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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
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am 3. Januar 2004
Herman Melville MOBY DICK
Kategorie Hörspiel
Bereich Abenteuer-Klassiker
Sprecher Rufus Beck, Felix von Manteuffel, Manfred Zapatka, Ulrich Matthes u.a.
Produktion Bayerischer Rundfunk, Bayern Radio, 2002
Regie Klaus Buhlert
Spieldauer ca. 550 Min. auf 10 CD oder 8 MC
Verlag der hörverlag
INHALT
Der sagenumwobene weiße mörderische Wal und sein von unbändigem Hass getriebener einbeiniger Jäger Kapitän Ahab sind längst Legende geworden. Dutzende Generationen von Lesern verfielen dieser Geschichte. Der lebensfeindlich-vampirhafte Schiffsführer und sein geisterhafter Fisch liefern sich einen geradezu biblischen Kampf, der gnadenlos (fast) alles Menschliche und Lebende in den donnernden Abgrund der kalten See hinunterreißt. Melville erzählt von der wohl schwersten Seereise seiner Jugend. Der Grünschnabel Ismael ist auf der Suche nach Arbeit und trägt sich euphorisch und naiv in die Mannschaftsliste von Ahab ein. Das Drama kann beginnen...
AUTOR / ROMANHINTERGRUND
Der New Yorker Herman Melville (1819 bis 1891) war ein recht glückloser Autor. Seine Romane und Erzählungen, so auch Moby Dick (1850), konnten Kritiker und Leser zeitlebens nicht erwärmen. Melville registrierte dies mit gewissem Trotz. Es sei besser, auf der Suche nach Originalität zu scheitern, als mit einer Nachahmung Erfolg zu haben, so seine Überzeugung. Der Ruhm begann nach dem Ersten Weltkrieg. 1925 kam der Film zum Wal-Drama in die Lichtspielhäuser, die erste deutsche Buchübersetzung erschien im gleichen Jahr. Moby Dick ist für Melville die geniale Basis um religiösen und philosophischen Weisheiten der Menschheitsgeschichte in seinen Figuren ein literarisches Denkmal zu setzen. Dessen Leistung für die Weltliteratur musste seine zeitgenössischen Leser mit Fassungslosigkeit erfüllen. Dem Hörspiel liegt die Neuübersetzung von Matthias Jendis zugrunde, die 2001 zum 150. Jahrestag des Romans im Carl Hanser Verlag erschien und mit dem renommierten Rowohlt-Preis ausgezeichnet wurde.
HÖRSPIEL-REZENSION
Moby Dick als Hörspiel (nicht als Lesung) zu inszenieren muss als großes Risiko bewertet werden. Zu oft schien die Romanvorlage bereits gedeutet bzw. missdeutet worden zu sein. Umso mehr fasziniert die grandios-opulente Produktion des BR und hörverlages unter der Leitung von Klaus Buhlert. Über 20 Sprecher sorgen dafür, dass sich der Hörer komplett der ″Welt-Meer-Literatur″ hingibt. Dieses Hörspiel schafft durch die Mischung aus Sprechleistung, Musik und Geräuscheffekten unglaublich düster-intensive Bilder und gleichzeitig die wunderbare Möglichkeit von der Weite des Ozeans und der Kraft der Naturgewalt Meer vs. Kreatur zu träumen. Es wurde absolut zu Recht mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Rufus Beck (Ismael), Felix von Manteuffel (Melville), Manfred Zapatka (Ahab) und Ulrich Matthes (Starbuck) bilden nur die Spitze der großartigen beteiligten Wortkünstler. Die Hörspielproduktion des BR aus 2002 wird dem hohen literarischen Rang des Werkes vollauf gerecht. Sensationell ist auch das beiliegende 72 Seiten starke Büchlein, das liebevoll Inhalt und Sprecher vorstellt, ausführlich die Geschichte des Romans analysiert und als Sahnehäubchen ein umfassendes Glossar nautischer Begriffe präsentiert. Ohne Frage eines der besten deutschen Hörspiele im neuen Jahrtausend!
Guido Feldhaus - 24105 Kiel
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am 24. April 2010
"Moby Dick" ist nicht nur ein Klassiker der Weltliteratur, sondern vor allem auch eine Geschichte, die nahezu jeder schon in der einen oder anderen Form und Fassung kennen dürfte. Die wenigsten jedoch dürften tatsächlich die umfangreiche Vorlage gelesen, sondern sich eher eingängigeren Formaten gewidmet haben.

Klaus Buhlert hat den Versuch unternommen, das Werk Melvilles sehr originalgetreu in ein Hörspiel umzusetzen. Dabei transportiert er nicht nur den den reinen Plot, sondern nimmt auch die Einschübe mit auf. Er nutzt zwei Erzähler - zum einen Rufus Beck, der als Protagonist Ismael die Geschichte erzählt, zum anderen installiert der den Autor selbst (gesprochen von Felix von Manteuffel) als zweite Instanz. Dies ist zwar eine gute Lösung im Hinblick auf die Werktreue, sorgt aber dafür, dass diese Hörfassung alles andere als leichte Kost ist.

Die beiden Erzähler tragen große Teile des Stückes, was fast schon den Charakter einer szenischen Lesung mit sich bringt. Der Eindruck wird auch dadurch verstärkt, dass man den Text deutlich in den Fokus rückt. Musik- und Geräuschkulisse fallen aber nicht unter den Tisch, sondern werden sehr stimmig, aber eben auch sehr behutsam eingesetzt. Es gelingt trotzdem - gerade in den Spielsequenzen - eine adäquate maritime Kulisse zu zaubern.

Rufus Beck überzeugt als Ismael, er meistert die Kluft zwischen erzählender und erlebender Figur und gibt beiden die nötige Glaubwürdigkeit. Einen guten Kontrast zu ihm bietet Felix von Manteuffel, der hier die gewisse Distanz, die er in der Rolle des Autors zur Geschichte hat, gut verkörpert.
Die ausdrucksstarke Rolle des Käpitän Ahab übernimmt Manfred Zapatka, der auf den ersten Blick etwas zu "nett" für diese Rolle zu sein scheint. Er belehrt den Hörer aber sofort eines Besseren. Seine Leistungen bringt die sich in extremen Emotionen manifestierende Besessenheit Ahabs perfekt zur Geltung.
Aber auch in den Nebenrollen gibt es keinen Grund zur Klage, sowohl die Besetzung, als auch die Leistung stimmen und sorgen dafür, dass auch die kleinsten Auftritte homogen ins Gesamtbild passen.

Dichter als mit dieser Hörspielfassung kann man sich dem großen Werk Melvilles wohl nur durch das Lesen des Originals nähern. Klaus Buhlert hat hier eine sehr adäquate Hörspielfassung geschaffen, da er Inhalt und Format der Vorlage sehr gut transportiert hat.
Natürlich erschlägt diese neunstündige Fassung den Hörer zunächst, die Zeit darf man sich aber gerne nehmen, um diese Geschichte zu hören, die deutlich mehr zu bieten hat, als das, was die gängigen, verkürzten Umsetzungen mitbringen.
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am 10. Februar 2008
Diese Hörspielfassung des klassischen Romans wurde von Kommentatoren wegen ihrer Unterbrechung des Erzählflusses durch die Ausführungen zum Wal- und Walfangs kritisiert. Die Produktion bleibt dabei lediglich dem lexikalischen Stil des Romans treu. Das Hörspiel hat somit die gleiche Schwäche wie Melvilles gewagtes Experiment mit dem Genre des Romans - der spannende Handlungsstrang wird unterbrochen, und der damalige Stand der Walforschung akribisch (und oftmals mit viel Humor) aufgezeichnet. Selten wurde die Komplexität einer literischen Vorlage so konsequent umgesetzt wie bei dieser Produktion, und die philosophischen Ausführungen werden nicht ausgespart. Die hörvorragende Besetzung der Sprecher (besonders Beck, Boysen) und beeindruckenden Toneffekte steigern dabei nur noch das Interesse an der monumentalen Produktion.
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am 11. März 2006
Wer hat nicht schon von dem einbeinigen Kapitän Ahab aus dem nordamerikanischen Nantucket und seiner besessenen Jagd auf den weißen Pottwal Moby Dick gehört. Will man sich heutzutage aus literarischer Sicht dem Thema Wale und Walfang nähern, so kann man schwerlich an dem gleichnamigen Buch des New Yorker Autodidakten Herman Melville aus dem Jahre 1851 vorübergehen. Mit diesem Werk, das Kritiker im 19. Jahrhundert noch als übel zusammengeschusterte Mischung aus Abenteuerroman und Tatsachenbericht charakterisierten, hat der Autor einen unverrückbaren Meilenstein gesetzt.
Sicherlich nicht die schlechteste Methode zum Kennenlernen von Herman Melvilles meisterlichem Werk – außer der Lektüre selbst – ist das Anhören der vorliegenden 10 Audio - CDs. Professionelle Tontechnik und so bekannte Sprechernamen wie Rufus Beck (Ismael. 1. Erzähler), Felix von Manteuffel (Melville. 2. Erzähler), Manfred Zapatka (Ahab) und Ulrich Matthes (Starbuck, 1. Offizier) oder auch das tahitianische, in Deutschland lebende Naturtalent Rudolph Taruoura Grün in der Rolle des Queequeg bürgen für großen Hörgenuß. Erwähnenswert neben dem mächtigen Seemannschor ist die Einspielung beeindruckender Originalgeräusche freilebender Wale.

Fazit: Grandiose Umsetzung von Melvilles Welterfolg durch den Bayerischen Rundfunk. Die einjährige Arbeit des Regisseurs Klaus Buhlert hat wahrhaftig Früchte getragen. Zu dem rundum gelungenen Gesamteindruck trägt das instruktive 71 Seiten lange Booklet mit einem Glossar nautischer Begriffe und Beiträgen zur Entstehungsgeschichte von Buch und Hörspiel und der Aufnahme Mitte des 19. Jahrhunderts durch die zeitgenössische Kritik bei. Sehr empfehlenswerte 9-stündige Mischung aus Hörspiel und Hörbuch.
11 Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Dezember 2002
Der Regisseur, Klaus Buhlert, hat sich bei seiner Inszenierung sehr eng an das, von M. Jendis neu übersetzte, Buch gehalten. Das hat zur Folge, daß durch die Erzählpassagen der Eindruck entsteht, es handelt sich hier um ein Hörbuch und nicht um ein Hörspiel. Vorteil: Die Philosophie des Buches wird voll übertragen. Nachteil: Die Spannung leidet darunter sehr. Bei einem Hörspiel ist weniger oft mehr. Eine um etwa die Hälfte gekürzte Fassung hätte der Spannung des Hörspiels sicher gut getan. Und diejenigen, die sich mit der Philosophie von "Moby Dick" auseinandersetzen, bzw. sie ergründen möchten, können auf die Buchform dieses großartigen Werkes von Melville zurückgreifen, was m.E. dafür die bessere Lösung ist. Wer vorhat das Buch zu lesen, dem empfehle ich ausdrücklich die, oben bereits erwähnte, Neuübersetzung von M. Jendis.
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am 16. Dezember 2002
Zum Inhalt des Buches "Moby Dick" ist, glaube ich, so ziemlich alles gesagt worden. Nicht aber über dieses neue Hörspiel des Bayerischen Rundfunks.
Hervorzuheben ist, daß sich Regisseur Klaus Buhlert sehr stark an den Originaltext der Neuübersetzung von Matthias Jendis hält. Gekürzt wurden lediglich dehnende, langweilige Passagen.
Mittels virtuoser, sprachlicher Darstellungen gelingt den Sprechern eine tiefschürfende Analyse der Seefahrt und vor allem des Walfangs im 19. Jahrhundert. Nicht nur die Hauptfiguren sind mit Felix von Mateuffel als Melville, Rufus Beck als Ismael und Manfred Zapatka als Kapitän Ahab großartig besetzt, sondern auch die vielen Nebenrollen.
Die Geschichte ist so echt und spannend, daß man glaubt sich an Bord der "Peequod" zu befinden.
Abschließend kann ich aber nicht verschweigen, daß dieses Hörspiel schon auf Cassette einen stolzen Preis hat. Bei der CD-Version, als "Luxusausgabe" herausgegeben, wurde dann aber nochmal "richtig zugeschlagen". Deshalb zwei Punkete Abzug, wegen schlechter Preisgestaltung!
Ich finde, daß auch größere Hörspiele für jedermann erschwinglich sein sollten und nicht nur für Besserverdienende. Darüber sollte der Hörverlag einmal nachdenken.
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Wer Hörbucher mag, kriegt Hörbücher zum Geschenk. Und manchmal treffen die Gabenbringer ins Schwarze, manchmal eben nicht. Doch es gibt noch eine dritte Möglichkeit, die des Spätzünders. Und genau das war bei dieser Hörbuchkassette der Fall. Im guten und richtigen Glauben, dass man bei mir mit Rufus Beck als Sprecher nicht fehlgehen kann, erhielt ich die schmucke Hörspielbearbeitung in 10 CDs. Aber weil ich den Zugang nicht fand, hielt sich meine Freude in Grenzen. Das änderte sich jedoch schlagartig, nachdem ich das dicke Buch von Eugen Drewerman zu Hilfe holte. Und nun bin ich davon überzeugt, dass der Klassiker von Herman Melville gar nicht besser vertont werden könnte, als der Regisseur Klaus Buhlert es in aufwändiger Arbeit und mit einem Starensemble vormacht.
Was mich beim ersten Anhören störte, bekam nun plötzlich einen Sinn. Denn das Buch ist so vielschichtig, komplex und formenreich, dass sich der Leser ohne den berühmten roten Faden verliert. Zumindest mir erging es so. Die Qualität dieses Hörbuchs liegt also nicht nur an der Auswahl der Sprecher, sondern an der Komposition des Regisseurs. Mit wenigen gezielten Elementen schafft es Klaus Buhlert, die Stimmungen dieser existentiellen Höllenfahrt einzufangen, uns wenigsten erahnen zu lassen, was sinnlich wahrnehmbar in diesen Männern vorging, wie notwendig ihre monotonen Gesänge waren, wie mörderisch Ruhe und wie einlullend Lärm sein kann, wie Sprache und Geräusche eine Einheit bilden und was letztlich in die Seelen dringt.
Grossartig, wie der Regisseur das Stück meistert. Und es scheint mir alles anders als Zufall, dass in Klaus Buhlert brodelndes Abenteurerblut fliesst, er selber jahrelang segelte und die Abgründe des Meeres auf einem Zweimaster selber erlebte. Im schönen, informativen, 70 Seiten dicken Beilageheft findet sich ein aufschlussreiches Interview, das ich leider vor dem Anhören der CDs nicht zur Hand nahm und heute als klaren Fehler deklariere, der mit der sofortigen Zugang unnötig erschwerte.
Über zehn Stunden Abenteuer, Seelenerkundigung, Weltliteratur, Hörbuchkunst. Und ich staune immer wieder, wie wichtig es ist, den richtigen Schlüssel zu finden, um eine Schatztruhe öffnen zu können. So wurde ich vom Nörgler zum Fan und hoffe, dass andere Hörbuchliebhaber sich dieses Schmuckstück ebenfalls anschaffen und ohne Umwege zur Schatzkammer gelangen.
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am 13. Dezember 2003
So muss ein Hörspiel sein! Eine großartige Inszenierung und grandiose Sprecher sorgen dafür, dass man hineingezogen wird in ein Stück Weltliteratur. Man folgt Kapitän Ahab und seiner Mannschaft auf der Jagd durch die Weltmeere und wünscht, sie würde nie enden ... Dieses Hörspiel schafft Bilder von unglaublicher Intensität, die einen nicht mehr loslassen. Eine wunderbare Möglichkeit, sich zurückzulehnen und ein Stück Weltliteratur zu genießen. Das Hörspiel wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
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Erster Eindruck: Weltliteratur feinsinnig umgesetzt

Ismael, ein junger Mann aus gutem Hause, zieht es immer wieder aufs Meer hinaus. Und so heuert er eines Tages auf dem Schiff des Kapitän Ahab an. Dieser ist besessen vom Gedanken, den weißen Wal Moby Dick zu töten, der ihm einst das Bein abgerissen hat. Eine wilde Jagd beginnt...

Moby Dick - ein Name, den fast jeder kennt. Die Geschichte über die Jagd auf den Wal fasziniert auch heute noch die Menschen, obwohl er stolze 150 Jahre alt ist. Im Jahre 2002 wurde der Roman für den bayrischen Rundfunk neu bearbeitet und als Hörspiel vertont - herausgekommen ist ein fast neunstündiges (!) Werk, da kaum etwas herausgekürzt wurde. Der Hörverlag hat sich an die CD-Version des Hörspiels gemacht und es einige Jahre später in den Handel gebracht. Die Geschichte, die man kennt, ist die Jagd des Kapitän Ahab auf den Wal, in Wahrheit ist der Roman wie das Hörspiel aber um einiges umfangreicher und komplexer. Erzählt wird aus der Sicht des Matrosen Ismael, aber auch Mieville ist in einigen Exkursen zu hören und erläutert weitere Details. Die Geschichte startet mit einem genialen Intro mit stimmungsvoller Musik und einleitenden Worten, die Sehnsucht Ismaels wird so vortrefflich hörbar gemacht. Auch in der restlichen Umsetzung erfreut besonders die ganz eigene und besondere Stimmung, die es möglich macht, sich vollends in die Geschichte hineinversetzen zu können. Dabei ist der Verlauf manchmal etwas langwierig - was sicherlich an der Buchvorlage liegt. Neben vielen wirklich interessanten und spannenden Szenen werden immer wieder die bereits erwähnten Exkurse behandelt, die den Erzählfluss zum Stocken bringen.Aber besonders ab ca. der Hälfte nimmt die Geschichte noch an Tempo zu, die spannende Jagd auf den Wal und die tiefschichtigen und einprägsamen Charaktere können ihr ganzes Potenzial ausspielen und den Hörer fesseln. Ein Hörspiel, das Zeit braucht, sich zu entfalten, mit der grandiosen Stimmung aber von der ersten Minute an begeistern kann.

Ein ganzes Heer an Top-Sprechern wurde verpflichtet, und allesamt machen sie ihre Sache ganz fantastisch - wunderbar besonders, dass man viele Stimmen hört, die nicht aus den üblichen kommerziellen Produktionen stammen. Rufus Beck spricht beispielsweise den Ismael und beweist einmal mehr sein Wandlungstalent und seine Fähigkeit, in leisen Zwischentönen viel zu offenbaren. Felix von Manteuffel spricht den 2. Erzähler neben den Ich-Passagen von Ismael. Seiner ruhigen, angenehmen Stimme lauscht man auch hier sehr gerne, zumal er diese sehr dynamisch gestaltet. Wunderbares vollbringt auch Manfred Zapatka als Kapitän Ahab, der die anspruchsvolle Rolle mit sehr intensiver Darstellung meistert und den sich steigernden Irrsinn des Mannes umfassend einfangen kann. Weitere Sprecher sind Ulrich Matthes, Ruloph Taruoura Grün und Hermann Lause.

Die Atmosphäre macht in dieser Produktion mit den größten Reiz am Hörspiel aus. Schon am Anfang wird mit Chören gearbeitet, die eine beeindruckende und intensive Stimmung schaffen. Dieser Eindruck reißt auch im Verlauf der Folge nicht ab, mit imposanten und feinsinnigen Arrangements sowie glaubhaften Geräuschen werden die Stimmungen des Buches vortrefflich eingefangen und auf den Hörer übertragen.

Eine riesige Walflosse, die aus dem Meer herausragt, ein malerischer Sonnenuntergang im Hintergrund - das Titelbild ist ähnlich stimmungsvoll wie das Hörspiel. Neben den 10 CDs beinhaltet die stabile Pappbox noch ein kleines Booklet mit Informationen zu einigen Mitwirkenden sowie einem umfangreiches Tracklisting.

Fazit: Ein anspruchsvolles und ganz besonders atmosphärisches Hörspiel, das die interessanten Charaktere in den Vordergrund stellt.
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am 19. April 2010
Schon als Kind hat mich die Geschichte vom weißen Wal sehr fasziniert. Den Gregory-Peck-Film fand ich auch immer klasse.
So war ich schon nach ein paar Minuten wieder voll vom Stoff eingesaugt. Besonders Zapatka (als Ahab), Manteuffel und der Queequeg-Sprecher machen einen guten Job.
Allerdings kann man das Argument meines Vor-Rezensenten nicht vollens entkräften - 7 oder 8 CDs hätten dem Werk keinen Abbruch getan.
Eigentlich dreieinhalb Sterne, aufgerundet.
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