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Kundenrezensionen

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am 4. November 2002
Chrisitan Ditfurths Roman "Mann ohne Makel - Stachelmanns erster Fall" habe ich verschlungen.
Ditfurth ist es gelungen, auf der Höhe der NS-Forschung (Kumpanei der Finanzämter und der Bürger beim Ausrauben der Juden vor ihrer Vernichtung) einen packenden Krimi zu schreiben, der keinerlei
dramaturgische Mängel (ohne Makel) aufweist.
Ein winziger Wermutstropfen: Ich habe mich am Gebrauch des Worts "ausrotten" im Kontext zu Menschen, hier: der Familie Hollers, gestört. Seit dem "Wörterbuch des Unmenschen" sollte man im Unterschied zur Nazidiktion dafür „auslöschen" oder „vernichten" benutzen.
„Mann ohne Makel" ist rundum lesenswert. Hoffentlich stöbert „Co-Kommissar" Dr. Stachelmann weiter in seinem Aktenstapel mit Belegen aus der NS-Zeit und fördert weiteres Unrecht - mit Hilfe des Autors Ditfurth - zutage.
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am 5. März 2006
"Mann ohne Makel" ist ein Krimi ohne Makel: der Plot ist interessant (Familie eines unbescholtenen Hamburger Maklers wird peu à peu ausgemerzt), die Geschichte ist klug verwoben, hat spannende Wendungen und ein überraschendes Ende, und die Charaktere sind weit ab vom Krimi-Mainstream angesiedelt und werden während der Geschichte gut entwickelt.
Was mir besonders an den Personen gefällt: sie sind alle gut vorstellbar, griffig, lebensecht. Das färbt auch auf die Geschichte ab. Sie wirkt zu jedem Zeitpunkt realistisch. Die Figur Stachelmann ist derart hart an der Realität angesiedelt, dass jedem, der schon mal eine deutsche Universität von innen gesehen hat, sofort jemand einfällt, der Stachelmanns Bruder im Geiste sein könnte.
Ein Action-Krimi ist "Mann ohne Makel" sicher nicht. Liebhaber dieses Genres wären enttäuscht. Leser von Krimis, die mehr in Richtung: "Gut Ding will Weile haben" gehen, sind mit "Mann ohne Makel" bestens bedient und gut unterhalten.
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am 2. November 2009
Vorweg: Das war eines jener Bücher, die ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, so hat es mich gefesselt. Und das obwohl ich lange Zeit überlegt habe es überhaupt zu lesen, denn manchmal bin ich die 2. Weltkriegsgeschichte - insbesondere deren Ausschlachtung - leid.

Zum Buch:
Der Hauptakteur ist glaubhaft und - gerade durch seine Schwächen - sehr menschlich. Er wirkt absolut sympathisch, auch wenn er nicht immer alles richtig macht. Und ein Historiker ist einfach mal was anderes.
Der Plot ist gut. Das Buch fesselt vom ersten Augenblick an und steigert sich so sehr, dass man es am Liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Handlung ist gut durchdacht und baut logisch aufeinander auf. Auch gerade mit dem Hintergrund der Kriegsverbrechen ist das Buch für jedermann gut verständlich. Es wird so viel Hintergrundwissen geliefert, dass alle Fragen beantwortet werden, aber nicht zu viel um dem Fortgang der Handlung zu schaden.
Auch der Abschluss des Buches ist gut. Er kommt nicht zu plötzlich oder ist gar an den Haaren herbeigezogen. Man wird langsam darauf zugeführt, beginnt schon was zu erahnen, um dann am Schluss doch noch mit überraschenden Facetten überrascht zu werden.
Die Sprache ist gut und es ist flüssig und schön geschrieben. Weder abgehackt noch verschachtelt.
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am 3. Januar 2003
Sehr realistisch schildert Christian von Ditfurth das Leben an einer Universität. Kein Wunder, arbeitet der gelernte Historiker doch selbst an der Uni Hamburg. Hier lässt Ditfurth zum Teil auch seinen Krimi "Mann ohne Makel" spielen. Die Hauptfigur, Dr. Josef Maria "Jossi" Stachelmann, arbeitet am Historischen Seminar. Stachelmann, nach einer herausragenden Dissertation zum Dritten Reich mit großen Erwartungen bedacht, schiebt seit einigen Jahren seine Habilitationsschrift zum KZ Buchenwald vor sich her. Er schlägt sich stattdessen mit wenig motivierten Studierenden herum; allein zwei Studentinnen blitzen aus der grauen Masse hervor, beide allerdings sind vor allem an Stachelmann selbst interessiert. Eine von ihnen unternimmt gar einen Selbstmordversuch, um Stachelmanns Aufmerksamkeit zu erregen. Dieser lässt sich jedoch lieber von einer Doktorandin umgarnen.
Doch Proseminare und Rendezvous bilden nur die Nebenschauplätze in diesem überraschend guten und abwechslungsreichen Krimi. Vor allem wird Stachelmann vom ehemaligen Studienkollegen Ossi (mittlerweile Kriminalkommissar) in die Aufklärung einer Mordserie einbezogen. Offenbar will jemand die gesamte Familie des hoch angesehenen Maklers Holler ausrotten. Die Ehefrau ist bereits erschlagen, zwei Kinder mit Zyankali vergiftet - es bleiben nur noch ein Sohn und Maximilian Holler selbst. Die Zeit drängt also, zumal ebenfalls eine Polizistin getötet wurde, und eine zunächst nur laue Spur führt direkt in die Vergangenheit: Bei der getöteten Polizistin wird ein Spiegelartikel über die SS-Totenkopfverbände entdeckt. Den möglichen Zusammenhang zur Mordserie soll der Historiker Stachelmann erforschen, eine akademische Aufklärung sozusagen.
Da forscht man gerne mit und lässt sich im steten Wechsel in die Gedankenwelten Stachelmanns, Ossis und des Mörders entführen - und schon jetzt freut man sich auf Stachelmanns zweiten Fall.
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am 29. Dezember 2011
"Mann ohne Makel" spielt in Hamburg. Der HistorikerJosef Maria Stachelmann wird in einen Mordfall verwickelt. Ein Killer tötet die Mitglieder der Familie des angesehenen Hamburger Maklers Holler. Die Polizei um Kommissar Winter findet keine Spuren. Da wird eine Kollegin von Winter ermordet. Sie hatte herausgefunden, dass das Motiv der Morde in der Vergangenheit liegen könnte. Hatte Holler, der "Mann ohne Makel", "Dreck am Stecken?" Winter bittet Stachelmann, dessen Forschungsgebiet das Dritte Reich ist, um Mithilfe. Dies erweist sich für Stachelmann als sehr gefährlich, denn plötzlich ist der Mörder auch hinter ihm her...

Mit Josef Maria Stachelmann, den Versagensängste plagen, hat Christian von Ditfurth einen durchaus sympathischen Anti-Helden geschaffen, der Realitäten und Rivalitäten des (Hamburger?) Uni-Alltages offenlegt. Möglicherweise handelt es sich bei Stachelmann um ein "Alter ego" des Autors, der selber Historiker und Schriftsteller ist.

Ich habe "Stachelmanns ersten Fall" zu Weihnachten gelesen und fand ihn spannend. Das Thema - Verstrickung des "normalen" Bürgers in die nationalsozialistische Diktatur - interessierte mich. Unter diesem Aspekt ist der Krimi als historischer Roman wirklich informativ. Leider gilt dies nicht für den Plot als solchen, der - vor allem in der zweiten Hälfte und in seiner Auflösung - aus meiner Sicht zu konstruiert wirkt. Sicherlich können "einfache Lösungen" mit dem Etikett "vorhersehbar" versehen sein und werden möglicherweise aus diesem Grund verworfen. Doch der Preis für "unvorhersehbare" Auflösungen kann sein, dass solche Lösungen realitätsfern und zu konstruiert wirken. Dies ist meiner Meinung nach hier leider der Fall. Mehr kann hier nicht verraten werden, um die Spannung für all diejenigen, die den Krimi noch lesen wollen, nicht zu verderben. Glaubwürdige Charaktere und ein packendes Thema - Verstrickung in Verbrechen des sogenannten "Dritten Reiches" - gleichen diesen Mangel m.E. aber aus. So bin ich gespannt auf die weiteren Fälle des Hamburger Professors, die ich sicherlich mit Genuß lesen werde.
Für spannende Krimiabende daher empfohlen.
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am 16. November 2002
Das ist ja mal was Neues: Ein Historiker wird zum Detektiv. Kein Wunder, dass die Lösung des Falls in der Vergangenheit liegt. Ditfurth hat für seinen Krimi sehr überzeugende Figuren geschaffen, vor allem seinen Protagonisten Stachelmann. Selbst wenn die Geschichte nicht so spannend wäre, würde man gerne mehr aus dem Leben dieses Manns erfahren, er ist schwach und stark zugleich. In dem Buch gibt es keine Länge, aber viele Überraschungen. Es gibt Tragisches und eine Menge Witziges, die Beschreibung der Universitätsszenerie ist umwerfend. Ein brillantes Buch, das nur eine Frage aufwirft: Wann kommt Stachelmanns zweiter Fall?
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am 6. Januar 2003
Dem Autoren Christian v. Ditfurth, studierter Historiker und damit intimer Kenner universitären Alltags, gelingt eine einigermassen unterhaltsame Jagd nach einem - oder sind es letztlich doch verschiedene - Mörder zweier Kinder, einer Frau und eines alten Mannes. Ditfurths alter Ego, Josef Maria Stachelmann, ein sich in Selbstzweifeln und hypochondrischen Anfällen ergötzender Habil-Kandidat des Historischen Seminars, und sein alter linker Mitstreiter und Studienfreund Ossi Winter, inzwischen in Diensten der Mordkommission, dringen dabei immer tiefer in eine weit mehr als 50 Jahre zurückliegende Verstrickung von Nazi-Schergen in Polizei und Wirtschaft vor. Bedauerlich langatmig und mit wenig sprachlichem Geschick erstreckt sich Ditfurths literarischer Einstieg. Bis sich der Leser doch auf eine zunehmend interessantere Geschichte einlassen kann, streichen mehr als 50 Seiten an ihm vorbei. So fällt dem abschweifenden Leser eher ins Auge, dass verschiedene Akteure gleichlautende Beschreibungen für Dinge verwenden, die in ihrer Übereinstimmung eher auf die Einfallslosigkeit des Autoren verweisen, denn die scheinbar allgemeine Begrifflichkeit dokumentieren. Beispielhaft bezeichnen unterschiedliche Figuren, die charakterlich sonst keinerlei Übereinstimmung zeigen, die Hamburger Morgenpost als "Mottenpost". Obgleich diese Verballhornung dem Autoren lieb sein mag, dürften Personen aus höchst verschiedenem sozialen Milieu nicht jeweils diese Worte wählen. Auch engen sich die Profile ein, wenn der Autor stets die gleichen Formulierungen wählt, die manchmal unpassend, manchmal angesichts der beschriebenen Person geradezu belustigend wirken - so "schalt" sich ein Polizeibeamter wie ein Taxifahrer für eigenes Verhalten. Charakterliche Studien, etwas jüdischen oder alt-nazistischen Verhaltens, fehlen ganz. Man mag dies alles übersehen, aber es bleibt zunächst das größte Makel des Buches, nicht von sich aus auf den eigenen Inhalt zu verweisen. Den Bogen der Spannung auf ein Niveau starke Rauschens, aber kaum anregenden Knisterns zu führen, gelingt dann dennoch. Wiederum der Abschluss ist es, der unbefriedigt formuliert bleibt. Auch sind einige der frühen Handlungsstränge, die wenig meisterlich im Satz durch punktierte Linien verwoben sind, plötzlich in einem Nebensatz erledigt und wirken dadurch wenig geplant. Bemüht, auf Wallanders Spuren durch Hamburger Strassen statt auf schwedischen Pfaden zu recherchieren, sind Ditfurth und seinem Stachelmann die Schuhe Mankells doch einige Nummern zu groß. Unterhaltsam für kalte Winterabende, manchmal zu sehr ein Stück konstruierter Zeitgeschichte mit historischen Verweisen und Interpretationen weit abschweifender Nebenschauplätze wie Kommentaren zu Goldhagen und anderen. Ein Blick auf bis heute ungeklärte Schuld und Verstrickung tut Not, nur Ditfurth gelingt er nicht sonderlich mitreißend.
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am 8. März 2016
Meinen ersten Stachelmann habe ich durch puren Zufall gefunden und nach ein paar Seiten war mir klar, dass ich weiterlesen muss. Es ist sehr gut ge- und beschrieben und mit der Zeit lernt man die Macken des Protagonisten einfach lieben. Es liest sich so flüssig, dass ich ruck-zuck schon das zweite Buch gekauft habe - bestimmt auch nicht der letzte... :o)
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HALL OF FAMEam 1. August 2006
"Mann ohne Makel" (KiWi 826 - Erstauflage 2002) ist das erste Buch von Christian von Ditfurth mit dem Historiker Josef Maria Stachelmann. Dieser - in Lübeck lebend und an der Hamburger Universität am Historischen Seminar arbeitend - beschäftigt sich insbesonders mit der jüngsten deutschen Geschichte und droht als Wissenschafter an seiner - wie es scheint unvollendet bleibenden - Habilitationsschrift zu scheitern. Da trifft er seinen ehem. Studienkollegen aus Heidelberg Oskar Winter, Ossi genannt und nunmehr Kommissar. Das Gespräch kommt auf den Fall, in dem Ossi gerade ermittelt. Valentina, die 6-jährige Tochter des reichen und angesehenen Immobilienmaklers Maximilian Holler war vergiftet worden. Es tat sich bislang kein Motiv auf. Und es gibt auch keine Spur, die zum Mörder führen könnte. Dazu kommt, daß die Mutter des kleinen Mädchens und ihr Bruder ebenfalls - im Jahresabstand - ermordet wurden. Stachelmann weiß, daß ihm der Name Holler schon einmal untergekommen ist, weiß jedoch nicht mehr in welchem Zusammenhang. Ulrike Kreimeier, eine Kollegin Ossis und ebenfalls in die Ermittlungen eingebunden wird - nachdem sie offenbar etwas über eine Verbindung von Holler und der SS herausgefunden hatte - ermordet. Da Stachelmann sich mit der SS intensiv befaßt hatte, wird er in die Morduntersuchung mit einbezogen. Und damit beginnt - eingebunden in den Fortschritt bei den Ermittlungen - ein packender Rückblick auf Nazi- und Nachkriegszeit. Gemeinsam können Ossi und Jossi, wie dieser Stachelmann ruft, schließlich den mysteriösen und weit in die Vergangenheit reichenden Fall lösen. Insgesamt ein spannender Roman mit einem interessanten Plot, der auch die jüngste Vergangenheit mit einbezieht.
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am 5. April 2015
Das Buch ist schon recht spannend, der geschichtliche Hintergrund passt gut zur Story, obwohl am Ende doch recht unglaubwürdig, die Hamburg-Bezüge gefallen mir gut. Aber der Ermittler (Historiker Stachelmann) ist etwas mühsam zu ertragen, seine Krankheit und seine beruflichen Schwierigkeiten treten zu sehr in den Vordergrund, ansonsten wird er nur wenig entwickelt, die Beziehung zum Vater bspw. wirkt aufgesetzt. Auch die anderen Charaktere bleiben eher blass, die Frauengeschichte(n) finde ich infantil. Dazu die vielen Wiederholungen, also ich werde die anderen Stachelmann-Krimis nicht lesen.
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