oder einem Unterwelt-Markt im Nobel-Kaufhaus Harrods. Und doch sind die Szenen, in denen der verträumte Richard weitgehend erfolglos versucht, sein Leben in London Above auf die Reihe zu bekommen, die spannendsten des Romans. Richards Beziehung zu seiner herrischen Verlobten Jessica ist um einiges interessanter als seine Suche nach einem rätselhaften Schlüssel für den Engel Islington in London Below. Die nimmt zwar drei Viertel des Romans ein, ist aber bei allem Einfallsreichtum nichts weiter als eine etwas zusammenhanglose Aneinanderreihung von Einzelabenteuern. Der rote Faden ist da, aber er ist sehr dünn und man verliert ihn beim Lesen leicht aus den Augen.

Eine abgedrehte Parallelwelt, bizarre Figuren und viel Witz können nicht dafür entschädigen, dass Gaimans literarisches Talent sich in diesem Roman vor allem in London Above, also dem London, das wir kennen, entfaltet. Die eigentliche Fantasy-Handlung ist etwas spannungsarm geraten. Dass sie trotzdem halbwegs funktioniert, liegt an den außergewöhnlichen Figuren. Alles andere als ein schlechtes Buch, aber eben auch nicht das Meisterwerk, als das es gepriesen wird.
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am 12. November 2015
Eine sehr gelungene Buchadaption. Die Geschichte kommt ohne Erzähler aus, was die Spannung erhöht und den Zuhörer sofort ins Geschehen katapultiert. Das britische Englisch kommt einem nicht erfahrenen Hörer hierbei zu Gute, die Sprecher, allesamt bekannte Größen aus Schauspiel und Rundfunk, geben ihren Charakteren durch ihr klares Englisch die beste Personalisierung, die dem Ohr mehr als schmeichelt.
Richard Mayhew, gesprochen von Schauspieler James McAvoy, erfährt in dieser Geschichte von Neil Gaiman, dass es unter der bekannten City of London noch ein anderes London gibt: London Below, von dem die normalen Londoner nichts ahnen. Und dort haben Mythen und Legenden, sowie fantastische und magische Wesen ihr Zuhaus. Zusammen mit Lady Door, gesprochen von Game of Thrones Prinzessin Margaery Tyrell- Natalie Dormer-, macht sich Richard auf in diese andere Welt um zum einen sein altes Leben wieder zuholen und zum anderen um den Grund für die Ermordung von Doors Familie zu erfahren, denn die Auftragsmörder sind bereits hinter ihnen her. Auf dieser Reise muss sich Richard mehr als einmal seinen Ängsten stellen und gewinnt Freundschaften, die mehr oder weniger hilfreich sind.
Als Geschenk auf jeden Fall geeignet - für alle Fans der Sprecher oder guter Fantasy.
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am 8. Juli 2013
Die drei Sterne sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es insgesamt sehr unterhaltsam war, dieses Buch zu lesen. Das liegt vor allem an Gaimans Talent, optisch großartige Szenarien zu entwerfen, und an einer guten Portion (schwarzen) Humors. Und seine Variation auf ein nicht ganz unbekanntes Thema - dass sich neben dem "normalen" London der Geschäftsleute und Touristen eine eigenen Gesetzen gehorchende Parallelwelt befindet - ist sehr originell. Gaimans Londoner Gegenwelt spielt sich unterirdisch, im U-Bahn-Sytem und in der Kanalisation, ab, und der Clou ist, dass er sich einprägsamer Stationen der Tube bedient, denen er skurrile, groteske oder auch bedrohliche Entsprechungen entgegensetzt. So gibt es beim "Earl's Court" tatsächlich eine Hofhaltung komplett mit Fanfarenbläsern und Hofnarr, die "Knightsbridge" wird zum Alptraum, "Hammersmith" und "Islington" sind die Namen handelnder Figuren, die "Down Street" führt wortwörtlich sehr weit nach unten usw. In diese seltsame Welt gerät durch Zufall ein Durchschnittsbürger namens Richard Mayhew, der, man ahnt es, natürlich mehr in petto hat, als man auf den ersten Blick glauben mag. Das alles macht Spaß zu lesen. Aber wenn es ein literarisches Äquivalent potemkinscher Dörfer gäbe, dann wäre dieses Buch ein guter Anwärter. Denn die atemberaubende Szenerie bildet die Kulisse für eine Handlung, die in wenigen Worten erzählt wäre. Im wesentlichen werden Richard und seine Weggefährten aus der Unterwelt von Gaiman von Station zu Station (hier wörtlich zu verstehen) geschickt wie bei einer Schnitzeljagd, auf der Suche nach bestimmten Personen, die ihnen dann den Auftrag geben, einen Gegenstand respektive eine weitere Person zu suchen usw., und als Leser bekommt man den Eindruck., dieser "Plot" diene nur dazu, die märchenhafte Kulisse in Szene zu setzen, nicht umgekehrt.
Leider wird bei dem raschen Szenenwechsel, der wohl dem Versuch geschuldet ist, möglichst viele Sehenswürdigkeiten dieser Londoner Unterwelt zu streifen, vieles gar nicht zu Ende erzählt. Es tauchen Personen ohne Motiv oder Motivation auf, und es stellt sich kein stringenter Plot ein. Mir kam es so vor, als wäre "Neverwhere" nur das Prequel zu weiteren Romanen, um Leser und Protagonisten in diese geheimnisvolle Welt einzuführen. Da das Buch aber bereits 1997 erschienen ist und es, soweit mir bekannt, nichts von Gaiman gibt, das daran anknüpft, handelt es sich wohl um einen in sich abgeschlossenen Roman, und das ist schade, denn so hat man das Gefühl, eine nette Vorspeise serviert bekommen zu haben, ohne dass ein Hauptgang folgen würde.
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am 16. Juli 2013
Ein junger Mann und seine Verlobte treffen auf dem Nachhauseweg auf ein schmuddeliges Mädchen, das verletzt ist und Hilfe benötigt. Der junge Mann folgt einem Impuls und nimmt sich ihrer an, während seine Verlobte ihn alleine lässt. Damit beginnt eine unglaubliche Geschichte, welche das Leben des jungen Mannes komplett aus den Fugen bringt. Er lernt eine verborgene Welt kennen, das unterirdische London, welches eine Schattenwelt ist, bevölkert mit skurrilen Figuren und sprechenden Ratten. Das junge Mädchen kommt aus dieser Welt und ist in Lebensgefahr. Die Ereignisse ziehen den jungen Mann mit hinunter in diese verborgene Welt, wo er zunächst komplett hilflos ist und auf die Hilfe anderer angewiesen bleibt. Doch er lernt und kann sich nach und nach selbst behaupten. Die Rückkehr in seine Welt auf der Oberseite bleibt ihm zunächst verschlossen. Um wieder zurück in sein normales Leben zu gelangen, muss er zuerst eine Mission zu einem erfolgreichen Ende bringen. Es ist eine Mission, die er sich nicht ausgesucht hat. Das Schicksal hat sie ihm auferlegt.
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am 2. Januar 2014
Der Hauptcharakter Richard Mayhew lebt ein völlig normales Leben, zumindest so Lange, bis er eines Tages einem auf dem Gehweg liegendem, verletztem Mädchen hilft ... Als Folge dessen, wird sein Leben in der normalen Welt "ausradiert", keiner kennt ihn mehr, und es ist, als hätte es ihn nie gegeben ... Auf der Suche nach seinem alten Leben ist er gezwungen, sich in eine andere Welt zu begeben ... Diese wird von allerlei bizaren Gestalten bewohnt, er kommt dort in Kontakt mit Menschen der "Unterwelt" und das Abenteuer beginnt ...

Der Schriftsteller schafft es eine glaubhafte Fantasywelt zu erschaffen, mit liebenswürdigen, charmanten Charaktären (gute wie böse).
Neverwhere ist aufregend anders und vom Erzählstil ähnlich gut gelungen wie z.B. die Scheibenweltromane Terry Prattchets.

Kurz: Wer Fantasy mag, der ist mit diesem Werkt bestens bedient.
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am 27. August 2009
Neil Gaimans Neverwhere ist vorallem eine kleine Liebeserklärung an London. Namen von Orten und Sehenswürdigkeiten in der englischen Metropole, werden in Gaimans Fantasy-Welt ebenso eingewoben, wie kleine Alltäglichkeiten des Großstadtlebens. Sein London Below, jene magische Welt unterhalb der realen, die von letzterer getrennt ist und dennoch in sie übergeht, hinterlässt einen angenehm exotischen Beigeschmack, der die, von dem üblichen Fantasy-Einerlei fast schon taub gewordenen Geschmacksnerven zu beflügeln fähig ist. Leider scheint der Koch hier aber seinem eigenen Gericht nicht ganz zu trauen und ertränkt das ganze vorsichtshalber doch noch in konventionellem erzählerischen Ketchup. So hat der Trip durch die Londoner Unterwelt weitgehend den Charme einer Klassenfahrt. Erst geht es nach A, um dort einige Sachen zu erledigen und natürlich einen weiteren Charakter zu treffen, dann nach B, um zu erfahren, wie man nach C kommt und dort wiederum angekommen, bekommt man seinen Auftrag nach D zu gehen, was man natürlich ohne groß zu fragen brav ausführt. Alles, wie aus dem Reiseführer. Die Charaktere unterstreichen das durch krankhafte Fantasielosigkeit. Wir haben einmal den Typ "sympathischer Normalo mit dem Herz am rechten Fleck", Richard Mayhew, der die übliche Rolle der Caroll'schen Alice hat: Er schlittert durch Zufall in eine merkwürdige Fantasiewelt und nimmt diese für den Leser aus dem Blickwinkel eines Normalsterblichen wahr. Leider erscheint genau das gnadenlos automatisiert. Dann haben wir noch Hunter, die attraktive Kampfamazone. Die verbringt die meiste Zeit damit, gefährlich zu sein und hebt ab und zu mal eine perfekte Augenbraue oder zaubert mit ihren perfekten Lippen ein perfektes Lächeln auf ihr perfektes Gesicht. Was ihre Motive und Ziele sind, erfährt man lange Zeit nicht, sie ist einfach rein zweckmäßig vorhanden. Und wenn es dann schließlich soweit ist, kümmert es einen einfach nicht mehr. Zu guter Letzt wäre da noch Door, ein junges Mädchen, das die (durchaus fantasievolle und interessante) Fähigkeit hat, Türen und Schlösser jeglicher Art zu öffnen. Leider ist diese Fähigkeit auch das einzig Interessante an ihr.

Diese Charaktere bilden den Kern der Gruppe und auch bei den anderen Charakteren sieht es leider auch nicht viel tiefgründiger aus. Erst nachdem etwa zwei Drittel des Buches vorüber sind und Gaiman (durchaus gekonnt) die Puzzleteile seines Plots in einer mittelmäßig spektakulären Wendung zusammenfügt, bekommen auch die meisten Charaktere ein wenig Farbe. Leider ist es da schon so spät, dass es den Leser nur mäßig berührt. Einzige Ausnahme - und das von Anfang an - ist das Duo Croup und Vandemar. Die erfinden den Typus des Bösewichts in dem Genre zwar nicht unbedingt neu (und erinnern stark an jene von Pratchett), aber wenn Mr. Croup eine seiner üblichen prätentiösen Ansprachen hält und anschließend vom eher einfach gestrickten, wortkargen Mr. Vandemar lakonisch korrigiert wird, bringt das genug Witz und Charme mit sich, dass man diese beiden Charaktere - im Gegensatz zu den restlichen - nicht schon nach 2 Wochen nach Beenden des Buches komplett aus dem Gedächtnis gestrichen hat.

Warum also 4,25 Sterne? Nun, ca. zwei Drittel des Buches ist Neverwhere solide, wenn nicht grandiose Unterhaltung, die sowohl interessante Ideen, als auch nervige Einfallslosigkeit mitbringt. Hier hätte das Buch auf volle Amazonsterne abgerundet 3 Stück bekommen. Im letzten Drittel zieht dann aber sowohl Einfallsreichtum, als auch das Vorankommen im Plot schlagartig an, die für den Leser noch unklaren Einzelheiten, werden gut eingebracht, die Charaktere sind nicht mehr ganz so unbeschriebene Blätter und auch die erzählerische Wendung ist recht einfallsreich und handwerklich gut ausgeführt. Alles in allem gelungene Fantasy-Unterhaltung, die ihren schrägen Ansätzen durchaus mehr hätte die Treue halten können und unglücklicherweise gerade bei den so wichtigen Charakteren patzt.
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am 25. Oktober 2008
Neverwhere hat im Rahmen der Amazon Rabattaktion für englische Bücher den Weg zu mir gefunden. Doch was für ein Meisterwerk habe ich da an Land gezogen?

Zunächst einmal ist Gaiman ein hervorragender Beobachter der Merkwürdigkeiten des Alltages, die er mit geradezu kindlicher Phantasie füllt. Beispiele: "Mind the gap": Warum muss man so auf die Ritze zwischen Bahnsteig und Bahn achten? Und warum fahren in U-Bahnen abgeschlossene, dunkle Wagen mit? Gaiman findet darauf phantastische, überraschende Antworten.

Dann sind seine Charaktere wundervoll gegen den Strich besetzt und voller Überraschungen. Dazu das faszinierende Setting von London below mit dem "floating market", modrigen Kanälen und albtraumhaften Brücken. Als ob das nicht schon genug wäre, gelingt es Gaiman auch noch, einen spannenden Handlungsfaden zu weben, der trotz aller Skurrilitäten nie die Logik verliert. Seit dem Lesen von Neverwhere sehe ich Türen in einem ganz anderen Licht.

Gaimans Wortwitz reicht an Pratchett heran, allerdings verliert er sich nicht darin. So bleibt Neverwhere auch für nicht Muttersprachler auf englisch gut zu lesen. Mir persönlich liegt Gaiman daher näher als Pratchett, auch wenn sie einiges verbindet. Für mich absolut empfehlenswert.
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