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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
3
3,7 von 5 Sternen

am 25. August 2015
In Zeiten neosophistischer Essayistik im Stile Sloterdijks oder Liessmanns hebt sich dieses Buch insofern philosophisch wohltuend ab, als der Autor, auf rhetorische Effekte wenig Rücksicht nehmend, sich wirklich bemüht, ontologische, epistemologische, wissenschaftstheoretische und methodologische Betrachtungen und Überlegungen zum Thema anzustellen. Dementsprechend differenziert und vielfältig verlaufen die Darstellungen. Leider kommt der transzendentale Aspekt dabei eher zu kurz bzw. hege ich den Verdacht, dass Kanitscheider aufgrund eines mangelnden Verständnisses (kein Weiterdenken bzw. Weiterentwickeln der Überlegungen Kants) ihn nicht wirklich in Sicht bringen kann.
Das Buch ist in überwiegender Weise das Denken fordernd, was dem Mitphilosophieren gut, dem ästhetisch erbaulichen Lesen aber eher schlecht bekommt. Man merkt, dass es Kanitscheider mehr um die Sache der denkerischen Darstellung und weniger um sprachlichen Unterhaltungswert geht.
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am 28. Oktober 2013
Wie ein roter Faden ziehen sich zwei Begriffe aus dem sog. Universalienstreit durch Kanitscheiders Buch: "Realismus" (philosoph. Position, wonach Oberbegriffen eine wirkliche Existenz zukommt; z.B. "Stuhl" als Oberbegriff für Sessel, Hocker, Schaukelstuhl ...) und "Nominalismus" (Position, die diese Existenz bestreitet und Oberbegriffe nur als Konstruktion denkender Gehirne ansieht). Aus heutiger Sicht ist der Begriff Realismus natürlich unglücklich gewählt, weil ein Realist des Universalienstreits wenig mit einem ontologischen Realisten gemein haben dürfte. Um dieses Begriffspaar ranken sich jedenfalls zwei im Buch behandelte Fragestellungen:
A) Sind mathematische Objekte (z.B. "Ellipse", "Primzahlen") real existierend (die realistische Position) oder nicht (die nominalistische Position)?
B) Warum "passen" mathematische Gleichungen so oft und so exakt zu physikalischen Objekten und Prozessen?

Kanitscheider vermengt die Fragestellungen A und B über weite Strecken des Textes, was vor allem diejenigen Mathematiker, die ihr Fach als eigenständig ansehen, ein wenig enttäuschen wird. Ein Zwischenfazit zur Fragestellung A lautet (s. 147): "Mathematische Ideen allein können aus naturalistischer Sicht jedenfalls nicht ohne materiellen Träger das primäre Baumaterial der Welt darstellen."

Bei Fragestellung B diskutiert Kanitscheider viele Positionen, kommt aber dann unter Hinweis auf eine "innere mathematische Struktur der Natur" und eine "unseparierbare Einheit von den mathematischen und physikalischen Elementen einer Theorie" (S. 374) zur Position eines "immanenten oder aristotelischen" Realismus. Begründet wird die Wahl dieser Position u.a. so: "Der Vorteil der Konzeption, Zahlen als numerische Eigenschaften der Dinge zu fassen, liegt darin, dass man sich nicht mehr den Kopf zerbrechen muss, wie die zahlenmäßige Information in ein materielles Gehirn eindringen kann." Ob für den Leser damit Fragestellung B (und immerhin der Untertitel des Buchs) befriedigend beantwortet ist, muß er selbst entscheiden.

Wie bei Kanitscheider üblich, muß der Leser gewillt sein, sich mit teils selten gebrauchten Fachausdrücken anzufreunden, bei diesem Buch nicht nur mit solchen aus der Philosophie, sondern auch aus den Bereichen der Mathematik, Quantentheorie, Relativitätstheorie, Kosmologie oder Teilchenphysik. Dennoch handelt es sich zusammenfassend um eine sehr anregende Lektüre, die Fragestellungen aufwirft, die in Mathematik- und Physikbüchern üblicherweise übergangen werden.
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am 13. April 2014
Ich habe dieses Buch gelesen, wenig verstanden, bin aber recht zufrieden damit. Mein Background ist Student der Physik im Hauptstudium, mit Liebe zur Mathematik (ja, trotzdem oder gerade weil deswegen Physiker^^).

Die Mathematik zeichnet sich dadurch aus, dass jeder philosophische Standpunkt, den man einnimmt, eigentlich nicht besonders tragfähig ist Deswegen betreibt man Mathematik ja von einem praktischen Standpunkt aus.

Aufgezeigt wird im wesentlichen (in meinen Augen) das, was Eugene Wigner in seinem Artikel "About the Unreasonable Effectiveness of Mathematics ind the Natural Sciences" anspricht: Es ist in der tat unverständlich, warum Mathematik (nicht nur mathematische Anwendung) so erfolgreich, in den Naturwissenschaften ist. Obwohl Funktionen und deren Ableitungen, um ein enfaches Beispiel zu wählen, losgelöst von der naturwissenschaftlichen Realität, nur in der formalen Welt der Mathematik exitieren, haben sie sich als nützlich erwiesen, um Physik zu betreiben. Beschleunigung bspw. wird definiert als die zweite zeitliche Ableitung der Trajektorie des untersuchten (Punkt-)Teilchens nach der Zeit. Diese zunächst in Worten ausgeführte definition, führt zu allerhand mathematischen Komplikationen, wenn man bspw. die Beschlenigung von Teilchen im Ramen der SRT, oder der ART ausrechnen möchte, weil man hier genauer spezifizieren muss, welche zeit man betarchtet und wie diese Zeit mathematisch definiert ist, und was die physikalische Bedeutung einer so definierten Zeit ist (SRT: Eigenzeit, ART: Geodätische Abweichung des Geschwindigkitsfeldes, d.h., abhängig von der Änderung der Metrik).

Interessant war eigentlich eine Gleichung in diesem Buch; "Mathematik ungefähr Physik", was man zumindest in theoretischer Hinsicht bejahen kann, ja fast sogar muss. Die Unterschiede zwischen moderner Physik und Mathematik werden erst beim Studium fortgeschrittenerer Themen wie Allgemeiner Rlativitätstheorie, Quantenfeldtheorie und String-Theorie deutlich, da sich mathematische Darstellungen hierzu (im Bourbaki'schen Sinne) deutlich von der mehr hands-on physikalischen Literatur unterscheiden.

Dieses Buch bekommt von mir vier Sterne - ein Stern Abzug wegen einem groben Fehler auf S. 286, weil der Autor nnicht in der Lage war, eine geometrische Summe korrekt zu evaluieren: Statt dem 1/8 müsste ein 1/2 auf der rechten Seite stehen, so dass die geometrische Summenformel angewendet werden kann... Das sollte auch in einem Sachbuch nicht passieren.
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