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Naokos Lächeln Gebundene Ausgabe – 2001

4.3 von 5 Sternen 130 Kundenrezensionen

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Gebundene Ausgabe, 2001
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Über den Staffellauf, der Leben heißt
Haruki Murakamis Liebesroman Naokos Lächeln ist ein schöner Kinoabend.

In den Büchern von Haruki Murakami geht es zu wie in den Filmen von Eric Rohmer. Schöne Menschen plaudern in angenehmer Umgebung ununterbrochen über Leben, Sex, Liebe und Tod und haben dabei keine Mühe, die richtigen Worte zu finden. Dabei halten sie sich alle für etwas ganz Besonderes.

Nur der Protagonist Watanabe glaubt, er sei ein Durchschnittsmensch mit Durchschnittsintellekt und Durchschnittskörper und merkt gar nicht, welche abstrusen Charaktere er um sich versammelt. Zum Beispiel Nagasawa, eine Art japanischer Casanova, der Nacht für Nacht losziehen muss, um Mädchen aufzureißen, während die schönste Frau zu Hause auf ihn wartet. Oder seine Kommilitonin Midori, die beide Eltern bis zum Krebstod pflegte und die sich nun nackt vor das Foto ihres Vaters setzt, um ihm zu zeigen, dass sie inzwischen eine Frau geworden ist. Midori würde sich nichts lieber wünschen, als dass Watanabe beim Onanieren an sie denke.

Die schöne Naoko dagegen hat andere Probleme. Freiwillig eingeschlossen in eine Nervenklinik versucht sie, den frühen Tod ihres Freundes Kizuki loszuwerden. Beide sind zusammen aufgewachsen und haben alles gemeinsam gelebt. Es war nie eine Frage gewesen, mit einem anderen Menschen zu leben. Doch plötzlich hatte sich Kizuki umgebracht, und sie war übrig geblieben. Wie einen Staffelstab gibt sie ihr Schicksal an Watanabe weiter, der Naoko liebt und den sie dennoch auf dieselbe Art verlassen wird, wie sie es einst wurde.

Der Leser merkt bei allem sehr schnell, dass zwischen der Entscheidung, beim Onanieren an jemanden zu denken und miteinander das Leben zu verbringen, kein großer Unterschied besteht. Dass es immer nur darum geht, dass man sich in der Welt versichert und jemanden findet, der einem die eigene Existenz abnimmt.

Haruki Murakami, der in Japan Millionenauflagen verkauft, schreibt darüber ein leichtes und gleichzeitig trauriges Buch, todernst und mit einem guten Schuss klugen Kitsches. Aber das hätte man eigentlich nicht anders erwartet. --Jana Hensel

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung im DuMont Buchverlag.

Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt am Main Japanologie und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. den Nobelpreisträger Kenzaburō Ōe, außerdem Yoko Ogawa und Hiromi Kawakami. Für DuMont überträgt sie die Romane Haruki Murakamis ins Deutsche. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
In "Naokos Lächeln" erzählt ein junger Student, names Toru, seine Geschichte. Sein Leben wurde durch den Selbstmord seines besten Freundes aus der Bahn geworfen, genauso wie das der Freundin seines Freundes, Naoko. Als die beiden Schicksalsgenossen sich Jahre später in Tokyo wiedertreffen, entsteht eine ganz besondere Beziehung zwischen den beiden, und Toru fängt an sich für Naoko verantwortlich zu fühlen, bis dahin dass er sich in sie zu verlieben glaubt. Wenn die beiden zusammen sind führen sie ein Leben abseits der Gesellschaft, zu der sie sich auch nicht zugehörig fühlen.
Zeitgleich lernt Toru noch eine weitere Studentin kennen, die ihn durch ihre seltsame Art in ihren Bann zieht und mit der er gerne zusammen ist. Oder er zieht mit seinem ebenso eigenartigen Freund abends um die Häuser um mit Frauen ins Bett zu kommen.
So lebt Toru vor sich hin, ohne zu wissen wo sein Leben überhaupt hinsteuert, wird nur von Schicksalsschlägen hin- und hergeschleudert.
Obwohl Klappentext und inhaltliche Darstellungen zu der Vermutung Anlass geben, dass sich die Geschichte um eine typische Dreiecksbeziehung dreht, ist dem absolut nicht der Fall. Die Frage, für welche der beiden Frauen sich der Protagonist entscheiden wird, kommt im Grunde nie wirklich auf. Vielmehr erlebt man hier voneinander getrennt verlaufende Liebesgeschichten.
Murakami versucht auch nicht irgendeinen Spannungsbogen aufzubauen, welcher dann in einem dramatischen Moment seinen Höhepunkt erreicht. Nein, er sorgt von Anfang an für Klarheit.
Der Reiz des Romans ist nicht so leicht zu erfassen. Er manifestiert sich auf sehr subtile Weise.
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Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
'Naokos Lächeln' ist mein erstes Buch von Haruki Murakami und es war großartig.
Ich klappte die Hülle von meinem Kindle zu und dachte: WOW!

Ich spare mir eine Kurzbeschreibung der Geschichte, denn die könnt ihr zu genüge in den anderen Rezensionen nachlesen.
Wer in diesem Buch eine wilde Liebesgeschichte erwartet, mit Eifersucht und einer dramatischen Dreiecksbeziehung, dem sei gesagt, das findet er hier nicht. Ist 'Naokos Lächeln' eigentlich eine Liebesgeschichte? Ich würde sagen, nein. Es ist eher ein Buch des Erwachsenwerdens, in dem Watanabe jeden Tag aufs neue seine Feder aufspannt und wie ein Uhrwerk seinem Alltag meistert.
Was hat mir an diesem Buch so gut gefallen?

Zu einem war es sehr leicht und angenehm zu lesen. Einigen Rezensionen habe ich entnommen, dass die Einfachheit der Sprache, die Murakami hier benutzt, als negativ aufgelistet wurde. Meine Meinung dazu, die Story an sich ist schon so aufwühlend, da braucht es keine übertriebenen Schachtelsätze oder Fremdwörter. Das Buch besticht durch seine Schlichtheit. Ok, ich gebe zu, mir kam auch ein paar Mal 'er sagt', 'sagt er' zu oft vor, aber es hat meine Leselust nicht geschmälert.

Auch habe ich gelesen, dass einigen der Spannungsbogen fehlt. Ok, es ist kein Krimi, aber sollte es je ein Krimi sein? Es stimmt, die Geschichte plätschert vor sich hin, aber das habe ich nicht als Nachteil empfunden, ganz im Gegenteil.

Trotz der ruhigen Gangart ist es aufregend, interessant und traurig Watanabe durch das Buch zu folgen. Er empfindet sich als durchschnittlich und unscheinbar (also wenn er der Durchschnitt ist, dann finde ich die Durchschnittlichkeit klasse!) und merkt gar nicht, wie einzigartig er eigentlich ist.
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Format: Taschenbuch
Bei NAOKOS LÄCHELN war ich auch wie zuvor schon ihn anderen Büchern von Haruki Murakami nach ein paar Seiten begeistert. Dieser einfach ausgedrückt angenehme Schreibstil, die wenigen Worte die er benötigt um eine Person bildhaft vor einem erscheinen zu lassen und auch die schönen Dialoge zwischen den Geschlechtern geben seinen Geschichten immer wieder eine schöne Note. Persönlich was mich auch selbst betrifft, mag ich es auch dass seine Protagonisten des Öfteren Jazz/Rock hören, gerne Whisky trinken und natürlich nicht zu vergessen die Kunst des guten Essens. Die Geschichten handeln oft von Verlust und sie berühren einen meist auch zutiefst.

Auch in Naokos Lächeln geht es wieder um Verlust, den Verlust eines sehr guten Freundes, Liebe, Verantwortung, das Erwachsenwerden und das Leben an sich. Der 37 Jahre alte Toru Watanabe sitzt in einer Boing 747 die langsam zur Landung auf Hamburg ansetzt. Aus den Lautsprechern ertönt der Beatles Song „Norwegian Wood“ der ihn schlagartig in seine frühere Studienzeit, in den sechziger Jahren zurückversetzt. Eine Zeit in der er mit Kizuki und dessen Freundin Naoko bestens befreundet war. Ein schweres Schicksal durchschnitt diese innige Freundschaft und so versuchen Toru und Naoko getrennt einen Neuanfang in Tokyo. Wie es der Zufall will begegnen die zwei sich in der Stadt wieder und es beginnt erneut eine erste freundschaftliche Annäherung bei Sonntagsspaziergängen durch die Straßen von Tokyo. Mehr möchte ich hier nicht erzählen.

Fazit: Eine wunderbar geschriebene Geschichte eines jungen, Musik und Literatur begeisterten Studenten, der zwischen zwei Frauen unterschiedlicher Natur hin und hergerissen ist.
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