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Messe h-Moll BWV 232 Doppel-CD

4.5 von 5 Sternen 2 Kundenrezensionen

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Audio-CD, Doppel-CD, 17. November 2006
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Produktinformation

  • Dirigent: Philippe Herreweghe
  • Komponist: Johann Sebastian Bach
  • Audio CD (17. November 2006)
  • SPARS-Code: DDD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 2
  • Format: Doppel-CD
  • Label: Harmonia M (Harmonia Mundi)
  • ASIN: B000HXDS0O
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen 2 Kundenrezensionen
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 209.475 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)
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Titelverzeichnis

Disk: 1

  1. Kyrie eleison (Kyrie)
  2. Christe eleison
  3. Kyrie eleison
  4. Gloria in excelsis Deo (Gloria)
  5. Et in terra pax hominibus bonae voluntatis
  6. Laudamus te
  7. Gratias agimus tibi
  8. Domine Deus
  9. Qui tollis peccata mundi
  10. Qui sedes ad dexteram patris
  11. Quoniam tu solus sanctus
  12. Cum sancto spiritu

Disk: 2

  1. Credo in unum Deum (Symbolum nicenum)
  2. Patrem omnipotentem
  3. Et in unum dominum
  4. Et incarnatus est
  5. Crucifixus
  6. Et resurrexit
  7. Et in spiritum sanctum dominum
  8. Confiteor
  9. Et expecto
  10. Sanctus (Sanctus)
  11. Osanna (Osanna)
  12. Benedictus (Benedictus)
  13. Osanna (Osanna)
  14. Agnus Dei (Agnus Dei)
  15. Dona nobis pacem (Dona nobis pacem)

Produktbeschreibungen

HMF 5901614; HARMONIA MUNDI - Francia; Classica vocale Sacra Messe


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In gewohnter Manier präsentiert uns Herreweghe auch Bach`s h-moll Messe als himmlische Engelsmusik, die Leben und Tod verklärend, hoch über den irdischen Mühsälen zur Erlösung des Menschen erklingt. Ein immerwährender Fluss durchwebt die Sätze, welche scheinbar von dem wogenden Generalbass als Fundament getragen werden. Wo sich manche Dirigenten beim "Kyrie" oder "Credo" in einem unendlichen Sumpf der Längen verlieren, kitzelt Herreweghe mit geschickten Dynamikwechseln einen Spannungsbogen nach dem anderen aus dem Notentext. Der Chor intoniert sehr sauber und dessen lupenreine Stimmen verweben sich sanft ineinander. Besonders ausdrucksstark ist wieder der Männerchoralt.

Auch die Vokalsolisten fügen sich in das Konzept: Andreas Scholl brilliert in einem spärischen "Agnus Dei", Christoph Pregardien und Johanette Zomer gestalten das "Domine Deus" leichtfüßig, Hanno Müller- Brachmann bewegt sich mühelos durch das "Quoniam". Was könnte man also bemängeln?

Der Text der H-moll Messe verlangt ähnlich den Passionen nach einer sinnhaften musikalischen Deutung. Leid und Freude stehen eng beieinander und dies soll auch durch die Musik rüberkommen. Herreweghe schafft(will?) es jedoch nicht, aus dem Schönklang wirkliche Affekte herauszuholen. Zu zaghaft gerät der Jubel im "Et resurexit" und "Osanna", zu oberflächlich das "Crucifixus". Dennoch bewegt sich diese Aufnahme rein Musikalisch in der obersten Liga.

Leider sind Abstriche bei der Klangqualität zu verzeichnen, die den Hörgenuss erheblich einschränken: Insgesamt sehr breiig, die Pauken dröhnen dumpf und laute Stellen sind übersteuert, was mit einer Klangverzerrung einhergeht.
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Von vielen Musikhistorikern wird dieses Werk für "das beste aller Zeiten und Völker" gehalten, allerdings auch für einen "kaum auszulotenden Kosmos", also nur schwer richtig und tiefgründig genug zu interpretieren.
Jedenfalls ist mir der Zugang beim Hören als junger Mann nicht leicht gefallen, schon weil der Messtext ja keine dramaturgischen Ansätze bietet wie etwa die Ostergeschichte für die Matthäuspassion. Live-Interpretationen von Laienchören erschweren ihn noch mehr, weil sie den Anforderungen des Werkes in der Regel nicht gewachsen sind. Und schließlich konnte ich früher die Konzentration über die fast zweistündige Dauer der Messe nicht halten, weil ich nicht gut genug verstehen konnte, was musikalisch vor sich geht. Nach unzähligen Hördurchgängen über viele Jahre kommt sie mir nun kurzweilig und musikalisch ungeheuer spannend vor. Bei einem Berufsmusiker dürfte das zwar schneller gehen, aber drei der vier Aufnahmen, die ich auf CD besitze, erwecken den Eindruck, daß die Chöre/Orchester nicht entspannt musizieren, da möglicherweise nicht lange genug geprobt worden ist und/oder, daß der gewählte Interpretationsansatz nicht so plausibel ist wie bei Herreweghe und daher ein Rest von Nervosität und Spannung verbleiben mußte. Er allein findet perfekte Lösungen für Agogik und Rubato. Der historischen Aufführugspraxis entsprechend läßt er zwar auch staccato spielen, aber es wirkt nicht gehackt, gestampft oder trivial wie stellenweise bei den Kollegen sondern ist in einen faszinierenden rythmischen Fluß eingebunden, der kontinuierlich alle Teile des Werkes durchströmt und verbindet.
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