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Marias Testament. Roman Gebundene Ausgabe – 24. Februar 2014

4.2 von 5 Sternen 18 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Colm Tóibín wurde 1955 in Irland geboren. Bereits sein erster Roman Der Süden (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Danach erschienen Flammende Heide (1996) und bei Hanser Die Geschichte der Nacht (Roman, 1999), Das Feuerschiff von Blackwater (Roman, 2001), der Henry-James-Roman Porträt des Meisters in mittleren Jahren (2005), Mütter und Söhne (Erzählungen, 2009), Brooklyn (Roman, 2010) und Marias Testament (Roman, 2014). Seine Bücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.?a. dem IMPAC-Preis.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Dieser wunderbare und beeindruckende kurze Roman des irischen Schriftstellers Colm Toibin erzählt die Geschichte Jesu auf eine ganz andere Art, wie wir sie aus den Evangelien kennen, ohne deren Überlieferung zu verfälschen oder die dort berichteten Ereignisse auch nur einen Moment lang anzuzweifeln.

Erzählerin ist die Mutter Jesu, Maria, die viele Jahre nach dem Kreuzestod ihres Sohnes Jesus in Ephesus wohnt, wohin sie nach der Kreuzigung mit Hilfe einiger Jünger geflohen ist.

Seit einiger Zeit bekommt sie regelmäßig Besuch von zwei Männern, deren Auftreten und Verhalten sie als unverschämt empfindet. Sie wollen, indem sie Marias Erinnerung manipulieren, sie in die frühchristliche Legendenbildung um sein Leben und seinen Tod einbinden. Doch sie weigert sich, sich an Ereignisse und Fakten zu erinnern oder sie zu bestätigen, die es gar nicht gegeben hat. Stattdessen erinnert sie sich für sich selbst (und den von dieser Prosa ebenso begeisterten wie erschütterten Leser), wie sie das damalige Geschehen um ihren Sohn erlebt hat.

Als sie einen Hinweis erhält, die Verhaftung ihres Sohnes stehe kurz bevor, reist sie nach Kana, wo sie Jesus bei einer Hochzeit weiß, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen, nach Jerusalem zu gehen, in seinen sicheren Tod. Sie liebt ihren Sohn, hält wohl auch seine Wundertaten für real – sogar die Auferweckung des Lazarus wird ohne kritischen Unterton berichtet – doch das Gerede, er sei der Messias, nimmt sie nicht ernst. Im Gegenteil, je mehr Jesus in seiner Rolle als Prophet und Wundertäter aufgeht, desto fremder wird er ihr. Von der wachsenden Gruppe seiner Anhänger ganz zu schweigen.
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Angenehm: Keine "Himmelskönigin", keine "Madonna mit feinen Kleidchen und Krönchen auf dem Haupt", nichts "Heiliges" oder gar eine Göttin, nein, eine einfache Frau in ihrer persönlichen Lebenssituation, eine "normale" Mutter, welche bescheiden, zurückhaltend lebt und eher ängstlich besorgt um ihren Sohn ist. Umfeld und Familie werden nicht näher beschrieben und doch entsprechen die Fundamente der Geschichte den Überlieferungen der Bibelgeschichte. Es scheint, dass Maria sich wenig um den "heiligen" Weg ihres Sohnes und seiner Mitstreiter kümmert sondern wie jede Mutter um das Wohl ihres Sohnes bangt.
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Format: Gebundene Ausgabe
Wie sehr wir uns doch an Wahrheiten gewöhnen, die vielleicht gar keine sind. Den Kreuzestod Jesu einmal aus der Sicht der Mutter erzählt zu bekommen, überrascht und irritiert. Diese ganz andere Wahrheit lässt die uns so vertraute christliche Auslegung fragwürdig werden. Marias Testament ist ein ganz leises, sanftes und nachdenkliches Buch. Es erhebt die Stimme derjenigen, die am Tod naher Menschen leiden und sich nicht damit abfinden können, dass Menschen für eine politische oder religiöse Idee sterben müssen. Das Buch erhebt die mitfühlende menschliche Stimme in uns, die sagt, dass nichts auf der Welt Wert hat, wenn Menschen dafür sterben müssen.

Maria erzählt das Geschehen einige Jahre nach dem Kreuzestod des Sohnes. Auch wenn andere ihr einreden wollen, Jesus sei der menschgewordene Sohn Gottes. Sie kann nicht anders denn als Mutter fühlen und urteilen: kein Sohn Gottes, sondern ihr eigenes leibliches Kind, ein Teil ihres eigenen Fleisches und Blutes endete sinnlos und grausam am Kreuz. Wo andere Heil sehen, empfindet sie allein den Schmerz der ungeheueren Grausamkeit des Lebens. Wer will es ihr verdenken und wer die Wahrheit einer Mutter, dem der Sohn genommen wurde, abstreiten?

Maria ist in der Erzählung eine realistische-anpackende und lebenskluge Frau. Sie erkennt das Grauen, dass sich abspielte. Sie sieht die Dummheit und Grausamkeit, wann immer sich mehr als zwei Männer zusammen tun. Sie weiß, dass der Sohn ihr verloren ging als er wie alle anderen Söhne aufgesogen wurde von einer Welt fernab des engen Elternhauses. Sie bezeichnet die Gruppe, mit denen er umherzieht als eine Horde von Nichtsnutzen.
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Von Jules Barrois TOP 500 REZENSENT am 15. August 2014
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Dieser Roman besteht aus einem einzigen langen Monolog Marias, der Mutter eines Sohnes, dessen Name nie genannt wird.
Lange Jahre, nachdem Christus am Kreuz gestorben ist, will die Mutter Jesu von der Heiligkeit ihres Sohnes noch immer nichts wissen. Seinen Wundern gegenüber ist sie skeptisch und den Schmerz über seinen Verlust hat sie nie überwunden. Jetzt ist sie alt, vermutlich über 70 Jahre, lebt in Ephesus. Seit einiger Zeit bekommt sie regelmäßig Besuch von zwei Männern, die sie befragen und sie in die frühchristliche Legendenbildung um das Leben Jesu und seinen Tod einbinden wollen. Sie soll nur das erzählen, was diese Männer hören wollen, nicht, was sie erlebt hat. Doch sie weigert sich, sich an Ereignisse und Fakten zu erinnern oder sie zu bestätigen, die es gar nicht gegeben hat.
So erzählt sie ihre Geschichte sich selbst: Es ist ihre Geschichte und zugleich die Geschichte ihres Sohnes, der nach vielen ungewöhnlichen Vorkommnissen eine immer größere Gefolgschaft bekommt, und so ein Dorn im Auge der alten aber auch der neuen Obrigkeit wird. Dabei entfernt er sich immer weiter von seiner Mutter. Trotzdem liebt sie ihn mit der verzweifelten Liebe einer Mutter. Aber vor seinem qualvollen Tod kann sie ihn nicht retten. Und ihre Liebe zum eigenen Leben ist schlussendlich größer als die Liebe zu ihrem Sohn
Es ist die Geschichte der Mutter Jesu aus ihrer eigenen, klaren, kritischen Perspektive, aus der heraus der Rummel um ihren Sohn merkwürdig und besorgniserregend wirkt. Sie erzählt ehrlich sich selbst gegenüber - von ihrer ganz persönlichen Trauer, ihrer fehlenden Frömmigkeit und ihrem Eigensinn.
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