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Maschinenwinter: Wissen, Technik, Sozialismus (edition unseld) Taschenbuch – 20. April 2008

3.6 von 5 Sternen 8 Kundenrezensionen

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

nd Köche geben. Wer aber sagt, dass man sein kurzes Erwerbsleben lang (bis einen die Freisetzung ereilt!) immer nur als Elektrikerin oder als Koch arbeiten muss? Der Gebrauchswert der Maschinen – und Dath ist ein geradezu schwärmerischer Technikfreund! – wäre als "sozialer" zu bestimmen. Arbeitsteilung ist etwas Schönes – nur muss sie eben kein Schicksal sein. Die Verfügung über Software wird über "Türhüter"-Lösungen eingeschränkt. Die transnationalen "Gemischtwarenkonglomerate" schlachten die erworbenen Wettbewerbsvorteile rücksichtslos aus: Geforscht wird einzig in ihrem Auftrag. Patente werden kostspielig entwickelt und aufgekauft. Daths Alternativvorschlag ist eben nicht schwärmerisch: Er verlangt, dass Gesellschaften ihre Regelungsbedürfnisse rational ausmachen. Er sagt: Das Interessanteste, was Menschen herstellen könnten, ist die Menschheit." Ronald Pohl Der Standard

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Dietmar Dath, 1970 geboren, ist Autor und Übersetzer. Er war Chefredakteur der Zeitschrift Spex und von 2001 bis 2007 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, seit September 2011 ist er dort Filmkritiker.
Dietmar Dath veröffentlichte fünfzehn Romane, außerdem Bücher und Essays zu wissenschaftlichen, ästhetischen und politischen Themen, darunter die Streitschrift Maschinenwinter (2008) und die BasisBiographie Rosa Luxemburg (2010). Jüngst ist Dietmar Dath auch als Dramatiker und Lyriker in Erscheinung getreten. Er lebt in Freiburg und Frankfurt am Main.


Kundenrezensionen

3.6 von 5 Sternen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
"Die Menschen müssen ihre Maschinen befreien, damit diese sich (bei den Menschen - dm) revanchieren können." Ein witziger Satz, der als Bildunterschrift ganz am Ende des Buches steht. Das so kommentierte Foto zeigt einen menschenähnlichen Roboter, der in Fesseln gelegt ist, und eine junge, etwas ratlos ihn betrachtende Frau.

Den Leser/die Leserin erwartet in diesem kurzen, gehaltvollen und originellen Büchlein ein Schnelldurchlauf durch Technik, Wissenschaft, Gesellschaft unter dem Gesichtspunkt des seltsamen Umstandes, dass Maschinen (im weitesten Sinne) die menschliche Arbeit erleichtern (faktisch oder potentiell), aber gleichwohl in vielfältiger Weise als (nicht nur eingebildete) Bedrohung empfunden werden.

In verblüffend klarer und überzeugender Argumentation, die viel mythischen Nebel fortpustet, arbeitet der Autor heraus, dass es die sehr spezifische Art der Verfügungsgewalt über diese Maschinen ist, die aus potentiellem Segen oft realen Fluch machen. Er macht klar, dass über eine andere Art der Verfügung, nämlich eine wirklich gesellschaftliche und planmäßige nachgedacht werden muss, wenn man aus den Mystifikationen und realen Widersprüchen der bestehenden, modernen oder pseudo-modernen Gesellschaften herauskommen will. Trotz kleiner Schwächen, wenn der Hebel gar zu grob angesetzt wird, ein ausgesprochen anregendes Buch.

Von dem orthodoxen Marxismus, ja Leninismus, dem der Autor in mehrfacher Hinsicht seine Reverenz erweist, trennt ihn die Ablehnung dessen Annahme von Zwangsläufigkeit in der geschichtlichen Entwicklung.
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Format: Taschenbuch
Dath setzt sich in dieser Schrift mit der kapitalistischen Gesellschaft auseinander. Kriterium ihrer Beurteilung soll jedoch nicht die zufällige Moral, sondern die notwendige Vernunft sein. Es geht Dath um eine vernünftige und funktionierende Gesellschaft. Was das für eine Gesellschaft ist, wird von ihm darauffolgend ausbuchstabiert.

Die Abhandlung ist in mit kurzen Stichworten gekennzeichnete Abschnitte unterteilt, die jeweils die Gedanken der Autors zu einem jeweiligen Problembereich ausdrücken. Ihr Stil ist dabei eher essayistisch-assoziativ als schulmäßig-deduktiv zu nennen. Die Kapitel enthalten Gegenwartsdiagnosen und -analysen, Forderungen, Zukunftsprophezeihungen und Begriffsdefinitionen und - deutungen. Über die Abhandlung verstreut werden Begriffe definiert wie "Geschichte" (S. 25), "Klasse" (S.27, S.122), "Klassenkampf" (S.27), "Klassenbewusstsein" (S.29), "falsches Bewusstsein" (S.29), "Aufklärung" (S.31), "Menschenwürde" (S.36), "Menschen" (S.70) und "Fortschritt". Den Gedankengängen ist nicht immer leicht zu folgen, die Ausführungen, vor allem mit ökonomischer Thematik, sind zuweilen für den Nachvollzug durch den (Laien-) Leser zu knapp gehalten.

Für Dath ist die Gegenwart dadurch gekennzeichnet, dass die bürgerliche Gesellschaft die Gewährung sozialer Sicherheit einschränkt und allein die Familie als soziales Sicherungssystem zurückbleibt.
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Format: Taschenbuch
Seltsame Einwände provoziert dieses Buch: Ein Leser vergleicht den Autor Dath mit Bernstein, weil Dath ihm nicht leninistisch genug ist; der andere holt den alten Ludwig von Mises aus der Mottenkiste, weil er nicht gemerkt hat, dass Dath gerade dessen grobe und stumpfe Verteidigung des Kapitalismus in diesem Buch schön beiläufig vernichtet, ohne sich dabei freilich allzu ausführlich aufzuhalten. Und dass man einem Autor als Fehler vorwirft, er vertrete eine andere Vorstellung von Geldwert als die der VWL-Religion unserer Zeit, ist schon lustig, wenn doch gerade die Ablehnung dieser VWL-Religion im Mittelpunkt des Buches steht.
In Wirklichkeit ist 'Maschinenwinter' eine hervorragend geschriebene, sehr leicht zugängliche Abhandlung, klar genug, dass man sie leicht als Strandlektüre zum Badesee mitnehmen kann. Auf 130 Seiten bringt Dath seine Gedanken in 34 Kapiteln, die jeweils einen Kerngedanken umfassen, näher. Dass in diesem Text unbedingt eine Auseinandersetzung mit dem Thema Technik erfolgt, wie der Titel nahelegt, liegt nicht etwa an einem Hang des Autors zur Maschinenstürmerei. Dath will uns nicht erzählen: 'Maschine besser' und 'Leben schlechter', folglich 'Maschine schlecht'. Im Gegenteil, nicht die Maschinen sind die Ursache, nicht die Technik, die alles beschleunigt und den Menschen das Gefühl gibt, instrumentalisiert zu werden. Es sind Menschen, die die Maschinen besitzen. Es geht also nicht um die Abschaffung von Maschinen. Das Problem ist, dass die Autonomie, also die maschinelle Arbeitserleichterung als Versprechen für den modernen Menschen, aus der Hand gegeben wurde. Die Menschen sollen die Maschinen befreien, damit die wieder das tun, wozu sie erschaffen worden sind: den Menschen das Leben zu erleichtern. Wenn man nur ein Buch zum Thema 'Wie tot ist eigentlich der Fortschritt?' lesen möchte, so nehme man sich dieses Bändchen.
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