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Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung Taschenbuch – 1. September 2007

4.7 von 5 Sternen 35 Kundenrezensionen

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Es ist die überaus bewegende und rührende Geschichte eines alten Mannes, der in Kriegswirren mit seiner Enkelin fest im Arm flieht und angstvoll sich einer neuen Welt nähert. Eine wunderbare Geschichte von Freundschaft und Heimweh, die leise in einem kleinen Buch erzählt wird und einen mit voller Wucht trifft.

Philippe Claudel ist noch mit seinem letzten Roman Die grauen Seelen bestens in Erinnerung, nun ein ganz ähnlich intensives, lange nachklingendes Buch über Flucht und Vertreibung, den Verlust von Heimat und Geborgenheit. „Der Tod hat ihm alles genommen. Er besitzt nichts mehr ... Er ist tausende Tage entfernt von einem Leben, das einst schön und glücklich war.“ Familie, Freunde, Haus, alles hat Monsieur Linh verloren, nur er und seine sechs Wochen alte Enkelin haben überlebt. Nur für sie flieht er, für sein „ein und alles“. „Jeder Tag hat einen Morgen. Immer kehrt das Licht zurück, immer folgt ein neuer Tag. Einmal wirst du Mutter sein.“ Das alte Lied seiner Familie singt er gefühlvoll und beschwörend, voller Hoffnung immer wieder der Kleinen vor.

Dann irgendwann, lernt Monsieur Linh Monsieur Bark kennen, die beiden verstehen sich nicht, sprechen unterschiedliche Sprachen, fühlen aber durch Gesten und Mimik eine wachsende freundschaftliche Verbundenheit. Sie erzählen von früher, vertrauen sich Erinnerungen an. „Ich kenne ihre Heimat,“ gesteht Monsieur Bark. „Ich war damals zwanzig. Man hat mir damals ein Gewehr in die Hand gedrückt, als ich fast noch ein Kind war .... Verzeihen Sie mir.“ Eine erschütternde Szene, in der der Andere arglos seinen Freund anschaut, voller Dankbarkeit für menschliche Nähe.

Viel zu schnell hat man es gelesen, das kleine Buch: Große Gefühle, die ganz tief im Inneren bleiben, je leiser Claudel erzählt, umso stärker melden sie sich zu Wort: Traurigkeit, Wehmut und Heimweh, die wie ein Stachel festsitzen, ein Schmerz, der nicht aufhören mag und gleichzeitig auch Mut und fast ein bisschen Hoffnung. „Er hat Hungersnöte und Kriege überstanden. Er hat das Meer überquert. Er ist unbesiegbar.“ Eines Tages aber wird die Freundschaft der beiden Männer jäh unterbrochen. --Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Claudel ist ein begnadeter Stimmungsmaler (Neue Zürcher Zeitung)

Philippe Claudel gehört zu den eindrucksvollsten Stimmen, die in den letzten Jahren aus Frankreich zu uns gedrungen sind. (Die Welt)

Ein kleines Wunder! Ein subtiler, gefühlvoller Roman, große Kunst eines Schriftstellers auf der Höhe seines Schaffens. (Livres Hebdo)

Eine herzergreifende Fabel über Exil, Einsamkeit und Freundschaft (Freundin)

Stilsicher, mit genauer Beobachtung und nüchterner Sprache skizziert Philippe Claudel Seelenzustände, Stimmungen, Atmosphäre – eine feinsinnige Geschichte. Claudel ist ein Meister des Minimalismus. (NDR Info)

Ein hochtalentierter Autor … Philippe Claudel ist ein Prosa-Poet, von dem man … unbedingt mehr lesen möchte. (FAZ)

Claudel ist ein fesselnder Erzähler, seine Sprache von nahezu klassischer Einfachheit und punktgenauer Nüchternheit. (Deutschlandradio Kultur)

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Ich bekenne: die Liste meiner Lieblingsbücher hat sich um eines erweitert. "Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" ging mir unter die Haut und hat mir zugleich wunderbare Lesestunden beschert!!

Für mich ist es ein Buch, dass ich nicht vergessen werde. Wo soll ich anfangen? Die Geschichte ist grob umrissen folgende: ein alter Mann, als einzige seiner Familie haben er und seine noch kleine Enkeltochter die gewalttätigen Auseinandersetzungen überlebt, wandert per Schiff nach Europa aus. Im Gepäck hat er ein wenig heimatliche Erde und ein verblasstes Foto. Nach Wochen der Überfahrt kommen die Emigranten schließlich im kalten, nebligen Europa an und werden dort zunächst in einem Heim für Emigranten untergebracht. Alles ist fremd für den Neuankömmling: die Gerüche, die Landschaft, die Mentalität der Menschen, einfach alles...oftmals denkt er wehmütig zurück an sein Leben daheim, er ist nur glücklich, dass er seine kleine Enkeltochter bei sich hat. Sie gibt ihm die Kraft weiterzuleben da er für sie sorgen muss.

Im Laufe der Zeit traut er sich auch allmählich auf Entdeckungstour. Er geht also spazieren mit seiner Enkelin. Eines Tages macht er die Bekanntschaft eines Mannes bei einem seiner Spaziergänge im Park. Beide verbindet Einsamkeit und der Verlust liebgewonnener Menschen. Und obwohl der eine nicht die Sprache des anderen spricht entsteht ein stummes Einvernehmen und Vertrauen zueinander. Sie erfreuen sich an der Gesellschaft des anderen und Monsieur Linh lauscht den Erzählungen seines neuen Freundes. Obwohl er die Worte nicht versteht, so begreift er doch anhand der Intonation, dass dieser auch Kummer erlebt hat.
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Format: Gebundene Ausgabe
Ein grosses Buch mit kleinem Umfang.
Sie werden diesen Roman, der nur 127 Seiten umfasst, nicht mehr weglegen können. Das Schicksal des Monsieur Linh ist unglaublich tiefgründig und ergreifend, so dass manch ein Leserauge nach erfolgter Lektüre feucht sein dürfte. Obwohl der Hintergrund des Buches aus historischer Sicht einige Jahrzehnte zurückliegt, sind durch Kriege verursachte Tragödien einzelner Menschen Schicksale absolut aktuell. Die Subtilität der Darstellung von Herrn Linhs unsinniger Entwurzelung von seiner geliebten Heimat infolge Kriegsgelüsten fremder Mächgte, ist meisterlich. Der Autor verdient höchste Anerkennung.
Wenn Sie dieses Buch zur Hand nehmen, riskieren Sie ein Abendessen oder einen anstehenden Termin zu verpassen, denn Sie werden sich nicht leicht von der einmal begonnenen Lektüre trennen können.

Marcel Burgauer, Zumikon, Schweiz
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Format: Gebundene Ausgabe
Philippe Claudel ist, nachdem ihm im vergangenen Jahr mit dem Roman "Die grauen Seelen" der literarische Durchbruch gelungen ist, mit seinem neuen Roman "Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" nicht weniger geglückt als ein kleines Kunstwerk. In der Art und im Umfang erinnert es zeitweise an die Romane von Eric-Emmanuel Schmitt, jedenfalls transportiert es ähnlich viel Lebenskraft und Hoffnungsstärke.

Das Buch beginnt mit der Schilderung einer Szene auf einem Schiff. Es ist eines der zahllosen Flüchtlingsschiffe aus Vietnam und Indochina, die in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Jahrzehnten fürchterlicher Kriege und unbeschreiblicher Verwüstungen und Zerstörungen Tausende und Abertausende von sogenannten boat-people" in den asiatischen Meeren aufgriffen und ihnen in den Ländern Westeuropas und in den USA eine neuen Heimat zu geben suchten.

Monsieur Linh ist einer von ihnen. Er ist ein alter Mann, der bei einem fürchterlichen Napalm-Angriff nicht nur sein Dorf und seine Heimat, sondern seine ganze Familie verloren hat. Nur seine kleine Enkeltochter Sang-diu ist ihm geblieben. Sie hat er gerettet und hält sie nun an der Reling des Schiffes stehend im Arm, das sie nach Frankreich bringen wird.

Dort lebt er zusammen mit anderen Flüchtlingsfamilien zunächst in einem kleinen Heim, wird mehr schlecht als recht versorgt, und wagt sich nach einiger Zeit nach draußen, wo er auf einer Parkbank einen Franzosen kennen lernt.

Monsieur Bark, ein ebenfalls schon in die Jahre gekommener, traurig aussehender Mann setzt sich neben ihn, beginnt ein Gespräch über das Wetter und stellt sich mit seinem Namen vor.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Habe dieses Büchlein in einem Rutsch gelesen, ist auch nicht schwer, da es recht dünn ist. ABER!! nach dem letzten Satz war ich so gerührt, was mir bei Büchern sehr selten passiert..., dass ich es am nächsten Tag nochmals gelesen habe, nun unter dem Eindruck des Wissens um die Geschichte. Und es war ein vollkommen neues Buch, da ich auf Dinge achtete, die mir beim ersten Mal verborgen blieben. Also unbedingt lesen.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Leider kann ich meine Begeisterung für den Schreibstil und die Geschichte als solche nicht wirklich in Worte fassen.
"Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" ist ein "kleines, feines, stilles" Buch, wie ich es in dieser Form noch nicht gelesen habe. Es lädt ein zum Schmunzeln, Weinen und sich Gedanken machen... Gerade in der heutigen Zeit mit der sogenannten "Flüchtlingsproblematik" eine Lektüre, die sich auf jeden Fall lohnt. Ich hoffe weiter auf so tolle Bücher von Philippe Claudel!!!
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