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Netzwerk des Todes: Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden Broschiert – 28. September 2015
Die Skandale zum deutschen Handel mit der tödlichsten Waffengattung unserer Zeit, den Kleinwaffen, finden kein Ende. Wie kommen deutsche Waffen in so großem Umfang immer wieder in die Hände verbrecherischer Regime, brutaler Paramilitärs und rivalisierender Bürgerkriegsparteien? Auf der Spur dunkler Geschäfte folgen Daniel Harrich, Jürgen Grässlin und Journalistin Danuta Harrich-Zandberg dem Weg der Waffen in die Krisenregionen dieser Welt. Anhand umfassender Recherchen belegen sie, wie diese fragwürdigen Waffenlieferungen zustande kommen, und entlarven die Hintermänner.
Ein Politthriller, wie ihn nur die Wirklichkeit hervorbringt. Die Hintergründe des schmutzigen Geschäfts mit deutschen Waffen – mit sensationellen neuen Erkenntnissen und bisher unveröffentlichten Beweisen.
- Seitenzahl der Print-Ausgabe384 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberHeyne Verlag
- Erscheinungstermin28. September 2015
- Abmessungen13.5 x 3 x 20.7 cm
- ISBN-103453201094
- ISBN-13978-3453201095
Von der Marke
Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Daniel Harrich ist ein international tätiger investigativer Journalist und Autor. 2013 entstand unter seiner Regie der Spielfilm „Der blinde Fleck – das Oktoberfestattentat“. Es folgte 2015 der Spielfilm „Meister des Todes“, Teil des ARD-Themenabends „Tödliche Exporte“ für den er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.
Im Heyne Verlag wurden bereits „Pharma Crime“ (2017) und „Netzwerk des Todes“ (2015) veröffentlicht.
Danuta Harrich-Zandberg gründete 1983 mit ihrem Ehemann Walter Harrich die Film- und Fernsehproduktionsfirma diwafilm GmbH. Zusammen realisierten die Filmemacher und Produzenten zahlreiche Dokumentarfilme und -serien.
Im Heyne Verlag wurden bereits „Pharma Crime“ (2017) und „Netzwerk des Todes“ (2015) veröffentlicht.
Produktinformation
- Herausgeber : Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (28. September 2015)
- Sprache : Deutsch
- Broschiert : 384 Seiten
- ISBN-10 : 3453201094
- ISBN-13 : 978-3453201095
- Abmessungen : 13.5 x 3 x 20.7 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.072.521 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 180 in Südamerikanische Politik (Bücher)
- Nr. 238 in Mexikanische, Mittelamerikanische & Karibische Politik
- Nr. 901 in Kriminalität in Wirtschaft & Politik
- Kundenrezensionen:
Über die Autoren

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Danuta Harrich-Zandberg gründete 1983 mit ihrem Ehemann Walter Harrich die Film- und Fernsehproduktionsfirma diwafilm GmbH. Zusammen realisierten die Filmemacher und Produzenten zahlreiche Dokumentarfilme und -serien.
Im Heyne Verlag wurden bereits „Pharma Crime“ (2017) und „Netzwerk des Todes“ (2015) veröffentlicht.
©Autorenfoto: diwafilm/Walter Harrich

Daniel Harrich ist ein international tätiger investigativer Journalist und Autor. 2013 entstand unter seiner Regie der Spielfilm „Der blinde Fleck – das Oktoberfestattentat“. Es folgte 2015 der Spielfilm „Meister des Todes“, Teil des ARD-Themenabends „Tödliche Exporte“ für den er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.
Im Heyne Verlag wurden bereits „Pharma Crime“ (2017) und „Netzwerk des Todes“ (2015) und „Saat des Terrors“ (2019) veröffentlicht.
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Überrascht hatte mich, dass drei Monate nach der Veröffentlichung erst eine einzige Rezension eingetrudelt war, ein 5-Sterner. Da ich zunächst annahm, dass meine Rezension, ein 1-Sterner mit Bezug zu den »Käßmännern und Wagenknechten« Putins (absichtliche und unabsichtliche Unterstützer von Gewaltpolitikern) nicht angenommen würde, war ich bereit, für die guten Absichten Grässlins drei Sterne zu geben. Nachdem ich sein Buch »Einschüchtern zwecklos« (2023) ganz gelesen habe, finde ich: Er ist ein Fanatiker, der jede abweichende Meinung aggressiv abblockt. (Ein Amerikaner, der seit 30 Jahren hier lebt, schilderte seinen ersten Eindruck vom Land: »Gleich werde ich von einem Pazifisten erschlagen!«) Immer wieder wählt Grässlin diffamierende Worte für Leute mit anderer Meinung. (Vorzugsweise von den Grünen, bei denen er 1999 austrat, um eines der nationalistischsten und militaristischsten Länder zu unterstützen, Serbien.)
Wegen dem Zeichenlimit konnte ich dort nicht näher auf den Inhalt des Buchs selbst eingehen. DAS BEZIEHT SICH AUF SEIN BUCH VON 2023, »EINSCHÜCHTERN ZWECKLOS«:
Die Prüfung seiner Argumente verweigert Grässlin, er ist ein Glaubensmensch und Wissensverächter – außer die Fakten scheinen seine Ideologie zu unterstützen, wirklich oder irrtümlich. Eine unwissenschaftliche Haltung kann schnell in eine anti-wissenschaftliche umkippen. Wir sehen das auch bei Sahra Wagenknecht, Margot Käßmann, Johannes Varwick. Bei Precht und Welzer, Nuhr und Schwarzer. Konstantin Wecker: Ihn zeige ich in der Rezension zu Grässlins (»Einschüchtern«, 2023) als typischen Vertreter jener Künstler, die über den Wolken leben und die Realität aggressiv ablehnen. Unsere besten Dichter waren genau anders, glasklare, kühle Realisten. (Damit meine ich keinen naiven Empirismus.)
Seite 163, Grässlin als Kunstlehrer an Realschulen. Er löste sich »von der naturgetreuen Farbgebung«. Von der Realität. Grässlin beschreibt jedoch an der Stelle im Buch, wie Daimler-Boss Schrempp mit der Hilfe willfähriger Hamburger Gerichte die Meinungsfreiheit und Artikel 5 des Grundgesetzes abschaffen wollte, was nach über vier Jahren vom Bundesverfassungsgericht gestoppt wurde. Grässlin hat finanzielle Bedrängnis und viel Leid erlitten, daher gebe ich ihm 3 Sterne. Obwohl er 1 bis maximal 2 Sternchen verdient hätte, weil er völlige Gefühllosigkeit den Opfern der russischen Rüstungsindustrie entgegen bringt; aktuell den Ukrainern, Nordwestafrikanern, Syrern. [Von den beiden Schlepperkönigen Prigoschin und Böhmermann ist einer ein deutscher Idealist, der gar nicht bemerkt, dass er Putins Plan zur inneren Destabilisierung der EU unterstützt. Prigoschin hat gegen Putin aufbegehrt und saß wenige Wochen später in einem abstürzenden Flugzeug. Er betrieb die Trollfabriken, die AfD-ler in ihrem Weltbild »unterstützen« und trieb gleichzeitig in Afrika und Asien mit Gewalt von Wagner-Söldnern viele Menschen zu den Freiflügen nach Belarus oder den Booten am Mittelmeer. Ziel ist die von uns nicht erkannte militärische Situation von Millionen Völkerwanderern oder Eindringlingen, die wir mit dem Wort Geflüchtete bezeichnen, was unseren Blick für die Situation verwirrt. Die Medien lobten kürzlich ein älteres Ehepaar, das 4 Gambier förderte. Ihr Erfolg zeigt uns, dass alle 8 Milliarden Menschen, die nicht in einem deutschsprachigen Land geboren wurden, durch intensive Einzelförderung zum Hauptschulabschluss gebracht werden könnten – aber warum sollten wir das tun, so moralisch gut es sich anhört?]
Grässlin meint, auf seine feindselige Behandlung durch Rüstungslobbyisten stolz sein zu können. Das stimmt zum Teil. (Soweit er sich gegen Waffenlieferungen an Potentaten und Warlords richtet, hat er recht.) Aber ansonsten gilt Lichtenbergs Satz auch für den blind-fanatischen Kämpfer Grässlin: »Dass sich Leute nicht wollen überzeugen lassen, ist nicht allemal ein Zeichen ihrer guten Sache, es beweist nur, dass der Weg dazu von Jugend auf sehr eng ist gehalten worden.«
In einem Sanitätsbataillon (Seite 16) in Kempten. Grässlin brachte es bis zum Gefreiten in nur fünf Monaten – Faktencheck? Völlig zu recht ahnte Grässlin, dass er ein »Spinner« war. (Seite 19.) Wer auf seiner Seite stand, »schaltete auch sein Hirn ein«. Damit sind alle Andersdenkenden als hirnlose Narren charakterisiert. Die aggressive Beschimpfung aller Andersdenkenden hält Grässlin in naiver Schlichtheit das ganze Buch über durch. Es ist der Hauptgrund, warum ich »Einschüchtern zwecklos« (2023) nur drei Sterne geben konnte.
Seite 20-23: Er lässt auch das Lächerlichste nicht aus, Hermann Hesses Steppenwolf, als der Grässlin sich gefühlt habe. Darum sind die Memoiren eines Realschullehrers nicht interessant. Er malt mit Schablonen. Zurück zu seinem angeblichen prägenden Erlebnis bei der Bumpfdeswehr. (»Komm zum Bund, da geht’s rund?«) Es sei das Jahr 1977 gewesen. Zur Orientierung für Geschichts-Analphabeten wie Jürgen Grässlin: So zwielichtig Nixon war, er umgab sich mit Könnern wie Kissinger. Nixon eilte nach China, um die Beziehungen zu verbessern, mit dem Hintergedanken, die Sowjetunion von einer Kraftquelle abzuschneiden. (Heute hat Putin Russland in die Rolle des Pudels von China gedrückt. Gorbatschow hatte anderes vor.) Grässlin möchte uns erzählen, dass er dem einen einzigen Sonderling unter den Ausbildern begegnet wäre – Obergefreiter oder Unteroffizier, selbst Wehrpflichtiger? –, der ihm den »Befehl« (?) zum »Kopfschusstraining an Chinesen« gegeben hätte. Das kam nicht mal in Kampfeinheiten vor, aber Grässlin behauptet, es sei ihm bei den Sanitätern passiert? Die Bundeswehr war nicht für China zuständig. (Auf S.20 schwadroniert Grässlin, man habe vor der Gelben Gefahr gewarnt. Mit der Nixon Verträge schloss. »Die Gelbe Gefahr« war der Titel eines Ölgemäldes, das Wilhelm II. 1895 seinem Großcousin Zar Nikolai II. schenkte. In dem naiven, kindischen Versuch, Russland von einem großen Krieg in Europa mit dem Komplizen Frankreich abzuhalten, indem er auf das zukünftige Gewicht Chinas hinwies. Weniger naiv hatte Bismarck die Eroberungsgier Frankreichs auf Nordafrika gelenkt und so Deutschland einige Jahre prekäre Sicherheit verschafft.)
Als Sanitäter hätte er auch die Pflicht, Zivilisten, Kranke und Verletzte vor mit Tötungsabsicht herbei eilenden Bewaffneten zu beschützen. Diese Pflicht sieht Grässlin nicht, er hat die Pflicht, keinem Gewalttäter Widerstand zu leisten. Damit könnte er auch für die Entwaffnung der Polizei plädieren, es gibt Gewaltverbrecher, die sich darüber freuten.
Dass er als 19-jähriger Soldat einer Sanitätskompanie den »Befehl zum ›Kopfschusstraining an Chinesen‹« bekommen habe. Diese sehr seltsame Behauptung sollte Grässlin unbedingt durch die Nennung des genauen Datums und der Namen aller beteiligten Personen und Zeugen begleiten. Wie wahrscheinlich ist es, dass Sanitäter den Befehl für Schüsse, gar Kopfschüsse bekämen? Und auch noch Chinesen ins Spiel kommen. Vielleicht hat Jürgen Grässlin bei seiner Selbst-Heiligenerzählung geflunkert? Und zwar ganz erheblich. Oder hat jemand sich über den Hysteriker lustig gemacht? Grässlin würde wohl die Ausflucht bringen, sich nach der langen Zeit an die Einzelheiten und die Namen der Zeugen nicht erinnern zu können? So etwas kam nicht mal in Kampfverbänden vor, aber Grässlin will es unter Sanitätern erlebt haben?
Reich bestückte Epauletten (!) S.21. War das damals, als die Badener mit Napoleon nach Moskau zogen? Schulterstücke, reich bestückt? Ein Stabsoffizier sprach persönlich mit dem einen Narren im Bataillon? S.21: Er hatte längst seinen Ruf als Friedensapostel weg? (So könnte das mit den »Chinesen« eine gezielte Verulkung des Hysterikers gewesen sein? Er wurde von niederen Rängen veralbert? Und er erzählt es in seinen Lebenserinnerungen als reales Vorkommnis, das ihn geprägt hätte?)
Auf Seite 23f gibt er sogar das Gespräch mit dem Militärarzt wieder, der ihn schließlich dienstuntauglich schrieb. Ziemlich stolz. (Ich kenne das von meinem Vater, er erzählt auch stolz, auf wie peinliche und klägliche Weise er sich vor dem Wehrdienst drückte und dafür eine Magen-Darm-Erkrankung eine Weile vortäuschte oder inszenierte. Als Egoist, der möchte, dass andere für ihn Gefahren aushalten, während er sich nie für andere in Gefahr bringen würde. Kläglich.) Bei Grässlins Erzählung fühlt man sich an Jaroslav Hasecs (1922) Braven Soldaten Schwejk erinnert, der sich von den k.u.k. Militärärzten die Bescheinigung ertrickste, er sei ein »amtlicher Idiot«. Der Militärarzt bekommt von Jürgen Grässlin die Geschichte mit den Chinesen aufgetischt und sagt darauf – von Grässlin stolz wiedergegeben – völlig verständlich aus der Sicht aller, die auch nur als Wehrpflichtige ein paar Monate die Bundeswehr von innen erlebten: »Sie leiden ganz augenscheinlich unter Halluzinationen.« Aber Grässlin beharrt darauf, dass er wegen Doppelbildern, die er sieht, für dienstuntauglich erklärt wird. Es gibt einen alten Sketch, in dem ein Wehrpflichtiger den Ärzten auf jede Frage damit antwortet: »Ei, wo ist er denn?« Daraufhin geben sie ihm den Schein, der ihn für untauglich erklärt. Der Mann ruft aus: »Ei, da ist er ja!«
(Der über 70-jährige Konstantin Wecker wettert, er werde sich nie zum Militär einziehen lassen. Keine Sorge, wir respektieren seine Feigheit. Es wäre aber nicht ganz dasselbe, ob die Ukraine oder ob Putins Russland ihn zum Militär einziehen wollte. Oder?)
Seite 35: Führte der Nato-Doppelbeschluss und die atomare Aufrüstung mit Mittelstreckenraketen (Pershing) dazu, dass die Sowjetunion einsah, mit dem Rüstungswettlauf in eine Sackgasse zu kommen – und daraufhin zum INF-Vertrag? Rüstungsbegrenzung, Gorbatschow, Glasnost und Perestroika. Haben die Aufrüster wie Helmut Schmidt oder die Gegendemonstranten den Frieden und die Abrüstungsverträge erreicht, die Gorbatschow ermöglichte, um die Konfrontation zu beenden? Sind die Demonstranten gegen die Aufrüstung für oder gegen den guten Erfolg mobil gewesen?
S.37: Fortan verzichtet Grässlin auf Fleisch und lebt vegetarisch. Wie das Precht auch für richtig hält. Und auf Adolf H. spiele ich nicht an. (Der lebte auch ganz in der Welt seiner subjektiven Emotionen.)
Auf S.115 stellt Grässlin den ehemaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer als eingefleischten Gewalttäter dar, der seine Gewaltaffinität »versteckte« hinter einer Fassade. Bloß, weil die Bundesregierung mit der Opposition nach dem Genozid in Srebrenica (Serben ermordeten Bosnier) nicht abwarten wollte, ob den Albanern im Kosovo dasselbe angetan werden würde, und lieber vorbeugend aktiv wurde. Nachdem ich jetzt das ganze Buch »Einschüchtern« (2023) gelesen habe, musste ich erkennen, dass Grässlin ein Fanatiker ist, der mit unsachlichen Argumenten alle Gegenargumente abblockt. Dass er Gewalttätigen und sogar massenmörderischen Gewaltpolitikern schon immer mit Friedlichkeit begegnen wollte und jede Gegenwehr ihrer Opfer aggressiv ablehnte. Dabei bringt er völlig realitätsfremde Scheinargumente. Grässlin bringt (S.116) sogar das seltsame Argument, die Verbrechen der Serben seien nicht mit Auschwitz vergleichbar, daher sei Joschka Fischer ein Krimineller. Aber Fischer hätte sich auf Srebrenica beziehen können, es gibt auch andere Verbrechen, die verhindert werden müssten. Grässlin will erst bei einem neuen Auschwitz aktiv werden? Aber welche Verbrechen Eroberer begehen, wird oft erst im Rückblick im Ausmaß erkennbar.
Einschüchtern zwecklos? Auf Seite 323 wird klar, dass Putins Winken mit der Atomkeule bei Grässlin eine beklemmende Angst auslöste, die sein Denken völlig lähmte – übrig blieb der Wunsch, sich dem Droher zu Füßen zu werfen und unterwürfig zu zittern. Also Buchtitel besser: Einschüchtern prima gelungen. (Atomwaffen in der Hand von mächtigen, aber unkontrollierten Politikern mit narzisstischen Wahnideen von Macht und Herrschaft – das wird irgendwann schiefgehen, hoffentlich nicht zu unseren Lebzeiten.)
Pazifistenbashing (S.322) gibt es wirklich, auf beiden Seiten regiert blinder Fanatismus und dominieren heftige Emotionen, die zur Realitätsverweigerung führen. [Geld verdienen ist immer ein schlechter Ratgeber: Für die Gewinne der US-Rüstungsindustrie stellten sich die USA auf die Seite der Kolonialmächte und globalen Aggressoren des Ersten Weltkriegs, so ermöglichten sie in Versailles 1919 die künstliche Erschaffung des Monsters Hitler.]
Seite 324: Kriegsmanifeste werden »Friedensmanifest« genannt. Grässlin wählt einseitig diejenigen aus, die seine (verquere) Meinung teilen. Das ganze Panoptikum wird erwähnt, Margot Käßmann, Schwarzer und Wagenknecht, Precht und Welzer etc. Empört fragt Grässlin sich, warum die AfD Seit‘ an Seit‘ mit ihnen marschiert.
S.332: Grässlin packt dann noch im Vorbeigehen die »apokalyptische Klimakatastrophe« am Hals und lässt sich in dieser Pose abbilden, vielmehr bildet er sich selbst in Worten als Held ab, der schon immer gegen all das Schlechte gestritten hat. So wird er sein Selbstbild für den Rest seines Lebens auspinseln und hochhalten.
S.336, zur unwissenschaftlichen Auswahl von Studien, deren Ergebnisse man mag, äußerte ich mich wegen dem Zeichenlimit schon sehr kurz in der Rezension dort: »Einschüchtern zwecklos« (2023). Wagenknecht bringt »die Rand-Corporation« als heilige Schrift, die sie als Gebetsmühle dreht. Oder »General Milley« (324). Grässlin: Erica Chenoweth ua. Eine Studie ist keine Studie. Viele Studien müssten das Ergebnis bestätigen. (Allerdings gibt es eine Asymmetrie: Viele Studien, die »beweisen«, dass Schwäne weiß sind, beweisen das nicht wirklich. Eine einzige Studie, die einen schwarzen Schwan findet, widerlegt sie.) Außerdem ändert der Krieg in jedem konkreten Fall seine Natur etwas und ist ein wahres Chamäleon (Clausewitz). 300 Konflikte zu vergleichen, ist unsinnig. Es kommt darauf an, ob der Aggressor unter starkem äußeren oder inneren Druck steht. Diktatoren wie Putin brechen gewaltfreien Widerstand grausam. Gandhi war gegen die Briten in Indien in einer völlig anderen Situation. Die Briten standen unter Beobachtung einer kritischen Öffentlichkeit. Grässlin hat ein sehr schematisches Bild von Historie, daher zieht er oft falsche Schlüsse.
S.328: Costa Rica hat sein Militär abgeschafft und »ist vorbildlich«; aber es kommt auf die geostrategische Nachbarschaft an und welchen mächtigen Ländern man sich unterwirft.
Konstantin Wecker (Beispiel von Künstlern, die sich nicht für die Realität und die Fakten interessieren) oder Franz Alt – er nennt sich einen realistischen Pazifisten im Gegensatz zu radikalen Pazifisten und ist für Waffenlieferungen an die Ukraine. Aber mit Grässlin glaubt er, Si vis pacem, para bellum, wenn du den Frieden willst, bereite dich auf Krieg vor – sei ein schlechter Ratschlag. Ich nenne die These, dass Aufrüstung einen aggressiven Nachbarn friedlich halten kann. (Straßenschläger nannte dieses Jahr im deutschen TV ein russischer Professor im Exil Präsident Putin. Er sei »ein Straßenschläger aus St.Petersburg«. Außerdem war Putin ein KGB-Agent und hat gelernt, wie man mit Gewalt die Menschen einschüchtert. Wie schon die Geheimpolizei der Zaren. Davon kommt in meiner Buchkritik nichts vor, wegen dem Zeichenlimit. Einzelne Wörter stammen aber aus der öffentlichen Diskussion.)
Sahra Wagenknecht kann sich anders als Jürgen Grässlin nicht dazu durchringen, Putin und Russland wirklich zu kritisieren. Grässlin kritisiert Russland, möchte nur, dass die Ukraine sich ohne Waffen ergibt. Grässlin faselte im Interview vom 12. März 2022 über gewaltfreien Widerstand wie den Gandhis in Indien gegen die Briten. Putin würde einen Gandhi einfach ermorden lassen oder foltern, für 20 Jahre in Sibirien wegsperren lassen wie Nawalny.
Jürgen Grässlin hat am 24. Dezember 2021 gesagt: Deutschland solle den Export todbringender Waffen in Kriegs- und Krisengebiete beenden. (Damit unterstützte er natürlich die russische Rüstungsindustrie – meine Kritik nennt eben gerade die weiteren Folgen von zunächst moralisch gut erscheinenden Forderungen.) Am 12. März 2022 sagte Grässlin in einem Interview: Die Ukrainer könnten »weiß gekleidet und weiße Flaggen schwenkend« sich den Russen ergeben. Die sie als »Brudervolk« mögen würden. Das ist eine Vereinnahmung, die kulturellen Völkermord bis hin zur Kinderverschleppung bedeutet. Putin hat 2021 in einem Aufsatz der Ukraine das Existenzrecht abgesprochen. (2021 hatte eine ukrainische Forscherin Putins gewalttätige Fixiertheit auf die Ukraine wie die eines geschiedenen Ehemannes, der bald seiner Exfrau Gewalt antun wird, erkannt. Putin habe die Haltung: »Ich hasse Dich, verlass‘ mich nicht!« Einige Monate später machte er Krieg.)
(Im März 2023 in Freiburg ein Gegendemonstrant bei der Demo der Friedensbewegten, Plakat: »Heuchlerische Schwurblerhorde verteidigt Putins Massenmorde.« Da ist meine Kritik sachlicher.)
Obwohl die Verbrechen in Butscha und Irpin usw. bereits bekannt waren, forderten Jürgen Grässlin und Konstantin Wecker im April 2022 im offenen Brief: »So bitter das Zurückweichen vor völkerrechtswidriger Gewalt auch ist, es ist die einzig realistische und humane Alternative zu einem langen zermürbenden Krieg. Der erste und wichtigste Schritt dazu wäre ein Stopp aller Waffenlieferungen in die Ukraine, verbunden mit einem auszuhandelnden sofortigen Waffenstillstand. Wir fordern daher die Bundesregierung, die EU- und NATO-Staaten auf, die Waffenlieferungen an die ukrainischen Truppen einzustellen und die Regierung in Kiew zu ermutigen [blanker Hohn!], den militärischen Widerstand … zu beenden. Die bereits von Präsident Selenskyi ins Gespräch gebrachten Angebote an Moskau – mögliche Neutralität, Einigung über die Anerkennung der Krim und Referenden über den zukünftigen Status der Donbass-Republiken – bieten dazu eine reelle Chance. (…) Um jetzt weitere massive Zerstörungen der Städte so schnell wie möglich zu stoppen … sollte die Bundesregierung anregen, dass sich die … Städte, wie Kiew, Charkiw und Odessa zu ›unverteidigten Städten‹ gemäß dem I. Zusatzprotokoll des Genfer Abkommen[s] von 1949 erklären. Durch das bereits in der Haager Landkriegsordnung definierte Konzept konnten im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Städte ihre Verwüstung verhindern. [Grässlin wirft sehr verschiedene Situationen in einen Topf und kommt so immer zu falschen Ergebnissen.] Die vorherrschende Kriegslogik muss durch eine mutige Friedenslogik ersetzt und eine neue europäische und globale Friedensarchitektur unter Einschluss Russlands und Chinas geschaffen werden.«
Wir erkennen, dass Kiew, Charkiv und Odessa wirklich an Russland und seine folternde Soldateska ausgeliefert werden sollten, nach Jürgen Grässlins und Konstantin Weckers Forderung. Fürsorglich wird aber auf Russlands »Sicherheitsinteressen« – imperiale Herrschaftsinteressen – eingegangen. Eine Schräglage. Wenn ich das als moralischen Absturz bezeichne, ist das doch zutreffend, oder?
Man sieht Bilder der Opfer, von Waffenfabriken oder von Zeugen. Es gibt Abdrucke einiger Dokumente, eben häufig von den Behörden, aus Gerichtsakten oder den angeklagten Unternehmen selbst.
Hauptthema sind Mexiko und Kolumbien. Es werden aber auch Geschäfte in andere Länder kurz erwähnt, wie nach Georgien, Bosnien oder Katar u.a. Oft geht ein „legaler“ Handel, genehmigt von Behörden voraus. Es wird entweder eine ganze Waffenfabrik geliefert oder Waffen an Militär und Polizei. Auffällig ist auch, dass diese Waffenfabriken, gemeinsam mit den korrupten Behörden dieser Länder die Keimzellen sind für die folgenden illegalen Geschäfte. Klar, da wird nur ein wertloses Stück Papier unterschrieben, namens Endverbleibserklärung. Niemand prüft nach und wer das Deutsch der Behörden und Waffenhändler liest, der weiß auch warum. Diese Menschen sind absolut skrupellos. Für sie ist der Anreiz ein sehr profitables Geschäft zu machen wichtiger als Menschenleben. Nach einer Weile – oh Wunder! - tauchen die Waffen dann aber in Händen auf, in welche sie nie hätten gelangen sollen, seien es in Mexiko Drogenkartelle, Bürgerwehren oder Bundesstaaten, die willkürlich ausgeklammert wurden. In Mexiko sind teilweise ganze Polizeistationen korrupt und stecken mit der Mafia unter einer Decke. Das Stichwort heißt "plata o plomo". Wer sich nicht bestechen lässt, bekommt Blei (plomo) in Form einer Kugel oder gar schlimmste Folter(morde) ab. In allen Kapiteln gibt es Interviews mit Zeugen von Gewalttaten, Aussteigern aus H&K. Dafür reisten die Autoren auch an die Tatorte und ließen sich von Experten und lokalen NGOs beraten.
Der Leser bekommt ein volles Programm:
Recherche erst zu Hause, dann an den Tatorten, Beweissicherung, Anklage usw. Niemand braucht da noch einen Krimi zu lesen. Man kann sich sogar noch beteiligen, denn Jürgen Grässlin und andere Friedensaktivisten sind in mehreren Bürgerrechtsorganisationen organisiert.
Es hilft, wenn man sich immer mal wieder einen Überblick verschafft, damit man nicht den Faden verliert in dieser reichhaltigen Sammlung an Beweisen, Interviews und Zeugenaussagen. Wir alle wissen, normalerweise, wenn die Täter z.B. böse, moslemische Terroristen in Deutschland wären, würden die auf lebenslänglich in den Bau wandern. So aber gibt es ein paar Bauernopfer wie bei Wirtschaftskriminalität oft üblich, wenn überhaupt. Es bleibt zu hoffen, dass mehr Menschen anfangen sich diesen Automatismen zu verweigern, helfen diese Psychopathen vor Gericht und um ihr Geschäft zu bringen. Momentan laufen mehrere Gerichtsprozesse gegen H&K, auch Sig und KMW hat es erwischt. Man muss sie stören! Denn sonst läuft es so:
„Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“
Edmund Burke
Zum Buch gibt es auch weiteres Material:
toedliche-exporte.de
Dazu gibt es einen Spielfilm „Meister des Todes“, allerdings würde ich eher das engl. Original „Lord of war“ mit Nicolas Cage empfehlen. Von Grässlin hörte ich in einem Vortrag, dass für den Film 6 echte Waffenhändler als Vorlage dienten, u.a. Wiktor Anatoljewitsch But alias Victor Bout. Die kurze Dokumentation „Tödliche Exporte – wie das G36 nach Mexiko kam“ ist beklemmend. Das Buch war diesmal eine Co-Produktion mit der Regisseursfamilie Harrich.
Es lohnt sich auch auf Youtube.com den Namen „Jürgen Grässlin“ einzugeben. Termine für Vorträge zum Buch kann man auf juergengraesslin.com finden. Er ist ein sehr guter Redner, der nicht immer das Gleiche erzählt. Grässlin hat auch einen Newsletter.