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Mitte und Maß: Der Kampf um die richtige Ordnung Gebundene Ausgabe – 17. September 2010

2.7 von 5 Sternen 3 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Herfried Münkler, geboren 1951, ist Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt- Universität und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Mehrere seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa «Die neuen Kriege» (2002), «Imperien» (2005), «Die Deutschen und ihre Mythen» (2009), das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, und «Der Große Krieg» (2013), das monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand.


Kundenrezensionen

2.7 von 5 Sternen
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Top-Kundenrezensionen

Von Gerhard Mersmann TOP 1000 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 5. Oktober 2010
Format: Gebundene Ausgabe
Herfried Münkler ist nicht nur einer der führenden Köpfe der zeitgenössischen Politologie in Deutschland, sondern auch ein Querdenker und, einmal aus der ihm zugewandten Werbung zu zitieren, ein Ein-Mann-Think-Tank. Ihm verdanken wir intelligente und gut geschriebene Bücher wie das über die Neuen Kriege, in denen die Asymmetrie als Prinzip freigelegt wurde, er brachte uns Gedanken zu den Lebenszyklen und systemischen Verhaltensmustern von Imperien nahe und er räsonierte geistreich über die Mythen der Deutschen. Immer versprühten diese Bücher Esprit und sie waren neuen, exploratorischen Gedanken auf der Spur. Mit seinem neuesten Werk, Maß und Mitte, greift Münkler ein Thema auf, das in Deutschland immer Konjunktur hat und der Autor zeigt uns auch, warum.

Ausgehend von der Frage, warum die Mitte in Deutschland über verschiedene historische Perioden eine Faszination wie keine andere politische Positionsbestimmung ausübt, begibt sich Münkler auf einen vom Leseempfinden her sehr langwierigen Weg, um an das Ziel zu kommen, das die meisten Käufer des Buches im Titel vermuten: Eine Analyse der gegenwärtigen Zentrierung der Politik in Deutschland und eine Prognose über Impulsgeber für eine politische Innovation.

Münkler beginnt seine Abhandlung mit Betrachtungen zur semantischen Besetzung des Begriffs der Mitte. Er dokumentiert das Ringen um die Mitte anhand bestimmter Formulierungen aus der Geschichte. Im nächsten Schritt widmet er sich den philosophischen Betrachtungen über den Konnex von Mitte und Macht. Dabei beginnt er bei Aristoteles und Cicero und landet bei Hegel, bevor er zu den großen Zerstörern des Mittegedankens Nietzsche und Marx anlangt.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Es ist schade, dass dieses Buch nicht zum (Best)Seller geworden ist; schließlich thematisiert es eine ganz wesentliche Frage menschenlichen Lebens: die Suche nach der richtigen Mitte zwischen falschen Extremen. Dass diese Suche für das Individuum sinnvoll und nützlich sein kann, hat Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik überzeugend dargestellt. Das gute, glückliche Leben kann erlangt werden über tugendhafte Entscheidungen. Wir sind uns einig, dass sowohl Geiz als auch Verschwendung nicht tugendhaft sind und nicht zum Glück führen? Gut, das eine ist zuviel, das andere zuwenig. Dann müssen wir nach der richtigen Mitte suchen. Wo liegt die? Irgendwo in dem Raum dazwischen, irgendwo zwischen Sparsamkeit und Großzügigkeit. Vielleicht kann eine praktikable Antwort sein: Sparsamkeit, um im richtigen Moment großzügig sein zu können.
Münkler geht in seinem Buch weit über Aristoteles' Ethik hinaus, indem er Mitte und Macht und Mitte und Raum diskutiert, wobei er sich da etwas verliert in Reflexionen über Geopolitik, Militärstrategie usw.
Interessant ist seine Darstellung der Bekämpfung der Mitte durch rechte wie linke Polarisierer, denen die Macht des Ausgleichs und der Stabilität seit jeher ein Dorn im Auge ist.
Angesichts dessen, dass es die Mitte (fast) immer geschafft hat zu überleben, kann man seine Schlussfrage "Das neue Deutschland - eine Republik der Mitte?" mit vorsichtigem Optimismus bejahen - wenn es auch einige Warnzeichen gibt, dass die Mitte - wieder einmal! - gefährdet ist.
Die Lektüre dieses Werks trägt wesentlich zur Erhellung des Geistes in trüben Zeiten bei.
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Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT am 30. März 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Herfried Münkler ist ein konservativer Denker. Er biedert sich gern der gesellschaftlichen Mitte als Vordenker an. Frau Merkel und Herrn Westerwelle wird es freuen. Schreckgespenste für Münkler: Der Individualist Nietzsche. Der hätte sich heutzutage weder zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke bequatschen lassen noch zur Absurdität, in Stuttgart einen Bahnhof unterirdisch verschwinden zu lassen. Die gesellschaftliche Mitte argumentiert gern mit Augen ausschießenden Wasserwerfern. Wir wissen mittlerweile, dass die gesellschaftliche Mitte manchmal auch zum Wahlverlierer werden kann. Was zuerst konservativ erschien, erscheint auf einmal im Lichte eines idiotischen Risikos, dem zu widersprechen wäre.
Das zweite Schreckgespenst für einen wie Herfried Münkler: Marx. Der joviale Westerwelle mit seinem Lobbyisten-freundlichen Getue ist da sicherlich im Zentrum der zufriedenen Betrachtung, gehört keinesfalls zum un-authentischen peinlichen Rand der Gesellschaft. Laut Theorie, wie sie an der Humboldt Universität in Berlin vom Katheder herab-posaunt wird. Der Wähler-Entscheid lässt solch konservative, bräsig das Geseime von Maß und Mitte vor sich hertragende Position unerwartet unter die 5 Prozent-Hürde herabsinken. Wie kann das denn sein? Weil sich in Deutschland mittlerweile doch mehr Menschen zur Courage hoch-entwickelt haben, als es die vielerorts gedruckte Verdummungs-Rhetorik es hätte erwarten lassen. Das Buch von Münkler muss man wirklich nicht lesen. Traurig, wofür man heutzutage ein dickes Hochschullehrer-Gehalt kassiert. Oder war das nicht immer schon so?
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