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Mozart-Opern Box-Set

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Audio-CD, Box-Set, 1. März 2013
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Produktinformation

  • Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart
  • Audio CD (1. März 2013)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 11
  • Format: Box-Set
  • Label: Plg Classics (Warner)
  • ASIN: B00AOG6P86
  • Weitere verfügbare Ausgaben: Audio CD
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen 5 Kundenrezensionen
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Format: Audio CD
Zum 40. Todestag des legendären Dirigenten Otto Klemperer hat seine "Hausfirma" EMI mehrere Boxen mit Aufnahmen neu heraus gebracht - eine willkommene Gelegenheit für Fans, günstig an viele heute noch geläufige, aber auch selten gewordene Aufnahmen heran zu kommen.

Während Klemperers Aufnahmen des großen romantischen sinfonischen Repertoires auch heute noch beeindrucken, habe ich mit seinen späten Mozart-Opern-Aufnahmen Schwierigkeiten. Besonders den heiteren Szenen des Figaro und von Così fan tutte nehmen die sehr langsamen Tempi Klemperers viel von ihrem Charme. Der Don Giovanni ist in seinen düster-dramatischen Momenten sehr eindrucksvoll, die heitere Seite des "dramma giocoso" bleibt völlig ausgeklammert. Lediglich die Zauberflöte verträgt die Betonung des feierlichen gut, weist auch die beste Besetzung auf.

Hier die Kurzbewertung der einzelnen Aufnahmen:

- Le Nozze di Figaro (1970, NPO; Bacquier, Söderström, Grist, Evans, Berganza):
Sehr gemütliche, bedächtige, träge, unwitzige Einspielung trotz guter Besetzung; herausragend Evans' Figaro, Berganzas Cherubino, Söderströms Gräfin; ***

- Don Giovanni (1965, NPO; Ghiaurov, Berry, Watson, Ludwig, Freni, Gedda, Crass):
sehr dramatische, düster-monumentale Einspielung mit überragender Elvira (Ludwig), Leporello (Berry); Ghiaurov ist ein gewaltiger, kein erotisch-verspielter Don, Gedda leicht indisponiert; ***-****

- Così fan tutte (1971; NPO; M.
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Format: Audio CD
Wer Mozart noch immer für das im Grunde debile Genie hält, das uns der Film Amadeus vorgaukelte, der wird mit diesen Einspielungen ebensowenig glücklich werden wie diejenigen, die historisch informierte Aufführungspraxis nicht als interessante Alternative sondern quasi religiös dogmatisch betrachten. Bei Klemperers monumentalen Mozart ist nicht einmal schnell schluss mit Lustig. Es fängt stets gleich todernst an. Die Tempi sind breit, für unser Empfinden fast behäbig. Der Orchesterklang ist trocken, schnörkellos und massiv, dabei aber stets durchhörbar. Da ist nicht viel zu spüren von Rokokotändelei. In diesem Figaro geht es um Gewaltherrschafr und Revolution, das Lachen bleibt im Halse stecken, während das Fallbeil derJacobiner herabfällt, Ein wichtiges Statement neben den unverzichtbaren Aufnamen von Kleiber Senior, Karajan und Currentzis.

Für Don Giovanni ist diese Einschätzung zu übernehmen. Neben den zu Recht gelobten Einspielungen von Guilini, Busch, Gardiner und Krips bietet Klemperers strenger Ernst in einer Zeit, in der uns diese Oper etwa von Jacobs als moralinsaures Tamtam zwischen Christkonservatismus und Gender Mainstream verkauft werden soll, ein hochnotweniges Korrektiv in Richtung Ernsthaftigkeit. Klemperers Giovanni ist vor allem Drama. Auch hier sind die langsamen Tempi nicht Zeichen eines romantisierens, sondern Ausdruck einer illusionsfreien Weltsicht. Nicht starr misantropisch, sondern von jenem Humanismus durchdrungen, der keine Fahnen schwenkt.

Zur Zauberflöte hat der Rezensent Vully, dessen Einschätzung ansonsten widersprochen werden darf, einiges Wichtiges geschrieben. Wir hören hier weniger das Märchen als die Parabel.
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Format: Audio CD
Im Vergleich zu Mozart zeitgemäss musikalisch beseelten Aufnahmen wie die von Erich Kleiber,
Josef Krips und dem jungen Karajan oder Fricsay in Berlin, den Wiener, Berliner und frühen Philharmonia Orchestern,
empfinde ich Klemperers späte Sicht mit schweren, statuarischen Tempi und Phrasierungen umso mehr als >wider den Strich< gebürstet, dem
musikalischen Esprit Mozarts und seiner Wiener-Prager-Zeit ungebührlich und inadäquat.
Und es geht dabei nicht um >Geschmackssachen<, was wirklich oberflächlich wäre, sondern um musikalischen
Ernst, der bei Klemperer für bare Münze seiner selbst genommen wird, nicht aber bei den Komponisten, hier Mozart.
Seine musikalische Leichtigkeit, geistige und theatralische Gewitztheit wird als Oberfläche missverstanden gegen
den Klempererschen späten Ernst, den Mozarts Zeit gewiss nicht kannte wie eine so unflexibel statuarische Musizierhaltung, der ein Mozart allemal fernstand.

Es gibt zahlreiche, diesen Rahmen sprengende Dokumente, und viele auch neuere, hist. informierte erstrangige Aufnahmen, die musikalisch und klangtechnisch weit über den oben genannten Standard hinausgehen und Mozarts aufgeweckt-unkonventonellen Esprit eindrucksvoll belegen.
Aber hier steht der altersstarre Klemperer als 'lebendiger' musikalisch-theatralischer Gestalter zum Vergleich solcher Protagonisten wie Siepi, Poell, Dermota, della Casa, Schwarzkopf, Güden, Danco u.a.m - und dabei wirkt er
nur dated und gestalterisch arm und überfordert auf verlorenem Posten.
Da half, wie noch bei Karajan, auch kein Legge.
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