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am 11. Januar 2016
Schwerpunkte dieses Romans bilden drei Themen, mit welchen der Hauptcharakter (Joop) konforntiert wird:
- der Tod seiner Tochter
- die Bitte um Unterstützung seines Freundes in einem Spionagefall
- die Seelenwanderung einer früheren Freundin

Wird der erste Punkt noch auf eine interessante Art und Weise dargestellt, wobei man Einblicke in das seelische Leben von Joop erhält, so ist der Spionagefall insgesamt eher langweilig, Anfangs existiert eine gewisse Spannung, bis das Ganze aber ins Rollen kommt, ist der Roman schon bei der Hälfte, und auch dann ist der Verlauf eher träge. Auch die Seelenwanderung der Freundin, wo es um eine frühere Existenz im Leben geht, konnte mich persönlich nicht begeistern, ein paar erotische Passagen tragen auch nicht zu einer Verbesserung bei. Zudem wird andauernd in die Vergangenheit zurückgeblickt, wodurch alles etwas verwässert.

Fazit: ein Roman, welcher mich nicht überzeugen konnte
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am 12. August 2003
Geschehen hat Ursachen. Wenn ein Unglück passiert, etwa jemand überfahren wird, der bei grün einen Fußgängerüberweg nutzen wollte, neigen wir dazu, nur das Ende der Kausalkette zu betrachten: Wäre er nicht. Wäre der Autofahrer nicht. Hätte der Autofahrer nicht. Undsoweiter. Die Frage nach der Schuld, die Frage nach dem auslösenden Moment reduziert sich. Die schnelle Welt lebt davon, schnelle Antworten zu liefern. Die Ursache wird im Augenscheinlichen gesucht, im Vordergründigen. Zeit für erschöpfende Antworten nimmt sich kaum jemand. Auf welchem Weg war der Fußgänger? Warum? Und der Autofahrer? Warum gab es dort einen Fußgängerüberweg? Warum gibt es Autos? Dieses Auto? Fußgänger?
Mirjiam stirbt an ihrem siebzehnten Geburtstag bei einem Verkehrsunfall, während ihr Vater, der jüdische Holländer Joop Koopmann, Drehbuchautor in L.A., im Gespräch mit dem Jugendfreund Philipp de Gelder sitzt - und dieser ihn für den Mossad anwerben will. Mirijam ist seit der Scheidung Dreh- und Angelpunkt in Koopmanns Leben, selbst das sich abzeichnende Ende der Schriftstellerkarriere ist nachrangig: Er betet die Tochter an, liebt sie, manchmal vielleicht ein bißchen mehr, als zulässig wäre - zumindest in seinen Gedanken.
Umso härter trifft ihn die Nachricht. Koopmann bricht zusammen, gibt sich auf. Wäre da nicht der riesige schwarze Betreiber des Fitneßclubs "God's Gym" Godzilla, genannt God, auf dessen Motorradsozius Mirjam saß, bevor die große Harley auf einer Ölspur zu Fall kam und die schöne Siebzehnjährige von einem Ford Explorer getötet wurde. God verschreibt sich der Buße, dringt in Koopmanns Leben ein, um Wiedergutmachung zu leisten. Fast zeitgleich tritt Linda auf den Plan, mit der Koopmann als Jugendlicher eine heiße Affäre hatte. Er nimmt den Spionageauftrag an, die Liebe zu Linda erneuert sich wie von selbst, während God Ursachenforschung betreibt.
"Malibu" handelt weniger von diesen nicht wirklich zufälligen Begebenheiten und ihren Folgen, es handelt vielmehr von deren Ursachen, den willkürlichen und verketteten Umständen, die zu ihrer Entstehung führten - und zum nicht ganz schlüssigen, fast brachialen Ende, in tatsächlicher, wortwörtlicher Konsequenz. Bis dahin wendet de Winter seine enorme Erzählkunst auf, schlägt innerhalb weniger Absätze in seinen Bann, was dazu führt, daß sich das hochklassig verfaßte Buch in Trivialliteraturgeschwindigkeit lesen läßt. Leider bricht es so abrupt und unbefriedigend ab, daß man meint, es handele sich nur bei vier Fünfteln des Romans um die Endfassung und beim letzten Fünftel um den Abriß der eigentlich noch fehlenden 250 Seiten.
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am 3. Mai 2006
Etwas mysteriös ist die Handlung dieses Buches schon. Und etwas konstruiert auch, aber gerade das macht für mich den Reiz dieses Buches aus.

Und zugegeben, ich verstehe wenig vom jüdischen Glauben, noch weniger vom Buddhismus - doch die Art und Weise wie diese beiden Glaubensrichtungen in diesem Buch aneinander geraten, entbehrt gewollt nicht der Komik.

Vieles in diesem Buch geht auf das Konto vom vermeintlichen "Zufall". Wie dieser jedoch von engeren und weiteren Kausalitäten abhängt, führt de Winter grandios vor.

Gepaart mit einem tragischen Unfall, einem Schuss Politthriller und einem guten Quantum Lovestory ergibt dies eine höchst erquickliche Lektüre und macht Lust auf mehr von Leon de Winter.
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am 3. Mai 2003
inhaltlich spannend. verschiedene handlungsstränge greifen ineinander, führen ein eigenleben und lösen sich teilweise für den leser überraschend auf.das heikle thema betreffend den überraschenden tod der tochter des "helden", der darauffolgende schock, die trauer und das weiterleben, ist überzeugend beschrieben ohne im geringsten peinlich oder trivial zu werden. sehr ergreifend ohne belastend sentimental zu sein. gute und spannende literarische unterhaltung.
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am 25. Oktober 2017
Der Autor ist preisgekrönt - 2002 WELT - Literaturpreis. Ein politisch korrektes, modern humanistisches Buch über die (biologische?) Gleichheit zwischen Juden und Muslimen, weil das transplantierte Herz eines verstorbenen jüdischen Mädchens in der Brust eines iranischen Mädchens schlägt. Ein Motiv aus anderer Quellen bekannt. Es geht auch um die Wertlosigkeit des Geldes und der Wert einer Freundschaft - auch nicht neues. Ich fand lediglich das Beschreiben des Lebens in Los Angeles (Hollywood, Malibu) interessant. Mir ist die Lust auf die moderne preisgekrönte Prosa mit ihrer naiven Gleichheitsideologie somit erneut vergangen. Es lebe Thomas Mann.
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am 23. Januar 2010
Vor Überraschungen ist der Leser bei dem niederländischen Schriftsteller und Filmemacher Leon de Winter nie gefeit. Und: Sie sind durchweg positiv. Nach dem unvergesslichen Romans "Hoffmans Hunger, nach dem brillanten Unterhaltungsroman "SuperTex; nach "Serenade" und "Leo Kaplan" - "Malibu".

Leon de Winter erzählt in diesem Roman von einer menschlichen Tragödie, die Joop Koopman, den gebürtigen Niederländer mit jüdischen Vorfahren, den mäßig erfolgreichen Drehbuchautor und alleinerziehenden Vater am 22. Dezember 2000 in Los Angeles / Malibu ereilt. Just an ihrem 17. Geburtstag verunglückt Mirjam tödlich. Die "Voraussetzungen" für diesen Unfall werden im Prolog zu diesem Roman geschildert. Sie sind metaphysischer Art, basieren auf physikalischen Theorien und spirituellen Vorstellungen und haben zudem eine Menge von sachlichen Gründen, die sich in der Haupthandlung als eine Verkettung unglücklicher, schicksalshafter Umstände darstellen.

Koopmann ist eher ein unauffälliger Typ "mit Speck um Schultern und Brust, mit behaarten Armen und Händen, Plattfüßen und an den Schläfen ergrauendem hellbraunem Haar". Um so mehr verwundert es, dass der israelische Geheimdienst Mossad in Person eines alten Schulfreundes diesen Durchschnittstypen auf einen Marokkaner mit vermeintlich terroristischen Absichten ansetzen will. Diese Anwerbungsverfahren geschieht parallel zum Unfall und lässt so den Protagonisten zum tragikomischen Helden werden.

Keine Zeit also für eine ungetrübte Trauer um die geliebte Tochter. Auch deshalb nicht, weil God (Godzilla), Fahrer des Motorrads, auftaucht. Er hat Mirjam in den Tod gefahren, er hat den Prolog zu den Ereignissen verfasst, um so mit seiner "Schuld"! fertig zu werden, und er versucht, sie durch aufopfernde Hingabe an den trauernden Vater zu sühnen.

Damit ist es dem Autor noch nicht genug. Zur Verkettung schicksalhafter Umstände, die Leon de Winter labyrinthisch ver- und entwickelt, gehört auch das Wiederauftauchen von Linda, eine alte Jugendliebe, mittlerweile auf dem buddhistischen Trip, die dem armen Koopman, der auch noch das ganze Leid seiner Jüdischkeit mit ihren schreckliche historischen Erfahrungen auf seinen Schultern trägt, nicht nur die Freuden körperlicher Liebe schenkt, sondern auch mit den Ideen von Seelenwanderung und Reinkarnation umgarnt. Der angeblich "wiedergeborene" jüdische Großvater, der ihm auch noch ein Vermögen hinterlassen hat, gehört zu "spirituellen" Folgen des Geschehens.

So von aller Welt umworben und in den Strudel der Ereignisse gerissen, verliert Joop Koopman völlig den Kopf und jede Orientierung. Dabei will er letztlich nur eines: seiner Trauer leben und erfahren, in wem das Herz seiner Tochter schlägt, dessen Transplantation er zugestimmt hat. Dass ihm dabei erfolgreich Omar, der bespitzelte Marokkaner, hilft, ist Ironie des Schicksals - ebenso wie die Tatsache, dass jetzt ein jüdisches Herz in einem muslimischen Körper schlägt.

So ist dieser Roman nicht nur eine blendend erzählten Geschichte von der Glaubwürdigkeit des Zufalls, von den überraschenden Wendungen des Schicksals. Es ist ein Buch vom Leben im Schatten des Todes. Leon de Winter - und das ist eine Selbstaussage - beschwört das Schlimmste (den Tod der Tochter), um sich vor der Wirklichkeit zu schützen, aber auch, um die Sinnlosigkeit nicht akzeptieren zu müssen. De Winter bedient sich dabei der Mittel von Komödie und Tragödie, er weiß um die Groteske und die Ironie und ihre tiefere Bedeutung. Dabei brennt er ein Feuerwerk von Ideen und raffinierter literarischer Gags ab und erzählt doch auch wieder auf wunderbar leise Weise von Glück und Schmerz des Lebens. Ein wunderbares Buch.
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am 8. Juni 2010
Dieses Buch von Leon de Winter würde ich mal als philosophischen Schicksalsroman bezeichnen. Denn es scheinen zwischen den Seiten und Zeilen immer die großen und letzten Fragen durch: was hält die Welt im innersten zusammen, warum passieren Dinge, gibt es den Zufall, was ist vorherbestimmt und natürlich, gibt es einen Gott? Wer sich sowieso schon mal mit all diesen Fragen beschäftigt hat, und daran nicht zerbrochen ist, denn auf all dies kann es keine Antwort geben, der findet mit Leon de Winter und vor allem in diesem Roman eine zwar verstörende, aber doch große Literatur.
Der Roman hat mehrere Ebenen und Joop Koopmann, die Hauptperson taumelt dazwischen hin und her. Hat er sich grade mal gedanklich auf etwas eingelassen, zum Beispiel ein Herz zu suchen, dann kommt ein Anruf aus einer Agentenwelt, und wenn er sich mal grad da aufhält, fliegt die buddhistische Weisheit ein und verdreht ihm völlig den Kopf. Alles fängt an mit dem plötzlichen Unfalltod seiner geliebten 17 jährigen Tochter - davon erholt er sich nicht, und will es auch nicht wirklich. Es fällt ihm schwer, den Kopf über Wasser halten, ganz einfach weil die Situationen und Dramen, die er erlebt, einen völlig kirre machen. Fast möchte man ihm beispringen bei all dem, und sagen, tu dies und das nicht. Zum Beispiel das besagte (transplantierte Herz) seiner Tochter suchen. Das Buch ist voller Symbolik, trefflichen physikalischen und philosophischen Andeutungen und stellt nicht zuletzt, die alles entscheidende Frage, nach dem Sinn des Lebens. Oder besser: was soll das alles? Gut! Denn darauf habe ich glücklicherweise auch keine Antwort!
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am 20. September 2008
Malibu, Strände, Filmprominenz. Ein Traum, für viele, die gerne der Fabrik Hollywood glauben wollen. Für Joop Koopman wird der Ort zum Inferno. Seine Tochter stirbt, doch es entwickelt sich keine bleierne Trauerarbeit. Leon De Winter gießt das volle Leben über den Vater aus. Wie er es schafft, Themen wie die Buddhistische Wiedergeburt, Politspionage, einen familiären Schicksalsschlag zu einer amüsanten, tragikomischen Geschichte zu verweben, so dass man bedauert, dass der Roman nach knapp 410 Seiten zu Ende geht, bleibt sein Geheimnis. Einer der Erfolgsgaranten ist sicher, dass er bereit ist, erzählerische Risiken einzugehen, in denen skurile Ereignisse wie wundersame Menschen auftreten. In seiner Geschichte, dient sich der am Tod der Tochter Schuldige dem Vater an, von nun an will er nur noch für ihn da sein. Neben dem Thriller, der sich wie nebenher entwickelt, ist dies das Herzstück des Romans. Zwei Männer, die aus dem Leben gefallen sind, versuchen zu überleben. Bei Leon de Winter sind sie gut aufgehoben. Seine Welt zeichnet das Wunder des Zufalls.
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am 27. August 2007
Die Geschichte baut eine immense Spannung auf, de Winter inszeniert großartige Charaktere, die Geschichte rund um Joop nimmt einen völlig in seinen Bann.
Joop, alleinerziehender Vater, der seine Tochter durch einen Motorradunfall verliert, wird in der Zeit seiner Trauer mit den verschiedensten Menschen konfrontiert und sogar in Spionage verwickelt. Wie er dabei lernt, mit dem Tod seiner Tochter, den tiefen Gefühlen der Trauer und des Verlusts umzugehen wird wunderbar beschrieben, v.a. sprachlich hat mich das Buch begeistert. Nur das Ende kommt sehr abrupt und plötzlich und man hat das Gefühl, als müsste das Buch eigentlich noch weitergehen, als dürfte die Geschichte hier noch nicht enden. Das finde ich ein wenig schade, dennoch möchte ich das Buch als unbedingt empfehlens- und lesenswert einstufen.
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am 7. Oktober 2008
Die 17-jährige Mirjam stirbt an ihrem Geburtstag bei einem Verkehrsunfall. Ihr Vater, der Holländer Joop Koopmann, ist verzweifelt, denn er hat seine wunderschöne Tochter abgöttisch geliebt.
Doch jetzt beginnt kein "Wie-verarbeite-ich-meine-Trauer-Roman". Dafür passiert zuviel in Joops Leben. Vor allem drei Menschen, die nun auf unterschiedliche Weise für ihn wichtig werden, bestimmen Joops Zukunft.
Zunächst einmal ist da God, der am Mirjams Umfall beteilt war und jetzt in einer Art Sühneaktion bei Joop einzieht. Verrückterweise ist ihm Joop bald dankbar dafür, dass er ihn vor dem Alleinsein bewahrt. Außerdem hat Joop mit seinem Schulfreund Philip zu tun, der mysteriöse Dinge für den israelischen Geheimdienst zu erledigen scheint und auch Joop in diese Tätigkeit hineinziehen will. Und schlußendlich gibt es auch noch Linda, die Halbcousine Joops, in die er so verliebt war. Linda ist Buddhistin und versucht Joop von der Wiedergeburt zu überzeugen.
All diese verrückten Figuren tanzen durch Joops Leben und hindern ihn oft genug am Trauern.
Ein lebenspralles und verrücktes Buch.
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