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Kundenrezensionen

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am 26. Mai 2016
SPOILER sind unvermeidlich, wenn man dem Film einen Sinn geben möchte und ihn nicht nur als sinnfreies Traum- oder Albtraumkino des David Lynch betrachten will. Deshalb "lyncht" mich nicht, oder lest diese Deutung erst, wenn ihr den Film gesehen habt und keinen roten Faden gefunden habt und euch nicht nur von genialen traum- und albtraumhaften Bildern erfreuen oder auch fasziniert verwirren lassen wollt.

Zwei Handlungsstränge durchziehen den Film, und was sich als irreal, Parallelwelt oder delirierender Albtraum präsentiert, ist - die Traumwelt eines Mörders aus Eifersucht auf dem elektrischen Stuhl.
"Dick Laurent ist tot "hört Fred schon zu Beginn des Filmes, eifersüchtig auf seine Frau wartend, durch die Rufanlage seines Hauses. Er sieht niemanden vor seinem Haus oder auf der Strasse weglaufend, der ihm diese Botschaft mitgeteilt hat.
"Fred besitzt keine Videokamera" erklärt Patricia Arquette als kindlich brünette Frau mit schnurgerade geschnittenem Pony.
"Ich erinnere mich lieber auf meine Art an die Dinge" fügt Bill Pullman hinzu, Saxophonist und anscheinend ( scheinbar!?) jetzt schon darauf hinweisend, dass der Film zwei Ebenen darstellt. Eine Ebene ist die Realität, die dazu geführt hat, dass er seine Gattin bestialisch ermordet hat, die andere die "Zeit", in der er nicht als Fred, sondern als der Automechaniker Pete Dayton (Balthazar Getty) , zu dem er auf mysteriöse Art über Nacht in der Todeszelle geworden ist, die blonde faszinierende Alice kennenlernt. Sie ist die Geliebte des Gangsterbosses Mr.Eddy/Dick Laurent (Robert Loggia) und Andy (Michael Massee), in denen ich eine Person sehe, in zwei Gestalten. Der jüngere potente Lebemann Andy, der ältere böse Eddy/Dick, der Renee/Alice zum Drehen von Pornos gezwungen hat. In zum Teil drastischen Szenen kann sich Pete der beiden entledigen, aber nach einem Akt im Sand der nächtlichen Wüste flüstert Alice ihm ins Ohr:"Du wirst mich niemals kriegen.
Pete ist wieder Fred und rast auf dem nächtlichen Highway mit gelben Mittelstreifen davon, bis er in konvulsivische Zuckungen ausbricht.

Ich simplifiziere die ganze genial verschachtelte und Wahrheit und Phantasie oft nicht auseinenerhalten lassende Geschichte, und zwar hauptsächlich für mich:
Fred sitzt auf dem elektrischen Stuhl, und in den letzten Momenten, bevor ihn einige 10.000 Volt durchschütteln, rast seine Erinnerung noch einmal durch sein Gehirn, symbolisiert durch die rasende Fahrt über den dunklen Highway, aber auch tatsächlich passiert. Zu Beginn des Filmes ist der Highway durch eine unterbrochene gelbe Mittellinie in zwei Spuren getrennt, später durch zwei durchgezogene, von unterbrochenen Linien flankierte Linien. Zu Beginn ist vieles offen, am Ende voneinander in zwei Geschichten getrennt, diese Trennung ist aber unscharf, symbolisiert duch die flankierenden unterbrochenen Linien.
Fred erinnert sich an den Eifersüchtigen, der seine Frau bestialisch abgestochen hat, schafft sich oder seiner Seele auch ein Ventil, eine Rechtfertigung für die Tat in Gestalt des Pete, der eine Frau liebt, die Opfer von Ganoven ist und zu Pornos und Liebesdiensten von "Dick" gezwungen wird.
Aber, da er keine Aufzeichnungen hat wie die anfangs zu sehenden unheimlichen Videokassetten, ist seine Erinnerung sowohl an sich selber als Fred als auch an sein Alter Ego nicht eindeutig. Das wird einmal symbolisiert durch den Mysterie Man (Robert Blake), der wie eine Reinkarnation von Gründgens Mephisto wirkt, gleichzeitig auf einer Party und bei ihm zuhause ist, wovon Fred sich am Telephon überzeugen kann. Fred erinnert den Teil des Filmes vor seiner Verwandlung in sein Alter Ego Pete schon verfälscht, und in seinem "Leben" als Pete tauchen Personen auf, die er als Fred schon kannte, ein Teil dessen, was er als Pete erinnert, mag das Geschehen vor dem Mord sein, ein Teil aber auch nicht, und das gestaltet David Lynch genial rätselhaft. Durch Pete erfahren wir mehr über Fred, aber was davon wahr und was nur Wunschdenken, Eigenschutz einer gequälten und nach Rechtfertigung suchende Seele (Psyche, Gewissen) ist, ist nicht immer von einander zu trennen.
Dass der Erzählstrang mit Fred schon eine Art Traum oder Erinnerung ist, geht meines Erachtens auch aus der Kamera hervor, nicht nur der geheimnisvollen, die die Aufbahmen von seinem Haus und ihm mit Renee im Bett macht, die er dann als Videokassetten bekommt, sondern auch der, die das Geschehen zu Beginn öfter aus der Vogelperspektive, seltener auch von schräg unten darstellt, wir sehen hier nicht, wie David Lynch filmt, sondern wie Fred selber die Szene wie ein Außenstehender betrachtet, und dieser "Außenstehende" ist seine die Geschehnisse filternde und verfälschende Erinnerung.

Fred sieht in den letzten Sekunden seines Lebens Fred, den Mörder des Liebhabers seiner Frau und dieser selbst, aber aus einer gefilterten und verfälschenden, verharmlosenden Sicht, und Fred sieht Pete, der er gerne gewesen wäre, denn der hatte guten Grund, wegen der geliebten Frau es mit ihrem Quälgeist aufzunehmen und unter Lebensgefahr die Geliebte zu retten, zu befreien, aber dieser Rechtfertigungsversuch seiner Seele, seines Gewissens endet albtraumartig, als die wunderschöne Alice ihn schockiert, er werde sie niemals haben.

Ich habe schon ganz zu Beginn vor dem SPOILER gewarnt, mich hat der Film zuerst wegen seiner genialen verstörenden Bilder, seiner beklemmenden, ängstigenden Atmosphäre und der wunderbar vielseitig als Renee und Alice agierenden Schönheit Patricia Arquette fasziniert, aber dabei kann ich es nicht belassen. Andere können es und sind fasziniert, andere schimpfen auf die wire Handlung ohne roten Faden und werfen Lynch vor, vielleicht keinen Film, sondern nur sinnlose Handlung in schönen Bildern gefilmt zu haben.

Ich habe für mich einen roten Faden gefunden, auch wenn der manchmal gewollt aufgefasert war, er ist nie gerissen.

Doc Halliday
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am 1. Juli 2017
Der Film ist von Anfang bis Ende surreal und höchst rätselhaft. Man kann sich keinen Reim aus der Geschichte machen (falls es eine solche überhaupt gibt). Keine Emotionen, die man nachempfinden könnte, nur von bedrohlicher Musik untermalte Sterilität zeigt sich einem. Auch das langersehnte Ende brachte keine Erlösung. Kein uninteressanter Film, den ich mir allerdings nicht noch ein Mal ansehen werde.
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am 4. Juli 2017
Wir befinden uns auf dem Sender arte, dieser strahlte „lost highway“ im Juni diesen Jahres aus, unmittelbar nach „Mulholland Drive“, welchen ich jedoch „nur“ mit vier Sternen zu bewerten gedenke.
Das Mk2-Logo aus Frankreich empfängt uns feierlich, die Musik wird sofort eine bewegte, lebhafte sein, das Geschehen, angesiedelt irgendwo zwischen Qual, Schrecken, Schneewittchen und den sieben Särgen, Todessehnsucht, Trauer, seltsamen und sonderbaren, ja gar sagenhaften Vorkommnissen, wird uns nunmehr begrüßen und für die nächsten 2,x Stunden in Beschlag nehmen.

Wir lauschen einer Stimme, oh höret, vernehmet, erkennet sie.
Die Klänge makaber, das Apartment ein Mittelpunkt der dunklen Mächte, „rufen Sie an“, heißt es später in uns zu Mysteriösem auffordernder Form, vorgetragen von einer der bizarrsten Gestalten der Filmgeschichte.
Ein junger Musiker, genießt die erotisierende Gegenwart , Gesellschaft und Begleitung einer äußerst hübschen Lebensgefährtin, die da in anderem Haare noch eine gänzlich andere Rolle bekleiden könnte, die Zukunft der Filmhandlung wird es zeigen....
Denn wer wird ihm in Bälde wirklich beiwohnen, sie etwa, oder doch anderswer und in wessen Obhut befände sich unser aller Schicksal?, ja mit wem ist deren beider Leben auf surrealer Ebene verwoben, verbunden, vernetzt und zu wem oder was verzweigt es sich?
Das Telephon spielt in lost highway insgeheim die Hauptrolle, selbiges ließe sich auch bezüglich des einen oder anderen videotapes behaupten, der Bildschirm nimmt scharlachrot anmutende Blutkonturen an, „Silent Hill“-Jünger oh kommet und sehet sogleich, woraus, neben „Jacob's ladder“ u.a., euer interaktives Werk resultiert.
Der Sympathiefaktor des Mannes, wirkt zu Beginn vergleichsweise noch recht begrenzt, eine Betty (ebenfalls Künstlerin innerhalb der Rolle des jeweiligen Künstlers) etwa aus besagtem Mulholland Drive, stünde uns da in ihrer strahlenden Offen- und Zartheit (im Herzen) sicher ein wenig näher als der etwas trockene Herr von knappen und kühlen Antworten, umso lobenswerter erscheint mir daher, dass lost highway im Gesamtbilde dennoch der in den Details noch bessere Film ist, denn ob ich mich auch an niemanden „klammern“ kann, lässt er uns ebendieser fehlenden Identifikationsgrundlage wegen, letzten Endes (und um Enden geht es) nur umso ratloser und erschütterter zurück.
Betrachtet wird nun eines der besagten und aus gegenwärtiger Sicht herrlich betagten VHS-tapes, Nostalgieherz oh schlage nun, doch horchet mal, was ist das?
Bild entschwunden, Wiedergabe verweigert, visuelle Eindrücke entwichen, Ton nur noch unser eigener innerer Schrei...
Gesänge aus Gottes höchstpersönlicher Privathölle, so scheint es, unterlegen den malerischen Nachtverkehr und geleiten uns zu Bette, im Lichtkegel wir stünden, denn wer uns verfolget , suchet und jagt, wird bedauerlicherweise unschwer fündig werden, quält uns bis zum letzten Atemzuge der Nacht, brüllt und lacht.
Die Hände sich vor Angst bis zum heißen Rauche reibend, jedes Flüstern ein einziges Symbol für den Weg von unserem Wohndomizil in ein gänzlich anderes:
Wir ziehen auf direktem Wege um in Gruft, Grab und Gruselkabinett.
Der Postbote des Satans er schenkt uns erneut eine Videokassette , der Briefkasten als Tabernakel und Aufbewahrungsort aller Ängste, hält für uns Schicksal und Bestimmung audiovisuell bereit – falls auf der Cassette überhaupt etwas zu erkennen sein wird...
Diesmal zeigt, nein, dieses Wort gereicht dem nicht zu Ehre, OFFENBART uns das Video mehr denn je, verlöre sich in einem bizarren Schnittgewitter , das Domizil entwickelt sich aller Schön- und Großzügigkeit zum Trotze zu einem frei von jeglichem heimischen Ambiente seienden Höllenloch , jede Liebe wird erloschen sein, denn die Probe auf welche alles in uns gestellt wird, verlangt dem Paare sowie der Zuschauerschaft mehr ab, als wir abzuwehren imstande wären, sodass wir uns nach Erlösung verzehren, gleichwohl die Gefahr begehren.
„Ich erinnere mich an die Dinge lieber auf meine Art“ - subjektive Wahrnehmung (welch eine auch sonst?!) als Zeichen der Menschlichkeit unserer selbst, hier und in dieser nicht auf „Fakten“ bezogenen Bemerkung, kann ich endlich eine Verbindung zu dem zuvor etwas kühl erschienenen Protagonisten aufbauen, auch mit dem späteren Mechaniker, werde ich leider nur bedingt warm, wie bereits erwähnt also, ist es somit wohl die Abwesenheit eines wirklich sanftmütigen Protagonisten, die den Film so schwer verdaulich macht, denn wir sind ganz und gar mit uns allein und verbringen unsere Zeit mit unserer ureigenen Überforderung.
Wie auch im Falle von George Clooney und Stephen Collins, klingt Detlef Bierstedt etwas älter als die Protagonisten beziehungsweise die Darsteller, die er synchronisiert, negativ gemeint ist es dadurch jedoch noch mitnichten, es fällt mir lediglich immer wieder auf's Neue recht deutlich auf, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle, im Grunde genommen passt dieser minimal „müde“ Klang sogar umso besser zu der ausgeprägten Aussichtslosigkeit jener Situation, in welcher sich der Protagonist in diesem Falle zweifelsohne befindet, so er denn nicht gänzlich entschwindet.
Das personifizierte Maskenbild, der zum Anrufe aufrufende und bereits angesprochene Herr der Entmenschlichung , erscheint nun und gibt sich reichlich kryptischen Botschaften hin, untermauert wird all dies von einem unvergleichlichen Gesichtsausdruck seinerseits und auch die überaus sanfte Synchronisation, macht seine eigentlichen Worte nur noch bedrohlicher und diabolischer.
„Es war mir ein Vergnügen, mit Ihnen zu plaudern“, unter Plauderei stelle ich mir offen gestanden etwas anderes vor.
Sein abartig unverschämter Abgang , kommt einer gekonnten Vorstellung gleich, die er für uns allein, aber auch im Interesse des Erbostseins im Allgemeinen, aufgeführt und hingelegt hat.
Gelungenen Vortrages, geruht der Herr, der er nun gebührend auf sich aufmerksam machte, nunmehr seiner Wege zu gehen und deutlich leiseren Schrittes vorzugehen bereit zu sein, als es die Bedrohlichkeit der Situation für uns sein wird, sie fühlt sich an wie die Träne in einem Leichentuch, wir und unsere Augen schwimmen geradezu in selbigem Verguss , ertrinken darin.
Der Film beweist brutal, brachial und eindringlich, weswegen und aus welchem kausalen Grunde es sich das Kunstgenie David Lynch „erlauben“ bzw. gestatten kann (nun gut, dürfte er rein rechtlich auch bei schlechten Filmen, aber Sie werden mir schon folgen können), vergleichsweise eher selten ein neues Werk hervorzubringen.
Ich glaube darüber hinaus auch, dass vielen Zuschauern, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, nicht in einem ausreichenden Maße bewusst ist, wie mühsam und zeitintensiv die Kreativität erfordernde Arbeit dieser Art und solchen Ausmaßes sein kann sowie alles was damit verbunden ist, ich wäre daher schon froh, falls der Magier/Meister/Menschenbeschwörer überhaupt noch einmal einen Film ins Leben rufen sollte – fürwahr, als Abschluss wäre ursprünglich eher „Inland Empire“ ratsam gewesen, lieber David, dieser ist nämlich neben dem hiermit rezensierten „lost highway“ dein persönliches Meisterstück.
Wie dem auch sei, selten sahen wir einen schwärzeren und freier von Lichtblicken seienden Film als diesen hier, auf Basis des Werkes ließe sich geradezu eine eigene Sekte oder gar Religion bilden, derart viele Versatzstücke, vielfach deutbare Kleinigkeiten und „Botschaften“ fänden sich darin – ehe man mich missversteht, ich rufe hier keineswegs zur Entstehung einer Sektengemeinde auf, dies nur am Rande, damit die Rezension auch brav online bleibt.
„Lost highway“ funktioniert jenseits des menschlichen Verstandes und Bewusstseins und durchdringt daher stattdessen etwas Wichtigeres:
Herz, Seele und Gesamtexistenz!
Er durchtränkt unser Dasein, versprüht genau die Art von Gift, für die es keinerlei Gegenmittel gäbe und damit eben jene, die ich mir von einem Film wie diesem wünsche, infolgedessen gehört der Film auch meiner Meinung nach nicht in die Hände von Minderjährigen, selbst die FSK 16 Einstufung betrachte ich fast etwas kritisch, psychische Gewalt ist in meinen Augen nämlich im Zweifel gar die drastischere, gleichwohl natürlich das eine oder andere Kind schon etwas weiter sein mag und den Film unter Umständen verträgt, bliebe ein Restrisiko erhalten, auch bei manch erwachsenem Zuschauer...
Ein Film mindestens so vielschichtig und komplex interpretierbar wie beispielsweise Louis Malles „Black Moon“, diesen nenne ich hier bewusst, da Malle ein ähnliches Konzept an den Tag legte, wie Lynch es später für Inland Empire hat verwenden können, nämlich praktisch ohne konkreten Plan in künstlerischer Spontanität zum Dreh zu schreiten, woraus ein noch deutlich kryptischeres Werk entstand, als es sowieso schon angedacht gewesen sein dürfte...
Ein Mord, der keiner ist?
Ein Leben, das keines ist?
Eine blondierte Dame uns innerlich auffrisst?
Ein Getriebener, der du bist, folgest Spuren so uneindeutig wie trist?
Fürwahr, wir können weder hin- noch wegsehen, erleben eine in die Illusion und in das Reich der Innenwelt verlagerte Wirklichkeit und umgekehrt?
„Das kommt mir vor wie in einem Horrorfilm“, sprach es aus jemandes Munde, ironischerweise träfe der Herr den Nagel auf den Kopf, obgleich ein Terminus wie 'Horrorfilm' diesem niemals flachen, sondern hochdramatischen Wunder von einem Film kaum gerecht wird, wo doch Horror von manch einem leider mit dem gleichgesetzt wird, was es in einem Lynch-Film niemals gäbe, nämlich sinnentstellter Splattergewalt.
Alles ist codiert, verschlüsselt, kompliziert und ungemein undurchsichtig.
Im Takte öffnen alle Unruhestifter die Türen der rabenschwarzen Gangsterlimousine (die mit ihren 238tkm schon fast sechsmal um die Welt fuhr, der Wagen überlebt aber auch noch die nächste halbe Million) , angeführt von Robert 'Frank Lopez' Loggia, die alsbaldige Verfolgungsszene der „Beschleunigung in den Tod“, erscheint zwar reichlich unrealistisch, dafür aber amüsanter als fast alles, was ich auf diesem Gebiet jemals erblickte.
Erst im Anschlusse allerdings, käme jedoch das Beste:
die Verkehrsbelehrungen, die dazu dienen, als einzige humoristische Komponente diesen tiefschwarzen Film aufzulockern:
„Versprich mir, dass du dir das Fahrschulbuch besorgst!“ - hier hätte genauso gut ein gewisser Quentin Tarantino das Drehbuch schreiben können, entstammen die Zeilen doch einem regelrechten Universum der Komik, eingebettet wie gesagt nach wie vor in einen pechschwarzen psychologischen Alptraum.
Viele Kombinationen aus natürlicher Situationskomik und andererseits entsetzlich aufgesetzter Coolness, werden in ihrer grotesken Verbindung bewusst als eine Art Stilmittel und Sympathieelement eingesetzt und finden damit endlich mal eine äußerst sinnvolle Verwendung, von deren Genialität sich manch Sonnenbrillenfilm aus Hollywood eine gehörige Scheibe abschneiden könnte.
Genug der Worte des Klamauks, denn könnte, wir kehren zu den Kernelementen dieses filmischen Albtraums zurück, ein gewisses und ganz und gar (vorher)bestimmtes Liebesspiel nicht in Bälde schon zum bitt'ren Blutbade werden, zu etwas ausarten, dessen Eskalationsbereitschaft wenig begrüßenswert erscheint ?
In Zeitlupe eine (etwas zu...) wasserstoffblonde Perfektion in Person aus dem Wagen steigend, die keineswegs prüde Pracht persönlicher Wunschvorstellungen erwacht und erregt öffentliches Aufsehen, allerdings nicht gerade im Sinne des Ärgernisses , versteht sich...
Die dunkle Blume der romantischen Versuchung sie birgt Gefahren und dient dem schweren Schiff des Lebens als letztes Steuer sowie als Rettungsanker in schwierigen Gewässern, fungiert als personifiziertes Faszinosum der Nacht und untermalt wird all dies schon in baldiger Kürze von noch bedeutend härteren Klängen, Rammstein-Freunde kommen ebenso sehr auf ihre Kosten wie in „Nymphomaniac“, wenn nicht gar noch deutlich dramatischer.
Wird Loggia des jungen Kraftfahrzeugmechatronikermeisters Spiel durchschauen, selbigem auf die Schliche kommen, oder besser gesagt jenem seiner Herzdame?
Die so rot wie jene der Villa eines Tony Montana eingerichtete Innenwelt eines Anwesens, ist visuell sehr präsent und sorgt rein farblich für eine kurze Abwesenheit der Düsternis – seelisch ist letztere dafür stärker vorhanden denn je!
Ist die menschliche Spezies vertrauenswürdig?, um provokant und frech einfach mal das Individuum zu ignorieren und ganz zynisch und allgemein zu fragen..., ja um unverschämterweise mal gänzlich undifferenziert und universell etwas hierzu zu sagen?
Kann hier irgendwer irgendwem irgendeine Form von Vertrauen entgegenbringen, oder wäre dieser Schritt bereits verheerender als ein jeder andere?
Um die Unsicherheiten und unergründlichen Welten unbewussten Seins und ungewisser Zukunft innerhalb des Films zu „begreifen“, bedarf es unstillbarer Geduldsdauer – gleichwohl:
Sobald wir dem Glauben verfallen, wir verstünden diesen Film, haben wir oder der Film bereits etwas falsch gemacht, Sinn und Zweck dieser mehrstündigen Reise, ist es nämlich tatsächlich, noch deutlich ratloser zu sein, als im Rahmen der ersten Minuten.
Es gleicht schon einer Ironie:
Lynch verteilt die winzigen Indizien, Puzzleteile und Hinweise praktisch im gesamten Film, allerdings stets auf eine Art und Weise, die uns dennoch niemals schlauer werden lässt, ganz im Gegenteil.
Das grelle und moderne Schloss, so bezeichne ich das Anwesen einfach mal ganz frei, in welchem wir uns befinden, ist u.a. mit einem Pool ausgestattet, betört einen jeden Sinn des Luxuriösen, doch gebet euch bloß nicht der Illusion hin, ihr hättet auch nur eine Sekunde Zeit, um euch auf diesen verschwenderischen Stil genüsslich einzulassen, nisten Sie sich doch schon bald in einem Sarkophag ein...
Das prächtige Haus wird sozusagen zum Dome des Satans erhoben, Stimmen teuflischer und bereits benannter Rammsteinklänge, trügen uns nicht nur Unschönes vor, sondern konfrontieren uns mit den Schattenseiten des Dies- und des Jenseits und erschaffen eine makabre, mörderisch malerische Wirklichkeit des finalen Deliriums .
Die Musik verzichtet auf keine einzige Qual, vernichtet Ihr Gehör und bedient sich brachial-brutaler, sagenhaft schmerzverzerrter Lautstärke...
Ein kleines Häuschen im Nichtse es brennt da nieder, nichtig und klein das Leben im Vergleich zur schieren Größe und Gigantomanie des Totenreiches...
Der Film ist ein weiterer eindrucksvoller Beweis für die erfühlte Tatsache, dass die 90er Jahre für mich, dicht gefolgt von den 70ern und 80ern, die stärkste kinematographische Dekade darstellen und einen atemberaubenden Arthouse-Kosmos und Heimkinohimmel bizarrer Filmgenres bilden, eine erlesene und einer Erleuchtung gleichkommende Offenbarung , jagt die nächste, darauffolgend stets eine Form der Steigerung.
Die geheimnisvolle Lady des Unerreichbarseins, verabschiedet sich in verletzendem Worte und trabt davon..., zöge von dannen, bis auf dass wir im Himmelreiche in ihre Schlafgemächer gelangen...
Selbstredend ist der Wagen im Rahmen des vonnöten seienden Fluchtversuches zunächst nicht gewillt, das Aggregat anspringen, starten, erwachen zu lassen, doch dann führe er doch noch los, im letzten Momente ginge es schnurstracks in Richtung des titelgebenden verlorenen highways , betretet nun mit mir gemeinsam den Flur der langen sowie letzten Nacht, der Blitz er schlug direkt in unser Gehirn ein und bemächtigt sich auf teuflischem Wege fortan unserer aller Seel', der letzte Glockenschlag erklungen nun, das Lied von Verderben gesungen und ließe uns mitnichten ruh'n, das versschöne Filmgedicht des David Lynch vollendet sogleich, verwunschen die Welt jenen Horrormärchens , dessen Schrei uns unvergesslich bleibt, denn der einzige Zeuge ist zumeist der letzte, wenn nicht gar endgültig der Verstorbene...

Wörter gar Millionen von ihnen,
doch keines davon es reiche nun aus,
denn in Worte zu fassen dem Film würd's nicht dienen,
er gleicht einer Erfahrung und zöge Sie in die Meere hinaus.

Drum klar gesagt dass das Lesen ist Ergänzung nur,
viel wichtiger nun dass den highway Sie ihn sähen,
folget sogleich jener einz'gen deutlich' Spur,
sodass heimlich Sie können in Richtung der Lösung spähen.

Gedankt sei Ihnen für Ihre aufmerksamen Minuten,
ja beinahe hätte ich Stunden gesagt,
ein Film er Ihnen empfohlen handelt es sich um einen Guten,
lost highway der Titel des Werkes welches überragt!

Geschlossen nun die Rezension, wie sie filmisch ist „geboren am 04. Juli“ ...
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am 25. Mai 2017
Lost Highway ist definitiv einer von David Lynch's gelungensten Werken, die es zulassen oder sollte ich sagen erzwingen, dass man die Handlung folgbar, unterschiedlich interpretieren kann. Ganz gleich wie man es betrachtet, kann man den Film wenden und drehen wie man will. Beim Anschauen hatte ich das Gefühl, dass jede Rolle bis in die letzte dunkle Ecke, und jede nur erdenkliche Mimik, wie auserkoren schien. Es werden vielschichtige Persönlichkeiten gezeigt, die alle unterschiedliche charakterliche Grundzüge haben und auf gewisse Weise miteinander konkurieren. Entgegengesätzte Eigenschaften der Charaktere wirken wie Spiegelbilder dessen. Um die Spannung zu erhalten werde ich an dieser Stelle meinen Eindruck über die möglichen Interpretationen nicht erläutern, weil es sinnlos ist denn ein Möbiusband hat kein Anfang und kein Ende. Nur die Seele mit all Ihren Prägungen des Protagonisten ist der Täter und zugleich Zeuge der Geschehnisse. LOST HIGHWAY ist bislang für mich einer der interessantesten Vertreter von audiovisuellem Neosurrealismus mit äußerst agressiver sowie provokanter Bildersprache. Trotz des neuen Umfeldes zweier Personen, die ein und dieselbe sein "könnten", sind beide mit Gefühlszuständen wie Eifersucht, Liebe, Illusion und Schlaflosigkeit konfrontiert, um es zu begrenzen. Dies leitet zum Denken, dass eine seelische Divergenz mit einem sekunden Rückblick vorliegt, aber durch Erscheinungen wie Andy, Dick Laurent und nicht zuletzt dem Unbekannten wieder hinwegtorpediert wird oder gar ein Teil davon ist. Man könnte auch hergehen und analytische Studie menschlichen Verhaltens und Denkens drauflegen.

Die Dialoge treffen voll ins Schwarze. Lynch's Stammmusiker Angelo Badalamenti überzeugt auf ganzer Linie mit wuchtigen Klangflächen und der Soundtrack an sich ist schon wirklich begnadet und sorgt dafür, dass mit David Bowie, Rammstein, Smashing Pumpkins, Lou Reed und Nine Inch Nails das Trommelfell nicht zu kurz kommt. Ich kenne keinen anderen Film, der sich so mutabel gibt.
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am 5. Februar 2015
Ein typischer David Lynch Film.Ein dunkles verstörendes Meisterwerk das den Zuschauer mit der verworrenden Handlung fast um den Verstand bringt.Ich hab versucht mir einen logischen Zusammenhang zu basteln,es ist mir nicht gelungen.Aber genau das macht den Film so spannend.Jeder der Blue Velvet, Wild at Heart oder Twin Peaks mochte wird diesen Film lieben.
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am 26. Mai 2017
Ein unbeschreiblicher Film!
Nicht zu verstehen, aber mit einer Kubrick-artigen Bedächtigkeit inszeniert, dass man ihn auch nicht einfach so abtun kann!
Man bekommt das Gefühl, jede Minute, jede Sekunde ist genau durchdacht.
Vom Licht, zum Ton, über den Schnitt, bishin zu jeder einzelnen Bewegung der Akteure!
Und trotzdem gibt es diese nicht nachvollziehbaren Handlungs-Sprünge und -Brüche.
Ich hab irgendwann, nach dem ca. 10ten Mal anschauen, angefangen, nicht mehr zu versuchen, diesen Film zu interpretieren, und mich nur noch von dieser meisterlich inszenierten Bilderflut faszinieren zu lassen...
Klappt nur bedingt!
Mich lässt das nicht los, diesen Film verstehen zu wollen.
Erschwerend an dieser Stelle kommt hinzu, dass Lynch selbst über den Film sagt, dass die Erklärung bzw. Interpretation eigentlich sehr simpel sei, was mich dann natürlich noch mehr fuchst!
Allerdings befinde ich mich in guter Gesellschaft, denn weder von professioneller (Kritiker-) Seite, noch von "Laien"-Seite, hab ich bis jetzt eine wirklich schlüssige Interpretation gelesen.
Insofern ist dieser Film wirklich ein Meisterwerk!
Abzüge gibt es lediglich, da ich persönlich ein gläubiger Mensch bin, und ich in dem Film deutliche dämonische/satanische Referenzen/Motive zu erkennen glaube.
Deswegen kann ich diesem Film nicht die volle Punktzahl geben.
...
Klingt komisch, ist aber so!
...
Ich denke rein vom Handwerk, und von der Einzigartigkeit dieses Films her, hätte er die 5 Sterne aber verdient!...
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am 27. November 2007
"Lost Highway" ist ein grandios inszenierter Film, der einen auf eine Reise jenseits aller filmischen Regeln entführt. Mit dem Mystery-Thriller schuf David Lynch einen echt hartes Stück über Alptraum und Verfolgung. "Lost Highway" ist ein schwieriger und undurchschaubarer Fall, eigentlich kaum zu beschreiben, man muss ihn erleben und sich natürlich darauf einlassen. Sehr gut bebilderte Kamerafahrten erzählen eine Story auf ihre eigene Weise. Hinsehen wird bei "Lost Highway" zur Herausforderung. Das Verwirrspiel ringt einem Konzentration und viel Willen ab, sich auf diese Reise durch die filmischen Möglichkeiten einzulassen. Neben dem einzigartigen Stil fesseln auch die Figuren von "Lost Highway". Bill Pullman spielt stark und die hammermäßige Patricia Arquette zeigt in ihrer Doppelrolle was sie kann. Auch der Soundtrack von "Lost Highway" ist ein Teil der eigenwilligen Inszenierung.

Am Ende bleibt man erst einmal regungslos sitzen und ist sich nicht im Klaren was man da überhaupt gesehen hat. Man muss sich den Film sicherlich mehrfach ansehen, um ihn in allen seinen Einzelheiten zu erfassen.

"Lost Highway" ist ein genialer, spannender und auch verstörender Film.

10 von 10
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am 23. November 2009
Fred Madison (Bill Pullman) und seine Frau Renee (Patricia Arquette) erhalten von einem Unbekannten Videobänder, die das Innere ihres Hauses und die beiden im Schlaf zeigen. Das letzte Band zeigt die ermordete Renee und ihren Mann, der zwischen ihren Überresten kauert. Fred wird von der Polizei verhaftet und des Mordes angeklagt. Doch in der einsamen Gefängniszelle geschieht etwas Wundersames. Fred verwandelt sich plötzlich in Peter Raymond Dayton (Balthazar Getty) einem jungen Automechaniker...

Es gibt in Hollywood wohl keinen Regisseur, der es so genial versteht den Zuschauer zu fesseln und gleichzeitig bis zur letzten Sekunde im Unklaren zu halten, wie die Filme von David Lynch. Seine Filme kann man in keine Schublade stecken, sie sind wahre Kunstwerke mit reichlich, wenn nicht sogar unendlich viel Platz für Interpretationen. Lynch liefert mehr Fragen als Antworten, er reiht verwirrende Szenen aneinander und lässt sie dann mit ungeahnter Leichtigkeit entwirren. Wobei er es regelmäßig dem Zuschauer oblässt seine Filmkunst zu verstehen.

"Lost Highway" ist eines dieser bildgewaltigen Kunstwerke von Lynch. Er perfektioniert das Spiel mit Licht und Schatten und schafft es alleine damit schon Botschaften zu vermitteln. Dabei spielt er gekonnt mit den menschlichen Urängsten von Gewalt und puren Wahnsinn. Was ein wichtiges Element seiner Filme ist, ist der Einbau der Femme Fatale, wie schon in Mulholland Drive - Straße der Finsternis ist sie der erotische Schlüssel zwischen den Figuren. Patricia Arquette verkörpert diese Rolle in ähnlicher Perfektion, wie Laura Harring in "Mulholland Drive". Ebenso ist der Auftritt einer mephisto-ähnlichen Figur auch in "Lost Highway" nicht zu übersehen, als Verkörperung vom absolut Bösen, welches wohl einhergeht mit Lynch Interpretation des Wahnsinns.

Die Verwobenheit der einzelnen Szenen miteinander ist dabei der große Pluspunkt, diese Umsetzung sorgt dafür, dass "Lost Highway" bis zum Ende hin spannend bleibt, auch wenn der aufmerksame Zuschauer sich sicherlich schon sein eigenes Bild des Filmendes gemacht hat. Dieses ist zwar definitiv gelungen, allerdings fehlte mit die ganz große "Überraschung" am Ende doch irgendwie, dass ist David Lynch in "Mullholland Drive" definitiv besser gelungen. Daher sehe ich "Lost Highway" hinter der Produktion aus 2001. Ebenso ist die Filmmusik, mit der Einspielung von den Rammstein-Songs "Heirate mich" und "Rammstein" grundsätzlich eine gute Idee, hätte als Akustik-Version aber besser gewirkt. Aber eigentlich ist das auch nur eine Nuance an Kritik in einem starken Film. "Lost Highway" ist ein surreales Meisterwerk mit reichlich Platz für Interpretationen, dass ein mehrmaliges Sehen eigentlich zur Pflicht macht und alleine damit schon sein Ziel erreicht hat - 5 Sterne.
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am 10. September 2016
Genau wie bei seinem Werk "Mulholland Drive", muss man viel Geduld mitbringen, beim Ansehen des Films. Belohnt wird sie allerdings nicht.

Der gesamte erste Teil kommt zu keinem Zeitpunkt in Fahrt, ist inhaltlich praktisch völlig nutzlos. David Lynch, selbstverliebter Regisseur, ergeht sich in zusammenhanglosen Einzelszenen und schafft es nicht, den Zuschauer neugierig auf das Kommende zu machen.
Obwohl nach gefühlten 5 Stunden tatsächlich noch etwas kommt, wenn der Hauptprotagonist mit der blonden Schlampe eines Unterweltbosses bumst. Es folgt ein missglückter Raub beim Besorgen des Fluchtgeldes, bei der das Opfer leider irrtümlich draufgeht.

Genau wie der Rest des Filmes.

Das möglich gewesene Crescendo geht unter in der bekannten, langatmigen Lahmarschigkeit, zu der David Lynch zurückkehrt, um den Film so ausplätschern zu lassen, wie er angefangen hat. Langweilig und möchte-gern-gewichtig.

Gibt es noch positives zu sagen? Ja, ein paar Szenen waren tatsächlich interessant. Z.B. Sex findet statt und nur Gesichter sind zu sehen. Ausserdem wurde die Musik teilweise gut gewählt und verhindert den Absturz zu 0 Punkten. Aber zu mehr als 1nem Punkt von 10 reicht es nicht. Der 1ne von, bei amazon, möglichen 5 Punkten, ist deshalb den Umständen geschuldet.

Fazit: Nicht so kompletter Filmschrott wie "Mulholland Drive", da auch die Schauspieler mehr Qualität haben. Aber im Endeffekt, ist das ein Vergleich von Durchfall zu normalem Stuhlgang.

Wer auf hochwertige Brutalo-Psycho-Mystic Filme in Überlänge steht, dem empfehle ich Oliver Stones "Natural Born Killers". Der Spannungsbogen wird dort vom Anfang bis zum Ende gehalten. Die verschachtelte Psychologie in eindrucksvollen Bildern erfolgreich beschrieben.

David Lynchs "Lost Highway" wirkt im Vergleich wie der hilflose Versuch eines Amateurs-Filmers von der örtlichen Film-AG, auch mal einen Psycho-Thriller zu machen. Gääähn.
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am 24. Mai 2012
Eins muss man David Lynch lassen: Er schert sich nicht mal einen Dreck darum, ob der Mainstream seine Filme mag. Ich habe den Film jetzt zum dritten Mal angeschaut, immer wieder in der Hoffnung, ihm etwas abgewinnen zu können und das Meisterwerk unter der strubbeligen Struktur zu finden.

Reininterpretieren kann man da vieles, was an dieser Stelle ja auch ausgiebig getan wird. Ich muss auch nicht alles vorgekaut bekommen und brauche erst recht kein Hollywood-Schmonz-Happy-End. Dieser Film ist düster, verwirrend und nicht zu verstehen und das ganz gewollt. Das kann man jetzt als surreales Meisterwerk ansehen oder, so wie ich, ihn einfach nur langweilig finden. Ein Maler der wilde Bilder in hunderten von Farben malt, denkt sich vielleicht auch etwas ganz dolles dabei, für den Betrachter bleibt aber leider nur ein wirres Chaos, auch wenn einige hier vielleicht Strukturen der Seele des Künstlers sehen, oder so etwas.

Damit, dass die Story keinen wirklichen Sinn ergibt und wie ein Puzzle mit nicht zusammenpassenden Teilen ist, könnte ich wohl leben. Ich habe eher ein Problem damit, dass der Film extrem langatmig ist und keinerlei Spannnung aufkommt. Ich spüre die düstere Bedrohung, die hier oft wahrgenommen wird, jedenfalls kaum. Nicht falsch verstehen, ich will keine gnadenlose Action und auch keine Monster oder ähnlichen Horrorkram, aber der seltsam geschminkte Mystery Man aus Money Train wirkt auf mich eher unfreiwillig komisch als subtil gruselig.

Mal schauen, ob ich irgendwann mal einen weiteren Anlauf starte...
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