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Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel: Roman Gebundene Ausgabe – 22. Februar 2010

4.2 von 5 Sternen 47 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Das Buch wird für Furore sorgen, es hat viele Leser verdient, weil es deutsche Geschichten seriös heiter zu erzählen versteht.« (NDR Kultur)

»Das Besondere und Sympathische an seiner Geschichte sind die liebevoll ausgemalten Details und die große Zahl origineller Charaktere, die sie bevölkern.« (Die Welt)

»Moritz Rinke verknüpft seine erfundene Familiengeschichte auf geschickte Weise mit der Historie des realen Kunst-Worpswede.« (Die Zeit)

»Seit Dürrenmatt hat keiner so die Farce als Wahrheit und die Wahrheit als Farce erfasst.« (Frankfurter Rundschau)

»Stets gibt es noch ein Anekdötchen, einen Anruf, eine Nachricht, eine Wendung oder einen Appendix. Dieser Erzähler hat immer noch eine Karte im Ärmel.« (Die Welt am Sonntag)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Moritz Rinke, geboren 1967 in Worpswede, studierte »Drama, Theater, Medien« in Gießen. Seine Reportagen, Geschichten und Essays wurden mehrfach ausgezeichnet. Sein Stück Republik Vineta wurde 2001 zum besten deutschsprachigen Theaterstück gewählt und 2008 für das Kino verfilmt. Im Sommer 2002 kam bei den Fest spielen in Worms Rinkes Neudichtung der Nibelungen zur Uraufführung, die in den Folgejahren auf der Bühne und im Fernsehen ein Millionenpublikum fand. Sein Stück Café Umberto wurde bereits an zahlreichen Theatern gespielt und ist Bestandteil einiger Lehrpläne.2010 erschien sein Debütroman »Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel«, der zum Bestseller wurde. Zuletzt erschien Also sprach Metzelder zu Mertesacker . Sein neues Theaterstück Wir lieben und wissen nichts ist eines der erfolgreichsten Dramen der letzten Jahre und wird an über 30 Bühnen gespielt.Moritz Rinke lebt und arbeitet in Berlin.



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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Moritz Rinke, einer der erfolgreichsten Dramenautoren Deutschlands, hat mit "Der Mann der durch das Jahrhundert fiel" seinen ersten Roman vorgelegt. Die tragikomische Familiengeschichte ist auch ein spannender Krimi. Nebenbei bietet das Buch eine kleine Kunst- und Kulturgeschichte der bekanntesten deutschen Künstlerkolonie Worpswede und gleichzeitig eine geschichtliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus dort.

Paul Wendland, ein erfolgloser Galerist eines blinden Malers aus Berlin, kehrt nach Worpswede, dem Ort seiner Kindheit zurück, um sein Erbe, das Haus seines Großvaters, vor dem Versinken im Teufelsmoor zu retten. Dort wohnt Pauls Cousin, der Buchweizenpfannkuchen bäckt und Liebesbriefe an Frauen schreibt, die er auf "landflirt.de" kennenlernt. Da dieser geistig behindert geboren wurde, wurde er vom Großvater nicht als Vollmitglied der Familie Kück anerkannt und erhielt kurzerhand den Namen Null-Kück. Pauls Großvater war der Bildhauer Paul Kück, der Büsten berühmter Persönlichkeiten wie Max Schmeling, Heinz Rühmann und Willy Brandt modellierte und in Bronze goss. Das Haus ist voll skurriler Utensilien, die die Familie mit der großen (Kunst-) Geschichte Deutschlands verbindet. Da ist der Rilke-Topf, den Pauls Großmutter angeblich von Rilkes Frau Clara geschenkt bekam, und in dem sie immer Linsensuppe kochte ebenso wie ein Stück Butterkuchen, das Willy Brand anbiss aber nicht zu Ende aß, weil eine Staatsaffäre ihn zurück nach Bonn rief. Doch nach und nach gibt das Moor nicht nur des Großvaters nationalsozialistische Verstrickungen preis, sondern offenbart auch eine Familientragödie und mindestens ein Verbrechen.
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Format: Taschenbuch
Der erfolglose Galerist Paul kommt aus Berlin in seinen Geburtsort Worpswede, weil das frühere Wohnhaus der Familie im Moor zu versinken droht. Die Rettungsversuche scheinen zunächst erfolgversprechend. Doch das Moor verschluckt nicht nur Dinge, es gibt auch manche wohl entsorgt gedachte Altlast wieder frei. Und so entwickelt sich eine skurrile Familiengeschichte, die die Verstrickungen mancher Worpsweder Künstler in der NS-Zeit ebenso aufdeckt wie sie die selbstverliebte Kunstszene persifliert, selbstgerechte Alt-Achtundsechziger entlarvt und schließlich sich zu einem Krimi entwickelt, der ein schauriges Geheimnis lüftet. Das alles ist locker geschrieben und wird nie langweilig. Der Schluß ist offen genug für eine Fortsetzung.
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Es ist ein wundervolles Buch. Moritz Rinke, kannte ich bis dato nur durch seine Nibelungen und durch Kolumnen und Kurzgeschichten. Es ist sein erster Roman und die Langstrecke hat er wirklich bravorös gemeistert.

In Paul Wendland-Kück sehe ich jemanden, der durch die Halbwahrheiten, Legenden und Lügen der Vergangenheit, mit der aufgewachsen ist, gehindert wird, seine Zukunft anzugehen. Er ist ein ziemlicher Träumer. Einer der immer aufs falsche Pferd setzt. Sei es bei Frauen oder beruflich. Selbst von Teneriffa aus, per Billig-Telefon-Tarif, hält ihn seine Mutter mit Salatsendungen und Gesprächen, in denen sie. von keinerlei Logik behindert, ihre Forderungen vertritt, in Atem. Er kommt einfach nicht los von dem Kückschen Erbe, das ihm in Berlin auch wenig nützt. Für den Erhalt des Hauses setzt er sich nur auf müttlerlichen Befehl hin ein und um es endlich verkaufen zu können. Was ein wenig schwierig werden würde, weil sein leicht debiler Onkel ' 'Nullkück' ' genannt, in dem Haus lebt, es in Ordnung hält, Liebesbriefe an einsame Frauen im Umland verschicht und Buchweizenpfannkuchen backt. Die Herkunft dieses Onkels ist für Paul immer ein Rätsel. Alle Berechnungen ergeben, das er anscheinend von einer unfruchtbaren Frau geboren und von einem toten Vater gezeugt wurde.

Doch mit der eventuellen Nazivergangenheit der Kücks, kommen auch die Schweinereien innerhalb der Familie aufs Tapet. Letztlich klärt sich sogar, was mit der 'Schönen Marie ' der leuchtenden Frau, dem Mackensen-Modell, passiert ist.

Der ganze Roman ist sehr szenisch geschrieben. Man merkt die Theaternähe des Autors und seine Liebe zur Sprache. Die Figuren sind unglaublich farbig.
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Format: Taschenbuch
Aber trotzdem lesenswert!

Als das Elternhaus droht, im Moor zu versinken, muss sich Paul aus dem fernen Berlin aufmachen, dies aufzuhalten. Doch anstatt eine baulichen Rettung zu koordinieren, entwickelt sich eine kuriose Geschichte, geheimnisvoll, nordisch kühl mit herrlich trockenem Witz und einer durchaus unerwarteten Wendung. Ein bisschen Krimi mit viel Melancholie und eine parallel zur Jetztzeit erzählte Geschichte aus der Vergangenheit sind der rote Faden durch das Buch - durchweg gut zu lesen, aber wie erwähnt manchmal etwas zäh.
Glücklicherweise beschreibt Herr Rinke die Gedanken des Protagonisten Paul so hervorragend, dass man doch weiterlesen möchte. Aber vielleicht liegt es auch an dem sich entwickelnden Mitgefühl des Lesers zum letzten Bewohner des versinkenden Hauses, dem mental gehandicapten Nullkück?

Aber egal warum - die Geschichte hat "Etwas"!

Fazit: Eine tragische Familiengeschichte im Teufelsmoor, mit teilweise sehr verworrenen menschlichen Beziehungen, unerwarteten Ereignissen und einem doch sehr nordisch-angenehmen Humor.
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