Facebook Twitter Pinterest <Einbetten>
Gebraucht kaufen
EUR 3,61
Gebraucht: Gut | Details
Verkauft von super-buecher
Zustand: Gebraucht: Gut
Kommentar: Namenseintrag.
Möchten Sie verkaufen?
Zur Rückseite klappen Zur Vorderseite klappen
Hörprobe Wird gespielt... Angehalten   Sie hören eine Hörprobe des Audible Hörbuch-Downloads.
Mehr erfahren
Dieses Bild anzeigen

Mein Jahrhundert Taschenbuch – 1. April 2001

3.9 von 5 Sternen 37 Kundenrezensionen

Alle Formate und Ausgaben anzeigen Andere Formate und Ausgaben ausblenden
Preis
Neu ab Gebraucht ab
Kindle Edition
"Bitte wiederholen"
Taschenbuch, 1. April 2001
EUR 7,95 EUR 0,30
Unbekannter Einband
"Bitte wiederholen"
EUR 8,00
6 neu ab EUR 7,95 43 gebraucht ab EUR 0,30

Die vier Jahreszeiten des Sommers
Entdecken Sie jetzt den neuen Roman von Grégoire Delacourt Hier klicken.
click to open popover

Hinweise und Aktionen

Es wird kein Kindle Gerät benötigt. Laden Sie eine der kostenlosen Kindle Apps herunter und beginnen Sie, Kindle-Bücher auf Ihrem Smartphone, Tablet und Computer zu lesen.

  • Apple
  • Android
  • Windows Phone

Geben Sie Ihre Mobiltelefonnummer ein, um die kostenfreie App zu beziehen.

Jeder kann Kindle Bücher lesen — selbst ohne ein Kindle-Gerät — mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.



Produktinformation

Produktbeschreibungen

Amazon.de

Redet hier das Jahrhundert selbst? Je mehr man blättert, desto stärker wird die Sogwirkung. Ein schweres Buch. Aber auch wieder sehr leicht. Aber doch wieder so schwer, daß es am liebsten an einem Stehpult gelesen werden möchte. Wie seltsam. Wie schön. Günter Grass schlüpft in Rollen. Behutsam werden wir von ihm durch das zu Ende gehende Jahrhundert geführt, Grass zeichnet es nach -- Jahr für Jahr -- ein Aquarell, eine Geschichte.

Nicht die Großereignisse liegen ihm am Herzen. Es sind die Nebenschauplätze, die er aufspürt, oft scheinbar Unwesentliches, das bei näherer Betrachtung aber schlagartig zur Erhellung des Ganzen beiträgt. Es sind die Sabotagegedanken eines verzweifelten Bordmechanikers während des demütigenden Fluges zur Übergabe des Luftschiffs LZ126 als Reparationszahlung an die Amerikaner 1924. Das Essay über die ideologische Bredouille des linken Lehrerehepaars, dessen Anzeige bei der Polizei 1972 zur Verhaftung Ulrike Meinhofs führte, ist eines der beklemmendsten und feinstbeobachteten in diesem Buch.

Über die furchtbaren Weltkriegsjahre 1914-1918 schwadronieren im edlen Züricher Café die Autoren Remarque und Jünger im Beisein einer jungen Schweizerin. Schnell gerät man sich in die Haare über Stahlhelmqualitäten und Feinheiten des Gaskrieges an der Westfront. Grass läßt das Gespräch Mitte der 60er Jahre stattfinden und plötzlich wird bedrückend klar, wo die Herren noch immer zu Hause sind und es wohl auf immer und ewig sein werden. Die Episode nimmt eine wahrhaft schaurige Wendung, als die junge Eidgenossin in einem kleinen Nebensatz zu erkennen gibt, dieses Gespräch im Rahmen einer Forschungsarbeit für eine der größten Schweizer Waffenschmieden zu führen.

Die Geschichten wollen nicht enden. Es gäbe noch so viel zu erzählen. Von Jankele, dem jüdischen Glaser, der das Panzerglas für Eichmanns Zelle anfertigte und nun im Gerichtssaal über seine getötete Familie reflektiert, und, und, und.

Gegen Ende schlüpft Grass gar noch in Birgit Breuels Kleider. Er konnte nicht anders. Sein Lieblingshaßobjekt. In einer wunderbar entlarvenden Rechtfertigungssuada läßt er die Treuhanddame lamentieren über jenen deutschen Großdichter, der sich erdreistet, sie in seinem geplanten Roman mit der Figur eines anderen Großen, Fontane, zu vergleichen. "Nur weil eine gewisse Frau Jenny Treibel es genau wie ich verstanden hat, das Geschäftliche mit der Poesie zu verbinden. Aber sollte dennoch alles schiefgehen, man hat ja noch den Familienbesitz mit Elbblick!" Dazu Grass´ aquarellierte Hand, aus der Menschlein wie geknickte Streichhölzer rieseln. Getroffen!

Vielleicht läßt der eine oder andere Käufer ja diesmal seine obligate Geschenkidee, "Unser Jahrhundert im Bild" auf dem Wühltisch am Kaufhauseingang liegen. Mein Jahrhundert ist ebenso reich an Bildern, keine Königshochzeiten zwar, aber Geschichten und Aquarelle von einer Kraft, die jeden halbwegs sensiblen Leser so schnell nicht mehr losläßt. --Ravi Unger
Der Text bezieht sich auf die illustrierte Version des Buches -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Verlag über das Buch

»Ein ungewöhnliches Buch. Es ist von allem ein bißchen: Roman, Erzählungen-Sammlung, Geschichtsbuch, Autobiografie. Ein Buch, das Geschichte lebendig macht, gerade – und das will Grass – auch für junge Leser.« Focus

»... dieses verrückte Geschichtenbuch, das ein Geschichtsbuch ist mit phantastischen Kopfgeburten – mal lau, mal listig, mal flau, mal flott und immer wieder witzig und brillant.« Birgit Lahann im ›Stern‹

»Erstaunlich sind und bleiben der Sinn für Gerechtigkeit und das milde Lächeln, die in diesen Geschichten walten und die sich aufs beste mit Talent zur Satire verbinden. Von Altersweisheit müssen wir deswegen nicht gleich reden. Eher trifft zu, daß Günter Grass zu seinen Anfängen zurückgekehrt ist. Eine ähnlich rühmenswerte Gelassenheit hat zu seiner Zeit auch Oskar Matzerath in der ›Blechtrommel‹ bewiesen.« Jost Nolte in der ›Berliner Morgenpost‹

»Hintergründig, ironisch, komisch und bitterernst ist der Ton dieser Erzählungen [...]. Günter Grass macht Geschichte auf originelle und sehr persönliche Weise lebendig.« buch aktuell »Günter Grass gelingt es, im Kleinen das Großeganze zu spiegeln. Er tut das provokant, amüsant und mit bemerkenswert leichter Hand.« Karin Großmann in der ›Sächsischen Zeitung‹

Alle Produktbeschreibungen

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?

Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von Ein Kunde am 10. Januar 2000
Format: Gebundene Ausgabe
Jetzt haben wir es endlich hinter uns, dieses barbarische unmenschliche 20. Jahrhundert, und gehen schon deshalb voller Zuversicht ins 21., weil es gar nicht mehr schlimmer kommen kann. Grass, der große, erspart sie uns nicht, die Toten, die Gequälten, obwohl er, unserer Phantasie freien Raum schaffend, oft nur andeutet, wie verachtenswert manches war. So etwa, wenn er die Jahre des Zweiten Weltkrieges als Kameradschaftstreffen ehemaliger Kriegsberichterstatter auf einer Nordseeinsel passieren läßt. Mit welcher Leichtigkeit der alte Grass noch erzählen kann, verblüffte mich durchaus: Zu meinen Favoriten gehört die Begegnung von Benn und Brecht am Grabe Kleists, die auch die beiden deutschen Staaten und deren Umgang mit Geschichte symbolisiert und trotzdem spannend zu lesen ist (und einfach auch ein bißchen Mitdenken erfordert). Die allerschlechtestens Text entstehen ja immer, wenn ein Autor zu aktuellen politischen Themen Stellung nimmt, Das trifft selbst auf unseren Nobelpreishelden zu: Die Geschichte über Birgit Breuel und die Treuhand, mag sie inhaltlich zutreffen oder diffamieren, literarisch entspricht sie nicht dem Niveau eines Elftklässlers. Ich bin mir sicher, dass ich meinen Söhnen - jetzt eineinhalb Jahre und elf Wochen alt - dieses Buch in die Hand drücken werde, wenn sie mehr über das Jahrhundert wissen wollen, in dem ich geboren bin. Und natürlich werde ich ihnen die illustrierte Fassung geben. Nicht weil Grass mit Farben so gut wie mit Worten malen kann, sondern weil uns ein ganzes Jahrhundert einen Moment der Betrachtung wert sein sollte.
Kommentar 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden
Format: Gebundene Ausgabe
Zur Form: Bilderbögen für lernende Lehrer und Schüler
Grass orientiert sich mit "Mein Jahrhundert" vor dem Hintergrund eines Verlustes der Lesekultur an zwei Zielgruppen. Jugendliche etwa, die eine Lesekultur verlieren, ohne sie kennengelernt zu haben, sind angesprochen. Vermitteln soll dies jedoch die Gruppe der 'lernenden Lehrer': Die scheinbar einfachen Geschichten sind Lesebuchstoff, in der illustrierten Version sind es einzelne Bilderbögen, die insgesamt einen großen Jahrhundert-Bilderbogen ergeben: Vormals gab es den Neuruppiner Bilderbogen, an dem Geschichte in Comic-Manier mit Zeigestock dargestellt und kommentiert werden konnte. Dieses Medium ist ausgestorben. Heute, angesichts des globalen Problems der Zerstörung des Menschen durch den Menschen, könnte Ähnliches der Literatur drohen: Als Nischenphänomen verlöre dieses Gegenmittel seine Bedeutung.
Zum Inhalt: Einzelgeschichten mit Erzählerfehlern
Grass' Ironie, seine Ästhetik der Erzählerfehler, werden unsere Großkritiker wohl nie verstehen: Ulrich Greiner etwa kritisierte, daß der Rollenprosazwang der hundert Geschichten mit ständig wechselnden Erzählern dazu führe, daß in jeder Einzelgeschichte ständig erklärt werden muß, wer was wem wann und warum erzählt. Grass läßt hier tatsächlich sehr viele Fehler 'sich ereignen': Es wären Anfängerfehler, wenn es Fehler wären.
Lesen Sie weiter... ›
Kommentar 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden
Format: Taschenbuch
Ich glaube, das ist das erste Buch von Günter Grass, das ich aus freien Stücken komplett gelesen habe. Wahrscheinlich, weil es aus vielen kleinen Häppchen besteht, die man sich in kleineren oder größeren Portionen einverleiben kann. Jedem der hundert Jahre widmet er einen etwa vier Seiten langen Text, der jeweils von einem bestimmten Ereignis aus der Perspektive ständig wechselnder Personen berichtet. Diese wechselnden Erzähler/innen entstammen recht verschiedenen sozialen Milieus und verwenden daher unterschiedliche Sprachebenen, mitunter auch bestimmte Mundarten. Sie berichten eher selten - quasi live - ihre frischen Eindrücke, oft reflektieren sie eher aus größerem Abstand rückblickend oder gar Erzählungen von Vorfahren aufgreifend. Die berichteten Begebenheiten sind manchmal die großen Ereignisse, die quasi für uns alle mit dem entsprechenden Jahr verknüpft sind (wie meinetwegen der Gewinn der Fußball-WM 1954), mitunter aber auch weniger spektakuläre Dinge wie das erste Sechstagerennen oder der beginnende Siegeszug der Schallplatte. Es kommen Täter und Opfer ebenso zu Wort wie Durchschnittsbürger und Experten; insgesamt entsteht so ein vielstimmiges, multiperspektivisches Kaleidoskop der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, meines Erachtens übrigens keine reine »Geschichte von unten«. Nur auf zwei Weisen weicht Grass unterwegs vom ständigen Wechsel der Stimmen ab.Lesen Sie weiter... ›
Kommentar 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
Missbrauch melden

Die neuesten Kundenrezensionen


Ähnliche Artikel finden