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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
1
Lohengrin (Ga)
Format: Audio CD|Ändern
Preis:10,55 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 24. April 2011
Die Lohengrin-Geschichte hat ja eigentlich viel mit Mythen und mythischen Urbildern der Seele zu tun (wie fast alles bei Wagnern); diese Aufnahme aber hat einer eine weltlich-menschliche Ausstrahlung. Das ist interessant und zieht die Verbindungen zum eigenen, tatsächlichen Leben, kann aber in letzter Konsequenz nicht hunderprozentig überzeugen.

Da ist zunächst das Dirigat, das für sich sehr gelungen ist. Baranboim interpretiert sehr differenziert, leuchtet die Tiefen der Partitur aus. Die Grundausstrahlung ist dabei eindringlich, eher unheilvoll und dunkel, der Aufbruch zu einer Seelenreise. Das ist toll gemacht und beeindruckend, ist aber nicht ganz harmonisch mit dem 'leichteren' Ausdruck der Gesangsleistungen. Die Chöre sind ähnlich sauber und differenziert wie die Instrumentalbegleitung. Das ist sehr schön und tut sehr gut. Es gibt keine 'KLangsoße', wie auf manch anderen Aufnahmen, sondern der Chor ist ist klar und strukturiert und es wird somit seine Rolle im Geschehen besser herausgearbeitet.

Rene Pape als König Heinrich wirkt wenig im klassischen Sinne königlich. Er ist mehr der gewollte und schon irgendwie akzeptierte Anführer, der aber seine Herzöge ständig überzeugen und bei guter Laune halten muss (so gesehen eine historisch korrekte Darstellung der Rolle deutscher Könige, aber nicht ganz in die Handlung passend). In seiner Überzeugungsarbeit bei den Herzögen wirkt er fast dramatisch. Seine Bezugnahmen auf Gott (die ja für die Handlung gelegentlich tragend sind) wirken nicht ganz überzeugend.

Falk Struckmann singt einen recht tiefen Friedrich von Telramund, der dann auch gelegentlich schwer vom König zu differenzieren ist. Keine ganz ideale Besetzungswahl. Er singt recht schnell und erinnert mit einer auch sonst recht lebhaften Interpretation mehr an Don Giovanni als als eine Wagnerfigur. Er ist kein abgründiger Intrigant, sondern eher ein leidenschaftlicher Kämpfer.

Die Elsa von Emily Magee kommt eher dunkel daher, was durchaus interessant ist und Wirkung entfaltet. Sie tritt sehr souverän auf (was für mich zur Rolle passt) und ist (für mich) angenehm undramatisch. Magee hat sicher nicht das Stimmenpotential anderer Vertreterinnen der Rolle und ist rein gesanglich nicht so beeindruckend, aber sie setzt ihre Mittel gut ein und bietet eine interessante Leistung.

Ähnlich wie bei König/Friedrich ist auch der Unterschied zwischen Elsa und Ortrud manchmal schwierig, weil auch die Ortrud eher dunkel klingt (diese mangelnde Differenzierung ist die negative Folge des für sich interessanten Ansatzes für Elsa). Deborah Polaski lässt dabei aber die nötige Bosheit für die Rolle vermissen. Sie ist eher die moderne Zicke im Spiel, die so ist, weil die sozialen Umstände sie dahin geführt haben. Das abgründig-archetypisch Boshafte geht ihr ab. Der weltliche Ansatz der Aufnhame hat hier ihre größte Schwäche. Auch klingt Polaski zu oft zu sehr nach Opernsängerin, nicht nach der tatsächlichen Rolle.

Letzeres trifft schließlich auch auf Peter Seiffert als Lohengrin zu. Er ist technisch sehr sauber (was nicht auf jeden Interpreten der Rolle zutrifft), klingt aber zu oft zu 'sängerhaft'. Im Ansatz dabei oft recht hell und im weltlichen Sinne strahlend. Lohengrin ist hier v.a. der herausragende Kämpfer und weltlich mit seiner Elsa verbunden (das wird schön herausgearbeitet); die mythische Grals-Dimension ist wenig vorhanden.

Fazit: Eine Aufnahme, an der nichts wirklich stört. Saubere Gesangsleistungen und ein oft fesselndes, beeindruckendes Dirigat. Interessant, aber in seiner Wirkung für mich einen Tick zu weltlich und zu 'leicht'.
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