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Millionen Gebundene Ausgabe – 21. Juni 2004

4.1 von 5 Sternen 14 Kundenrezensionen

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Der Kinder- und Jugendroman Millionen des englischen Autors Frank Cottrell Boyce erzählt die Geschichte des Fünftklässlers Damian Cunningham, der nach dem Tod seiner Mutter mit seinem älteren Bruder und dem Vater in eine neue Umgebung zieht. Dabei gelingt es dem Autor, das traurige Hauptthema so zu verpacken, dass nicht nur ein positives Buch entsteht, sondern die Leser auch häufig lachen können. Und das liegt in erster Linie an der Hauptperson.

Damian ist nämlich ein Spezialist in Schutzheiligen. Auch das wirkt auf den ersten Blick wie „schwer verdauliche Kost“, zumal er alle Details der Märtyrertode jedes einzelnen kennt -- und auch immer wieder gerne erzählt. Das enthält einiges komische Potenzial, nicht nur die immer wiederkehrende bohrende -- und nie beantwortete -- Frage, was denn eine jungfräuliche Märtyrerin sei. Dabei ist Damian geschickt darin, jedes Unterrichtsthema so hinzubiegen, dass er eine Heiligengeschichte einbringen kann. Und wenn sich jemand dagegen wehrt, reicht ein knapper Hinweis darauf, dass seine Mutter gestorben ist, und sofort verstummen alle Einwände. Bei seinen vergeblichen Bemühungen, es den Heiligen im Leiden in einer Eremitage gleichzutun, findet Damian eine Tasche mit viel Geld. Er hält dies für ein Geschenk Gottes, der ihm helfen will, Gutes zu tun. Sein Bruder erkennt allerdings die wahren Hintergründe. Zuerst versuchen die Brüder, den Geldfund zu vertuschen, indem sie heimlich so viel wie möglich davon ausgeben. Natürlich fällt das bald auf und es finden sich zahlreiche Menschen ein, die sich als Wohltäter der Menschheit darstellen und damit ein Interesse an dem Geld bekunden. Letztlich setzt sich jedoch Damian durch. Auf dem langen Weg zum guten Ende helfen ihm etliche Schutzheilige, und selbst seiner Mutter begegnet er noch einmal.

Die fesselnd und humorvoll erzählte Geschichte eignet sich trotz der jungen Hauptperson auch für ältere Kinder und Jugendliche. --Ulrike Rudolph

Pressestimmen

"Voller Farbe und Gesang, voller skurriler Bilder und herzerwärmendem Witz.", Süddeutsche Zeitung (2015-11-04)

"Höchst vergnüglicher literarischer Slapstick (...) ", DIE ZEIT (2015-11-04)

"Ein Schmuckstück.", Frankfurter Allgemeine (2015-11-04)

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Format: Gebundene Ausgabe
Damian geht in die fünfte Klasse und treibt seine Lehrer zur Verzweiflung. Für alles hat er einen Heiligen, kein Thema, zu dem er nicht einen passenden parat hat. Selbst für das Schneeparadies weiß er, wer zuständig ist: die heilige Lidwina nämlich. Seine Informationen holt er sich aus dem Internet. Seit seine Mutter tot ist, schwärmt er für Heilige. Sein älterer Bruder Anthony steht auf irdischeren Dingen: Immobilien und Geld sind das, was ihn beeindruckt.
Damian baut aus Kartons eine Eremitage. Jetzt kann er leben wie die alten Einsiedler. Und Gott scheint sein Wohlgefallen daran zu finden. Jedenfalls schickt er ihm eine Tasche mit 229.000 Pfund Sterling. Na ja, vielleicht war es auch nicht Gott. Vielleicht ist die Tasche doch von dem vorbeifahrenden Zug gefallen?
Doch in siebzehn Tagen wird dieses Geld wertlos. Damian und Anthony geben sich alle Mühe, es auszugeben. Aber ganz so leicht ist es nicht. Denn wer kann schon 229.000 Pfund zur Bank bringen, ohne aufzufallen? Vor allem, wenn man zehn ist?
Anthony und Damian plagen sich jeder auf seine Weise, Anthony kauft, was es zu kaufen gibt, Damian sucht Arme, denen er damit helfen kann. Beides nicht so einfach, beides hat ungeahnte Folgen. Nicht nur, dass sämtliche Wohltätigkeitsvereine vor ihrer Tür Schlange stehen, obendrein bekommen auch die Ganoven, denen die Tasche gehörte, Wind davon, in wessen Besitz sie sich jetzt befindet. Und als Damian den Heiligen der Letzten Tage einige Tausend Pfund zuschiebt, reagieren die ganz unheilig auf dieses Geschenk.
Boyce hat ein herrliches Kinderbuch geschrieben, das - wie alle guten Kinderbücher - aber auch Erwachsene in seinen Bann zieht. Realistisch und phantastisch zugleich, witzig und traurig und spannend bis zur letzten Seite. Kein Wunder, dass das Buch so viele Preise bekam.
(C) Hans Peter Roentgen
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Von IrisH VINE-PRODUKTTESTER am 18. April 2005
Format: Gebundene Ausgabe
... ja, das ist dieses Buch meiner Meinung nach!
Der Fünftklässler Damian lebt mit seinem größeren Bruder Anthony und beider Vater zur Zeit der Euroeinführung (fiktiv, da Großbritannien ja noch das Pfund als Währung hat) in der Nähe von Manchester - die Mutter ist schon länger verstorben.
Damians Leben verläuft relativ eintönig, er ist viel allein. Aber er hat sich ein ganz besonderes Interessensfeld gesucht, worin er es schon zur Expertise gebracht hat: Heilige - für die er eine Antenne hat, wie er sagt. Er weiß alles über Leben und Wirken der Heiligen, die ihm auch als Vorbilder dienen. Ein weiterer Verhaltensmaßstab ist für ihn das Credo seines Vaters, nämlich „herausragend zu sein", was Damian folglich laufend versucht. Nur wie er feststellt, ist es oft Definitionssache, was unter „herausragend" verstanden wird.
Eines Tages fällt Damian am Bahndamm eine Tasche entgegen - prall gefüllt mit Geldscheinen im Wert von fast 230.000 Pfund. Er sieht das als Geschenk Gottes. In Wirklichkeit aber stammt das Geld aus einem groß angelegten Raub an einem Geldtransport, der die alten Pfundnoten vor der Euroumstellung zur Verbrennung fährt. Aufgeregt zeigt Damian seinen Fund seinem Bruder, und zusammen beschließen sie, das Geld schnell noch innerhalb der verbleibenden 17 Tage bis zur Währungsumstellung auszugeben. Während Anthony schnöde Konsumgüter vorschweben, ist Damian eher dafür, das Geld für wohltätige Zwecke auszugeben. Doch beide müssen feststellen, dass der Besitz und das Ausgeben von so viel Geld nicht nur die reinste Freude ist.
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Format: Taschenbuch
Da ich "Meisterwerk" bereits gelesen habe, war ich sehr gespannt auf dieses Buch vom gleichen Autor. Und es enttäuscht mich nicht. Es ist ein gelungenes Kinderbuch für 12-Jährige. Die Hauptprotagonisten sind zwei Jungs (Geschwister), deren Mutter tot ist, und die mit ihrem Vater in eine Vorortsiedlung gezogen sind. Es spielt in Großbritannien kurz vor einer (fiktiven) Währungsumstellung vom Pfund zum Euro. Der jüngere der Brüder, Damian, hat sich durch den Tod seiner Mutter den Heiligen zugewandt. Er kennt so ziemlich jeden Heiligen und kann sie auch zuordnen, so wie andere Kinder in seinem Alter sich für Dinosaurier oder Fußballer begeistern können. Jedoch ist sein Interessensgebiet eher ungewöhnlich und deshalb auch verstörend für die Erwachsenenwelt. Sein Leidenschaft geht soweit, dass er den Heiligen sogar nacheifert. Sein Bruder ist Lebensnäher geblieben und hat den Tod der Mutter für sich zu nutzen gelernt. Er erwähnt ihn immer dann so ganz nebenbei, wenn er von jemanden etwas haben will. Diesen Trick verrät er seinem Bruder, der daraufhin diesen Trick im Zwiegespräch mit Gott anwendet. Prompt fliegt ihm als Zeichen eine Tasche voll Geld zu. Viel Geld, zwar keine Millionen, aber richtig viel Geld. Was tun mit soviel Geld, davon handelt der Hauptteil des Buches und auch Damians Visionen helfen ihm Lösungsmöglichkeiten zu finden. Das Buch ist kurzweilig und vergnüglich geschrieben, aus der Sicht der Kinder und deshalb auch für das Verständnis von Erwachsenen weniger geeignet, es sei denn, sie können sich darauf einlassen, das manches unlogisch erscheint.
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