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Lolita: Roman (Nabokov: Gesammelte Werke, Band 8) Taschenbuch – 1. April 1999
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- Seitenzahl der Print-Ausgabe704 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberRowohlt Taschenbuch
- Erscheinungstermin1. April 1999
- Abmessungen11.5 x 3.95 x 19 cm
- ISBN-103499225433
- ISBN-13978-3499225437
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Maria Carlsson ist seit Ende der Fünfzigerjahre als Übersetzerin angloamerikanischer belletristischer Werke tätig. Sie ist vor allem mit den Übertragungen der Romane und Erzählungen John Updikes hervorgetreten. 1994 wurde sie mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis und 2oo2 mit dem Helmut-M. Braem-Übersetzerpreis ausgezeichnet.
Kurt Kusenberg wurde als Sohn des deutschen Ingenieurs Carl Kusenberg und dessen Frau Emmy im Jahre 1904 in Göteborg geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Lissabon. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrte die Familie nach Deutschland zurück und ließ sich in Wiesbaden nieder.Ab 1922 studierte er zunächst in München Kunstgeschichte. 1925 wechselte er nach Berlin und im Wintersemester 1926 nach Freiburg im Breisgau. Dort promovierte er im Dezember 1928 mit einer Arbeit zu Rosso Fiorentino. Bereits während seines Studiums reiste er durch Italien, Spanien und Frankreich. 1929 arbeitete er vorübergehend im Berliner Kunsthandel.1930 schrieb er als Kritiker für die Weltkunst und die Vossische Zeitung. Danach war er Chefredakteur der Zeitschrift "Die Koralle". Ab 1947 wurde Kusenberg Lektor des Rowohlt Verlags. Ab den 1950er Jahren veröffentlichte er als Schriftsteller auch eigene Bände mit Kurzgeschichten, die häufig in groteske, versponnene Welten führen, in denen sich Phantastik und Realität vermischen. Ab 1958 gab er die Reihe rororo monographien heraus. Er starb 1983 in Hamburg.
Dieter E. Zimmer, geb. 1934, war freier Autor und Übersetzer. Von 1959–1999 war er Redakteur bei DIE ZEIT, davon 1973–1977 Leiter des Feuilletons, danach als Wissenschaftsjournalist mit den Schwerpunkten Psychologie, Biologie, Medizin und Linguistik. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen erhielt er den Preis für Wissenschaftspublizistik der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Bei Rowohlt war er u. a. als Herausgeber und Übersetzer für die Nabokov-Gesamtausgabe verantwortlich. Dieter E. Zimmer starb 2020 in Berlin.
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Produktinformation
- Herausgeber : Rowohlt Taschenbuch; 26. Auflage, Neuausgabe (1. April 1999)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 704 Seiten
- ISBN-10 : 3499225433
- ISBN-13 : 978-3499225437
- Originaltitel : Lolita
- Abmessungen : 11.5 x 3.95 x 19 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 8,067 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 80 in Erotikkalender
- Nr. 208 in Klassiker (Bücher)
- Nr. 399 in Erotikromane & -erzählungen
- Kundenrezensionen:
Informationen zum Autor

Vladimir Nabokov wird am 22. April 1899 in St. Petersburg geboren. Nach der Oktoberrevolution flieht die Familie 1919 nach Westeuropa. 1919-1922 in Cambridge Studium der russischen und französischen Literatur. 1922-1937 in Berlin, erste Veröffentlichungen, meist unter dem Pseudonym W. Sirin. 1937-1940 nach der Flucht aus Nazideutschland in Südfrankreich und in Paris, seit 1940 in den USA. 1961-1977 wohnt Nabokov im Palace Hotel in Montreux. Er stirbt am 2. Juli 1977.
Foto: © Jerry Bauer
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Erfahre mehr darüber, wie Kundenbewertungen bei Amazon funktionieren.Rezension aus Deutschland vom 14. Oktober 2015
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Bei Vladimir Nabokov, einem der weltberühmtesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, war dies der Erfolg bei seinem bis heute legendären aber nicht unumstrittenen Roman Lolita. Nabokov war am 22. April 1899 in St. Petersburg geboren worden und wird demnach auch weitestgehend als ein russischer Autor verstanden. Seine ersten Texte schrieb er auch noch in der Sprache jenes Landes, das er allerdings mit seiner Familie mit 18 Jahren verließ, als sich 1917 die von Lenin angeheizte Oktoberrevolution über das Land erstreckte und blutig die alten Eliten umzustürzen suchte. In Deutschland und der dort aufkommenden Weimarer Demokratie zunächst in einem vermeintlich sicheren Gefilde, mussten Nabokov und seine jüdische Frau auch dieses Land verlassen, als die Nazis 1933 die Macht übernahmen. Das Ehepaar fand in den Vereinigten Staaten Exil, wo Nabokov bis in die 60er Jahre bleiben sollte; kurz vor seinem Tod 1977 kehrte er noch einmal nach Westeuropa zurück und verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Schweiz.
Die Biografie Nabokovs sowie die vielen Orte, an denen er sich in seinem Leben niedergelassen hatte, sind nicht unwichtig für die Kontextualisierung seines berühmtesten Werkes Lolita. Denn so ist dieser Skandalroman, dem einige Entwürfe und kürzere Erzählungen mit derselben Thematik vorausgingen, die teils allerdings von Nabokov selbst vernichtet wurden oder postum erschienen, der erste, den Nabokov voll und ganz auf Englisch verfasste. Seine vorangegangenen, meist sehr umfangreichen Romane, hatte er noch auf Russisch geschrieben; Nabokov selbst hielt sie für die besten, die er in seinem Leben verfasst hatte. Teils übersetzte er sie selbst ins Englische, teils blieben sie bis zu seinem Tod allerdings auch unübersetzt und kamen erst dann, als sich ein gewisser Mythos um diesen Schriftsteller rankte, auch in die anderen Sprachkreise. Nabokov hatte laut eigenen Angaben 1949 mit dem Schreiben der Reinfassung dieses Romans begonnen und mehrere Jahre dafür gebraucht, den Text, der ihm immer wieder zu entgleiten drohte, fertigzustellen. Als er 1953 fertiggeworden war, wollte sich in Amerika kein Verlag für dieses als obszön und pornografisch geltende Werk finden. Erst 1955 bekam er einen Verlag, in Frankreich, der Lolita druckte – im vollen Bewusstsein, dass dieses Buch kein unbeachteter Selbstläufer werden wird:
„Zweifellos das dreckigste Buch, das ich je gelesen habe. Reine hemmungslose Pornografie. Seine Hauptfigur ist ein perverser Kerl, der eine Leidenschaft für „Nymphetten“ hat, wie er sie nennt. […] Gedruckt ist es in Frankreich. Jeder, der es hierzulande verlegte oder verkaufte, würde mit Sicherheit ins Kittchen kommen.“
Mit diesen Worten verriss der Chefredakteur einer schottischen Boulevardzeitung den Roman. Der Aufruhr, der in diesem Fall von Frankreich ausging, erstreckte sich nämlich beinahe über den gesamten Globus. Und ganz egal, ob man sich in einer in den 50er Jahren noch weitestgehend prüden und auch in der Literatur eingefahrenen Gesellschaft befand, dürfte bei den allermeisten das Interesse an diesem sagenumwobenen Roman geweckt worden sein, der so viele nachfolgende Autorinnen und Autoren bis heute in ihrer Auseinandersetzung mit einem eigenen Thema prägen wird. Die zentrale Figur von Nabokovs Roman ist Humbert Humbert, ein 1910 in Paris geborener Mann, der – wie wir im Vorwort eines fiktiven Herausgebers erfahren – zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Romans im Gefängnis saß und 1952, kurz bevor ihm der Prozess gemacht werden sollte, verstarb. Der Roman, der nur fragmentarische Abschnitte aus seinem Leben liefert und sich zentral auf die Beziehung zu der sagenumwobenen und titelgebenden Lolita konzentriert, ist aus seiner Perspektive geschrieben und somit von der ersten bis zur letzten Seite mit Vorsicht zu genießen. Denn so handelt es sich bei Humbert Humbert und dem, was er uns vermittelt, keineswegs um einen zuverlässigen Erzähler, der aus neutraler Perspektive auf das Geschehen blickt, sondern um die zentrale Reizfigur des Plots, die sich dem Leser selbst natürlich auf weitaus harmlosere Art und Weise präsentieren möchte, wie dies vielleicht rational angemessen wäre.
Humbert Humbert beginnt die Geschichte seiner obsessiven Liebesbeziehung zu Lolita mit der Erzählung seiner allersten Liebe zu einem gleichaltrigen Mädchen, das allerdings im Sommer 1923 verstarb; die von ihm als sehr stark empfundene Zuneigung zu diesem Mädchen blieb somit unerfüllt und eine bis zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Romans klaffende Wunde in der Biografie von Humbert Humbert. Aus dieser tiefen Trauer um den Tod dieser, seiner Jugendfreundin, leitet der Ich-Erzähler selbst seine Hingezogenheit zu Mädchen im Alter zwischen zwölf und dreizehn ab – das Alter, in dem seine erste Liebe starb. Nicht alle Mädchen diesen Alters ziehen ihn gleichermaßen an; Humbert Humbert unterscheidet zwischen den einen und den anderen, und jene, die ihn erotisch anziehen, nennt er „Nymphetten“. Eine über wenige Jahre andauernde Ehe kann über diese in ihm keimende Pädophilie nicht hinwegtäuschen, die Beziehung zu seiner Ehefrau bleibt unterkühlt. Erfüllung oder zumindest teilweise Enthusiasmus erfährt er, als er ein wissenschaftliches Projekt in Bezug auf englische Literatur für französische Studenten annimmt, das ihn zeitweilig ablenkt und letztlich auch nach Amerika führt, wo er finanziell abgesichert ein ebenso trostloses Leben führt wie noch in Frankreich. Um den psychiatrischen Kliniken, in die er zeitweise eingeliefert worden war, einen neuen Pol entgegenzusetzen, entschließt sich Humbert Humbert im Sommer 1947 in die Stadt Ramsdale zu reisen, wo er im Haus der Witwe Charlotte Ramsdale einen Rückzugsort zu finden sucht. Von der Haushälterin selbst negativ abgestoßen, trifft er allerdings vollkommen überraschend auf deren zwölfjährige Tochter, mit deren Erscheinen sich in seinem Leben alles ändern wird: Lolita.
Sie ist für Humbert Humbert nicht nur die idealtypische Nymphette sondern fortan auch sein einziges Interesse. Um bei ihr zu sein, akzeptiert er nicht nur die Gesellschaft er herrischen Charlotte Haze sondern ist sogar bereit, diese zu heiraten, als sie ihm ihre Liebe gesteht und ihm aufträgt, ihr Haus sofort zu verlassen, wenn er nicht bereit sei, diese zu erwidern. Lolita verbringt ihre Ferien in einem Sommerlager und wie es der für Humbert Humbert zynisch-glückliche Zufall will, stirbt seine eben angetraute Frau Charlotte Haze bei einem Verkehrsunfall. Humbert Humbert, der sich nun als alleiniger Vormund von Lolita versteht, holt sie frühzeitig aus dem Ferienlager ab und beginnt mit ihr eine Reise durch die Vereinigten Staaten. Diese ist geprägt von dem Zwiespalt, dass sich Humbert seiner großen Liebe auf einmal sehr nahe fühlt, ihr allerdings auf die Art und Weise, wie er es begehrt, nämlich sexuell, nicht nahekommen kann. Die Reise dauert ein Jahr an, bis Humbert Humbert beschließt, sich gemeinsam mit Lolita niederzulassen; diese aber hat nicht vor, das von ihm erwünschte gemeinsame Leben mit ihm anzustreben und verlässt ihn, als er nach einer Virusinfektionskrankheit darniederliegt. Jahre später wird sich Lolita noch einmal bei ihrem „Vater“ melden; schwanger, verheiratet und in heruntergewirtschafteten, ärmlichen Verhältnissen lebend bittet sie ihn um Geld, das er ihr gibt. Nicht ohne Vorbehalt – Humbert Humbert trachtet seinem Konkurrenten nach dem Leben. Der Roman endet mit der Ermordung von Lolitas Ehemann.
Wie über einen Roman wie Lolita schreiben? Wie eine gewisse Begeisterung und Faszination ausdrücken, ohne in den Verdacht zu kommen, sich der Kehrseite dessen, was hier faszinierend ist, nicht bewusst zu sein. Bei einer Figur wie Humbert Humbert, die einem von Anfang an von grundauf unsympathisch sein muss, weil sie sehr ichbezogen und selbstverliebt durch die Welt geht, kann es letztlich nur das künstlerische sein, was an diesem Roman fasziniert. Es ist die Sprache, die Vladimir Nabokov für seine zentrale Figur findet und mit der er uns in einen Konflikt zu ziehen vermag, von dem wir – wenn wir einfach nur die Zusammenfassung des Inhalts dieses über 500 Seiten starken Romans lesen – anfangs noch glaubten, moralisch eine absolut klare Haltung zu haben. Zweifellos verliert man diese auch aus heutiger Perspektive, in der bereits so viel über sexuellen Missbrauch und Pädophilie geschrieben und geforscht wurde, auch nicht mehr. Doch aus der Perspektive der 50er Jahre dürfte das, was Vladimir Nabokov in seinem Roman gemacht hat, noch weitaus skandalöser, weitaus empörender gewesen sein als heute. Man würde den Roman absolut missverstehen, wenn man Nabokov unterstellen würde, er habe vorgehabt, eine zentrale Botschaft zu vermitteln – genau das erwähnt er auch in seinem Nachwort. Es dürfte ihm ausschließlich um eine Darstellung eines wegen seiner Kriminalität so spannenden Charakters gegangen sein, an dessen Leben und Leiden er sich schreibend entlanghangelte und die Leser selbst zu einem Urteil kommen mögen.
Die sexuelle Obsession, in die Humbert Humbert verfällt, beschreibt Nabokov zu keinem Zeitpunkt primitiv oder obszön. Die Zuneigung des Ich-Erzählers zu Lolita wird in den schönsten und blumigsten Tönen formuliert und vielleicht ist der Roman auch gerade deshalb so gefährlich; denn das, was nicht sein darf, nämlich der Missbrauch einer Minderjährigen, verspricht schön zu werden in der Art und Weise, wie Humbert Humbert uns die Geschichte schildert. Man steht also durchaus auch auf dem Prüfstand als Leser dieses Romans, der sich am Ende des Buches die Frage stellen muss, ob er der zentralen Figur noch immer dieselbe Entrüstung entgegenschmettern würde wie zu Beginn. Dass der Roman auf dieser psychologisch-künstlerischen Ebene sehr gut gelungen ist und einen auch nicht fortan wegen schlechter Wortwahl oder ordinärer Sprache verärgert, ist ein Aspekt, den man ihm neutral betrachtet lassen muss. Immer steht nur die Frage im Raum: brauch es ein solches Gedankenspiel? Muss man sich Personen wie Humbert Humbert nahefühlen? Muss man auf diese Probe gestellt werden?
Ganz abgesehen davon, dass dieser Roman in diesem Aspekt seine künstlerische Berechtigung hat und vielleicht für die Weltliteratur, die sich fragwürdigen Charakteren wie diesem Humbert Humbert immer häufiger annehmen wird (denke man an Grenouille in Das Parfum), sollte man aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Roman auch ganz abgesehen davon, dass er ein sehr fragwürdiges Thema verhandelt, auch an anderer Stelle stilistische Mängel aufweist. Die Passagen, in denen Humbert Humbert über seine Erinnerungen an seine Jugendliebe schreibt sowie die, in denen seine Hingezogenheit zu Lolita deutlich wird, sind rein vom schriftstellerischen Handwerk her perfekt geschrieben. Man wird hineingezogen in diesen Gefühlsstrom und den Plot, der sich daraus ergibt. Der süffisante Ton, in dem Nabokov seine Hauptfigur sprechen lässt, hat an der ein oder anderen Stelle auch etwas makaber-Humorvolles, das das düstere Szenario ein wenig aufzulockern vermag.
Doch die Detailtreue und die Emotionalität, mit der eben diese Passagen, in denen es um die Liebe und das emotionale Leiden der zentralen Figur geht, hält Nabokov in anderer Hinsicht nicht durch. Gerade die Passage der Reise durch die Vereinigten Staaten ist eine der längsten und gleichzeitig auch langweiligsten des ganzen Romans. Es wird nichts von dem, was das Duo aus dem Auto heraus sieht, beschrieben, die Gegend bleibt blass und unerreichbar. Auch die Frauen, die Humbert Humbert seit seines Kontaktes zu Lolita kennengelernt und beobachtet hat, werden nicht beschrieben und kommen dem Leser letztlich auch nicht nahe. Auch Lolita, diese zentralste aller Figuren im Roman, wird nur angedeutet und bleibt somit selbst im Vagen. Der Unterschied zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich wird nur formal erwähnt, stilistisch nicht ausgebaut. Und auch das historische Panorama, vor dem sich dieser Roman abspielt, bekommt keine Farbe. Ein einziger müder Satz zum zweiten Weltkrieg, der die Welt in Schatten legt, doch all das, was parallel dazu passiert ist, findet keine Erwähnung. Es ist ein unstimmiges Gesamtes, das dieser Roman in der Betrachtung bietet: ein Plot voller Details, Passagen voller Emotion, und dann allerdings auch große Passagen, in denen nichts von dem, was in diesem Roman stilistisch zu funkeln vermag, weitergeführt werden kann.
Es ist also ein absoluter Klassiker, dieser Roman, und eine Lektüre, die man – wenn man sich für Literatur interessiert – nicht missen sollte. Es ist ein Roman, der im Werk von Nabokov eine zentrale Stellung einnimmt und somit allein schon seine Legitimation genießt. Dass es ein Werk ist, das den Streit angeregt haben dürfte, ist klar. Vielleicht entlädt sich das Potenzial zur Kontroverse, das es in sich birgt, allerdings gerade aus heutiger Perspektive noch einmal besonders, wo man sich an Nachrichten und Geschichten wie diese in ihrer Grausamkeit fast schon gewöhnt zu haben scheint.
Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden.
Meine Sünde, meine Seele.
Lo-li-ta."
Lolita ist ohne Zweifel ein Klassiker der Weltliteraturgeschichte, obwohl es sicherlich so manchen potenziellen Leser durch ein klares Tabuthema abschreckt.
Ein kurzer Klappentext
Der vielumstrittene, längst zu Weltruhm gelantge und zweifach verfilmte Roman einer tragischen Passion: Ein Vierzigjähriger verfällt dem grazilen Zauber einer kindlichen Nymphe und erfährt die Liebe als absolute Macht über Leben und Tod.
Gleich zu Beginn erfährt der Leser, dass der Ich-Erzähler namens Humbert Humbert (H. H.) im Gefängnis sitzt. Sich in Inhaftierung befindend verfasst er ein Buch über sein Leben bis zu dem Moment seiner Festnahme und überreicht das Manuskript seinem Anwalt, der es veröffentlichen soll. Diese "Art einer Biographie" bekommen man im Anschluss an das Vorwort zu lesen.
Aber worum geht es denn nun eigentlich?
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt.
Teil 1 - Der 1910 in Paris geborene H.H. verbringt im Alter von zwölf Jahren den Sommer mit seiner ersten großen Liebe Annabel Leigh, nichtsahnend, dass er sie nur kurze Zeit später aus heiterem Himmel verlieren wird. Rückblickend vermutet H.H. seine junge Liebe zu Annabel als den Ursprung für seine späteren Neigungen. Denn obwohl er mehr als nur einmal verheiratet ist, kann er keiner seiner Frauen wahre Liebe entgegenbringen. Sein Herz schlägt nämlich in aller Heimlichkeit für die kleinen "Nymphetten" dieser Welt. Als Nymphette bezeichnet er Mädchen im Alter von neun bis vierzehn Jahren, die sich durch "Koboldgrazie, den angreifbaren, verschmitzten, seelenzerrüttenden, heimischen Zauber [...] von ihren Altersgenossen unterscheide[n], [...] [sich] ihrer mythischen Macht selbst nicht bewusst". Humbert lässt den Leser an seiner Gefühlswelt teilhaben und beschreibt mit außerordentlicher Emotionalität das Ausmaß der Erschütterung, den der erste Anblick der damals zwölfjährigen Dolores, in ihm auslöst. Ab diesem Moment im Jahr 1947 hat er für andere Nymphetten lediglich flüchtige Blicke übrig, denn seine Leidenschaft und spätere Liebe gilt einzig und allein seiner Nymphette, seiner Lolita.
Teil 2 - Im ersten Teil des Buches erhält man den Eindruck, dass H.H. kein besonders sesshafter Mensch zu sein scheint. Diese Annahme wird im zweiten Teil des Buches bestätigt, denn Humbert beschreibt in sehr detaillierter Form die Reise, die er und Lolita zwei Jahre lang quer durch die USA unternehmen. Sie nächtigen in zahlreichen Motels, Hotels und Ferienwohnungen, wobei die Aufenthalte in ihrer Dauer variieren und die zwei sich fortan als Vater und Tochter Haze ausgeben.
Im Jahr 1949 findet die Reise ein abruptes Ende und H.H. fasst einen folgenschweren Entschluss, der ihn letztendlich hinter Gittern bringen wird.
Wie ist dieses Werk zu bewerten?
An dieser Stelle scheiden sich die Geister. Ein Blick auf Amazon zeigt, dass Nabokovs Werk die Leserschaft spaltet. Von "ekelhaft" bis "meisterlich" ist die komplette Meinungspalette vertreten.
Noch nie war ich von einem Buch derartig angewidert und fasziniert zur selben Zeit. Ein ewiger Zwiespalt, der mich das gesamte Werk über begleitete. Nabokov schafft es, Humberts Einstellungen, Gefühle und Beweggründe so glaubwürdig darzustellen, dass der Leser den Eindruck erhält, eine tatsächlich existierende Biographie zu lesen. An mancher Stelle fragt man sich, ob der Autor eigene Empfindungen hat einfließen lassen, was er jedoch zu jeder Zeit vehement dementierte.
Es scheint, als wolle H.H. sich mit seiner Biographie gegenüber den Geschworenen und der Öffentlichkeit für seine Tat(en) rechtfertigen. Es macht den Anschein, als hoffe er auf Verständnis und Mitgefühl. So fordert er an nicht wenigen Stellen den Leser direkt dazu auf, "sich das vor[zu]stellen" oder "sich einmal in diese Lage [zu] versetzen". Dieser Aufforderung nachzukommen fiel mir allerdings sehr schwer. So gab es zahlreiche Stellen, die mich erschaudern ließen, da Humbert nicht davor zurückschreckte den Leser über das Ausmaß seiner pädophilen Neigung zu informieren. Teilweise bis ins kleinste Detail gehend beschrieb er die Nymphetten und seine unbändige Leidenschaft, die durch diese entfacht wurde.
Trotzdem möchte ich gern von einem Meisterwerk aus Nabokovs Feder sprechen. Obwohl die Thematik nur schwer zu schlucken ist, konnte ich die Geschichte nicht zur Seite legen. Nabokov verleiht Humbert einen einzigartigen Stil mit Worten Bildern zu malen. Er spielt mit ihnen und schafft seine eigene Art der Sprache, unter anderem auch durch wiederholte Verwendung von Neologismen. So schreibt er zum Beispiel: "Psychoanalytiker umwarben mich mit Pseudoliberationen von Pseudolibidiotien."
An H.H.'s Gedankenwelt darf der Leser teilhaben, wohingegen Lolita ausschließlich aus der Sicht Humberts beschrieben wird. So manches Mal fühlte ich mich wie im Regen stehen gelassen, da ihre Handlungen teilweise irrational erschienen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass ihr Verhalten der subjektiven Meinung H.H.'s entspringt. Eine Verzerrung der Tatsachen ist daher nicht auszuschließen und sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden.
Das Schicksal Lolitas hat mich erschüttert, wenn ich ihr Leben mit meiner unbeschwerten Kindheit und Jugend vergleiche...
Fazit
Um Lolita durchlesen zu können, braucht man ein relativ dickes Fell. Es ist aufgrund der Thematik kein Buch für jedermann, kann allerdings durch den malerischen Schreibstil Nabokovs überzeugen.
Würde ich es noch einmal lesen? Auf jeden Fall! Würde ich es weiterempfehlen? Mit Sicherheit!
Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen überzeugen dieses Buch zu lesen oder es zumindest in Erwägung zu ziehen. Für mich ist es eine Bereicherung und ich freue mich, es fortan in meinem Regal stehen zu haben.
Kundenrezension aus Deutschland 🇩🇪 am 14. Oktober 2015
Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden.
Meine Sünde, meine Seele.
Lo-li-ta."
Lolita ist ohne Zweifel ein Klassiker der Weltliteraturgeschichte, obwohl es sicherlich so manchen potenziellen Leser durch ein klares Tabuthema abschreckt.
Ein kurzer Klappentext
Der vielumstrittene, längst zu Weltruhm gelantge und zweifach verfilmte Roman einer tragischen Passion: Ein Vierzigjähriger verfällt dem grazilen Zauber einer kindlichen Nymphe und erfährt die Liebe als absolute Macht über Leben und Tod.
Gleich zu Beginn erfährt der Leser, dass der Ich-Erzähler namens Humbert Humbert (H. H.) im Gefängnis sitzt. Sich in Inhaftierung befindend verfasst er ein Buch über sein Leben bis zu dem Moment seiner Festnahme und überreicht das Manuskript seinem Anwalt, der es veröffentlichen soll. Diese "Art einer Biographie" bekommen man im Anschluss an das Vorwort zu lesen.
Aber worum geht es denn nun eigentlich?
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt.
Teil 1 - Der 1910 in Paris geborene H.H. verbringt im Alter von zwölf Jahren den Sommer mit seiner ersten großen Liebe Annabel Leigh, nichtsahnend, dass er sie nur kurze Zeit später aus heiterem Himmel verlieren wird. Rückblickend vermutet H.H. seine junge Liebe zu Annabel als den Ursprung für seine späteren Neigungen. Denn obwohl er mehr als nur einmal verheiratet ist, kann er keiner seiner Frauen wahre Liebe entgegenbringen. Sein Herz schlägt nämlich in aller Heimlichkeit für die kleinen "Nymphetten" dieser Welt. Als Nymphette bezeichnet er Mädchen im Alter von neun bis vierzehn Jahren, die sich durch "Koboldgrazie, den angreifbaren, verschmitzten, seelenzerrüttenden, heimischen Zauber [...] von ihren Altersgenossen unterscheide[n], [...] [sich] ihrer mythischen Macht selbst nicht bewusst". Humbert lässt den Leser an seiner Gefühlswelt teilhaben und beschreibt mit außerordentlicher Emotionalität das Ausmaß der Erschütterung, den der erste Anblick der damals zwölfjährigen Dolores, in ihm auslöst. Ab diesem Moment im Jahr 1947 hat er für andere Nymphetten lediglich flüchtige Blicke übrig, denn seine Leidenschaft und spätere Liebe gilt einzig und allein seiner Nymphette, seiner Lolita.
Teil 2 - Im ersten Teil des Buches erhält man den Eindruck, dass H.H. kein besonders sesshafter Mensch zu sein scheint. Diese Annahme wird im zweiten Teil des Buches bestätigt, denn Humbert beschreibt in sehr detaillierter Form die Reise, die er und Lolita zwei Jahre lang quer durch die USA unternehmen. Sie nächtigen in zahlreichen Motels, Hotels und Ferienwohnungen, wobei die Aufenthalte in ihrer Dauer variieren und die zwei sich fortan als Vater und Tochter Haze ausgeben.
Im Jahr 1949 findet die Reise ein abruptes Ende und H.H. fasst einen folgenschweren Entschluss, der ihn letztendlich hinter Gittern bringen wird.
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An dieser Stelle scheiden sich die Geister. Ein Blick auf Amazon zeigt, dass Nabokovs Werk die Leserschaft spaltet. Von "ekelhaft" bis "meisterlich" ist die komplette Meinungspalette vertreten.
Noch nie war ich von einem Buch derartig angewidert und fasziniert zur selben Zeit. Ein ewiger Zwiespalt, der mich das gesamte Werk über begleitete. Nabokov schafft es, Humberts Einstellungen, Gefühle und Beweggründe so glaubwürdig darzustellen, dass der Leser den Eindruck erhält, eine tatsächlich existierende Biographie zu lesen. An mancher Stelle fragt man sich, ob der Autor eigene Empfindungen hat einfließen lassen, was er jedoch zu jeder Zeit vehement dementierte.
Es scheint, als wolle H.H. sich mit seiner Biographie gegenüber den Geschworenen und der Öffentlichkeit für seine Tat(en) rechtfertigen. Es macht den Anschein, als hoffe er auf Verständnis und Mitgefühl. So fordert er an nicht wenigen Stellen den Leser direkt dazu auf, "sich das vor[zu]stellen" oder "sich einmal in diese Lage [zu] versetzen". Dieser Aufforderung nachzukommen fiel mir allerdings sehr schwer. So gab es zahlreiche Stellen, die mich erschaudern ließen, da Humbert nicht davor zurückschreckte den Leser über das Ausmaß seiner pädophilen Neigung zu informieren. Teilweise bis ins kleinste Detail gehend beschrieb er die Nymphetten und seine unbändige Leidenschaft, die durch diese entfacht wurde.
Trotzdem möchte ich gern von einem Meisterwerk aus Nabokovs Feder sprechen. Obwohl die Thematik nur schwer zu schlucken ist, konnte ich die Geschichte nicht zur Seite legen. Nabokov verleiht Humbert einen einzigartigen Stil mit Worten Bildern zu malen. Er spielt mit ihnen und schafft seine eigene Art der Sprache, unter anderem auch durch wiederholte Verwendung von Neologismen. So schreibt er zum Beispiel: "Psychoanalytiker umwarben mich mit Pseudoliberationen von Pseudolibidiotien."
An H.H.'s Gedankenwelt darf der Leser teilhaben, wohingegen Lolita ausschließlich aus der Sicht Humberts beschrieben wird. So manches Mal fühlte ich mich wie im Regen stehen gelassen, da ihre Handlungen teilweise irrational erschienen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass ihr Verhalten der subjektiven Meinung H.H.'s entspringt. Eine Verzerrung der Tatsachen ist daher nicht auszuschließen und sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden.
Das Schicksal Lolitas hat mich erschüttert, wenn ich ihr Leben mit meiner unbeschwerten Kindheit und Jugend vergleiche...
Fazit
Um Lolita durchlesen zu können, braucht man ein relativ dickes Fell. Es ist aufgrund der Thematik kein Buch für jedermann, kann allerdings durch den malerischen Schreibstil Nabokovs überzeugen.
Würde ich es noch einmal lesen? Auf jeden Fall! Würde ich es weiterempfehlen? Mit Sicherheit!
Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen überzeugen dieses Buch zu lesen oder es zumindest in Erwägung zu ziehen. Für mich ist es eine Bereicherung und ich freue mich, es fortan in meinem Regal stehen zu haben.






