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Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution Gebundene Ausgabe – 14. März 2011

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Über den Autor und weitere Mitwirkende

Stefan Engel, Jahrgang 1954 ist gelernter Schlosser, arbeitete in verschiedenen Großbetrieben und ist heute freier Publizist. Er ist seit 1968 politisch aktiv und seit 1975 an führender Stelle in der marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung in Deutschland tätig. Mehr und mehr übernahm er auch Aufgaben in der Koordinierung der internationalen revolutionären und Arbeiterbewegung. Seine wichtigsten theoretischen Beiträge sind u.a. enthalten in den Büchern 'Der Kampf um die Denkweise der Arbeiterbewegung' und „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau – eine Streitschrift'. Das vorliegende Buch 'Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution' schließt thematisch an sein bisher bekanntestes Buch 'Götterdämmerung über der „neuen Weltordnung“' an.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Im März 2003 erschien das Buch »Götterdämmerung über der ›neuen Weltordnung‹«. Es enthält eine marxistisch-leninistische Analyse der Neuorganisation der internationalen Produktion, die sich seit Anfang der 1990er Jahre in der kapitalistischen Weltwirtschaft durchgesetzt hat.

Diese Veränderung der ökonomischen Basis des Kapitalismus hat den Grundwiderspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und dem kapitalistischen Charakter der Aneignung an einen Punkt geführt, an dem eine neue Phase in der Entwicklung des Imperialismus eingetreten ist.

Die kapitalistische Produktionsweise hat nun vorwiegend internationalen Charakter und steht unter dem Diktat des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals, das sich etwa aus den 500 größten internationalen Übermonopolen zusammensetzt und sich auf die Macht der stärksten imperialistischen Länder stützt. Die Internationalisierung der gesellschaftlichen Produktion gab der Entwicklung der Produktivkräfte einen gewaltigen Schub. Die materiellen Voraussetzungen einer Gesellschaft ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wurden im Weltmaßstab weiter vervollkommnet. Zugleich stellt diese Entwicklung alle herkömmlichen gesellschaftlichen Verhältnisse in einer Dimension in Frage, die die ökonomischen, politischen und sozialen Auswirkungen bei der Herausbildung des Imperialismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit in den Schatten stellt. Der allgemeine Grundwiderspruch unserer Epoche zwischen Kapitalismus und Sozialismus drängt mehr denn je nach einer Lösung.

Die ökonomische Rolle der Nationalstaaten wird mehr und mehr von dem Kartell des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals, der führenden imperialistischen Staaten und der von ihnen dominierten internationalen Organisationen übernommen. Die Nationalstaaten bleiben jedoch unverzichtbar für das kapitalistische System als Macht- und Herrschaftsinstrumente der in ihnen ansässigen Übermonopole, um den proletarischen Klassenkampf in diesen Staaten niederzuhalten, unverzichtbar auch im Konkurrenzkampf auf den Weltmärkten und im Kampf um die Weltherrschaft.

Die internationalisierten revolutionären Produktivkräfte rebellieren gegen die nationalstaatlich organisierten kapitalistischen Produktionsverhältnisse. Nie wurde das deutlicher als beim Krisenmanagement der Herrschenden anlässlich der Weltwirtschafts- und Finanzkrise, die im Herbst 2008 ausbrach: Nur noch die internationale Kooperation aller maßgeblichen imperialistischen Mächte konnte – im Rahmen eines eigens dafür geschaffenen G20-Treffens – dieses Krisenmanagement wenigstens zeitweilig wirksam bewerkstelligen. So konnten die scharfen Widersprüche und gewaltigen Auswirkungen abgedämpft werden, die diese – zumindest seit dem II.Weltkrieg – tiefste Weltwirtschafts- und Finanzkrise hervorbrachte. Dies hatte allerdings den Preis, dass die zugrunde liegenden Probleme nicht gelöst, sondern verschärft und in die Zukunft verschoben wurden.

Die ökonomischen Zwänge des internationalen Konkurrenzkampfs haben die staatsmonopolistischen Strukturen, insbesondere die seit dem II. Weltkrieg gewährten und erkämpften sozialen Rechte und Errungenschaften, mehr und mehr unterhöhlt. Damit schwinden auch die Möglichkeiten des kapitalistischen Systems, Massen an sich zu binden. Die bürgerlichen Staatsapparate büßen tendenziell ihre Handlungsfähigkeit ein, die sie in der bürgerlichen Demokratie, der jahrzehntelang vorherrschenden Herrschaftsform der Diktatur der Monopole, gewonnen hatten.

Unter dem demagogischen Schlachtruf des »Kampfs gegen den Terrorismus« verstärkt sich in allen imperialistischen Ländern außerordentlich die Tendenz zur Reaktion nach innen und zur Aggression nach außen. Sie offenbart mehr und mehr, dass die bürgerliche Demokratie eine Farce und das Wesen der bürgerlichen Klassengesellschaft und ihres Staats die Diktatur der Monopole ist.

In dem Buch »Götterdämmerung über der ›neuen Weltordnung‹« führten wir den Nachweis, dass die Neuorganisation der internationalen Produktion eine neue historische Umbruchphase vom Kapitalismus zum Sozialismus eingeleitet hat. Sie kann nur als Wechselwirkung von objektivem und subjektivem Faktor des Klassenkampfs ausreifen. Bei aller widersprüchlichen Entwicklung erscheint seit der Jahrtausendwende die Herausbildung eines internationalen Linkstrends als wichtigste, als bestimmende Erscheinung in der Entwicklung des Klassenbewusstseins der Arbeiterklasse und der breiten Massen. Unübersehbar mehren sich die Anzeichen, dass sich die Jahrzehnte währende relative Ruhe im Klassenkampf unwiderruflich auflöst.

In den internationalen Produktionsverbünden ist ein internationales Industrieproletariat entstanden; es wächst beschleunigt und verändert die Struktur der Arbeiterklasse weltweit. Es erprobt in den sich entwickelnden Kämpfen seine Stärke, beginnt sich der Notwendigkeit der internationalen Solidarität bewusst zu werden, sucht nach einem gesellschaftlichen Ausweg und öffnet sich einer sozialistischen Perspektive. Die Morgenröte eines neuen Aufschwungs im Kampf für den Sozialismus bricht an.

Die marxistisch-leninistische Analyse der Entwicklung des Imperialismus in dem Buch »Götterdämmerung über der ›neuen Weltordnung‹« konnte nur der erste Schritt sein, sich auf die neue Wirklichkeit einzustellen. Bedeutender sind die theoretischen und praktischen Schlussfolgerungen, die für die Weiterentwicklung der proletarischen Strategie und Taktik zu ziehen sind.

Neue Erscheinungen und wesentliche Veränderungen der gesellschaftlichen Entwicklung sind immer mit einem Erklärungs- und Legitimationswettstreit bürgerlicher Gesellschaftstheorien verbunden. Eine Flut neuer Varianten metaphysisch-idealistischer Theorien überschwemmt die Verlage, Fernsehsender und Internetportale mit Versuchen, von den bürgerlichen Lebenslügen zu retten, was zu retten ist, oder notdürftig neue in die Welt zu setzen. Besonders eifrig sind die Apologeten der bürgerlichen Wirtschaftswissenschaft mit ihren Theorien über den Kapitalismus als immer noch »bestes aller Systeme«.

Je mehr ihre Überzeugungskraft unter den Massen schwindet, desto mehr Raum geben die Medien kleinbürgerlich-opportunistischen »Globalisierungskritikern« verschiedenster Schattierungen. Diese versuchen sich mehr oder weniger erfolgreich an einem Drahtseilakt: Einerseits decken sie durchaus kenntnisreich die unbestreitbaren destruktiven Auswirkungen der Neuorganisation der internationalen Produktion und Verteilung auf, andererseits setzen sie die absurdesten reformistischen und revisionistischen Vorschläge zur Sanierung des imperialistischen Weltsystems in die Welt, um sich der einzig konsequenten, der revolutionären Schlussfolgerung zu entziehen.

Die Neuorganisation der internationalen Produktion ist kein vermeidbarer »neoliberaler Auswuchs« des imperialistischen Weltsystems, wie es die kleinbürgerlichen Globalisierungskritiker und Opportunisten behaupten, sondern seine bereits von Marx und Lenin prognostizierte gesetzmäßige Konsequenz. Diese Erkenntnis wird sich unweigerlich in der Höherentwicklung des proletarischen Klassenbewusstseins der Arbeiterklasse niederschlagen und früher oder später den Klassenkampf gegen die herrschenden Verhältnisse aufs Äußerste entfalten und seiner historischen Lösung zuführen.

Die Internationalisierung der Produktivkräfte muss zwangsläufig die Internationalisierung des Klassenkampfs nach sich ziehen und vorantreiben. Untrügliche Zeichen, dass dieser Prozess bereits in vollem Gang ist, können auf der ganzen Welt beobachtet werden: die länderübergreifende revolutionäre Gärung in Lateinamerika nach der Jahrtausendwende, die demokratische Aufstandsbewegung in arabischen Ländern Anfang 2011, die konzern- und branchenweiten, auch länderübergreifenden Arbeiterstreiks und -proteste in Europa, die immer deutlicher erkennbare Angleichung von Inhalt und Form internationaler Massenkämpfe zur...

Produktinformation

  • Herausgeber ‏ : ‎ Verlag Neuer Weg (14. März 2011)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 620 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3880213801
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3880213807
  • Lesealter ‏ : ‎ 16 Jahre und älter
  • Abmessungen ‏ : ‎ 15.6 x 3.5 x 21.2 cm
  • Kundenrezensionen:
    3,0 von 5 Sternen 12 Sternebewertungen

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