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Masken für ein Massaker: Der manipulierte Krieg: Spurensuche auf dem Balkan Gebundene Ausgabe – 2000

2.5 von 5 Sternen 2 Kundenrezensionen

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"Die ersten Leichen, die in der Dunkelheit zu erkennen sind, sagen uns, dass nicht Menschen, sondern Bestien für Ceausecu gekämpft haben." Der italienische Journalist Paolo Rumiz steht 1989 in Temesvar vor toten Kindern und zweifelt an seinem Job: "Ich stehe da, suche nach schönen Sätzen, während doch nur das Schweigen einen Sinn hätte." Verprügeln will er einen Kollegen, der neben im steht und gar nicht schweigt. Der US-Journalist fragt unablässig potenzielle Zeugen des Massakers: "Have you seen it? Have you seen it?" Rumiz fragt nicht, sondern fragt sich: Genügt nicht der Geruch der Toten, hört der Kollege nicht den Lärm der Schüsse, schmeckt er nicht den bitteren Geschmack des Schmerzes? Doch die toten Kinder stammten aus einer Leichenhalle. Alles inszeniert.

Der Printjournalist zog seine Schlüsse, blieb auf dem Balkan und grub fortan tiefer, als es jede TV-Kamera vermag. Bald durchschaute er immer mehr, konnte sogar Kriegsverläufe exakt voraussagen. Was der Autor nach jahrelanger Recherche in Kroatien, Bosnien, Kosovo zu sagen hat, ist empfindlich selbstkritisch und irritierend stichhaltig. "Jeder unserer Schritte hat nur die Aggressoren begünstigt." Der Westen habe erst eingegriffen, als er durfte -- weil "das Business des Wiederaufbaus" lockte. Die Kriege liest Rumiz als organisierte Kriminalität. Die Vertriebenen seien planvoll und effektiv ausgeplündert worden -- in Folge eines Kommunismus, in dem Privilegierte jahrzehntelang die kleinen Leute ausbeuteten. Und die Kosovo-Katastrophe habe die hiesige Mafia maßgeblich mitverursacht.

Vehement widerlegt Rumiz ethnische Konflikte. Wichtiger sei die Auseinandersetzung zwischen Stadt- und Landvolk gewesen, was schon Diktator Tito ausschlachtete. Rumiz analysiert und erzählt packende Geschichten aus einer Multikulti-Region, wo der Wald noch Räuber hat -- und die immer östlich vom eigenen Standort beginnt. Wo der Balkan liegt? Lichtjahre entfernt oder immer ganz nah, aber nie zu greifen: Jeder meine, östlich von ihm beginne der Balkan. Seine eigene Region sehe man stets als "letzte Bastion" des Abendlands. Warum hat dessen Kultur so grauenhaft versagt? Dieses Buch gibt spannende Antworten. --Frank Rosenbauer

Pressestimmen

"Rumiz hat den Blick eines politisch denkenden Kulturwissenschaftlers, und er schreibt mit der Feder eines aufmerksamen Reporters. Er bietet eine hellsichtige Analyse der Kriege in Bosnien, Kroatien und Restjugoslawien. Jede Passage in diesem Buch ist dicht und durchdacht." (Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel)
"Bedrückend, eindringlich, geradlinig." (G. Fischer, Süddeutsche Zeitung)

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Kundenrezensionen

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Top-Kundenrezensionen

am 18. Februar 2002
0Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Mai 2000
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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