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Militärgeschichte Broschiert – 29. April 2009

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Rolf-Dieter Müller ist Mitarbeiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamts der Bundeswehr in Potsdam und Professor für Militärgeschichte an der HU Berlin.


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Top-Kundenrezensionen

Format: Broschiert
Müller versucht, auf 360 Seiten einen Überblick über die Militärgeschichte von der Antike bis zur Jetzt-Zeit zu geben. Die ersten fünfzig Seiten werden von einem Theorieteil beansprucht, der 1) sich der Militärgeschichte als historische Disziplin widmet und 2) die anthropologischen Wurzeln kriegerischer Konflikte zu beleuchten sucht. Dies geschieht mit den Begriffen "Sicherheit", "Gefahr", "Risiko". Sicherheit sei der Zustand, den der Mensch anstrebe, sei dieser bedroht (durch Gefahr), dann gelte es, das Risiko der Gefahrenabwehr abzuwägen. Daraus könne kriegerisches Handeln entstehen. Dieses Schema funktioniert, wenn man teilweise zur starken Abstraktion bereit ist (wenn man z.B. Hitlers Kriegsgründe und -führung darin einzuordnen sucht).

Die nachfolgenden Kapitel behandeln Antike, Ritterzeit, Söldnerzeit, Zeit der Kabinettskriege, Volkskriege (Extrakapitel: 1. Wk. und 2. Wk), Kalten Krieg, neue ("asymmetrische") Kriege. Dabei bietet der Verfasser wenig Neues; die Informationen sind zu einem großen Teil so allgemeiner Natur, dass man kein Experte einer bestimmten Epoche sein muss, um sie schon vor der Lektüre dieses Buches zu besitzen. Über einen allgemeinsten Überblick kommt Müller also nicht hinaus (anders als z.B. van Crefeld, der auch in Überblicksdarstellungen kuriose Details und originelle Thesen einstreut, ohne das Gesamte aus dem Blick zu verlieren).
Auch hängen die einzelnen Kapitel kaum zusammen; einen 'roten Faden' sucht man vergeblich. Die anfangs eingeführten Kategorien sind hier nicht dienlich und werden auch vom Autoren selten angewandt.
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Format: Broschiert
Obgleich die Kritiken meiner Vorredner keinen guten Gesamteindruck vom Werk vermitteln, so möchte ich dieses Buch doch allen jenen ans Herz legen, die einen einfachen Einstieg in die Thematik Militär, Krieg und Konflikt suchen. In meinen Augen ist es Müller gelungen einen Überblick zu verschaffen wie sich Militär und Krieg entwickelt haben. Auf 360 Seiten ein über alle Epochen reichendes stets umfassendes Bild zu liefern ist nicht möglich und gelingt auch Müller nicht. Es mag auch sein, dass er seitenweise ohne Fußnoten argumentiert, jedoch nie dann, wenn seine Thesen angreifbar werden. Historische Fakten oder Beschreibungen von Völkern nicht zu belegen trägt gerade zur Lesbarkeit des Buches bei. Eine erweiterte Literaturliste im Anhang wäre jedoch wünschenswert.

Es handelt sich beim vorliegend Band klar um ein Einführungswerk und als solches ist es zu bewerten. Müller spricht selbst in der Einleitung vom fehlenden Stellenwert der Militärgeschichte in Deutschland. Dass seine vertretene Meinung gegen Ende des Buches von meinen Vorrezensenten als "politisch" bezeichnet wurde, liegt in der Natur der Sache. Gerade die laufende Debatte um die "neuen Kriege" bietet hier auf den ersten Blick ein unkritisches Bild. Dieses jedoch wegzulassen wäre genauso unverantwortlich, wie den Leser in einer Scheinobjektivität zu wiegen, die durch eine verkürzte Darstellung der Debatte und Mainstream-Kritiken an seinen Thesen entstehen würde. Ich finde seine klare und dadurch streitbare Meinung fordert und fördert den kritischen Leser. Da es als ein Band des UTB-Verlages offensichtlich an Studenten gerichtet ist, so kann man diese Fähigkeit dem Leser auch abverlangen.
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Von Kevin Kennedy am 5. September 2014
Format: Broschiert
Wer tiefer greifen möchte in die Militärgeschichte, v.a. was Theorie und Methode angeht, sei auf das Werk, "Kriegswesen, Herrschaft und Gesellschaft" von Bernhard R. Kroener (Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Bd. 92, München 2013) angewiesen.
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Format: Broschiert
Das Buch enttäuscht auf ganzer Linie. Das liegt vor allem daran, dass der Autor das auf der Buchrückseite gegebene Versprechen auf die theoretischen und methodischen Grundlagen des Faches nicht einlöst. So beschränken sich eben jene auf ein paar Bemerkungen zu den Begriffen 'Sicherheit', 'Gefahr' und 'Risiko' -' eine für ein als Lehrbuch konzipiertes Werk bemerkenswerte Knappheit. Theoriegeleitete Fragestellungen wie jene nach der Bedeutung von geografischen, ideologischen, technischen und ökonomischen Faktoren bei der Entwicklung der Kriegsführung bleiben unterbelichtet. Die Arbeiten der kritischen Friedensforschung bleiben unerwähnt.

So ergießt sich der Großteil des Buches in Details zur Geschichte kriegerischer Konflikte seit der Antike und liest sich als Ansammlung von Fakten und Daten ohne großen Erkenntnisgewinn. Müller will alles und erreicht wenig. Da werden die Mongolen unter Dschingis Khan beispielsweise als "'erfolgreichste Ausprägung eines militärischen Systems in der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends' bezeichnet" -' und dann auf eineinhalb Seiten abgespeist.

Ärgerlich sind die Stellen, in denen Müller jegliche kritische Distanz zum Militär über Bord wirft. Er versteigt sich mitunter zu Formulierungen, die das Soldatentum moralisch überhöhen und an vergessen geglaubte Blut-und-Ehre-Kampfesreden denn an ein Wissenschaftsbuch erinnern. So führt Müller die Ursprünge des Soldatentums auf "'die edelste Gesittung einer fürsorglichen, mitleidsfähigen Haltung"' zurück, '"die sich zur Gefahrenabwehr bis zur bedingungslosen kämpferischen Bereitschaft steigern kann'".
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