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Menschenkind Sondereinband – 1. April 1992

4.4 von 5 Sternen 24 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Menschenkind
OT Beloved OA 1987 DA 1989Form Roman Epoche Moderne
Mit ihrem Roman Menschenkind leistet Toni Morrison einen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte der Sklaverei in den USA.
Inhalt: 1855 flieht die Sklavin Sethe, die von ihrem Mann verlassen wurde, von der Plantage »Sweet Home« in Kentucky nach Ohio. Sie versucht ihre vier Kinder zu töten, um diese vor dem Schicksal der Sklaverei zu bewahren. Ihre zweijährige Tochter stirbt, die anderen drei überleben. Auf dem Grabstein der Verstorbenen lässt Sethe die Inschrift »Menschenkind« anbringen.
18 Jahre später lebt Sethe allein mit ihrer zweiten Tochter Denver. Die Vergangenheit ist präsent geblieben: Die zwei Söhne sind fortgelaufen, in der schwarzen Gemeinde wird Sethe als Kindsmörderin gemieden, die tote Tochter spukt durch das Haus. Eines Tages taucht Paul D. auf, ein ehemaliger Sklave von »Sweet Home«, der ein gemeinsames Leben mit Sethe aufbauen will und den Geist des toten Kindes vertreibt. Als er von dem Mord Sethes an ihrer Tochter erfährt, verlässt er schockiert das Haus.
Plötzlich steht eine junge Frau namens Menschenkind vor Sethes Haus, die in eben jenem Alter ist, in dem das verstorbene Kind sein müsste. Sethe nimmt sie als die verlorene Tochter auf; es folgen einige Wochen glücklichen Zusammenlebens der kleinen Familie. Doch Menschenkind verlangt nach immer neuen Beweisen der Liebe Sehtes und versucht überdies Denver aus dem Haus zu drängen.
Als sich Nachbarsfrauen vor dem Haus versammeln, um den Geist des toten Kindes auszutreiben, sieht Sethe Menschenkind erneut in Gefahr, in die Sklaverei zu gelangen, und stürzt sich auf den ebenfalls anwesenden weißen Arbeitgeber Denvers; ein weiterer Mord kann jedoch von den Frauen verhindert werden. Menschenkind verschwindet spurlos, Sehte bleibt verzweifelt zurück. Doch sie erhält neuen Rückhalt durch die Gemeinde und das nochmalige Angebot Paul D.s, eine gemeinsame Zukunft mit ihm zu verbringen.
Aufbau: Morrison erzählt die Handlung nicht linear, sondern wechselt zwischen verschiedenen Zeitebenen. Der Roman setzt fast zwei Jahrzehnte nach dem Kindsmord ein und trägt das Geschehen zur Zeit der Sklaverei sowie die Kindstötung in Rückblenden nach.
In der Darstellung verschiedener Lebensläufe entwirft Morrison ein lebendiges Panorama der Zeit der Sklaverei und der Befreiung. Dabei vermeidet sie jegliche Polarisierung von Gut und Böse, wie sie etwa Harriet R Beecher Stowe in ihrem Roman Onkel Toms Hütte (1852) vornahm, und geht einer Heroisierung des Schicksals der Schwarzen bewusst aus dem Weg. In der Thematisierung des Kindsmords setzt sich Morrison außerdem mit der problematischen Übersteigerung der Mutterliebe auseinander.
Wirkung: Das Buch wurde zu einem der größten Erfolge der Autorin und 1988 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Jonathan Demme verfilmte den Roman 1998 mit Oprah Winfrey und Danny Glover in den Hauptrollen. S. D. / T. Sch.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

wurde am 18.2.1931 in Lorain, Ohio, USA, als zweites von vier Kindern eines schwarzen Arbeiterehepaares geboren. Nach dem Besuch örtlicher Schulen 1949 Beginn des Studiums an der Howard University in Washington, DC. Erste Erfahrungen mit dem Südstaaten-Rassismus während einer Tournee als Mitglied der Universitätstheatergruppe. Ab 1953 Anglistikstudium an der renommierten Cornell University bis zum Magisterabschluss 1955. Lehrtätigkeit, zunächst an der Texas Southern University (1955-1957), danach an der Howard University (1957-1964). Ehe mit dem jamaikanischen Architekten Harold Morrison, aus der zwei Söhne hervorgehen. Nach der Scheidung 1964 Rückkehr nach Lorain. 1965 Umzug nach New York und Lektorentätigkeit beim Verlag. Random House. Schrieb Geschichten, aus denen sie schließlich ihren ersten Roman entwickelte. 1970 Debüt als Romanautorin.Zu ihren bedeutendsten Werken zählen u. a "Sehr blaue Augen", "Solomons Lied" "Menschenkind", "Jazz", "Paradies" und die Essaysammlung "Im Dunkeln spielen" über die Antinomien von weißer und schwarzer Kultur. Sie zählt seit langem zur Garde der bedeutendsten Autoren Amerikas. 1980 Mitglied des National Council on the Arts. 1981 in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Seit 1989 Professorin für afroamerikanische Literatur an der Princeton University, NJ. Auszeichnungen: National Book Critics' Circle Award (1978); American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur (1980); Cleveland Arts Award für Literatur (1980); Robert F. Kennedy Book Award (1988); Melcher Book Award (1988); Unitarian Universalist Award (1988); Nobelpreis für Literatur (1993); Commandeur des Arts et des Lettres, Frankreich (1993).


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Sondereinband
Toni Morrison schreibt ein Buch über eine schwarze Familie nach der Flucht aus der Sklaverei. Die Sklavin Sethe flüchtet hochschwanger von der Sweet Home Plantage zu ihrer freien Schwiegermutter Baby. Dort warten ihre drei Kinder auf sie. Eines dieser Kinder kommt jedoch auf tragische Weise ums Leben und verfolgt die verbleibende Familie als Geist. Jahre später versucht Paul, ebenfalls ein geflohener Sklave der Plantage, mit Sethe und ihrer Familie dem Spuk ein Ende zu bereiten. Doch im Verlauf kommen mehr und mehr Erinnerungen aus der Sklaverei wieder hoch und gefährden die Beziehung. Toni Morrison schreibt in einem recht eigenartigen Stil. Mit Zeitsprüngen und Personenwechseln unterbricht sie das erzählerische Kontinuum. Einige der Kapitel waren für mich völlig nichtssagend und verwirrend. Die Essenz aus dem Roman ist jedoch sehr bewegend. Der Preis der Freiheit wird dem Leser auf grausame Art und Weise vor Augen geführt. Lebenswille, Würde und materieller sowie moralischer Wert des Menschen werden hinterfragt. Im Verlauf der Geschichte verschwimmen die Grenzen zwischen Recht und Unrecht, zwischen Richtig und Falsch, zwischen Wahrheit und Trug. Liebe wird zu einem brutalen Element, rechtfertigt unaussprechliches. Und zurück bleibt ein erschütterter Leser, der sich fragt, wie es denn heute mit der Freiheit und der Würde aussieht, mit deren Preis. Und wozu Liebe befähigt und berechtigt.
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Format: Broschiert
Eines gleich vorweg: "Menschenkind" ist keine einfache Lektüre. Es dauert, bis sich einem die Handlung des Buches erschließt, manches versteht man auch erst, wenn man "Menschenkind" ein zweites Mal liest. Dieses zweite Mal ist dann zumeist ein wenig befriedigender als das erste Mal, man sollte sich davon jedoch nicht abschrecken lassen und Toni Morrisons wohl bekanntesten Roman gar nicht erst lesen. Keinesfalls: ich sage nur, daß es von Mal zu Mal beseer wird, nicht daß es beim ersten Mal schlecht ist. "Menschenkind" ist ein Buch, wo sich die zweite Lektüre lohnt. "Menschenkind" zeichnet Charaktere, die alle darum kämpfen, nicht gänzlich an der Bürde der Erinnerung an die Sklaverei zu zerbrechen. Selbst diejenigen, die die Sklaverei nicht mehr selbst erlebt haben (Denver), haben schwer an diesem traurigen und schockierenden Kapitel amerikanischer Geschichte zu tragen. In "Menschenkind" geht es darum, wie die Opfer der Sklaverei den Balanceakt zwischen Verdrängung und Erinnerung vollbringen - oder auch nicht vollbringen. Die Erinnerung ist unbarmherzig permanent präsent und es geht darum, mit dieser Erinnerung umzugehen und trotzdem weiter zu leben. Toni Morrison verlangt viel von ihren Lesern: die Erzählperpektiven wechseln fortlaufend, Rückblenden treten unvermittelt auf, der Inhalt ist teilweise schockierend und grausam und dann taucht auch noch ein fleischgewordener Geist auf. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird ein unvergeßliches Buch lesen, an das er noch lange wird denken müssen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Format: Gebundene Ausgabe
Menschenkind ist Toni Morrisons komplexester Roman, der dadurch aber nicht an Attraktivität verliert. Ganz im Gegenteil, gerade diese Herausforderung macht diesen Roman ganz besonders. Menschenkind entführt uns in die Zeit der Sklaverei im letzten Jahrhundert in den Südstaaten Der Vereinigten Staaten Amerikas und erzählt das Schicksal der jungen Mutter Sethe, einer geflohenen Sklavin. Mehr möchte ich über die Handlung nicht verraten, da sie jeder für sich entdecken sollte. Natürlich ist die Sklaverei das immanente Thema dieses Romans, doch ebenso erfahren wir, welche Konsequenzen sie für Mutterschaft, Mutterrolle und Frauenverständnis jener Zeit hat. Wir erleben Grausamkeiten und müssen herausfinden, daß es für eine Mutter schlimmer ist, wenn ihre Muttermilch gestohlen wird, als ausgepeitscht zu werden. Eine besondere Rolle spielt auch der Geist Sethes verstorbener Tochter und bringt somit das Element der "ghost story" in die Geschichte ein. Sethe versucht die Vergangenheit zu verdrängen, doch in Form des Geistes holt sie sie immer wieder ein. Menschenkind kann ich bestens empfehlen, weil Toni Morrison gemäß der Quilting-Technik eine brillant erzählte Lebensgeschichte webt, die uns in eine Erfahrungswelt entführt, die wir selbst lieber nicht durchmachen möchten. Gleichzeitig hat dieser Roman - zumindest bei mir - die Neugierde geweckt, mehr ünber die Geschichte der Sklaverei erfahren zu wollen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Format: Gebundene Ausgabe
Toni Morisson beschreibt in "Menschenkind" das Alltagsleben in der Zeit der Sklaverei in den Südstaaten der heutigen USA in einer einzigartigen und zugleich faszinierenden Sprache. Die schwierige Thematik wird in diesem Buch wirklich in beeindruckender Weise veranschaulicht. Wer "Menschenkind" gelesen hat, wird, und da bin ich mir sicher, schwarzen Menschen mit viel mehr Respekt gegenübertreten. Eigentlich schade, dass dieses Buch verfilmt wird und dass es bis jetzt nur wenige gibt, die es gelesen haben. Für mich, ein einzigartiges und bewundernswertes, aber auch nachdenklich machendes Werk.
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