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Nacht über Europa: Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs Gebundene Ausgabe – 2. Dezember 2013

4.9 von 5 Sternen 11 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"'Nacht über Europa' ist ein anregendes Buch über die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.", Radio Schweizer Rundfunk und Fernsehen, SRF 2, Raphael Zehnder, 12.02.2014

"Ein nicht nur dank seiner Detailfülle beeindruckendes Buch.", Das Parlament, Helmut Stoltenberg, 23.12.2013

Klappentext

In seiner großen Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs lenkt der Historiker Ernst Piper den Blick weg vom Schlachtengetümmel, hin zu den kulturellen Strömungen der Zeit. Er beschreibt die geistige Mobilmachung der Nationen, die Entwicklung des totalen Krieges, die Spaltung der Arbeiterbewegung, die Not der jüdischen Minderheiten und das unheilvolle Fortwirken des Krieges in Deutschland nach der Niederlage von 1918. Eindringlich zeigt er, wie sich das Kriegsgeschehen in Debatten, Literatur und Bildmedien spiegelt. Er stellt die politischen, geistigen und künstlerischen Akteure als Seismographen der tiefgreifenden Veränderungen vor, die die Welt erschütterten.

Piper schildert, wie die engmaschigen kulturellen Netzwerke der europäischen Eliten mit Kriegsausbruch schlagartig zerrissen, wie aus eben noch befreundeten Literaten Kriegspropagandisten wurden, wie das Kriegsgeschehen vielfältig verklärt und überhöht wurde, welche Verheerungen es in den Köpfen der Europäer anrichtete, aber auch, wie sich Kriegsgegner aller Seiten dem Feindbild-Denken widersetzten und sich, vor allem im Schweizer Exil, die Hände reichten. So entsteht eine neue, eindringliche Erzählung des Ersten Weltkriegs, die weit über das Gemetzel an den Fronten hinausweist.

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Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Ernst Pipers Buch "Nacht über Europa" ragt tatsächlich, wie es der Verlag verspricht, heraus aus der Flut der derzeitigen Veröffentlichungen über den Ersten Weltkrieg. Nicht nur allein deswegen, weil Piper sich kulturgeschichtlicher Aspekte annimmt, die in dieser Breite in einer Monographie noch nicht behandelt wurden. Das Buch liest sich über weite Strecken einfach spannend.

In dem Werk geht es weniger um die politischen und sozioökonomischen Gründe und Aspekte des Krieges als vielmehr um die kulturellen und ideologischen. Die geistigen Eliten haben sich mitunter vom Nationalismus, von Sozialdarwinismus und von einer Ästhetisierung der Gewalt mitreißen lassen und wiederum mit ihren Werken und Handeln dem Krieg eine Legitimation gegeben, indem sie ihm Sinn verliehen. Dies hatte Auswirkungen noch lange dem Ersten Weltkrieg. Piper beschreibt dies alles anhand vieler verschiedener Gruppen und Personen für Deutschland und Österreich-Ungarn, aber auch für England, Frankreich und Italien.

So stellt "Nacht über Europa" letztlich eine Bestandsaufnahme der geistigen und kulturellen Strömungen vor, während und nach dem Krieg dar und trägt viel zum Verständnis dieser Zeit bei. Zugleich schreibt Piper in einem gut lesbaren und kurzweiligen Stil, die knapp 600 Seiten schrecken daher bei der Lektüre nicht ab.

Wer mehr über die geistigen Strömungen im Ersten Weltkrieg erfahren will, ist mit diesem Buch sehr gut bedient!
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Von Jouvancourt HALL OF FAME REZENSENTTOP 50 REZENSENT am 2. Januar 2014
Format: Gebundene Ausgabe
*

Der Historiker Ernst Piper betrachtet in seinem Buch zum hundertsten Jahrestags des 1. Weltkrieges die kulturelle Seite, nämlich die geistigen Strömungen, die während dieser Jahre vorherrschten. Es ist eine andere Betrachtungsweise dieses Massenmordkrieges, nämlich die der menschlichen und sozialpolitischen Seite.

Die letzten Jahre vor dem Kriegsausbruch waren eine Zeit des Aufbruchs, aber auch der Veränderungen gewesen. Sie waren gekennzeichnet durch politische Krisen, begrenzte militärische Konflikte in den verschiedensten Regionen der Welt, eine massive koloniale Expansion der europäischen Großmächte. Es gab aber auch eine Vielzahl von Erfindungen, neue wissenschaftliche Theorien und Entdeckungen, den Durchbruch der Moderne in Kunst und Literatur und politische Reformbewegungen wie die Frauenrechtsbewegung. Deutschland hatte den Krieg von 1870 gewonnen und gewaltige "Hightech"-Militärwaffen entwickelt (Gewehr 88, 98, U-Boote, Krupp Geschütze, Maschinenwaffen, Seekriegsschiffe). Deutschland schickte sich ausserdem an, ein industrieller Gigant zu werden, der sogar den britischen Rivalen hinter sich ließ. 1903 erreichte eine Elektrolokomotive der Firma AEG eine Geschwindigkeit von 210 Kilometern in der Stunde. Schneller war noch nie eine von Menschen gebaute Maschine gewesen. Der Wunsch nach der Überwindung von Raum und Zeit gebar neue Helden: Rallyefahrer, Fahrradchampions und Piloten waren die Heroen der Zeit. Die ersten Flugzeuge warfen im italienisch-türkischen Krieg 1912 Bomben auf Tripolis ab, Graf von Zeppelin baute seine ungeheuerlichen Luftschiffe und gerade in Deutschland hatte man den Eindruck, die beste Armee der Welt zu besitzen.
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Von marisol am 23. Januar 2014
Format: Gebundene Ausgabe
Der Historiker Ernst Piper zeigt in seinem neuen Buch, wie sich der Erste Weltkrieg auf die Kulturlandschaft der vom Krieg betroffenen Länder ausgewirkt hat. Bei der Lektüre wird schnell deutlich, dass Piper ein Kriegsgegner ist. Er zeigt ausführlich, dass bedeutende Schriftsteller wie Thomas Mann, Gerhard Hauptmann oder Herbert G. Wells sich in erschreckender Weise für den Krieg begeisterten. Aber seine Sympathie gehört den Gegnern des Krieges, die für diese Gegnerschaft oftmals das Exil und in einigen Fällen sogar das Gefängnis auf sich nahmen.

Piper schildert das Zerreißen des Netzwerks der Künstler und Wissenschaftler, das sich in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg in Europa gebildet hatte. Ausführlich geht er auch auf das Schicksal der jüdischen Bevölkerungsgruppen in den kriegführenden Ländern ein. Besonders für die größte Gruppe, die polnischen Juden, war die Situation sehr schwierig, weil es damals keinen polnischen Staat gab und sie auf drei Länder (Russland, Deutschland und Österreich) verteilt waren, die gegeneinander Krieg führten.

Die Spaltung der Arbeiterbewegung in reformistische Sozialdemokraten und revolutionäre Kommunisten ist ein anderes wichtiges Thema in Pipers Buch. Sie hatte in Auseinandersetzungen über die Unterstützung des Krieges durch die SPD ihren Ursprung und ist bis heute nicht überwunden. Dies zeigt, wie aktuell die Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg ist.

Außerdem ist das Buch spannend geschrieben und toll zu lesen. Ich empfehle es jedem, der an Geschichte interessiert ist.

Außerdem ist das Buch spannend geschrieben und toll zu lesen. Ich empfehle es jedem,
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