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am 6. September 2015
Ich beziehe mich auf die zweibändige Ausgabe des Matrixverlags, Hrsg. Manuel Vogel und Christian Weise, 1. Auflage 2012, ISBN-13: 978-3865392664.

Es handelt sich insgesamt um eine schöne Ausgabe.

Negativ anzumerken:
1) Die Orthographie des 19. Jhds. wurde beibehalten, da die Bände die Übersetzung (zwischen 1828 und 1861) von Christian Nathanael v. Osiander und Gustav Schwab beinhalten. Aber daran gewöhnt man sich beim Lesen.
2) Es ist keine kritische Ausgabe. Das mag - trotz der vielen (und im Vgl. zur Original-Übersetzung aktuell ergänzten) Fußnoten - ein K.o-Kriterium sein.
3) Eine Ergänzung um Informationen zu Plutarch, seiner Zeit und seinem Denken wäre wünschenswert gewesen. Beinhaltet sind lediglich Informationen zu Rezeptionen, Ausgaben und Übersetzungen seiner Werke.
Für die o.g. Punkte ziehe ich (nur) einen Stern ab. Eine Neuübersetzung bzw. kritische Ausgabe wäre wohl nicht zum Preis von aktuell 50 EUR möglich gewesen. Zusätzliche allgemeine Informationen wie unter 3) genannt hätten aber m.E. auch zu diesem Preis möglich sein müssen.

Beim Googeln nach "In die Bibliothek: Plutarchs Moralia in alt-neuer Gestalt" findet man übrigens eine Besprechung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Zum Inhalt:
BAND 1:
1. Ueber die Erziehung der Kinder. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .23
2. Wie soll der Jüngling die Dichter lesen? . . . . . . . . . . . . . . . . .41
3. Vom Hören. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
4. Wie man den Schmeichler vom Freund unterscheiden könne. . . . . .96
5. Wie man seine Fortschritte in der Tugend bemerken könne. . . . . . 135
6. Wie man von seinen Feinden Nutzen ziehen könne. . . . . . . . . . .152
7. Ueber die Menge der Freunde. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
8. Vom Zufall. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .169
9. Ueber die Tugend und das Laster. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174
10. Trostschrift an Apollonius. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .177
11. Gesundheitsvorschriften. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .211
12. Ehevorschriften. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .234
13. Das Gastmahl der sieben Weisen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 247
14. Vom Aberglauben. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .275
15. Denksprüche von Königen und Feldherrn. . . . . . . . . . . . . . . . 288
16. Denksprüche von Römern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .333
17. Laconische Denksprüche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .357
18. Alte Gebräuche der Lacedämonier. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .415
19. Denksprüche einiger Spartanerinnen. . . . . . . . . . . . . . . . . . .422
20. Von den Tugenden der Weiber. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .427
21. Fragen über Römische Gebräuche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .457
22. Fragen über Griechische Gebräuche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .511
23. Parallelen Griechischer und Römischer Geschichten.' . . . . . . . . . 536
24. Ueber das Glück der Römer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 556
25. Von Alexanders des Großen Glück oder Tapferkeit. . . . . . . . . . . 571
Erste Abhandlung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .571
Zweite Abhandlung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .583
26. Ob die Athener im Kriege oder in der Weisheit berühmter waren? . .601
27. Ueber Isis und Osiris.' . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .612
28. Ueber das Ei zu Delphi. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .666
29. Warum die Pythia ihre Orakel nicht mehr in Versen ertheile. . . . . .682
30. Ueber den Verfall der Orakel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .706
31. Daß die Tugend gelehrt werden könne. . . . . . . . . . . . . . . . . .748
32. Ueber die moralische Tugend. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 751
33. Ueber die Bezähmung des Zorns. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .772
34. Ueber die Gemüthsruhe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 791
35. Ueber die Bruderliebe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .813
36. Ueber die Liebe zu den Kindern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .834
37. Ob das Laster hinreichend sei, die Menschen unglücklich zu machen. 841
38. Ob die Leiden der Seele schlimmer sind als die des Körpers. . . . . . .845
39. Ueber die Geschwätzigkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .848
40. Von der Neugierde. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 869
41. Von der Liebe zum Reichthum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .882
42. Von der falschen Scham. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 891
43. Ueber Neid und Haß. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 904
44. Wie man, ohne anzustoßen, sich selbst loben kann. . . . . . . . . . . 908
45. Ueber den späten Vollzug der göttlichen Strafe. . . . . . . . . . . . . .922
46. Vom Verhängniß. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 954
47. Der Schutzgeist des Sokrates. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .966
48. Die Verbannung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1000
49. Trostschreiben an seine Gattin. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1016

BAND 2:
50. Tischreden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9
Erstes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Zweites Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Drittes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .59
Viertes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .82
Fünftes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .102
Sechstes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .122
Siebentes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
Achtes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .169
Neuntes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .199
51. Gespräch über die Liebe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219
52. Liebes-Geschichten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .260
53. Gegen das Borgen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .266
54. Der Philosoph muß vorzugsweise mit Regenten sich unterhalten. . . 274
55. An einen ununterrichteten Fürsten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .280
56. Ob ein Greis noch Staatsgeschäfte treiben soll? . . . . . . . . . . . . .287
57. Politische Lehren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .311
58. Ueber Monarchie, Demokratie und Oligarchie. . . . . . . . . . . . . .356
59. Leben der zehn Redner. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .359
60. Vergleichung des Aristophanes und Menander. (Ein Auszug.) . . . . .399
61. Ueber die Böswilligkeit Herodots. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .403
62. Physikalische Lehrsätze der Philosophen. Fünf Bücher. . . . . . . . . 434
Erstes Buch.' . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 434
Zweites Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457
Drittes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .473
Viertes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .484
Fünftes Buch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .499
Uebersicht der in den Lehrsätzen angeführten Philosophen, nach den
verschiedenen Schulen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .515
63. Physikalische Fragen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .519
64. Von dem Gesicht im Monde. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .542
65. Von der ersten Ursache der Kälte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 584
66. Ob das Wasser oder das Feuer nützlicher sei? . . . . . . . . . . . . . .599
67. Ob die Landthiere oder die Wasserthiere mehr Verstand haben? . . . 604
68. Gryllus, oder Beweis daß die unvernünftigen Thiere Vernunft haben. 643
69. Ueber das Fleischessen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .654
70. Platonische Fragen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 665
71. Ueber die Entstehung der Weltseele in Platon's Timäus. . . . . . . . .687
Plutarch an seine Söhne Autobulus und Plutarch. [B] . . . . . . . . . 687
Auszug aus der Schrift über die Entstehung der Weltseele in Platons
Timäus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .720
72. Ueber die Widersprüche der Stoiker.' . . . . . . . . . . . . . . . . . . 721
73. Beweis daß die Stoiker größere Ungereimtheiten behaupten als die
Dichter. Ein Entwurf. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .757
74. Ueber die gemeinen Begriffe. Wider die Stoiker. . . . . . . . . . . . . 760
75. Wider Kolotes. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .802
76. Beweis daß man nach Epikurs Grundsätzen überhaupt nicht vergnügt
leben kann. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .833
77. Ob es eine richtige Vorschrift sei: 'Lebe im Verborgenen'. (Gegen
Epikur.) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .866
78. Ueber die Musik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .871
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Der griechische Philosoph Plutarch (ca.45-120 n.Chr.) hat hier 1800 Seiten Gedanken und Betrachtungen hinterlassen die durchaus auch heute den Leser noch inspirieren können, da sie sehr viele Lebensbereiche ansprechen. Seit längerer Zeit gibt es jetzt erstmals wieder dieses Gesamtwerk Moralia zu kaufen. Sehr schön fand ich die Gedanken von Plutarch zur Ethik, Freundschaft, Liebe und zur Gleichberechtigung von Mann und Frau, usw.
Es folgen zwei Zitate aus dem Buch:

"Wie ein Schatten zieht sich die Schlechtigkeit zurück, wenn die Vernunft allmählich die Seele durchleutet und gründlich reinigt."

"Vertraue dich der Philosophie an und du wirst nicht ohne Annehmlichkeiten sein, sondern wirst lernen, jederzeit in allen Lagen glücklich zu leben."
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Alle Vergnügungen auf jede Weise genießen zu wollen, ist unvernünftig. Alle Vergnügungen ganz vermeiden zu wollen, ist gefühllos." (Plutarch).

Die beiden Bände der "Moralia" des griechischen Schriftstellers Plutarch (geb. um 45, gestorben um 125) umfassen nahezu 2000 Seiten. Herausgegeben wurde das vorliegende Werk von Prof. Dr. Manuel Vogel und Christian Weise. Bei den Werken handelt es sich um eine Neuauflage der deutschen Übersetzung, die zwischen 1818 und 1861 in der von Christian Nathanael v. Osiander und Gustav Schwab herausgegebenen Reihe "Griechische Prosaiker in neuen Übersetzungen" erschien. Damals war es einem breiteren Publikum hier zu Lande dann endlich möglich, Plutarchs "Moralia" zu erkunden und den beachtlichen Reichtum auf den Feldern der Geistes-, Kultur-, Philosophie- ,Religions- und Sozialgeschichte neu zu erschließen, lässt uns M. Vogel in seinem Geleitwort wissen.

Christian Weise, wartet alsdann mit einem editorischen Vorwort auf und beschreibt hier ausführlich den langen Weg der kritischen Ausgaben, informiert ausführlich über die Übersetzungen der "Moralia" Plutarchs in viele Sprachen, übrigens sogar ins Japanische und erteilt auch nützliche Hinweise zur Erschließung der Texte.

In der etwas mehr als eine Seite umfassenden Einleitung erfährt man, was man unter dem allgemeinen Namen "Moralische Schriften" bei Plutarch zu verstehen hat. Dazu gehören alle seine Schriften, die nicht zu der Klasse der Lebensbeschreibungen zählen. Ihrem Inhalt nach sind sie sehr breitgefächert, weil sie sich im Allgemeinen über Gegenstände des Lebens wie auch der Wissenschaften verbreiten und weder Geschichte, noch Mythologie, Kunde des Altertums etc. ausschließen. Einige der Texte sind pädagogisch, andere haben einen politischen Inhalt, wiederum andere sind auf die Philosophie und deren Anwendung auf das Leben bezogen oder auch auf die Bekämpfung entgegengesetzten Lebens, (vgl.: S.21).

Im ersten Band hat man u.a. Gelegenheit Plutarchs Betrachtungen über die Erziehung zu studieren, erfährt auch, was ein Jüngling lesen soll, wie man den Schmeichler vom Freund unterscheidet, wie man von seinen Feinden Nutzen ziehen kann, erfährt Aufschlussreiches über Tugend und Laster, um sich dann der Trostschrift an Apollonius widmen zu können. Ich versuche erst gar nicht all das, was auf den fast 2000 Seiten zu lesen ist, zusammen zu fassen, denn die Themenvielfalt lässt dies nicht zu und bin im Übrigen des Ansicht, dass man die Bücher nicht chronologisch lesen muss, sondern sich immer wieder in einzelne Kapitel vertiefen kann, die uns gerade beschäftigen. So hat mir vor Jahren bereits das Kapitel "Wie man von seinen Feinden Nutzen ziehen kann" sehr gut gefallen, weil Plutarch begreifbar macht, dass man jeden Angriff seiner Feinde dazu nutzen kann, in vieler Hinsicht noch mehr an sich zu arbeiten, um schließlich irgendwann unantastbar zu werden. Natürlich ist die ein langer und beschwerlicher Weg.

Sehr lesenswert sind Plutarchs Gesundheitsvorschriften, die dem Leser indirekt etwas über die medizinischen Verhältnisse in jener Zeit berichten. Seine Ehevorschriften, die man ebenfalls dem 1. Band entnehmen kann, zeigen, dass Plutarchs Empfehlungen dahin gehen, gewaltfrei sein weibliches Pendant in gewisser Weise zu leiten. Für die damalige Zeit war dieser Gedanke schon recht fortschrittlich. Er plädiert dafür, dass Eheleute charakterlich harmonieren sollen, um eine zufriedenstellende Ehe möglich zu machen, (vgl.: S.237), auch dieser Gedanke war fortschrittlich.

Man liest weiter über das Gastmahl der sieben Weisen, auch über seine Betrachtungen zum Aberglauben, von dem er sagt, man müsse ihn aus verschiedenen Gründen, die er auch benennt, meiden. Dabei argwöhnt er, dass der ein oder andere, der dem Aberglauben entgehen möchte, in hartnäckigen Atheismus verfalle und die Mitte, die in der Frömmigkeit liege, überspringe, (vgl.: S.287). Um die Mitte geht es Plutarch eigentlich immer. Diese Suche nach Ausgleich zeigt, dass er ein sehr weiser Mann war.

Es folgt eine Fülle von Denksprüchen von Königen und Feldherren, Römern etc. aber auch von einigen Spartanerinnen, bevor man sich mit den Tugenden von Frauen (im Text steht von Weibern) befassen kann. Hier thematisiert er Trojanerinnen, Perserinnen, Chierinnen und viele, viele andere Frauen, darunter auch das Weib der Pythes, das zur Zeit des Xerxes lebte und das durch seine Weisheit und Güte bekannt geworden ist, (vgl.: S. 455ff).

Über gut 80 Seiten hinweg erörtert Plutarch Fragen zu Römischen Gebräuchen. Zu den Fragen zählen solche wie etwa "Warum nennt man den Bacchus Liber pater?" (S.506).

Interessant sind die Parallelen griechischer und römischer Geschichten, die er alsdann aufzeigt und seine Reflektionen über das Glück der Römer. Im Zuge bestimmter Themenstellungen zu Orakeln überdenkt Plutarch auch den Verfall dieser Orakel, um wenig später über die moralischen Tugenden und auch über die Bezähmung des Zorns nachzusinnen. Hier zeigt er sich wie so oft als guter Psychologe. "Die Gelassenheit aber, die uns in manchen Fällen gute Dienste leistet, gereicht uns in anderen zur Zierde und vermehrt die Freude, aber durch ihre Milde besiegt sie jeglichen Zorn und Unmuth," (Zitat: S.787).

Plutarch lässt sich in der Folge näher über die Gemütsruhe, sprich die Gelassenheit, aus, schreibt dann über die Bruderliebe, aber auch über die Liebe zu den Kindern, um sich ferner zur Geschwätzigkeit und zur Neugierde äußern. All dieses dokumentiert seine große psychologische Einfühlsamkeit. Ich möchte das an einer Textstelle zum Thema Neid und Hass dokumentieren: "Wir wollen un auch den Beweggrund einer jeden dieser Leidenschaften betrachten. Bei dem Hass hat man die Absicht, (E) nach Kräften Böses zu thun, daher bestimmt man den Hass als eine Gemüthsstimmung und als einen Vorsatz, jede Gelegenheit zu beachten, um Böses thun. Bei dem Neide findet dieses nicht statt, der Neidische wünscht Manchen seiner Freunde und Bekannte weder Tod noch Unglück; er fühlt sich nur durch ihr Glück gekränkt, daher sucht er womöglich, den Ruhm und Glanz desselben zu verhindern, ohne sie in Noth und Unglück zu stürzen, sondern er begnügt sich, wie bei einem hervorragenden Hause, den Theil, der ihm Schatten verursacht, hinwegzunehmen," (Zitat.: S. 907).

Dies sind nicht alle Themen, die im ersten Band breit angelegt erörtert werden. Eine Auflistung aller Themen würde den Rahmen einer Rezension leider sprengen, speziell wenn noch ein Blick auf Band 2 mit weiteren 871 geworfen werden soll. Hier hat man Gelegenheit sich zunächst durch 200 Seiten Tischreden zu lesen. Dabei wird eine Fülle von Fragen beantwortet, beginnend mit der Frage: "Darf man beim Trinkgelage über Philosophie sprechen?" Dann folgt ein überaus lesenswertes "Gespräch über die Liebe". Hervorheben möchte ich die Worte "Jeder Liebende wird freigiebig, mittheilend und hochherzig, wenn er auch vorher karg war..," (Zitat 243), womit Plutarch deutlich macht, welche wichtige Bedeutung die Liebe im Leben eines Menschen hat.

Zudem schreibt Plutarch zu politischen Lehren Wissenswertes und porträtiert das Leben der zehn Redner, zu denen auch Hyperides zählte.

Der hochgebildete Schriftsteller äußert sich auch zu physikalischen Lehrsätzen der Philosophen und geht hier Fragen nach, was Natur sei, wie die Welt entstanden ist, mit welchen Element Gott begonnen hat, die Welt zu bilden, ob die Seele ein Körper sei und woraus ihre Substanz bestehe, um nur einige der Fragen zu nennen. Er befasst sich ferner mit der Ursache von Kälte und mit der Frage, ob Wasser oder Feuer nützlicher sei und stellt u.a. Überlegungen zum Fleischessen an

Es folgen eine Reihe so genannter platonischer Fragen, auch befasst er sich mit der Entstehung der Weltseele in Platons Timäus, mit der Widersprüchen der Stoiker, um irgendwann dann fast zum Schluss über 30 Seiten hinweg den Leser zu überzeugen, weshalb man nach Epikurs Grundsätzen überhaupt nicht vergnügt leben kann. Plutarch ist auch mit Epikurs Vorschrift "Lebe im Verborgenen" alles andere als einverstanden und hält dieser Vorschrift Argumente entgehen, an denen sich Epikur sicher die Zähne ausgebissen hätte.

Gefallen hat mir, dass auf den letzten Seiten dann noch Betrachtungen Plutarchs zur Musik nachzulesen sind, die sein Universalgelehrtsein abrunden.

Was auffällt, ist die generelle Gelassenheit, mittels der Plutarch sich allen Themen nähert und das hohe Maß an Toleranz, das es ihm ermöglicht, intellektuelle Neugierde auszuleben und sich unverkrampft über die Vorurteile und Klischees seiner Zeit gedanklich hinwegzusetzen.

Die "Moralia" empfehle ich gerne, heute, morgen und für alle Zeiten.
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am 6. September 2015
Schier unerschöpflich in der Behandlung der Gegenstände, von der Kindererziehung oder der Einstellung zu Tieren etwa bis hin zur Diskussion von Naturphilosophie, Ethik und Seelenlehre aus Sicht der großen Philosophenschulen. Von daher besonders empfehlenswert für Fachwissenschaftler, jedoch lesbar aufgrund des gemeinverständlichen einfachen Stils und klaren Denkens gewiß auch für Laien.

Mit der Herausgabe einer deutschen Übersetzung hat der Verlag ein gutes Werk getan, ein noch besseres (aus wissenschaftlicher Sicht), hätte er die Bände mit Schlagwortverzeichnissen versehen.
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